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3DS WRC FIA World Rally Championchip
 
 
WRC FIA World Rally Championchip - 3DS
Matthias Engert (11.01.2015)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Firebrand
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein/Nein

   
Einleitung....

Bei all den positiven Entwicklungen der letzten Monate auf dem 3DS, gibt es auch Genres, die lange nicht mehr mit Inhalten gefüllt wurden. Eines davon betrifft die Rennspiele, die sich wie auf der Wii U, auch auf dem 3DS mittlerweile etwas rarmachen. Sehr schade wie ich finde, gehören die Racer doch zu den zeitlosesten Spielen auf den Systemen. Man ist also dankbar, wenn sich Firmen dieses Themas annehmen. Fast schon wie Kai aus der Kiste kam auf der letzten Gamescom die Ankündigung zu einem Rally Spiel für den 3DS. Dazu noch mit dem Zusatz, das einzige offiziell lizenzierte Spiel zu sein. Es ist zwar viel zu lange her, das unsereins mal wieder hinter dem Steuer eines Rally Boliden gesessen, die Vorfreude auf anspruchsvolles Rennspiel Vergnügen schmälerte das keineswegs. Dazu ein recht bekannter und erfahrener Entwickler und man durfte gespannt sein, was uns hier erwarten würde. Der folgende Test soll euch wie immer darüber aufklären.

Menus und die Story....

Schön das sich mit Bigben ein bekannter Publisher dem Thema angenommen hat. Nutzen in letzter Zeit wieder gerne diverse Lizenzen, was nie etwas schlechtes ist. Zudem war mit der Firma Firebrand ein mehr als erfahrener Entwickler für den Titel verantwortlich, die schon seit DTM Zeiten auf dem DS für unterhaltsamen Fahrspaß gesorgt haben. Dennoch zeigen sich relativ schnell, die ersten eher negativen Dinge. Ohne auch nur 1 Meter gefahren zu sein, vermisst man doch ein paar Dinge. Zunächst wird euch das Spiel selber komplett in Deutsch präsentiert, wobei sich das Ganze auf wenige Texte beschränkt. Gesichert wird alles auf einem internen Speicherplatz, so dass sich mehrere Spiele also einen Spielstand teilen müssen. Größtes Problem in dieser Hinsicht, dass leider keinerlei Kontaktmöglichkeiten nach außen vorhanden sind. Sprich es gibt weder einen Mehrspieler in irgendeiner Form, noch einen Online-Modus und auch Streetpass ist nicht im Spiel integriert. Eher negativ wenn ein Rennspiel nur für einen Spieler ausgelegt ist. Von daher bleibt also nur ein Einzelspieler, der aufgrund des Rally Themas auch keine Gegnerschaft im direkten Duell zeigt. Leider hat man es auch versäumt eine kleine Story zu integrieren. Auch wenn sich in einem derartigen Racer eine Geschichte zwar eh kaum anbietet, hätte ein bisschen mehr Personalisierung der Inhalte nicht geschadet.

Denn auch die Einbindung des Mii-Charakters als persönliche Note findet man hier nicht vor. So ist der Einstieg in das Spiel und das Drumherum schon etwas kühl gestaltet und man landet ohne einen großartigen Vorspann und ähnliches auf dem Hauptmenu des Spiels. Hier stehen euch 3 verschiedene spielerische Modi zur Verfügung, sowie die Optionen. Dazu kommt eine Anzeige eurer erspielten Punkte, die man im Spiel auf verschiedene Weise nutzen kann. Die Optionen geben euch einen Einblick in die Credtis und die Steuerung, sowie die Möglichkeit ein paar Rahmenbedingungen anzupassen. Neben der Aktivierung des HUD, könnt ihr die Geschwindigkeitsanzeige je nach Vorliebe umstellen und die Kamera auf das Fahrzeug in 3 Stufen fest einstellen. Später ist dies aber auch während des Rennens möglich. An Spielmodi wartet die komplette Saison auf euch, das Schnelle Rennen und die sogenannten Super-Spezial-Stages. Was diese Modi bieten und wohin die Reise in Sachen Spielspaß geht, zeigen wir euch im folgenden Abschnitt.

Technik und Game Play....

Einen Trainingsmodus oder ähnliches gibt es nicht. Egal wo man hier loslegen will, es geht sofort auf die Piste und die Jagd nach der besten Rennzeit. Dabei teilt sich die Action in 2 Bereiche ein. Zum einen das Schnelle Rennen und die Saison, die auf die gleiche Streckenvielfalt zurückgreifen und die gleichen Events bieten. Dazu kommen die Spezial-Stages, die in sich geschlossene Stadionkurse gegen einen anderen Fahrer bieten und stark an das Format der Race of Champions erinnert. Doch um hier und dort überhaupt etwas fahren zu können, muss man fast immer Punkte ausgeben, um die entsprechenden Events auch zu kaufen und damit fahren zu dürfen. Überall gleich ist der Fahrerpool, der sich Dank Lizenz auch auf die aktuellen Teams beschränkt. 18 verschiedene Fahrer, samt ihren bekannten Teams und Fahrzeugen stehen euch zur Verfügung. Bekannteste Vertreter der Szene sind sicherlich Sebastien Ogier, Jari Latvala und nicht zu vergessen der Neueinsteiger Robert Kubica, den viele sicherlich noch aus alten Formel 1 Zeiten her kennen. Leider gibt es aber auch hier ein wenig Kritik. Denn außer dass man die Fahrer in eine 3 Sterne Wertung eingruppiert und ein paar wenige persönliche Infos preisgibt, kommen Freunde der Information hier nicht auf ihre Kosten. Denn es gibt keinerlei Infos zu den Teams oder Fahrzeugen, so dass man sich hier wirklich eher am Namen orientiert. Oder auch nicht…, denn das System der Fahrerwahl ist so gestaltet, dass man euch nur einen Anfänger zur Verfügung stellt. Natürlich stammt dieser aus der 1-Sterne Kategorie und ihr müsst euch jeden weiteren Fahrer erst verdienen. Leider ist das auch die einzige Möglichkeit den Wagen und das Team zu verbessern. Etwas das mich am meisten gestört hat und aus dem Spiel leider keinen Simulationstitel macht. Denn ein Setup oder sonstige Einstellmöglichkeiten gibt es im Spiel leider nicht.

Aber schauen wir uns das System weiter etwas genauer an. Zu Beginn könnt ihr also nur 1 Fahrer wählen und müsst nun durch Erfolge in den Prüfungen Punkte verdienen. Diese öffnen euch nach und nach die weiteren Prüfungen der Weltmeisterschaft und erlauben euch bei entsprechendem Erfolg auch den Kauf eines besseren Fahrers. Vor allem in Sachen Geschwindigkeit wirkt sich das aus. Das Fahrverhalten selber ist bei allen Fahrzeugen relativ gleich. Großer Pluspunkt des Spiels ist der Umfang an Prüfungen, die einen als Spieler erwarten. Immerhin 50 Rennen erwarten euch, die sich auf 13 verschiedene Länder aufteilen und alle Bedingungen bieten, die das Rally Thema hergibt. Egal was den Untergrund, die Wetterbedingungen oder auch die Tageszeit hergeben. Auch hier ist das System ähnlich gestaltet. Bis auf die letzten beiden Prüfungen, warten pro Land 4 Rennen auf euch, die man möglichst gewinnen sollte, um in der Wertung der WM vorne zu bleiben und die sogenannten Rennpunkte zu verdienen. Pro Rennen kann man 25 Punkte maximal holen und 80 muss man nach 4 Rennen zwingend haben, um zum nächsten Land vorrücken zu dürfen. Wer also mittendrin an einer Strecke verzweifelt, muss so lange fahren, bis die 80 Punkte mindestens erreicht sind. Denn frei wählen kann man logischerweise nicht. Alles beginnt bei Tage mit der Monte Carlo Rally, führt euch danach über den gesamten Planeten und endet mit der Wales Rally in Großbritannien. Bis dahin liegen actionreiche Rennen auf euch, die ihren Reiz aus dem Kampf mit der Strecke und dem Zeitgedanken ziehen. Denn wie schon erwähnt befinden wir uns hier im Rally Thema. Bedeutet ihr fahrt die einzelnen Prüfungen von einem Start zu einem Endpunkt nur gegen die Zeit. Einen Gegner zu sehen bekommt man hier nicht.

Über mehrere Minuten gehen die einzelnen Prüfungen und sind durchzogen von 3 Messabschnitten. Am Ende sollte man möglichst weit oben stehen, da man sonst nie die geforderten 80 Mindestpunkte pro Rally erreichen würde. Auch beim Thema Vorbereitung muss man leider Kritik anbringen. Denn in einem Rally Spiel, das den Titel "Offiziell" trägt, erwartet man ein Setup, um das Fahrzeug auf die Strecke ein wenig abstimmen zu können. Auch diesen Punkt sucht man hier vergebens. Das einzige was es in dieser Form hier gibt, ist die Einstellung eines Mechanikers, den man für erfahrenen Rennpunkt bezahlen kann, um Schäden vor dem nächsten Rennen zu reparieren. Denn ein Schadensmodell gibt es kurioserweise dann doch, dass sich auch dahingehend auswirkt, dass das Fahrzeug sein Verhalten ändert und langsamer werden kann, je nachdem wie stark die Beschädigung ist. Doch nun genug der Theorie. Wie steuert sich nun das Ganze? Beginnt man ein Rennen, wechselt sich die Sichtweise auf einen der 3 möglichen Viewpoints. Neben der Motorhauben Perspektive und der Nahkamera, macht die Weite Kamera den besten Eindruck und gibt euch auch die beste Übersicht auf das was vor euch liegt. Gesteuert wird wahlweise mit dem Kreuz oder dem Schiebepad, während Gas und Bremse über die Action oder Schultertasten umgesetzt sind. Eine Handbremse als eigene Funktion gibt es nicht, was ebenfalls nicht für den Simgedanken spricht. Hier bekommt man die Drifts über ein kurzes Antippen der normalen Bremse hin. Zusätzlich hat man per X-Taste die Chance bei einem Fehler das Ganze um ein paar Sekunden "zurück zu spulen".

Das Fahrverhalten ist im Spiel zweigeteilt und lässt sich in 2 Kategorien einteilen. Überall wo es Tag ist und etwas Platz abseits der Strecke, macht die Steuerung und das angedeutete Driften schon Spaß. Wird es aber eng, verwinkelt und es geht nachts zur Sache, legt man gerne mal frustriert eine kleine Pause ein. Denn die Wagen reagieren zwar schon sehr feinfühlig, federn aber etwas zu sehr nach, so dass man beim ordentlichen Gamespeed schnell mal aus der Spur gerät. Ist ja beim Rally Sport nichts ungewöhnliches, erfordert aber durchaus Übung. Unglücklich sind sandige Umgebungen bei Nacht, wo gerne mal der Wagen schlecht zu sehen ist. Eindeutig sagen das man mit Pad oder Kreuz besser fährt kann man nicht. Das ist bei jedem Spieler sicherlich anders. Ich für meinen Teil bin kurioserweise mit beiden Varianten gefahren. Je nach Bedingungen bot sich vom Gefühl her mal das eine oder das andere an. Spricht wieder für das Spiel und zeigt dass man die Steuerung schon ein wenig auf Gefühl getrimmt hat. Schade dass halt die Rahmenbedingungen nicht stimmen und vor allem das fehlende Setup den Simgedanken aus dem Spiel nimmt. Anspruchsvoll ist das Fahren auf jeden Fall, aber mit stark schwankenden Schwierigkeiten, je nach Wetter und Streckenbeschaffenheit. Wem das nicht reicht und es eher etwas verwinkelt und kurzweiliger mag, kann sich die Spezial-Stages anschauen. Allerdings sehr teuer und somit spät verfügbar, kann sich hier in einem Stadionkurs 1-1 gegen einen anderen Fahrer bewähren. Allerdings sieht man auch diesen nur sehr kurz, so dass der typische Renngedanke auch hier nicht aufkommt.

Alles in allem etwas schade, da der Titel zwar Rally Typisch vom Kampf gegen die Zeit lebt, aber beim Drumherum doch viele Punkte liegen lässt. Hier wäre viel mehr Feintuning nötig gewesen um mit den besten mithalten zu können. Wen das nicht so stört bekommt aber zumindest eine gelungene Spielzeit, inklusive durchaus vorhandenen Fahrspaß gegen die Uhr. Mehr aber leider nicht.

Grafik & Sound....

Grafisch ordnet sich der Titel im 3DS Mittelfeld ein, was hier vor allem an der recht sterilen Umgebung liegt. Zwar fängt man die verschiedenen Umgebungen je nach Land recht ordentlich ein, erzeugt aber wenig wirkliche Atmosphäre. Alles Drumherum an den Strecken ist nicht animiert und auch Zuschauer spielen keine Rolle. Das einzige was animiert ist, sind die Untergründe wie aufwirbelnder Staub, Schotter oder Schnee. Das passt und spielt natürlich auch die Hauptrolle. Die Fahrzeug Proportionen sind in Ordnung, auch wenn die Unterschiede wirklich selten zu sehen sind. Egal welches Team man nun nimmt. Wieder so ein Beispiel, wo man sich nicht von den Screens auf der Packungsrückseite täuschen lassen sollte. ;-) Der 3D-Effekt ist ordentlich und erzeugt auch eine gute Tiefenwirkung. Hilfreich ist er aber nicht, so dass man eher mit gebremsten Effekt die meisten Erfolge erzielt. Der Gamespeed ist in Ordnung und auch die Technik passt soweit. Gerade die Kollisionsabfrage betrifft das, so dass man hier auch nicht tricksen kann. Fährt man gegen einen Baum oder streift die Bande, zieht das natürlich einen Unfall oder ein Fahren abseits der Ideallinie nach sich. Da man diese auch eingebaut hat, dient sie als hilfreicher Zusatz, ohne dass man dadurch einen großen Vorteil bekommt. Einzig die Einblendungen über Kurven und Sprünge sind natürlich sehr hilfreich.

Der Sound ist relativ belanglos und auch nur in den Menüs zu hören. Passende Musik ohne dass man da einen Ohrwurm zu hören bekommt. In den Rennen selber gibt es keine Musik, sondern einzig die Fahr- und Motorengeräusche erwarten euch hier. Aber auch hier gewohnte Kost und nichts Herausragendes. Drifts und Ausflüge abseits der Strecke hört man auch, so dass dieser Teil zweckmäßig und passend abgedeckt ist.

Fazit....

Insgesamt hinterlässt der Titel leider einen eher gemischten Eindruck. Ich für meinen Teil habe hier schon mehr erwartet. Speziell wenn es sich um einen offiziellen FIA Lizenztitel handelt. Zwar bekommt man vor allem in Sachen Umfang und Spielzeit einen recht ausladenden Titel, muss für das Rally Thema aber auch gemacht sein. Zudem muss man mit einem seichten Tiefgang beim Drumherum leben. Kein Setup, keine personalisierten Inhalte was Teams und Fahrer angeht, die man selber großartig beeinflussen kann und der eben stetige Kampf gegen die Uhr. Es ist halt Rally Sport, bei dem man visuell nicht gegen andere Fahrer antritt. Hier wären mehr Eingriffsmöglichkeiten des Spielers wünschenswert gewesen. Auch eine Möglichkeit zumindest Online versetzt gegen andere Spieler anzutreten fehlt mir hier sehr. Schade man verschenkt hier viel Potential und lässt den Titel dann doch eher wie einen Arcade Titel wirken, bei dem man die Liebe zum Detail vermisst. Von daher also leider kein erwarteter Rennspielhit, der sich in der Form nur speziell an die Time Trial Freunde richtet, denen Gegner auf der Strecke und Eingriffsmöglichkeiten beim Setup egal sind.

 

+ Strecken Vielfalt
+ Umfang mit 50 Prüfungen
+ Ordentliche Steuerung
+ Komplett Deutsch
- Keinerlei Setup
- Fahren nur gegen die Zeit
- Kein MP oder Online Modus
- Atmosphärisch etwas steril
- Keine personalisierten Inhalte

GRAFIK: 65%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 60%

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