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3DS Tenkai Knights: Brave Battle
 
 
Tenkai Knights: Brave Battle - 3DS
Matthias Engert (05.10.2014)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Delta-Arts
GENRE: Action
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.40 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Die Umsetzung diverser Anime Serien auf den einzelnen Spiele Plattformen ist ja nun alles andere als neu. Viele gibt es mittlerweile und die dann teilweise in zig Versionen. Schon eher die Ausnahme ist das Erscheinen einer neuen Serie. Mit Tenkai Knights erleben wir mal wieder so ein spielerisches Serien Debut, das seinen Ursprung in der gleichnamigen Anime Serie im TV hat. Klar angepeilt wird hier die junge Action Zielgruppe, die dem typischen Superhelden Phänomen verfallen ist. Was im TV erfolgreich ist, lässt sich in aller Regel auch auf die jeweiligen Spiele übertragen. Zumindest dann wenn sie spielerisch nicht völlig am Thema vorbei gehen. Leider gibt es ja auch in dieser Hinsicht mahnende Beispiele, wie man es nicht machen sollte. Von daher haben die Tenkai Knights noch eine weiße Weste und wir können völlig unvoreingenommen an die Sache herangehen. Wie immer steht für den Redakteur auch das Studium des TV-Originals an, so dass wir uns hier im Detail der spielerischen Umsetzung widmen können.

Menus und die Story....

Positiv dass es sich dabei mal wieder um einen Exklusiv Titel für den 3DS handelt. Wie so oft bei diesem Thema steht Bandai Namco als Publisher hinter der Serie. Entwickelt wurde der Titel von der eher unbekannten Software Schmiede Delta-Arts. Was die Rahmenbedingungen angeht, passt vieles in diesem Spiel. Der geneigte Tenkai Knights Fan bekommt in Sachen Texte ein komplett deutsches Spiel, während die Sprachausgabe in Englisch gehalten ist. Man spendiert dem Spieler einen Mehrspieler für bis zu 4 Knights Verrückte, der auch einen 2Player Co-op bietet. Ansonsten verzichtet man auf Kontaktfeature nach außen. Hier nutzt man die Möglichkeiten des 3DS leider nicht. Es gibt so weder einen Online Modus, noch die Möglichkeit Streetpass oder Spotpass zu nutzen. In Sachen Story hält man sich an die Geschehnisse und Verhältnisse der TV-Serie. Ihr als Spieler übernehmt hier die Rolle der 4 Kids, die sich in ihrem "zweiten Leben" in die Tenkai Knights verwandeln können. So ein bisschen erinnert das Thema also schon an die Power Rangers. In dem 2D-Roboter-Kampf-Spiel schlüpfen die jungen Spieler in die Rolle eines der vier Tenkai Knights Helden, um den bösartigen Vilius und seine Arme von Roboter-Formwandlern davon abzuhalten, die Planeten Erde und Quarton zu zerstören. Um noch besser zu kämpfen, können die Knights die Robofusion nutzen. Dieses höhere Level beim Formwandeln tritt nur auf, wenn sich die Tenkai-Energie im Gleichklang befindet. Nur dann lässt sich eine Roboter-Form erschaffen, die größer und mächtiger als die jede einzelne Roboter-Einheit ist.

Soweit der storytechnische Hintergrund des Spiels. Startet ihr das Spiel, erwartet euch eine sehr typische und actionlastige Heldenmusik. Danach landet ihr auf dem Speichermenü, über das ihr 3 separat nutzbare Spielstände anlegen könnt. Wer also mehrere Spösslinge in der Familie hat, kann hier jeden mit seinem eigenen Savegame spielen lassen. Danach folgt das eigentliche Hauptmenu, das euch 4 Menüpunkte anbietet. Neben dem Punkt Mission, der den Story-Modus abdeckt, wartet der Versus-Modus, der Punkt Anpassen und die Optionen. Letztgenannter Punkt bietet euch die Soundeinstellungen, die Wahl der Schwierigkeit, sowie ein Passwort Menü, mit dem ihr unter versteckte Inhalte freischalten könnt. Positiv ist die Möglichkeit die Tasten frei zu belegen, um die Steuerung zu personalisieren. Der Punkt Anpassen bietet im Verlauf die Möglichkeit die verschiedenen Ritter Charaktere zu verbessern. Etwas das natürlich bei der jungen männlichen Zielgruppe immer gut ankommt. Aber dazu muss man spielerisch erst einmal ein bisschen was erreichen. Also kümmern wir uns zunächst darum und schauen uns den Mission-Modus mal etwas genauer an.

Technik und Game Play....

Sobald ihr den Mission Modus startet, kann man auch hier wählen, ob man allein oder mit einem Freund spielen will. Denn wie schon erwähnt gibt es für die Story einen Co-op, so dass man diese Action auch zusammen spielen kann. Schade dass man dazu zwingend 1 Modul pro Spieler benötigt. Allein spielt das natürlich erst einmal keine Rolle. Danach erwartet euch ein weiteres Auswahlmenü, auf dem ihr wahlweise die Haupt- oder auch Nebenmissionen spielen könnt. Knapp 20 davon sind im Spiel enthalten, wobei man die Nebenmissionen erst freispielen muss. Kümmern wir uns zunächst um die Hauptmissionen, die man schön nacheinander spielen darf. Wie bei allen Missionen im Spiel kann man diese natürlich jederzeit erneut angehen. Hintergrund ist hier mal keine Wertung, sondern ein enthaltenes Material Feature. Hier kommt dann wieder der Punkt Anpassen vom Hauptmenu zu seinem Recht. Denn über gelöste Missionen erspielt ihr Materialien, die man später als "Bezahlung" für neue Teile ausgeben und so die Knights spürbar verbessern kann. Der grundlegende Spielaufbau in diesem Spiel ist immer in 2 Bereiche eingeteilt. Bevor es jeweils in einer Mission zur Sache geht, erwartet euch ein Sequenzen Fenster, in dem ihr die teils etwas langatmigen Gespräche der Kids erlebt. Wenig animiert, fehlt diesem Teil schon ein wenig der Pep und man liest ein wenig gelangweilt die vielen Dialoge. Zwingend notwendig um im Spiel zu bestehen, sind diese aber nicht, so dass auch ganz junge Gamer im Spiel das Ende erreichen können. Zudem sind die einzelnen Missionen auch in sich abgeschlossen und man nimmt außer den selber eingestellten Verbesserungen nichts in die nächste Mission mit. Dabei werden die verschiedenen Fähigkeiten der Knights in regelmäßigen Abständen in speziellen Missionen vorgestellt, die dann eher einen Tutorial Charakter haben.

Aber bis dahin lernt man das Grund Gameplay erst einmal kennen. Sobald die Jungs ihre Gespräche beendet haben, wird euch zur kommenden Mission ein Briefing angezeigt, auf dem euch die Ziele dargestellt werden. Wie es sich für ein Spiel dieser Art gehört, ist das Vernichten diverser Gegner der meistgenutzte Inhalt. Aber auch das Sammeln bestimmter Materialien, oder das Überleben für eine gewisse Zeit gehören hier dazu. Jetzt folgt die Charakterwahl, die euch in den meisten Missionen die Wahl des Knights überlässt. Nur in ausgewählten Missionen wird euch der Charakter fest vorgegeben. Das Charaktermenü dient auch dazu die jeweiligen Stats des Helden einzusehen und über ein entsprechendes Menu zu ändern. Je nachdem was ihr mit erspielten Materialien im Modus Anpassen freigeschaltet habt. Immerhin knapp 100 Teile in 3 Kategorien warten auf euch, die für Angriff, Verteidigung und Schnelligkeit spürbare Verbesserungen bieten. Spätestens ab Mission 10 schaut man dann doch mal dort hinein. Denn dann wird das Spiel selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad teils unfair schwer. Habt ihr hier soweit alles eingestellt, geht es hinaus in die spielerische Action der Tenkai Knights. Was den Spieler hier erwartet ist ausnahmslos 2D Plattform Action, bei der ihr euch nur seitlich und in die Höhe bewegen könnt. 3D im spielerischen Sinne oder das Agieren in die Tiefe des Bildschirms ist hier kein Thema. Das Ziel im Spiel ist es nun per Haudrauf-Action Gegner zu zerbröseln, die nach ihrem Ableben die Materialien liegen lassen. Dabei erinnern die Stages nun an altes Mario Bros. Gameplay. In Sachen Umfang über mehrere Bildschirme groß, warten verschiedenen Plattformen in der Höhe, die man per Sprungtaste mittels B erreichen kann. Zusätzlich bietet das Spielsystem einen sogenannten Boost, der per erneuten drücken der B-Taste aktiviert wird.

Allerdings kann man diesen nicht ewig nutzen, da der Einsatz und die Dauer über eine Balkenanzeige limitiert sind. Diese füllt sich aber sofort wieder auf, sobald man den Boden erreicht. Da die Action im Vordergrund steht verwundert es nicht dass die anderen 3 Action Tasten Attacken abdecken. Von leicht bis schwer in der Wirkung, kann man sich so der Gegnerschaft erwehren. Dabei kann man nun ein Level an sich nicht feindfrei machen. Hat man 2 Gegner auf der untersten Ebene erledigt, werden diese kurz darauf wieder neu vom Spiel generiert. Das Ende erlebt man hier über einen Gegner Counter, da euch die Anzahl der zu erledigenden Feinde vorgegeben wird. Blocken kann man selber auch, was hier über die Schultertasten abgedeckt wird. Mehr ist es hier zunächst eigentlich nicht und speziell die ersten Missionen spielen sich äußerst eintönig. Man weicht Gegnern aus, haut sie um und erfüllt seine Ziele. Im Großen und Ganzen bleibt das zwar das gesamte Spiel über, bekommt aber im Verlauf zumindest etwas Abwechslung und vor allem Anspruch. Wobei eben wie schon erwähnt ab Mission 10 und den nun auch enthaltenen Boss und Zwischengegnerkämpfen für einige Neueinstiege sorgen. Fast schon etwas unfair ist die Wirkung der Gegner, so dass man gezwungen ist, die eigenen Knights zu verbessern. Positiv das man über den Touch Screen immer eine Komplettkarte der Stage vor Augen hat und weiß wo die Burschen auf euch warten. Dabei gibt es im Spiel keine Hilfen wie Tränke oder ähnliche heilende Items. Ist die Leiste leer war's das und man darf die Mission erneut angehen.

Zeigt aber auch dass sich hier eben gerade ältere Spieler keine Gedanken machen müssen. Für die ist das Spielsystem zu einfach und der Tiefgang zu dünn. Auch ist die fehlende Stage Abwechslung, samt dem immer wieder kehrenden Spielsystem ein Grund dafür. Anders sieht das wie gesagt bei den jungen Cracks aus. Diese werden durchaus gefordert und erfreuen sich auf jeden Fall an dem Upgrade System im Spiel, ohne das der Titel auch für die diese Zielgruppe nicht sonderlich empfehlenswert wäre. Denn nur der Mission Modus allein wäre so in 4-5 Stunden erledigt. So wertet man mit dem Anpassen System auch die anderen Modi auf, die man im Falle der Versus Varianten auch allein spielen kann. Die Nebenmissionen eignen sich hervorragend um Materialien zu erspielen, so dass man mit der Zeit eine gewisse Motivation beim jungen Gamer erzielt, wirklich möglichst alle Teile freizuschalten.

Grafik & Sound....

Grafisch ist das Spiel kein wirklicher Burner auf dem 3DS und bietet eigentlich in allen Bereichen nur Durchschnittskost. Das beginnt beim mageren 3D-Effekt, da auch daran krankt, dass eben die Stages nur als 2D Plattformer umgesetzt sind. Da ist die Möglichkeit des Tiefeneffekts schon von Haus aus etwas reglementiert. Aber auch sonst will hier kein so richtiger Kick aufkommen. Die Sequenzen kommen nur in leicht animierten Gesprächen daher, die Stages sind thematisch relativ eintönig und auch die eigentlichen Helden sind nicht so richtig passend in Szene gesetzt. Man hätte sie durchaus größer machen können, um einfach mehr Details zu sehen. Zwar zoomt das System ab und an mal nah an die Helden heran, die eigentlich markanten Unterschiede der Knights kommen dennoch zu wenig zur Geltung. Technisch soweit in Ordnung platziert sich dieser Bereich klar im Mittelfeld auf dem 3DS.

Der Sound und die Musik sind passend, auch wenn die Effekte viel mehr Pep vertragen könnten. Wenn schon Ritter, dann dürfen auch gerne die entsprechenden Geräusche mit dabei sein. Hier hört man nicht unbedingt das was man sieht und nimmt der Action ein bisschen Atmosphäre. Die Musiken sind durchaus verschiedenen und reichen von den Gitarrenlastigen Klängen, bis hin zu sehr ruhigen Stücken in den eh schon etwas langatmigen Sequenzen.

Multiplayer....

Auf längere Sicht ist der Mehrspieler durchaus ein positiver Teil des Spiels. Wäre da nicht der Zwang, dass jeder Spieler eine Cartridge haben muss. Eine billige Singlecard Variante hätte diesen Teil durchaus noch etwas aufgewertet. Denn neben der Möglichkeit eines Co-op Modus für die Story, gefällt der Mehrspieler im Versus Modus recht gut. Hier kann man bis zu 4 Spieler verbinden, die vor allem im Rumble Modus ihren Spaß haben werden. Denn neben dem typischen 1-1 Kampf, stehen im Rumble Modus 4 Kämpfer in der Arena. Gespielt wird auch hier in den Plattform Stages des Story Modus, nur das die Gegner die menschlichen Mitspieler sind. Jeder gegen Jeden, gilt es hier als letzter noch Energie in der Leiste zu haben. Wer ablebt, bleibt in der Stage aber sichtbar liegen. Selbst allein gegen 3 CPU Dödel kann man diesen Modus spielen. Mit nur 1 Cartridge wäre das Ganze aber um einiges empfehlenswerter. Schade denn technisch wäre das eigentlich für den 3DS überhaupt kein Problem. Auch das man keinerlei Belohnung für einen Sieg erhält, schmälert die Euphorie hier etwas. Auch ein Ranking System gibt es hier nicht.

Fazit....

Alles in allem ist das Tenkai Knights Debut für die angepeilte Zielgruppe ordentlich geworden. Und nur die sollte sich hier auch angesprochen fühlen. Ältere Spieler mit einem Hang zu motivierender Action, samt einem Upgrade System werden hier nicht fündig. Dazu ist das komplette Spielsystem zu einfach gehalten und der Tiefgang nicht sonderlich hoch. Erst die jungen männlichen Tenkai Knights Cracks werden mit dem Spiel ihren Spaß haben. Die bekommen durch die enthaltenen Charaktere und die Möglichkeit diese mit knapp 100 Teilen zu verbessern, genau das was unterhält. Haudrauf Action der einfachen Art nach dem Gesetz des Stärkeren. Schade das man manchen wirklich positiven Fakt, wie den Rumble Modus, durch fehlende Features und störende Kleinigkeiten den Kick nimmt. Potential hat das Spielsystem allemal und ich bin mir sicher, der letzte Titel seiner Art ist Brave Battle nicht.

 

+ Lizenzierte Serien Inhalte
+ Geeignet für TK Fans
+ Viele Charaktere umgesetzt
+ Teile/Upgrade Feature
+ Hauptspiel als Co-op
+ Komplett Deutsch
- Wenig spiel. Tiefgang
- Nichts für ältere Gamer
- Kaum Stage Abwechslung
- Kein Singlecard MP
- Langatmige Story-Sequenzen

GRAFIK: 63%

SOUND/EFFEKTE: 62%

MULTIPLAYER: 62%

GESAMTWERTUNG: 60%

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