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3DS Shin Megami Tensei IV
 
 
Shin Megami Tensei IV - 3DS
Matthias Engert (13.10.2015)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Atlus
GENRE: Rollenspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Englisch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-10+++
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Gering
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK12
TERMIN: Erhältlich (eShop)
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Ja (DLC)

   
Einleitung....

Im Moment ist ja wirklich der Wurm drin. Und das meine ich mal mit Abstand im positiven Sinne. Denn jedes Mal wenn ich denke, jetzt komme ich dann endlich mal zu mehreren Spielen gleichzeitig, versaut mir ein Spiel wieder alle Pläne. ;-)) Wie gesagt, alles positiv gemeint. Denn erst vor kurzem sorgte Etrian Mystery Dungeon für solche Momente und nun sollte sich gleich das nächste Kaliber einreihen. Fast sogar noch einen Tick schlimmer, wie die letzten beiden Wochen zeigten. Was mir persönlich Kopfzerbrechen bereitet, was das Zeitmanagement angeht, dürften 3DS RPG Fans nur allzu gerne hören. Denn neben den vielen gelungenen und fast schon Must Have Spielen im Bereich der 3DS Rollenspiele, schlummert im eShop noch so ein Kaliber - Shin Megami Tensei IV. Eingeweihten ist die Serie durchaus bekannt, im Falle der Version IV muss man aber schon die Tiefen des eShop durchwühlen, um diesen Titel zu finden und zu spielen. Denn im Handel gibt es das Spiel nicht, sondern nur als Download Version. Schlimm genug wie ich finde, muss der Titel aber unbedingt vorgestellt werden. Denn er bietet für Rollenspielfans derart viel und kommt zudem mit Features daher, die man lange nicht mehr spielen konnte. Stichwort Dragon Quest Monsters, dessen Spielprinzip hier ganz großartig mit eingebunden ist. Und da gibt es ja viele ausgehungerte Spieler auf den Nintendo Systemen. Aber auch sonst schwingt sich der Titel mit seinem Inhalt sofort in die Top Riege der 3DS Rollenspiele. Eine Perle die man als Rollenspiel-Crack nicht übergehen und übersehen sollte. Also übernehmen wir das und stellen euch den Titel etwas ausführlicher vor.

Menus und die Story....

Auf der anderen Seite hätte ich es wissen müssen. Denn verantwortlich für den Titel war niemand geringeres als die Firma Atlus. Und für viele RPG-Kenner sorgt allein dieser Name schon für feuchte Hände. Keine Sorge, ich fange hier nicht wieder mit der unendlichen Ogre Battle 64 Geschichte an. ;-)) Klar muss man wie immer mit der Einschränkung leben, kein lokalisiertes Spiel vorzufinden. Und als eShop Version schon gleich gar nicht. Also sollte man mit der Sprache ein wenig auf Du und Du sein, um vor allem die Geschichte verfolgen zu können. Denn erzählt wird hier wieder sehr viel, ohne das Spiel dabei aber in die Länge zu ziehen. Auch das schaffen die Entwickler immer wieder sehr gut. Ansonsten kommt der Rest aber sehr passend daher. Für einen Spieler gemacht, sorgt ein DLC Feature für das Nutzen einer Online Verbindung. Ein Punkt, den ja mittlerweile viele Spiele nutzen. Aber auch hier glücklicherweise mit vielen kostenlosen Inhalten, die auch sehr sinnvoll sind und nicht nur simpler Gimmick. Perfekt ist das Speicher Management. Neben 2 separat und gleichzeitig nutzbaren Speicherplätzen, gefällt vor allem die Möglichkeit jederzeit im Spiel zu Speichern. Hier hatte ja Etrian Mystery Dungeon einen echten Schwachpunkt geboten. Streetpass wird unterstützt und der 3D Effekt wird intensiv genutzt. Von daher passen die wichtigsten Sachen auf jeden Fall. Auch die Geschichte gehört zu den tiefgehenden in einem Rollenspiel und geht einen etwas anderen Weg als die eigenen Vorgänger. Im Spiel dreht sich alles um einen jungen Helden, der mit seinem Freund im Königreich Mikado davon träumt Samurai zu werden. Also machen sich beide auf den Weg dorthin, um einer Zeremonie beizuwohnen, in der künftige Samurais mithilfe eines speziellen Handschuhs auserwählt werden. Doch das ist längst nicht alles. Denn gleichzeitig bereitet dem Königreich ein Charakter Sorge, der den vielsagenden Namen "Black Samurai" trägt.

Durch ihn werden Dämonen, Monster und Zombies zum Leben erweckt, die im Umfeld des Schlosses ihr Unwesen treiben. Unser Held Flynn bekommt schnell Zuwachs durch andere "Kadetten" und soll den Charakter suchen und dingfest machen. Was einfach klingt, wird durch die Story fast schon apokalyptisch. Denn über einen speziellen Tunnel unterhalb des Schlosses können die Helden die Zeitepoche wechseln und der Spieler taucht ab in eine von Monstern und Dämonen versuchte Metropole Tokio. Über ein späteres Schnellreisefeature erlebt der Spieler viele Locations mit bekannten Vorbildern und darf sich auf der Jagd nach dem Black Samurai mit unzähligen Gegnern, Bossen und kleineren Rätseln herumschlagen. Und alles eingebettet in ein geniales RPG-Prinzip, wie man es so ebenfalls lange nicht mehr spielen konnte. Nach dem Einschalten wird man relativ schnell auf das Hauptmenu entlassen. Hier kann ein neues Spiel beginnen, später ein gespeichertes Fortsetzen, sowie die Soundeinstellungen anpassen. Abgerundet wird das Hauptmenu vom Add-On Content, der euch zum angesprochenen DLC führt. Mehr ist es zunächst auch nicht und wir können ohne großes Geplänkel in das Spielgeschehen eintauchen.

Technik und Game Play....

Alles beginnt in diesem Spiel mit einer Art Traumsequenz, in der ihr den Helden im Fallen beobachtet, während er von einer mystischen Stimme begleitet wird. Ihr wählt euren Namen und findet euch kurz darauf im apokalyptischen Tokio wieder. Alles sehr verwirrend und zunächst wirft das Ganze mehr Fragen als Antworten auf. Denn es sind nur Momentaufnahmen und ihr werdet euch daran erst viel später wieder erinnern. Auch weil in diesen Traum Sequenzen Charaktere auftauchen, die später noch eine wichtige Rolle spielen. Atlus mag diese verworrenen Starts und nimmt den Spieler so erstmal mit auf eine etwas unlogische Reise. Erst danach landet der Spieler im Königreich Mikado und vor dem Schloss. Alles wieder sehr cool gemacht wie ich finde. Denn erst jetzt beginnt die eigentliche Reise und Flynn, oder welchen Namen ihr ihm gebt, und sein Kumpel Issachar betreten das Schloss, auf dem Weg zur Samurai Zeremonie. Hier darf der Spieler eine von vielen Locations über ein Menu anwählen und landet schlussendlich auf dem Ritualplatz. Hier macht ihr die Bekanntschaft mit einem speziellen Handschuh, der von nun an euer ständiger Begleiter ist. Nicht nur das er euch auserwählt hat, nein er hat auch eine Funktion und ein Innenleben, das euch sogleich mit einer weiblichen Stimme begrüßt. Das Teil stellt sich euch vor und ein neuer Samurai ist geboren. ;-) Auch hier alles in kleinen Sequenzen umgesetzt, die euch von nun an im Spiel immer wieder erwarten. Zwar einfach gemacht, passen sie sehr gut zur Atmosphäre. Ihr werdet in eure Unterkunft geschickt, um am nächsten Tag mit dem Training zu beginnen. Hier holt das Spiel schon sehr weit aus, was aber sehr logisch rüberkommt. Spätestens nach einigen Stunden Spielzeit ist man dafür durchaus dankbar.

Dabei zeigen sich die ersten Screenaufteilungen, von denen das Spiel im Verlauf gleich mehrere bietet. Navigiert wird typisch über Menüs auf dem Touch Screen. Speziell in Mikado könnt ihr die einzelnen Ebenen der Stadt und des Schlosses anwählen und zusätzlich auf vielen Orten noch einmal verzweigen. Dabei geben die Menüs nicht gleich alles preis und viele Menüpunkte sind zu Beginn noch als Fragezeichen dargestellt. Vom Ritualplatz aus, warten zunächst die wichtigsten und häufigsten Orte im Spiel. Denn von hier aus könnt ihr eure Unterkunft besuchen, in der auch die Statusleisten aufgefrischt werden. Ihr habt die Möglichkeit den Shop für Ausrüstungen und Items zu besuchen, eine Taverne, die später für Quests aller Art dient und den großen Dungeon Bereich Naraku unterhalb der Stadt zu betreten. Erst viel später im Spiel kommt der Punkt Terminals dazu, der euch unter anderem in das apokalyptische Tokio führt. Aber eins nach dem anderen. Denn weitere interessante Aspekte im Gameplay zeigen sich am ersten Trainingstag. Zum einen werden euch nun 4 Mitstreiter vorgestellt, die ebenfalls wie ihr als Samurai auserwählt wurden und ständig an eurer Seite sind. Aber und das kann man nicht schnell genug anmerken. Sie gehören nicht zur eigenen Party, sprich sind keine steuerbaren Charaktere, wie man das in so vielen Rollenspielen erleben kann. Sie sind im Hintergrund dabei und kämpfen auch mit. Aber selbsttätig und eher am Rande. Die eigene Party besteht zunächst nur aus dem Helden allein. Gleich der erste Tag des Trainings zeigt euch die Sichtweise und die verschiedenen Aspekte des Erkundens und Kämpfens. Auch hier geht man einen anderen Weg, als in vielen anderen Spielen dieser Art. Denn kaum hat man den Dungeon angewählt, sieht man seinen Helden aus der Third Person Perspektive in voller Größe und kann zudem den Viewpoint verstellen. Dazu unter anderem per Kreuz oben und unten auch entsprechend schauen, um Vorsprünge und Lücken am Boden nutzen zu können. Gelaufen wird per Schiebepad und das Spiel steuert sich wie ein Adventure-Spiel.

Ihr könnt mit den Schultertasten die Kamera drehen und per B-Taste sofort hinter den Helden holen. So läuft man innerhalb der Dungeons herum, oder später auch frei durch die Straßen Tokios. Hat echt was und wird im Verlauf des Spiels ungemein intensiviert. Aber auch dazu später noch etwas mehr. Denn die Feinheiten kommen jetzt so langsam. Spielt sich alles im 3D-Screen in Sachen Action ab, dient der Touch Screen für die Karte und natürlich die Nutzung eures Handschuhs. Des Weiteren könnt ihr beim freien herumlaufen alles Mögliche untersuchen via A-Taste. Truhen öffnen, Türen benutzen, mit anderen Charakteren sprechen und Items aufsammeln. Wichtigste Taste ist aber die X-Taste und ich bekomme so langsam die Kurve zum spielerischen Kern, dem RPG-System. Denn Gegner im Spiel laufen sichtbar als ein Art Hologramm in der Gegend herum. Würde man sie berühren, startet der Kampf mit Action des Gegners. Ihr könnt per X-Taste auch in der Third Person Sichtweise schlagen. Trifft man den Gegner so, habt ihr einen Kampfvorteil und dürft selber die ersten Attacken setzen. Denn jetzt wechselt alles in einen festen Kampfbildschirm. Zu Beginn seid ihr wie schon erwähnt noch allein. Dabei warten verschieden viele Gegner auf euch. Von einem bis hin zu einer ganzen Welle, die rundenbasiert attackiert werden. Auch das ist hier speziell umgesetzt. Ist man am Zug, kann man mit seinem Helden normale Attacken nutzen, Spezialangriffe und natürlich Items. Trifft man aber z.B. einen Gegner besonders gut, oder attackiert ihn mit einem Klassenangriff, gegen den er sehr schwach ist, dürft ihr nochmal schlagen. Ist ein nachvollziehbares System und wird ebenfalls später noch um einiges intensiviert.

Treffer werden auch in Zahlen angezeigt, so dass man dies auch alles nachverfolgen kann. Ist ein Gegner besiegt gibt es Erfahrungspunkte und Items und man landet wieder in der Adventure Sicht. Geld wird so unter anderem nicht erspielt, sondern über sammelbare Items generiert, oder später über das Erfüllen von Quests, von denen es unzählige gibt. So erlebt man zunächst ein paar erste Gehversuche und erfreut sich an ersten Erfolgen und widmet sich der eigenen Ausrüstungsbildschirme. Denn ein Teil des Handschuhs, oder besser gesagt des Menüs gibt euch den Status des Helden preis und ihr könnt die Ausrüstung ändern. Atlus like geht es in 5 Kategorien zur Sache, die man füllen kann und sichtbar in den reichlichen Stats münden, was und wie viel man sich dadurch verbessert. Balkenanzeigen, die weit über den Wert 100 hinausgehen. Eine kleine Lebensaufgabe ist das Spiel nicht nur in diesem Bereich. ;-) Nun fragt man sich ja schon, wie man hier ein Team bildet, wenn die menschlichen Mitstreiter eben nicht dazu gehören. Hier wird's dann richtig geil und jeder Dragon Quest Monsters Fan wird sich die Hände reiben. Denn die anderen 3 Slots innerhalb der Party füllt man mit Gegnern und damit Monstern, die man überredet mit einem zu kämpfen. Herrlich sag ich euch. Denn über 400 Monster warten im Spiel auf euch, die sich in alle mögliche Klassen einteilen, die Art wie sie kämpfen und zig Attacken mitbringen. Alle Monster kann man im Kampf ansprechen und versuchen über Frage/Antwort Spielchen zu überreden mit einem zu kämpfen. Man muss oft Items und Geld bieten, bekommt aber danach einen Mitstreiter, der über die gleichen Merkmale verfügt wie ihr. Sie haben ein Level und können sich mitentwickeln. Sie haben die gleichen Statuswerte wie ihr, verfügen über Spezialangriffe und ebenso über eine Lebensleiste und die dazugehörige Magieleiste, mit denen die Spezialangriffe ausgeführt werden. Einzig Ausrüsten kann man sie nicht. Sind halt Monster. :

Sprich man kann sich zunächst 3 Monster an seine Seite holen und kämpft nun mit 4 Charakteren, die man im Kampf auch beeinflussen kann. Allein so könnte man locker im Spiel vorankommen und hätte auch genug zu tun, alle zu entwickeln. Denn wie beim Pokemon Prinzip erlernen sie mit der Zeit neue Attacken, die man auch eurem menschlichen Helden beibringen kann. Aber es wird natürlich noch etwas genialer. Denn es gibt auch hier die typische Demon Fusion. Sprich man kann 2 und später auch 4 Monster miteinander "kreuzen" und erhält ein völlig neues Monster. Mit neuen Werten, Klassen Features und behält dabei die Attacken seiner beiden Fusion Varianten. Sind diese gleich, werden sie gleich zu stärkeren und ihr könnt regelrechte Dämonen erschaffen, die vor Möglichkeiten nur so strotzen. Selbst Monster sind möglich, die Statuseigenschaften und Lebensenergie heilen können, aber auch mächtige Attacken bieten. Dafür gibt es im Handschuhmenü eine extra Abteilung, wo man Stunden verbringen kann. Denn hier gibt es auch eine Lexikon, der Dinge wie Stammbaum, Historie und Möglichkeiten offeriert. Auch hier kratzt das Spiel am Anfang nur an der Oberfläche. Dabei ist man auch nicht auf 3 Monster festgelegt. Je nach Upgrades des Handschuhs, ja das gibt es auch, kann man neue Slots kaufen, um noch mehr Monster aufzunehmen und praktisch zu "parken". Genial das die aber auch im Spiel mitleveln. Denn sie bekommen die gleichen EP wie eure 4 Haupthelden. Könnte gleich wieder loslegen. ;-))) Ein schlimmes Spiel. ;-) Allein mit diesen Dingen könnte man den Test eigentlich schon beenden. Aber es gibt schon noch weitere Dinge zu erzählen. Denn allein was immer nach einem Level Up der Helden passiert, fesselt ungemein. Euer menschlicher Held bekommt neben EP auch sogenannte App Punkte. Im Menu gibt es auch dafür eine Rubrik, über die man ungemein viele Erweiterungen kaufen kann. Das beginnt bei neuen Slots für Spezialattacken. Sowohl für den Helden, als auch die Monster. Denn sie lernen ständig neue und euch gehen die Slots aus. Oder wie wäre es mit reduzierten "Kosten" für die Spezialattacken. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Denn normale Attacken kosten nichts aus der MP Leiste. Spezialangriffe mal 3, 4, 7 oder mehr als 10. Hat der Charakter oder das Monster gerade mal 60 MP, so sind die schnell mal aufgebraucht. Nur über Items auffüllen geht nicht, da diese extrem teuer sind. Über die App kann man die Kosten in gleich mehreren Stufen herunterschrauben. Oder wie wäre es in mehreren Stufen solchen Monstern viel mehr EP zu spendieren, wenn man sie gekreuzt hat. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten, die ich hier gar nicht aufzählen kann. Und das allerwichtigste, das Kämpfen ist frei von Kritik und erlebt eine sehr steile Spielspaßkurve. Es reicht schon stundenlang immer weiter im Dungeon Naraku zu agieren. X-mal geht man rein, entwickelt seine Monster, kämpft und vergisst schon hier die Zeit. Dabei werden die Gebiete immer weitläufiger. Es kommt der Moment, da man das erste Terminal findet und freischaltet. Ihr werdet nun damit bekannt gemacht, dass es davon mehrere gibt und müsst diese alle finden. Ist eine von vielen Quests, die ewig laufen. Dazwischen kann man in der Taverne aber auch viele normale Quests annehmen. Mal solche in denen man etwas sammeln soll, oder einen bestimmten Gegner und Materialien erbeuten soll. Auch das spielt hier eine Rolle. Denn z.B. Waffen bekommt man bei weitem kaum aus den Shops. Vielmehr muss man die über die Dungeons und Aufträge erspielen, um seinen Helden zu rüsten. Hier muss man sich auch nur um den einen kümmern, so dass man sich auf einen konzentrieren kann.

Wer bis hierhin immer noch keinen Kick verspürt hat, erlebt den spätestens dann, wenn ihr als Spieler den geheimen Tunnel entdeckt und alles im Spiel nochmal anzieht und vor allem die Story aufdreht. Denn dann entdeckt ihr den Weg nach Tokio und findet euch auch in Sachen Umgebung in einer coolen Gestaltung wieder. Alles düster und dennoch mit vielen Effekten versehen. Hier erwarten euch bekannte Stadtteile aus der Realität und es zieht euch durch die Gegenden wie Ikebukuro. Hat was und wird aufgelockert durch relativ weitläufige Areale. Überall kann man Gebäude und versteckte Zimmer finden und betreten. Dazu ist die Tokio Location zudem noch mit einer Oberwelt Karte versehen, über die man grob die Stadtteile und Wege dazwischen erläuft. Überall erläuft man so spezielle Orte, in die man eintauchen kann und dann wieder wie im Adventure durch die Gegend läuft. Nicht der einzige Grund, warum die Spielzeit wieder dreistellig werden kann. Man lernt neue Charaktere kennen, von Monstern ganz zu schweigen. Neue Untergrundverstecke mit Shops, neuen Tavernen und damit Quests, bis hin zu mächtigen Boss Gegnern, die nicht nur viel EP bringen, sondern auch die Geschichte vorantreiben. Denn es gibt schon ab und zu Momente, wo man nicht weiß wohin es geht. An die Hand nimmt euch das Spiel nicht. Schön dass es dafür auch das Schnellreisefeature gibt. Denn mit der Zeit wäre alles zu Fuß viel zu langatmig. So wechselt man schnell mal zwischen den Stadtteilen und der Welt in Mikado, um die Story zu vervollständigen. Cool und zeitlos gemacht, so dass es nie langweilig wird. Man geht auch keinem Kampf aus dem Weg und hat immer irgendwas zu tun. Gegner werden immer neu generiert, so dass man hier nichts feindfrei machen kann. Dazu das geniale Rüstungs, Level- und Monstersystem, das einfach von Anfang bis Ende Spaß macht.

Und selbst das Ende ist ganz besonders. Oder sagen wie die Enden. Ja genau, es gibt Stellen im Spiel, wo man elementare Entscheidungen treffen muss. Je nach Wahl kann das Spiel auf mindestens 3 Wegen beenden werden. Irgendwann musste ich dann schweren Herzens wieder Cut rufen, sonst denkt ihr mal wieder, das Mag64 hätte die Arbeit eingestellt. Und auch hier könnte man wieder Romane schreiben und ich habe das eine oder andere gar nicht groß angerissen. Muss es aber auch nicht, den dieser Titel ist eines der besten Rollenspiele für unterwegs. Schön da ich diesen Satz in den letzten Jahren vor allem auf dem 3DS öfters bringen konnte. Im Falle von Shin Megami Tensei IV trifft der sogar noch einen Tick mehr zu, als bei anderen Spielen. Fragt sich vielleicht der eine oder andere von euch, warum bei der Wertung das Spiel nicht auf der Hauptseite auftaucht, so ist hier einfach das Release Datum dafür verantwortlich. Denn gut ein Jahr gibt es diese Perle nun schon…

Grafik & Sound....

Grafisch kann man dem Spiel ebenfalls ein sehr gelungenes Zeugnis ausstellen. Das liegt gleich an mehreren Dingen. Über allem steht für mich die Gestaltung der Straßenzüge im apokalyptischen Tokio, das die Entwickler sehr gut eingefangen haben. Dunkel, etwas beklemmend wirkend, aber atmosphärisch sehr stimmig. Dazu sind auch viele Dinge um einen herum animiert. Hier und da laufen Personen herum, von den Monstern als Hologramm ganz zu schweigen. Dazu hat man versucht der Umgebung ein wenig Leben einzuhauchen, was durch Brände und kleinere Lichteffekte auch gut rüberkommt. Einhergehend damit muss man auch den 3D-Effekt nennen, der für dieses Spiel eine ganz feine Sache darstellt. Auch hier kann man wieder vor allem die Straßen Tokios nennen, aber auch die Dungeon Wege bringen eine sehr gute Tiefenwirkung mit. Die Gestaltung der Monster ist in Ordnung. Hier gibt es von einfachen Varianten bis hin zu wirklich verspielten Monstern alles. Speziell die Boss Gegner stechen natürlich etwas mehr ins Auge. Kleinigkeit die gefällt ist die Tatsache, dass alle Ausrüstungen auch visuell umgesetzt sind. Legt man eine neue Rüstung an, sieht man das auch im Spiel selber. Die Sequenzen sind etwas einfach gehalten und könnten durchaus etwas mehr Pep vertragen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Auch technisch gibt es nichts zu meckern. Egal ob im Adventure-Modus, oder aber in den Kämpfen selber. Ungereimtheiten oder gar unfaire Stellen habe ich keine entdeckt.

Beim Sound kommt ebenfalls die sehr düstere Stimmung voll zum Tragen. Wobei gerade innerhalb Tokios ein wenig die Abwechslung fehlt. Gilt aber auch für das Königreich Mikado, in dem euch sehr typische Mittelalter Musiken unterhalten. Aber auch hier hätte es mehr Abwechslung sein können. Effekte sind vorhanden, gleichen sich aber etwas zu sehr. Gerade in den Monsterkämpfen hätte man ruhig noch mehr variieren können. Dennoch gefällt was man hört, egal ob Musik oder Effekte. Ebenso gehört die englische Sprachausgabe wieder zur gelungenen Sorte. Zwar nicht durchgängig, haben die Protagonisten dennoch viel zu erzählen.

Fazit....

Es gibt leider viele Genres, zu denen man als Nintendo Spieler so seine eigene Meinung hat. Speziell was die Quantität angeht. Im Falle der Rollenspiele auf dem 3DS trifft dies überhaupt nicht zu. Gerade die zeitintensiven und sehr tiefgehenden Spiele stehen derart zahlreich zur Verfügung, dass man eher überlegen muss, wo man die Zeit hernimmt, als das man an seinen Geldbeutel denkt. Und es werden nicht weniger. Shin Megami Tensei IV ist wieder so ein Must Have Kaliber für RPG-Cracks. Das man dazu noch die ausgehungerten Dragon Quest Monsters Fans mit ins Boot holt, rundet das an sich schon sehr gelungene Spielerlebnis ab. Viele Aspekte und Features, die man hier exzellent miteinander verknüpft hat, lassen einen in die Welt des apokalyptischen Tokio abtauchen. Motivierend bis zum Ende, wobei es davon nicht nur eines gibt und auch eine sehr gelungene technische Präsentation zeichnen diesen Titel aus. Wo Atlus draufsteht, ist auch Atlus drin. Dieser Spruch gilt hier einmal mehr. Und es ist ja noch lange nicht Schluss. Denn in Planung sind viele Spiele dieses Kalibers. Wobei ich bei meinem Geheimtipp für das nächste Jahr bleibe - Legends of Legacy. Bis dahin sucht im eShop nach dieser Perle und lasst sie euch als RPG-Fan nicht entgehen.

 

+ Extrem hohe Spielzeit
+ Tiefgehende RPG Features
+ Richtig knackig schwer :-)
+ Dragon Quest Monster System
+ Gelungene Atmosphäre
+ 3D Effekt gelungen
+ Viele Ausrüstungen/Motivierend
+ Gegner Vielfalt/Save jederzeit
+ Schnellreise Feature
- Komplett Englisch
- Frustfell sollte da sein ;-)

GRAFIK: 82%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 89%

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