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3DS Winter Sports 2012: Feel the Spirit
 
 
Winter Sports 2012: Feel the Spirit - 3DS
Matthias Engert (26.01.2012)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Independent Arts
GENRE: Sport
SPIELER: 1(4) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Der deutsche Spielemarkt ist seit jeher für bestimmte Games besonders empfänglich. Seien das Simulationen und Wirtschaftsspiele aller Arten, so ist auch das Thema Sport hierzulande ganz groß vertreten. Dabei lieben die deutschen den Wintersport, wie nur wenige andere Nationen. Aktuell ja wieder jedes Wochenende anhand der realen Besucherzahlen der einzelnen Events, oder auch der TV Zuschauer abzulesen. Klar dass da Spiele für Schneeaction aller Arten ebenfalls sehr beliebt sind. In den letzten Jahren machte da vor allem die deutsche Firma 49Games von sich reden. Mir persönlich ist immer noch die Biathlon Umsetzung auf der Wii in hervorragender Erinnerung. Auch Ende letzten Jahres waren sie wieder mit einem Spiel am Start, allerdings dieses Mal mit extremer Verwechslungsgefahr. Denn ihr Beitrag heißt aktuell Winterstars 2012, den wir euch in Kürze vorstellen werden. Der hier vorgestellte Titel heißt Winter Sports 2012 und kommt aus dem Hause Independent Arts. So kommen zumindest die Entwickler ebenfalls aus Deutschland. Von daher ist der hier vorgestellte Titel fast schon ein Debut. Zumindest im Bereich Wintersport. Bekannt ist Independent Arts eher durch andere Titel, die auch nicht immer besonders gelungen waren. Erst vor kurzem zeigten sie auf dem 3DS mit Alarm für Cobra 11, wie man es vielleicht nicht unbedingt machen sollte. Neues Spiel - Neues Glück könnte man meinen…

Menus und die Story....

Erschienen ist das Spiel unter dem RTL Games Label, wobei sich als Publisher dtp entertainment verantwortlich zeigt. Bisher ja oft eher durch diverse Casual Spiele bekannt geworden. Beim reinen Drumherum gibt es im Spiel durchaus Licht und Schatten. Zunächst nicht weiter überraschend, dass man euch hier in Sachen Texten ein komplett deutsches Spiel bietet, dass aber auf Sprachausgabe fast komplett verzichtet. Gespeichert wird intern, ohne dass man auf die SD-Card zugreift. Auch sonst sucht man Verbindungsmöglichkeiten nach Außen leider vergebens. Weder StreetPass wird unterstützt, noch ein Online Modus gegen andere Spieler. Eine kleine Mogelpackung bietet der lokale Mehrspieler Modus. Diesen gibt es schon und auch auf der Verpackung wird mit 4 Spielern geworben. Enthalten ist aber nur ein Hot Seat Modus, sprich die Spieler sind nacheinander dran und nicht gleichzeitig! Beim Thema Story greift auch hier einmal mehr die einfache Sportler Variante. Ihr als Spieler dürft euch in den hier gebotenen Sportarten bewähren, und es möglichst vom Amateur zum Profi bringen, ohne dass dabei eine Geschichte erzählt wird. Der Bezug zum Charakter an sich ist also nicht besonders hoch.

Ohne großartige Einstimmung erwartet euch relativ schnell das Hauptmenu des Spiels. Nach einem kurzen Hinweis zum Autosave des Spiels, dürft ihr euch den Menüpunkten widmen. Spielerisch gibt es 2 Modi mit dem Einzelspieler und dem Mehrspieler Gegenstück. Dazu kommen der Charakter Editor, die Erfolge und die Optionen. Etwas das Independent Arts mittlerweile gerne macht ist Statistiken einzubauen. Findet man hier unter den Erfolgen ebenfalls vor und gibt euch einiges preis, was und wie lange ihr im Spiel genutzt habt. Immer mal ganz interessant wie ich finde. Der Rest zeigt euch Erfolge in den einzelnen Sportarten und die erzielten Zeiten. Das Ganze für alle 3 im Spiel enthaltenen Schwierigkeitsgrade. Die Optionen sind recht spartanisch und bieten euch einzig Einstellungen zum Sound und die Wahl, ob man Steuerungshilfen einblenden lassen will oder nicht. Für den Anfang sollte man die ruhig aktivieren. Um den Charakter Editor kümmern wir uns gleich im Game Play Teil mit, dem wir uns nun etwas genauer widmen wollen.

Technik und Game Play....

Bevor ihr euch den eigentlichen Inhalten widmen sollt, könnt ihr das Spiel zumindest ein wenig personalisieren. Dafür bietet das Spiel einen Charakter Editor, der euch gleich als Doppelpack einen männlichen und weiblichen Charakter stellt. Hier könnt ihr Namen vergeben, die Kleidung in Sachen Aussehen anpassen und ein wenig mit Logos und Designs auf den Klamotten spielen. Nicht übermäßig viel, aber zumindest als Dreingabe in Ordnung. Egal ob ihr nun mit eurem Namen an den Start geht, oder als "Spieler 1" die Lorbeeren einheimst, der große Anlaufpunkt ist natürlich der Einzelspieler. Dort findet ihr insgesamt 3 verschiedene Punkte, um spielerisch loszulegen. Zum einen könnt ihr Just for Fun eine Sportart einzeln angehen, einen der enthaltenen Cups starten, oder die Herausforderungen annehmen. Vom Umfang her durchaus die lohnenswerteste Variante im Spiel. In einem Sportspiel aber nicht uninteressant und immer passend sind Turniere, die man hier in Form der Cups vorfindet. Wählt man diesen Modus an, erwarten euch 4 verschiedene Cup Möglichkeiten. Einfach gesagt in Schwierigkeitsgrade eingeteilt, stellt man euch Cups mit 3, 4 oder 7 Sportarten bereit, während die 4. Variante den eigenen Cup darstellt, den man selber erstellen kann. Wie üblich geht es hier um Platzierungen und Siege, die am Ende einen Endstand ergeben. Dieser sorgt unter anderen hier auch für das Freischalten von Boni für den Editor. Enthalten sind im Spiel insgesamt 7 Sportarten, was in der Masse ruhig etwas mehr hätte sein können. Dafür punktet die Auswahl mit unterhaltsamen, nicht zu abgedrehten und dennoch auch frischen Sportarten im Wintersport Genre. Neben "normalen" Disziplinen wie der Abfahrt, dem Curling, Ski-Cross, Skispringen oder dem Slalom sind mit Short Track und Ice Speedway auch zwei nicht alltägliche Sportarten vertreten.

Bei der reinen Umsetzung haben die Entwickler durchaus ein paar interessante Features eingebaut, aber leider auch ein paar Macken. Schauen wir mal etwas genauer hin. Eines ist auf jeden Fall recht passend umgesetzt, der reine Speed der Sportarten. Egal ob man die Pisten in der Abfahrt runterbrettert, oder per Bike über die Eisoberflächen fährt, das Geschwindigkeitsgefühl ist der jeweiligen Sportart angepasst. Bei allen Sportarten kann man vor dem eigentlichen Start ein kleines Tutorial nachlesen, wie sich das Ganze steuert. Dabei geht man hier keine Experimente ein und bringt keine umständliche Steuerung an den Spieler. Gute Beispiele sind hier stellvertretend die Abfahrt und die Speedway Umsetzung. Gleich bei allen Ski-Disziplinen ist nach dem Countdown ein schnelles Tastendrücken um Speed aufzunehmen. Hat man die Startbox einmal verlassen, kann man das Ganze nun mittels Pad oder auch dem Steuerkreuz steuern. L und R dienen hier um Geschwindigkeit aufzunehmen, in dem man in die Hocke geht, oder sich etwas aufrichtet. Gleichbedeutend mit einer etwas veränderten Steuerung. Dennoch reagieren die Fahrer relativ weich auf Lenkbewegungen, was die Steuerung auch nachvollziehbar macht. Sehr schön finde ich bei der Abfahrt z.B., dass man euch die Gegner nicht nur per Zeiten der Kontrahenten nach Erreichen des Ziels anzeigt, sondern kleine Symbole auf der Piste mitfahren, die ein gewisses Wettkampffeeling erzeugen. Wirkt ein bisschen wie ein Ghost Feature in vielen Time Trial Versionen anderer Spiele. So hat man doch einen viel besseren Orientierungspunkt beim Fahren. Spielt sich logischerweise die Action im 3D Screen ab, bietet der Touch Screen diverse Infos. Zeiten und Abstände, eine nicht unbedingt wichtige Karteneinblendung, und eine Toranzeige. Sprich 4 Tore darf man hier auslassen, ehe man schon vor dem Ziel aus dem Rennen genommen wird. Nachteil hier, dass es keine verschiedenen Pisten gibt. Auch hier wäre mehr möglich gewesen.

Beim Speedway macht das reine Fahren durchaus eine Menge Spaß. Eine gute Steuerung, bei der man normal Lenken kann, oder unter Zuhilfenahme einer Taste auch um die Kurven Sliden kann. Man orientiert sich also schon an der Realität. Was hier aber leider nicht unbedingt gelungen ist, betrifft die Kollisionsabfrage. Schon kleinere Rempler mit den Gegnern führen zu einem harten Sturz eures Charakters, während der Gegner unbehelligt weiter fährt. Das kann durchaus frusten, vor allem wenn es am Ende der 5 Runden Rennen passiert und man dadurch schlecht abschneidet oder eben noch mal fahren muss. Sehr schade, weil eigentlich die KI stimmt. Weder kann man vorneweg fahren, noch fahren einem die Gegner auf und davon. Ein Problem dass man in vielen Sportarten mal mehr und mal weniger deutlich spürt. Auch die zweite Sportart mit direkter Gegner Action - Short Track betrifft dieses Thema. Solange man leicht aneckt mag alles wunderbar funktionieren. Aber bei einer bestimmten Kontaktstärke liegt man flach. Klar ist das natürlich logisch, aber das Verhältnis und der Punkt wann dies passiert sind nicht unbedingt glücklich umgesetzt. Man fühlt sich dann hier schon ein wenig benachteiligt. Neben der fehlenden Quantität der Sportarten der größte Kritikpunkt in meinen Augen. Der Rest der Sportarten weiß zu gefallen, auch aufgrund der fehlenden Thematik der Kollisionsabfrage. Skispringen ist einfach, aber unterhaltsam und erinnert an viele Konkurrenzspiele. Gutes Timing am Brett, ein gelungenes austangieren in der Luft und ein wenig Risiko bei der Landung bringen den Erfolg.

Dennoch ist es eben schade bei einzelnen, eigentlich gut gemachten Sportarten, sich selber immer mit der Technik arrangieren zu müssen. Ist leider kein Kompliment für ein Spiel dieser Art. Hier wäre durchaus mehr möglich gewesen. Der letzte Modus im Spiel ist auch der umfangreichste. Über den Einzelspieler gelangt ihr zu den Herausforderungen, die wie ein Raster aufgebaut sind. In verschiedenen Schwierigkeitsgraden nutzbar, warten hier 50 Stück auf euch. Immer in der Machart eine Herausforderung zu lösen, um dann im Level Baum 2 neue Möglichkeiten zu bekommen und man so immer wieder verzweigen kann. Hier bekommt man alle Sportarten logischerweise mehrmals mit verschiedenen Vorgaben oder Zielen an die Hand und kann durch die Wahlmöglichkeiten auch ein bisschen den Fortschritt beeinflussen. Hätte man nun noch ein wenig mehr Feintuning bei der Kollisionsabfrage investiert, ein paar mehr Sportarten integriert und vor allem einen richtigen Multiplayer angeboten, das Spiel wäre durchaus empfehlenswert gewesen. So ist es irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Für einen Nachfolger gibt es also schon noch etwas zu tun.

Grafik & Sound....

Grafisch macht man zumindest vieles besser, als noch bei Alarm für Cobra 11. Das liegt hier an mehreren Faktoren. Zum einen ist der 3D Effekt in Ordnung und bietet bei den meisten Sportarten einen gelungenen Tiefeneffekt, ohne jetzt aber Aha Effekte zu bieten. Zweiter Punkt ist der Grafikstil, der oft wie bei einem Weichzeichner anmutet. Gibt den Sportarten hier und da durchaus einen recht guten Touch. Auch sind die Backgrounds gelungen, die zusammen mit einer guten Farbpower auch mal etwas fürs Auge sind. Hier werden die Screens dem Spiel eher nicht gerecht. Oft genug ist es ja anders herum. Technisch gibt es dagegen auch mal kleine Macken. Was mir immer wieder aufgefallen ist, betrifft die Kollisionsabfrage. Diese ist manchmal zu extrem und benachteiligt den Spieler gerne mal. Deutlich zu spüren wenn man mal mit dem Speedway Bike einen Gegner oder mal die Bande berührt. Man liegt eigentlich sofort flach, während der Gegner unbehelligt weiter fährt. Das gleiche beim Short Track, das sich ansonsten sehr flüssig spielt. Man muss sich hier immer mal mit diesen negativen Punkten arrangieren. Auch bei der Abfahrt ist das Phänomen mit der zarten Bandenberührung und dem sofortigen Sturz immer mal sichtbar und dann natürlich ärgerlich. Insgesamt ist das Thema Grafik aber schon wesentlich besser als in der Cobra 11 Variante.

Beim Sound gefallen die Effekte recht gut und passen zumindest gut zu den einzelnen Sportarten. Hier bekommt man also nicht nur Standardkost geboten, sondern differenziert die reinen Geräusche auch mal. Die Musik gehört hier zur fröhlichen Variante, die euch überall begleitet. Das ist dann schon eher Standardkost, die aber weder Bäume ausreißt, aber eben glücklicherweise auch nicht nervt.

Multiplayer....

Wie schon weiter oben erwähnt, ist der Mehrspieler so eine Sache. Besonders ärgert hier natürlich dass man zwar auf der Verpackung mit packender 4-Spieler Action wirbt, aber kein Wort über die Hot Seat Umsetzung verliert. Sprich direkt gegeneinander spielen ist hier nicht möglich und man kauft praktisch die Katze im Sack. Bei Echtzeit Spielen aller Arten, wie es ja auch Sportspiele nun mal sind, empfinde ich den Hot Seat Modus als nicht gerade prickelnd. Nimmt dem ganzen schon ein die Dynamik. Mag das bei rundenbasierten Strategietiteln ganz anders aussehen, in einem Sportspiel sollte es zwingend der "normale" Mehrspieler sein, bei dem die Spieler direkt gegeneinander antreten. Positiv das man dabei auch Cups angehen kann und nicht nur simple Einzel Events. Trotzdem bleibt hier für mich ein leicht fader Beigeschmack.

Fazit....

Abschließend kann man Winter Sports 2012 ein ordentliches Zeugnis ausstellen. Nicht mehr und nicht weniger. Nach dem eher mäßigen Alarm für Cobra 11 haben die Entwickler von Independent Arts, hier zumindest ihre Hausaufgaben gemacht. Technisch zwar mit ein paar Macken bei der Kollisionsabfrage, kann die Auswahl der Sportarten punkten. Natürlich wünscht man sich in einem Spiel wie diesem mehr als nur 7 Sportarten. Aber zumindest ist nichts Abgedrehtes dabei und einen gewissen Spaßfaktor bieten alle Sportarten. Mit dem Editor kann man es zumindest ein wenig personalisieren und vor allem die Herausforderungen können punkten. Natürlich wäre ein Karriere Modus noch motivierender, aber mangels Konkurrenz ist der Wintersport Titel aus deutschen Landen in Ordnung. Eine echte Empfehlung ist er aber nicht. Dazu fehlt es dem Titel dann doch am Umfang und einem gewissen Feintuning hier und da. Und über den Hot Seat Modus will ich mich nicht weiter auslassen. Dieser gehört in ein Spiel wie dieses einfach nicht hinein.

 

+ Auswahl der Sportarten
+ Ordentliche Steuerungen
+ Herausforderungsmodus
+ Passende Grafik
+ Ordentlicher 3D Effekt
+ Passender Gamespeed
+ Komplett Deutsch
- Kollisionsabfrage tricky
- MP nur als Hot Seat Variante
- Kein Online Modus
- Umfang müsste größer sein

GRAFIK: 72%

SOUND/EFFEKTE: 67%

MULTIPLAYER: 60%

GESAMTWERTUNG: 64%

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