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3DS Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch
 
 
Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch - 3DS
Matthias Engert (02.09.2012)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Tecmo Koei
GENRE: Survival-Horror
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-7
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK16
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.30 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Es gibt ja viele Gründe, warum wir uns immer wieder als eingefleischte Nintendo Jünger outen. Einer davon ist für mich persönlich immer wieder die Experimentier- und Innovationsfreude. Egal ob das eigene Titel Nintendos betrifft oder Spiele, die aus fremden Entwicklerstudios kommen. Man mag an anderen Stellen auch viel Kritik an Nintendos Firmenpolitik anbringen können, bei diesem Thema ist sich das Schwergewicht der Branche aus Kyoto immer treu geblieben. Denn gerade Spiele abseits des sogenannten "Mainstreams" machen manchmal den Unterschied aus. Klar geht auch gerne da mal etwas in die Hosen. Aber man versucht es wenigstens. Spirit Camera für den 3DS ist punktgenau ein solcher Titel, über den wir uns hier unterhalten wollen. Ich will noch gar nicht auf den spielerischen Aspekt und reinen Inhalt eingehen. Aber allein für die Spielidee, das Thema AR (Augmented-Reality) hier in den absoluten Vordergrund zu stellen, muss man den Entwicklern ein großes Lob aussprechen. Viele kennen die mitgelieferten AR-Karten des eigenen 3DS und man fragte sich, was man hier eigentlich noch mehr machen kann, als nur ein paar Nintendo Helden vor der eigenen realen Umgebung zum Leben zu erwecken. Lange hat es gedauert, aber Spirit Camera zeigt die Möglichkeiten klar auf und erweitert das an sich starre Gameplay Korsett um eine sehr interessante Facette. Worum es geht und was natürlich rein spielerisch drin steckt, soll euch der folgende Test verraten.

Menus und die Story....

Und wie schon erwähnt, selbst wenn es sich nicht direkt um einen Nintendo Inhouse Titel handelt, fremde Entwicklungen werden ja glücklicherweise tatkräftig unterstützt. Verantwortlich für Spirit Camera auf dem 3DS war die ebenfalls bekannte Softwareschmiede Tecmo Koei Games, die uns ja auch schon reichlich Titel seit einer gefühlten Ewigkeit beschweren. Auch für sie war die Umsetzung des AR-Themas sicherlich interessantes Neuland. Das Drumherum ist dagegen gar nicht so neu. Denn Survival-Horror, dass ohne Knarre oder Messer funktioniert, gibt es aus dem gleichen Hause schon länger. Nicht umsonst dürfen Freunde dieses Genres auch auf der Wii zuschlagen. Denn zeitgleich mit dem etwas anderen 3DS Ableger, erblickte Project Zero 2: Wii Edition das Licht der Welt. Parallelen gibt es genug, auch wenn das Gruselfeeling auf der Wii ein ganz anderes ist. Daher empfinde ich das USK16 Rating hier im Vergleich mit Project Zero 2 als übertrieben. Nicht weiter überraschend, das technisch hier eigentlich alles passt. Ihr bekommt ein komplett deutsches Spiel, das auch durch einen sehr gelungenen Virtual Surround Sound glänzt. Für einen Spieler gemacht, sind die komplett fehlenden Kontaktmöglichkeiten nach Außen kein Kritikpunkt. Bietet sich hier auch kaum an, auch wenn man sich mit viel Phantasie Verbindungsmöglichkeiten zum Wii Titel vorstellen könnte. In Sachen Story bringt euch Spirit Camera ist das Survival-Horror Genre, dass sich nur wenig von Titeln wie Silent Hill oder Resident Evil unterscheidet. Nur das dort Waffen die Hauptrolle spielen, um Gegner aller Art umzulegen. Hier spielt die sogenannte Camera Obscura die Hauptrolle, ein mysteriöser Fotoapparat, mit dem es möglich ist Geister sichtbar zu machen und zu bekämpfen. In Spirit Camera findet der Spieler zufällig ein mysteriöses und verfluchtes Tagebuch, dessen Seiten zunächst nach nichts aussehen, aber durch die Camera Obscura zum Leben erweckt werden. Oder besser gesagt was darin haust. ;-)

Dieses Tagebuch ist auch real und wird mit dem Spiel mitgeliefert, dabei über den 3DS und eben die AR-Technologie zum Leben erweckt. Kaum einmal darin eingetaucht, macht der Spieler Bekanntschaft mit einem Mädchen namens Maya. Sie ist in diesem Buch gefangen und berichtet dem Spieler in eurer Person von unglaublichen Ereignissen in einer Spuk-Villa. Denn darin spielt ihr und versucht den Fluch aufzuheben, die Geheimnisse der Villa und der darin noch reichlich verborgenen Charaktere zu lösen. Gut gemacht und recht passend für die spielerische Umsetzung auf dem 3DS. Ansonsten stimmt euch das Spiel so ein, wie man das durchaus erwarten kann. Kleine mystische Jingles, wie sie typisch für das Horror Genre sind. Nach dem ersten Hinweis, man möge doch viel Platz um sich herum haben, wartet der Title Screen ebenfalls mit einem stimmigen Sound auf euch. Das eigentliche Hauptmenu ist überraschend auslandend und bietet mehr als nur einen Story-Modus. Neben der Hauptgeschichte hinter dem Menüpunkt "Project Zero - Das violette Tagebuch", warten zwei weitere spielbare Modi mit der "Geisterkamera" und den "Besessenen Seiten" auf euch. Beide stelle ich euch im Gameplay Abschnitt noch genauer vor. Dazu kommt der AR-Test, über den ihr eure aktuellen Lichtverhältnisse ausprobieren könnt, indem man das beigelegte Buch versucht über die Linse "einzufangen". Letzter Punkt sind die Optionen, in denen ihr zum einen die Soundeinstellungen und Untertitel anpassen, aber auch den Gyro-Sensor kalibrieren könnt. Denn logischerweise spielt dieser eine große Rolle. Das war es dann hier auch soweit und ich will euch über die Hauptgeschichte, den ungewöhnlichen spielerischen Teil mal genauer vorstellen.

Technik und Game Play....

Sobald ihr den Story-Modus beginnt, bekommt ihr eine weitere Abfrage. Schade dass man hier nur einen Spielstand anlegen kann. Man kann ein Neues Spiel beginnen, ein gespeichertes Fortsetzen, oder eine Kapitelauswahl nutzen. Wer also eines der Kapitel im Spiel besonders spannend empfand, hat hier die Möglichkeit dieses noch einmal zu spielen. Hält sich aber in Grenzen, auch weil es leider keinen Grund oder eine Art der Belohnung gibt, bereits gespielte Abschnitte noch einmal zu wiederholen. So wagen wir uns in ein Neues Spiel und erleben die Anfänge der Geschichte, in der ihr das mysteriöse Tagebuch findet und plötzlich mit eurer Camera Obscura zum Leben erweckt. 2 Dinge muss man dem Ganzen aber voranstellen, die unweigerlich auch einen kleinen Nachteil mit sich bringen. Denn um ordentlich spielen zu können, muss zumindest das Begleitbuch ausreichend beleuchtet werden. Hier fix mal unter Decke ein bisschen Horror Feeling zu erleben, klappt nur bedingt, oder nur wenn ihr irgendeine Lichtquelle zur Verfügung habt. Denn alles im Spiel steht und fällt mit dem Tagebuch, das hier ja als Begleitheft mitgeliefert wird. Die insgesamt 16 Seiten dieses Buches bieten die Orte und Momente, die man sich über das AR-Feature auf seinen 3DS holen kann. Ganz einfaches Beispiel ist eine Seite mit einer Örtlichkeit, die dort künstlerisch dargestellt wird. Nimmt man diese Seite mit der Außenkamera im richtigen Abstand ins "Visier", so erscheint eine Kreisanzeige, die bei einer kompletten Überdeckung ein Ereignis auslöst und euch in diesem Fall in das Innere der Villa zieht. Ist aber nur ein kleines Beispiel von mehreren Varianten.

Problem ist halt, dass man nie so richtig im Dunkeln spielen kann, was man bei einem Horror Titel ja vielleicht möchte. Es sei denn ihr bekommt die Lichtquelle so hin, dass wirklich nur das Buch beleuchtet wird. Auch das hat dann wiederum was. Muss man wirklich austesten. Bei vollem Tageslicht zu spielen ist dann eben der negativste Fall, da man so sehr viel Atmosphäre verliert. Wäre fast so, als wenn man einen Resident Evil Titel bei Sonnenschein auf der Terrasse spielt. Was man als Spieler sehr schnell erlebt, sind die immer wiederkehrenden Treffen mit der mysteriösen Heldin im Spiel - Maya. Dabei bekommt man ein zweites ganz wichtiges Feature zu sehen. Nämlich die Einbettung der AR-Elemente in eurer realen Umgebung. Nur das hier nun noch der Gyro-Sensor dazu kommt. Ihr schaut über die Kamera auf eine Buchseite, die Überdeckung wird angezeigt und plötzlich ruft man nach euch. Jetzt gilt es Maya als Beispiel zu suchen, die z.B. genau hinter euch stehen könnt. Bedeutet dass ihr euch als Spielerperson komplett mit dem 3DS drehen müsst. Bequem im Sitzen spielen, könnt ihr also gleich vergessen. ;-) Habt ihr Maya gefunden wird sie praktisch vor dem realen Hintergrund projiziert und unterhält sich mit euch. Sieht cool aus und zeigt hier schon im Ansatz was die AR-Technologie bringen kann. Spielerisch beginnt sie euch nun langsam in die Geheimnisse der Villa einzuführen. Dabei erzählt sie euch Geschichten von anderen Personen, die ebenfalls in der Villa schlummern und von euch gefunden werden wollen und sollen.

Maya schlägt euch dabei immer wieder vor, eine bestimmte Seite im Buch über die Camera Obscura anzuschauen und voila, plötzlich taucht wieder ein Charakter auf. Passend für das Genre sind dies Personen ohne Gesicht, die ihre Wirkung als kleiner Schocker durchaus zeigen. Grundlegend ist das Spiel so in 3 Bereiche eingeteilt. Zum einen die Gespräche mit Maya, das Erkunden der Villa und vor allem das Thema Kämpfen, so dass ihr versuchen könnt den Fluch auf diesen Personen zu bannen. Je weiter man kommt, umso mehr rückt die entscheidende Person auf der "bösen" Seite in den Vordergrund. Mit der Zeit erhält der Spieler dann auch eine zweite Linse für die Camera Obscura. Spielerisch ändert sich für euch nichts, nur dass man zwischen den Linsen durchschalten kann. Die eine ist eher zum Entdecken, die andere um zu kämpfen. Spannend und wirklich toll gemacht sind die richtigen Entdeckertouren in der Villa. Dann wechselt das Spielgeschehen direkt dort hinein, ohne das im Hintergrund eure reale Umgebung eine Rolle spielt. Sprich es spielt sich wie ein eigenständiges Spiel. Immer mit dem Kick des Sensors, so dass ihr euch auch dorthin drehen müsst, wo ihr hinwollt. Dank des gelungenen Raumklangs und den bei Drehungen plötzlich auftauchenden Gegnern samt umfallender Gegenstände, erzeugt das schon ein gelungenes Feeling. Gänsehaut Momente erlebt man schon, auch wenn man das anfangs gar nicht denkt. Kommt es dann zu einem Kampf, muss eine Mischung aus Geschick und Timing funktionieren. Die bösen Geister, wie ihr auch, besitzen eine Lebensleiste. Diese gilt es zu leeren. Visiert man mit der violetten Linse Geister an, erscheint eine aus mehreren Punkten bestehende Kreisanzeige. Damit sollte man direkt den Geist im Fokus haben. Je länger ohne Pause, umso schneller füllen sich die Punkte in der Kreisanzeige.

Im Idealfall sind alle gefüllt und der Geist greift euch an. Dann nämlich gibt es für einen kurzen Moment einen roten Effekt in der Kreisanzeige. Benutzt man in genau diesem Moment die Kamera, zieht man dem Geist maximal Energie ab. Nach Treffern verschwinden die Geister oft um euch herum und ihr müsst sie erst wieder suchen. Kleine Pfeilanzeigen weisen euch den Weg und ihr müsst auch hier wieder mit dem Gyro-Sensor aktiv arbeiten, sprich euch wieder selber bewegen oder nach oben und unten schauen. Funktioniert tadellos und gibt dem Spiel eine actionreiche Note. Eine Aufgabe erledigt, erwartet euch danach fast immer Maya, die eure Fortschritte ständig kommentiert und versucht mit euch zusammen das Rätsel zu lösen. Sie schickt euch danach wieder auf eine andere Seite, oder aber lässt euch kleine Rätsel lösen, welche Seite überhaupt gemeint ist. Ein bisschen was zum Nachdenken gibt es also auch. Genau diese Mischung macht also den Reiz des Spiels aus und macht auch Spaß. Es ist einfach mal was völlig anderes mit dem Inhalt eines Spiels zu interagieren, auch wenn wie schon erwähnt die Atmosphäre der Umgebung stimmen sollte. Bleibe dabei dass speziell beim Tageslicht, der anfängliche Aha-Effekt recht schnell verfliegen kann. Dabei ist der Titel bis auf die roten Effekte in der Linse eigentlich kaum Blutig. Von daher könnte man über das 16er Rating durchaus streiten. Ein 12er Rating hätte aufgrund der schon enthaltenen "Schockmomente" gereicht. Alpträume wird man davon nicht bekommen. Es sei denn ihr spielt wirklich unter der Decke, bei lautem Gewitter und wohnt in einer alten baufälligen Villa, in der es ständig knarzt und rumort. ;-)) Gespeichert wird im Spiel dabei immer zwischen den einzelnen Geschehnissen, die zumeist durch Maya unterbrochen werden.

Leider bietet aber das Spiel auch eine ganz entscheidende Schwäche, die den Titel trotz innovativen und ungewöhnlichen Inhalts nicht über das Mittelmaß herauskommen lässt. Er ist in Sachen Geschichte einfach sehr kurz. Knappe 4 Stunden reichen hier vollkommen aus, um das Ende zu sehen und wer hinter all dem steckt. Wenn euch hier was aufhält, ist das Ausleuchtungsproblem des Buches selber. Wer hier keine Probleme hat, erlebt leider ein nicht allzu langes Spielvergnügen. Das ist sehr schade, da man schon zeigt, was und wie man eine solche Idee umsetzen kann. Aber ein Freifahrtschein in Sachen Bewertung ist das in meinen Augen aber nicht. Hier hätten sich die Entwickler schon noch etwas ins Zeug legen können. Ist man dennoch fasziniert vom Spielsystem, gibt es glücklicherweise 2 weitere Modi, die für Fans des Spielprinzips als durchaus unterhaltsame Alternativen durchgehen. Erster Modus ist die Variante "Geisterkamera". In diesem Modus kommen die Sammler unter euch zu ihrem Recht, die auch noch etwas tiefergehende Informationen zu den Geistern des Spiels haben wollen. Auch wenn es recht oberflächlich daherkommt. Hier habt ihr 3 Linsen zur Auswahl und könnt ebenso viele Modi versuchen.

Die Variante Geisterfotografie dient eigentlich nur dazu um Fotos eurer Umgebung zu machen. Das Spiel ergänzt das Foto dann um diverse Geister und Objekte. Nicht so spannend. Die Variante Geisteranalyse ist ebenfalls mehr ein kleiner Spaßmodus. Hier könnt ihr neben euch selbst, auch andere Menschen in eurer Umgebung fotografieren. Einmal gebannt, werden euch danach Eingruppierungen der jeweiligen Person angezeigt. Dazu wird das Foto verfremdet und sieht ein wenig aus, als hätte man ein paar Filter eines Grafikprogramms drüber laufen gelassen hat. Letzte Variante ist der Exorzismus, der noch am unterhaltsamsten hier daher kommt. Auch damit könnt ihr lebende Personen in eurer Umgebung fotografieren. Danach macht das Spiel einen Geist daraus, wo man ähnlich wie in Face Raiders das Gesicht 1-1 in einen Geist einbettet. Sieht ganz lustig aus und als Zugabe darf man den Geist dann auch bekämpfen und bannen. Der dritte Spielmodus über das Hauptmenu sind die "Besessenen Seiten". Hier warten 4 verschiedene Aufgaben in je 5 Schwierigkeitsgraden darauf, von euch gelöst zu werden. Grundlage bilden hier Rätsel aus dem Hauptspiel. Immer schön einen Grad nach dem anderen muss man lösen, um auf die höheren Varianten zu gelangen. Dabei wartet hier z.B. der Fluch der Puppen auf euch. So gilt es eine Seite des Tagebuchs mit der Camera Obscura anzuvisieren, um die Puppen lebendig werden zu lassen. Diese zeigen euch eine Variante, die es danach nach Zeit mit dem realen Hintergrund zu finden und zu fotografieren gilt. Dabei sitzt euch hier auch die Zeit im Nacken. Für Zwischendurch ganz gelungen und auch ideal um fremden das Spielprinzip schnell mal vorzuführen. Wobei es dazu aber auch die Kapitelwahl gibt.

Grafik & Sound....

Grafisch zieht der Titel seinen Reiz aus 2 Bereichen. Zum einen empfinde ich die reine Umgebungsgrafik in der Villa selber als durchaus gelungen und zum anderen sind die AR-Effekte natürlich ein echter Hingucker. Spielt man direkt in der Villa, erscheinen die Gänge und Zimmer relativ klar und auch detailliert und bieten durch die immer wieder erscheinenden Geister auch das gewisse lebendige Etwas. Kämpft man gegen die Geister, unterhält sich mit Maya, oder aber es gilt die kleinen Rätsel mit dem Tagebuch zu lösen, so gefällt auch dieser Effekt. Wer also bisher schon von der Lebendigkeit der mitgelieferten AR-Karten seines 3DS begeistert war, oder gerne die Kid Icarus Recken gegeneinander kämpfen ließ, dem wird der Effekt hier zusammen mit dem Gyro-Feature gefallen. Nichts was einen jetzt rein von der Grafik her umhaut, aber dafür insgesamt atmosphärisch punktet. Technisch gibt es nur dann Schwierigkeiten, wenn eure Tagebuch Beleuchtung nicht ideal ist. Einmal aus dem Fokus wird das Spiel dann aber angehalten oder pausiert, so dass man hier nicht benachteiligt wird.

Auch der Sound gefällt und kommt natürlich mit einer mystischen und oft sehr ruhigen Musik daher. Somit sehr passend gemacht, wird dies dann zu bestimmten Momenten auch durch dynamische Stücke unterbrochen. Stichwort Geister-Kämpfe, die dann auch von der Action her alles andere als ruhig von statten gehen. Hier haben es die Entwickler gut getroffen. Die Sprachausgabe in den richtigen Momenten rundet den guten Eindruck dieses Teils ab.

Fazit....

Die Bewertung für Spirit Camera ist eine nicht ganz einfache Sache. Den Titel als reines Experiment abzutun halte ich genauso für falsch, wie dem Titel die Komplexität vergleichbarer Spiele zuzusprechen. Man sollte sich hier eher in der Mitte ansiedeln. Grund ist vor allem die Spielzeit für die Story, die mit 4 Stunden nicht gerade sehr hoch ist. Das macht dann auch das innovative und konsequent umgesetzte AR-Feature nicht wett. Auch mit den beiden Zusatzmodi reicht es daher in meinen Augen nicht, den Titel nun in die Oberklasse der 3DS Titel zu heben. Dazu fehlt dann eben einfach der Umfang. Was der Titel aber zweifelsohne zeigt, dass man mit der AR-Technik eine ganze Menge Ideen in einem Spiel unterbringen kann. Hier in Verbindung mit der Hintergrundgeschichte, dem Gameplay und dem Gyro-Sensor auf eine unterhaltsame Weise. Wem das gefällt, der darf gerne zuschlagen. Wer aber auf eine lange und intensive Spielzeit hofft, sollte sich den Kauf aber überlegen. Denn ich hoffe schon, dass es nicht der letzte Titel dieser Art ist.

 

+ Tolle AR-Feature Umsetzung
+ Spielerisch gelungenes Neuland
+ Atmosphärisch gelungen
+ Zusatzmodi für AR-Fans
+ Grafisch interessante Effekte
+ Komplett Deutsch
- Kurze Spielzeit Story-Modus
- Buch Beleuchtung muss stimmen

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 74%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 68%

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