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3DS Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers
 
 
Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers - 3DS
Matthias Engert (12.04.2012)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Sega
GENRE: Rhythmus Adv.
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.40 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Die Nintendo Plattformen sind ja mittlerweile bekannt für ungewöhnliche Spiele, oder sagen wir besser für die Umsetzung der etwas anderen Spielideen. Gründe dafür gibt es viele. Ein Teil geht natürlich klar auf die Kappe der jeweiligen Hardware Features, die bei den letzten Generationen einfach neue Möglichkeiten boten. Auch auf dem 3DS ist das nicht anders, auch wenn abseits des 3D-Effekts das Rad ja nicht neu erfunden wurde. Zwar ist die Anzahl der recht ungewöhnlichen Spiele noch überschaubar, aber sie kommen mittlerweile schon in schöner Regelmäßigkeit. Rhythm Thief ist ganz klar einer davon, der mit einer ungewöhnlichen Spielidee und deren Umsetzung durchaus auch eine spezielle Zielgruppe anspricht. Ein typischer Mainstream Titel ist Rhythm Thief beileibe nicht. Auch ist es so ein Titel, dem man bei oberflächlichem Hinschauen schnell in eine Ecke schieben könnte. Doch all denen kann man beruhigt sagen, dass weder ein simples Tanzspiel drin steckt, noch ein Minispiel Klon. Grund genug, den Titel etwas genauer zu begutachten.

Menus und die Story....

Rhythm Thief ist auch mal wieder ein Spiel, bei dem die Schwergewichte der Szene wieder zusammen auftreten. Verantwortlich für das Spiel selber ist mit Sega ja alles andere als ein Unbekannter, während als Distributor in unseren Breiten Nintendo auftritt. War ja in der Vergangenheit nie ein schlechtes Gespann. ;-) Nicht weiter verwunderlich, dass man sich bei den Rahmenbedingungen hier keine Sorgen machen muss. Mal abgesehen von der englischen Sprachausgabe, kommt der Rest so daher, wie man das heutzutage auf dem 3DS erwarten kann. In Sachen Texten komplett lokalisiert, bietet das Spiel mehrere Speicherplätze und bringt auch einen Mehrspieler mit. Zwar nicht Online, können aber 2 Spieler lokal sowohl in der Multicard Variante loslegen, aber auch per billiger SingleCard Variante spielen. Abgerundet wird das Thema Kontaktmöglichkeit vom StreetPass Feature, dass man hier allerdings eher ungewöhnlich erst freispielen muss. Auf jeden Fall mal was anderes ist die Story im Spiel, die euch nicht nur auf eine ungewöhnliche Reise mitnimmt, sondern auch das Allgemeinwissen etwas verbessern kann. Zumindest wenn es um die Stadt Paris geht. Denn dort spielt die Geschichte von Rhythm Thief. Dabei spielen hier eigentlich gleich mehrere Story-Stränge eine Rolle, die sich um unseren Helden Raphael drehen, der im Spiel auch in seiner Verkleidung als Phantom R auftritt. Er selber führt dabei mit seinem Hund Fondue ein pikantes Doppelleben und schleicht als Phantom R durch die Pariser Museen und stielt diverse Kunstschätze, um sie wenig später wieder zurückzugeben. Probleme bekommt Raphael, als die Polizei zwischen seinen Beutezügen und dem vor 3 Jahren verschwundenen Sarg von Napoleon Bonaparte eine Verbindung sieht und Jagd auf ihn macht.

Richtig verzwickt wird die Story, sobald Raphael auf das Mädchen Marie trifft. Eigentlich nur eine junge Dame, die Geige in einem berühmten Orchester spielen will. Sie ist nämlich der Schlüssel zu einem legendären Kunstobjekt, auf das es der auferstandene Napoleon abgesehen hat. Gejagt von Polizei und Napoleon samt seinen Schwergen, versuchen die beiden das Rätsel selber zu lösen und machen sich auf die Suche durch viele spezielle Orte in Paris. Schon ein wenig abgedreht und fast schon zu viel des Guten für ein Spiel dieser Art, dennoch eine passende Story, die auch recht ansprechend erzählt wird. Wie der Rest des Spiels, ist auch die Story einfach nicht alltäglich. Der reine Spielstart ist zunächst einfach gehalten. Ihr könnt als erstes einen von 3 möglichen Speicherplätzen anlegen, der euch später die Spielzeit und erspielten Medaillen anzeigt. Das eigentliche Hauptmenu ist zunächst noch recht sparsam mit anwählbaren Punkten, die erst im Verlauf komplett nutzbar sind. Könnt ihr anfangs nur die Story anwählen und manuell Speichern, kommen im Verlauf 4 weitere Punkte dazu. Hier kann man die im Spiel enthaltenen Rhythmus Aufgaben einzeln nach Scores angehen, den Mehrspieler und die StreetPass Einstellungen anwählen und in einer Galerie allerlei freigespielte Inhalte anschauen. Das reicht von enthaltenen Musikstücken, bis hin zu Story-Sequenzen und kleinen Filmchen. Dazu kommt ein spezieller Marathon-Modus, bei dem ihr alle Inhalte am Stück spielen könnt. Optionen in dem Sinne gibt es nicht, einzig Soundeinstellungen kann man über einen kleinen Button anpassen. Doch nun genug der Vorrede, schauen wir mal rein in das ungewöhnliche Game Play von Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers.

Technik und Game Play....

Der Start in das Spiel beginnt nicht mit dem eigentlichen Helden, sondern mit dem Diebstahl des Sargs von Napoleon. Erst danach schwenkt man ganz galant auf unseren Helden, so dass man den Spieler schon erst mal ein wenig verdutzt stehen lässt. Aber es sollte ja nicht lange dauern, bis der "Bösewicht" wieder die Bühne betritt. Gelungen ist Art der Story-Präsentation, die man hier in Anime Filmen präsentiert und so dem Spiel auch dadurch schnell ein gewisses Flair spendiert. Recht zahlreich, begleiten euch diese Sequenzen das gesamte Spiel über. Sobald sich nun auch Raphael und damit auch seine Verwandlung zu Phantom R gezeigt hat, beginnen auch die ersten spielerischen Inhalte, von denen man zu Beginn wirklich noch annimmt, man hätte ein etwas erweitertes Tanzspiel vor sich. Aber der Reihe nach, kümmern wir uns erst mal um ein paar weitere Fakten zum Spiel. Eingeteilt ist das Ganze in sogenannte Kapitel, die in sich viele kleine Geschichten bieten und natürlich die spielerisch gelösten Rhythmus Aufgaben. Ich will auch bei der Bezeichnung bleiben. Denn diese Aufgaben als Tanzspiele oder Minispiele zu bezeichnen, würde dem Thema nicht gerecht werden. Auch sind es nicht die einzigen spielerischen Einflüsse im Spiel. Innerhalb dieser Kapitel, die übergeordnet immer ein bestimmtes Thema der Story abhandeln, gilt es mit Raphael oder eben Phantom R in der Story voranzukommen und mittels der Aufgaben die Rätsel des Spiels zu lösen. Von daher kann man das Spiel durchaus auch als Adventure bezeichnen, auch wenn die Schwierigkeit in diesem Bereich durchaus überschaubar ist.

Wie schon erwähnt spielt alles im Paris der heutigen Zeit und führt euch an viele bekannte Orte der Metropole. Dabei bekommt man hier und da auch immer wieder mal interessante Fakten erklärt, so dass man durchaus auch mal was lernen kann. Dabei warten spielerisch 2 übergeordnete Bereiche im Spiel. Zum einen navigiert ihr im Spiel zwischen den Locations via Karte auf dem 3D-Screen. Durch Linien miteinander verbundene Orte der Stadt gilt es hier immer wieder neu zu besuchen, während dann im Touch Screen ein Detailbild des Ortes zu sehen ist, auf dem ihr für verschiedene Dinge herumtippen könnt. Einmal um Wege über Pfeile zu gehen, mit Passanten zu reden, versteckte Objekte im Bild zu finden, oder eben auch um die Rätsel anzugehen. Dazu erwarten euch eben als zweiter großer Bestandteil des Spiels, an bestimmten Orten die rund 50 enthaltenen Rhythmus Aufgaben, die es vor allem ab Kapitel 5 durchaus in sich haben sollten. In dieser Sichtweise erinnert das Spiel stark an alte Adventure Klassiker wie z.B. Baphomets Fluch. Neben der Draufsicht auf die Karte im 3D-Screen, wird euch dort die jeweilige Location angezeigt, sowie die Anzahl der erspielten Medaillen, die man hier auch als Zahlungsmittel in speziellen Shops nutzen kann. Nur ein Teil der sammelbaren Dinge, die man im Spiel durch simples Tippen auf die Detailbilder entdecken kann. So bietet fast jedes Detailbild irgendwo 2 Geschenke, die dann in sich jeweils eine bestimmte Anzahl an Medaillen hervorzaubern. Des Weiteren stehen in diesen Detailbildern auch diverse Charaktere herum, die entweder eine Info für euch haben, oder auch in der Story eine Rolle spielen.

Speziell hier gibt es schon einen wichtigen Aspekt in Sachen Rätselkost, den man hier schon ansprechen kann. Der Touch Screen bietet in dieser Sichtweise neben einem Pausenmenu, einen sogenannten Rekorder an, der ebenfalls über ein Symbol aufgerufen wird. Hintergrund ist die Möglichkeit Geräusche aufzunehmen. Sieht man z.B. einen unscheinbaren Hund im Detailbild, kann man diesen antippen und zeichnet sein Bellen auf. Das Geräusch wird gespeichert und kann jederzeit woanders abgespielt werden. Ein Beispiel soll euch das System verdeutlichen. Einmal gelangt man an einen Punkt, an dem euch ein Polizist den Weg versperrt. Dieser weigert sich partout seinen Posten zu verlassen. Einzige Info in Gesprächen gibt euch den Anhaltspunkt, dass er große Angst vor Hunden hat. Hier muss man ganz einfach das aufgenommene Hundegebell abspielen und der Polizist nimmt Reißaus. Später nimmt man z.B. Glockengeräusche auf, um Leute zu wecken usw. Es gibt eine große Menge an Geräuschen, die man selber finden muss und für viele kleine Aufgaben im Spiel wichtig sind. Leider so ein bisschen das einzig wirklich Adventure Thema mit Anspruch. Die Wege wohin man muss und was in der Geschichte als nächstes ansteht, wird euch über den großen Kartenbildschirm und entsprechend markierte Wegepunkte immer angezeigt. Hätte man durchaus weglassen können, um das Spiel auch länger zu machen, was die Spielzeit angeht. Auf der anderen Seite ist das aber nicht der spielerische Kern von Rhythm Thief. Dass sind und bleiben die Rhythmus Aufgaben, die euch mit der Zeit wirklich alles abverlangen, was eure geistige Fitness angeht und vor allem das eigene Reaktionsvermögen samt Rhythmusgefühl.

Das muss man dem Spiel lassen. Vieles würde in anderen Spielen wirklich als Minispiel durchgehen, hier hat man das erweitert um den Rhythmus und Takt, der dabei gespielten Musik und Action dazu. Ist ein kleiner, aber feiner Unterschied zu anderen Spielen, wo man in solchen Momenten eher wild und ohne Verstand auf die Tasten hämmert. Auch hier kann man diese knapp 50 Aufgaben in verschiedene Stilrichtungen einteilen. Es gibt solche, bei denen einzig der Pen eine Rolle spielt, andere in denen nur die Tasten zum Einsatz kommen und zu guter Letzt darf auch der Gyro Sensor genutzt werden, auch wenn diese Aufgaben im Vergleich ein wenig abfallen. Dabei ist alles eingebettet in die Geschichte und hat mit der jeweiligen Story-Aufgabe zu tun. Die Tasten Varianten erlebt man z.B. fast immer bei Momenten, in denen man vor der Polizei flieht, oder sich mit den Schergen von Napoleon auseinandersetzt. Aber auch hier wollen euch ein paar Beispiele die Systeme ein wenig erklären. Angelegt sind die Aufgaben zunächst schon wie gewöhnliche Minispiele. Bei der Flucht vor der Polizei wird das Ganze immer in Jumper ähnliche Varianten umgesetzt. Mal über Dächer, mal über die Lampen in der Pariser Oper. Jedes Mal wenn man landet und wieder abspringt, gilt es dabei eine bestimmte Taste zu drücken, die euch auch angezeigt wird. Klingt leicht, ist es aber nicht. Denn das Grundprinzip dieser Aktionen ist eine Kreisanzeige, die sich um das Tastensymbole zusammenzieht. Hier zählt das richtige Timing ganz besonders. Drückt man zu früh oder zu spät, gibt es eine schlechtere Bewertung. Und die spielt überall eine sehr große Rolle. Denn einhergehend bei allen verschiedenen Rhythmus Aufgaben im Spiel gilt es auf die sogenannte Groove Anzeige zu achten.

Diese Groove Anzeige ist eine Leiste, die aus mehreren Abschnitten besteht. Diese stehen für die Bewertung. Schafft man es einen Balken zu füllen gibt es ein E, danach ein D usw. Das System fordert euch, bietet aber auch die Chance nicht so gute Durchgänge zu schaffen. Denn es reicht wenigstens im letzten Balken noch etwas Energie zu haben um das E und damit die Aufgabe erst mal zu schaffen. Erinnert ein wenig an das Guitar Hero Prinzip. Je blöder man sich anstellt, umso schneller leert sich die gesamte Anzeige und bei leerer Anzeige war's das und man darf es erneut versuchen. Lohn und Ansporn für höhere Bewertungen gibt es aber schon und spiegelt sich in der höheren Anzahl der Medaillen wieder. Diese Mischung macht das Game Play vieler Rhythmus Aufgaben anspruchsvoll bis teilweise auch mal knackig schwer. Ganz speziell bei den Kämpfen mit Napoleons Schergen zu spüren. Auf dem Papier ganz simpel, geht es hier darum links und rechts auftauchende Gegner eine zu verpassen. Mittels Kreuz Richtung und der A-Taste wird das gemacht. Der Anspruch ist die Abfolge, die immer in einem bestimmten Rhythmus abläuft und das Ganze dann eben viel anspruchsvoller machen kann, als ein simples Minispiel. Denkt man gar nicht. Da es mehrere Durchgänge gibt und die Abfolgen der auftauchenden Gegner immer rhythmischer und schneller werden, sollte man durchaus fit in der Birne sein. Das gilt für alle Aufgaben, die immer mit einem Rhythmussystem daherkommen. Nehmen wir die Tanzvarianten, die von Hause aus ja in dieser Art gemacht sind. Hier gilt es per Pen verschiedene Richtungen ebenfalls nach Vorgaben zu tätigen. Auch hier erscheint die sich schließende Kreisanzeige um die Pfeileiblendung als Button.

Wem selbst das noch zu Leicht sein sollte, der kann auch die Hilfe Funktion ausschalten. Dann gibt es keine Pfeil oder Button Einblendungen und man muss zwingend auf die Bewegungen im 3D-Screen schauen und auf die musikalische Begleitung hören. Für Spieler die so etwas mögen bietet Rhythm Thief durchaus eine Menge. Etwas abfallen tun die Gyro Spiele. Hier wird sofort auf 2D umgeschaltet und es gilt in kleinen Kämpfen einen Gegner niederzuringen. Neigt man den 3DS nach den Seiten weicht man aus, während ein nach vorne beugen einen eigenen Schlag ansetzt. Auch hier natürlich alles nach System und nicht simpel wie man Lust hat. Genau das ist der Anspruch und dabei eben möglichst die Groove Anzeige am Leben lassen. Zwischendurch erscheinen im Spiel aber auch kleine Rätseleinlagen, die dann wirklich Minispiel Charakter haben. Linien erstellen um 2 Kontakte zu verbinden, oder auch mal die Abfolge eines Musikstücks nachspielen. Hier darf euer interner Speicher bei diversen Merkspielchen genutzt werden. ;-) Fallen aber etwas ab, da man hier eigentlich selten danebenliegt. Und wenn kann man es einfach gleich wieder probieren. Aber auch in den Rhythmus Aufgaben kann man es sich ein wenig leichter machen. Es gibt im Spiel einen Shop, in dem man vor jeder Aufgabe Hilfen kaufen kann. So wird der Rhythmus leichter gemacht, oder man kann ein Art "Continue" kaufen. Geht die Groove Anzeige mitten in der Aufgabe auf null, wird sie einmal auf 2 Balken wieder aufgefrischt. Hatte ich selber oft in Benutzung, da es auch bezahlbar ist. Denn allein dafür kann man schon jede Menge Medaillen ausgeben. ;-) Größtes Problem des Spiels ist es halt, eine große Zielgruppe anzusprechen. Wer mit diesem Game Play wenig am Hut hat, wird dem Spiel nicht so viel abgewinnen können. Dazu reicht dann der reine Adventure Teil nicht aus. Was man spielt unterhält allemal und punktet auch durch den Wiederspielwert der einzelnen Aufgaben über das Hauptmenu. Aber und das ist ganz wichtig, nur für eine bestimmte Zielgruppe!

Grafik & Sound....

Grafisch bietet Rhythm Thief Licht und Schatten. Sehr gelungen sind die weich gezeichneten Sequenzen, die wie ein kleiner Film gemacht sind und überzeugen können. Gibt dem Spiel wie schon erwähnt ein sehr schönes Flair und passt auch zur Location Paris. Auch die direkten Spielorte, oder sagen wir besser dort wo die Rhythmus Aufgaben direkt ablaufen, sind farbenfroh und recht detailliert. Was weniger gefüllt ist der 3D-Effekt und die Grafik abseits der gut gemachten Adventure Standbilder. Hier wirkt die Grafik oft auch mal recht grob und ein wenig detailarm. Beim 3D-Effekt vermisst man schon oft die wirkliche Tiefenwirkung. Je nach Anwendung ist er schon zu sehen, aber bei weitem nicht mit anderen Spielen vergleichbar. Hier kann der 3DS mehr, auch wenn der Fokus in diesem Spiel sicherlich nicht auf dem 3D-Effekt lag. Technisch gibt es nichts zu meckern. Gerade das Thema Timing in den Aufgaben ist sehr genau umgesetzt.

Beim Sound darf man sich auf eine Vielzahl von Stilrichtungen freuen. Es gibt genug Momente, wo man sich mal fühlt wie bei einem Opernbesuch, um kurz darauf mit Klängen erfreut zu werden, die jedem Krimi in der 70ern gut zu Gesicht gestanden haben. Auch wenn hier viel mit Rhythmus und damit natürlich Musik gemacht wird und diese eben oft gewollt etwas intensiver rüberkommt, passen tun die Stücke sehr gut. Effekte gibt es wenige, was hier aber auch nicht weiter ins Gewicht fällt. Die englische Sprachausgabe ist guter Standard und das was man heutzutage erwarten darf.

Multiplayer....

Der Mehrspieler und auch die Kontaktmöglichkeit via StreetPass ist ein positiver Teil des Spiels. Im Mehrspieler an sich durch die Möglichkeit via Download auch mit nur einem Spiel 2 Freunde zu verbinden. Dann stehen euch von den 8 möglichen, zwar nur 3 Rhythmus Aufgaben zur Verfügung, sind aber gerade die umfangreichen Umsetzungen, an denen man auch eine Weile hintereinander sitzen kann. Beispiel sind hier die gut gemachten Tanzeinlagen, die für 2 Gleichgesinnte ein "billiges" Vergnügen sein können. Erst wenn beide Spieler über das Game verfügen, kann man alle Aufgaben wahllos angehen. Auch hier bietet man euch dann alle Varianten aus dem Hauptspiel an. Aber auch die StreetPass Einbindung unterstützt den Mehrspieler Gedanken. Denn hier werden Ergebnisse der Spieler ausgetauscht, über die man andere Spieler langfristig in sein Spiel holen kann. Sprich sie tauchen danach als sogenannte Fans in "eurem" Paris auf. Zusätzlich sollen erweiterte Inhalte freigeschaltet werden, wobei ich hier nicht sagen kann was das ist. Denn speziell zu Rhythm Thief habe ich noch niemanden getroffen.

Fazit....

Alles in allem ist Rhythm Thief alles andere als ein Experiment, was schon hier und da mal zu lesen war. Dazu bietet der Inhalt auf den zweiten Blick viel Anspruch und eben mal das etwas andere Game Play. Vieles wirkt zunächst wie gewöhnliche Minispiele, zieht aber den Reiz durch das Rhythmus System, dass hier beim Timing klar hervorsticht. Ungewöhnlich eben, aber unterhaltsam und anspruchsvoll. Auch die Adventure Elemente sind in Ordnung und als ein Teil des Spiels passend gemacht. Speziell die Geräusche Rätsel finde ich recht gut. All das kann aber über 2 Dinge nicht hinwegtäuschen. Es ist und bleibt dennoch ein klares Zielgruppenspiel. Wer für den Rhythmus Gedanken kein Faible hat, wird mit dem Spiel nicht warm werden. Das sollte man sich schnell bewusst machen. Zweiter Punkt ist eher ein normaler Kritikpunkt vieler Spiele. Wer mit dem Game Play schnell zu Recht kommt sitzt nicht ewig am Abenteuer selber. 6-7 Stunden reichen dann aus um das Geheimnis zu lösen und alle Kapitel abzuschließen.

 

+ Game Play Mischungen
+ Gelungen für Rhythmus Fans
+ Anspruchsvolle Aufgaben
+ Wertungssystem
+ MP als Singlecard Variante
+ Viele Secrets
+ Komplett Deutsch
- Könnte umfangreicher sein
- Am Ende durchaus knackig schwer
- 3D Effekt zurückhaltend

GRAFIK: 72%

SOUND/EFFEKTE: 73%

MULTIPLAYER: 71%

GESAMTWERTUNG: 72%

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