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3DS Ralph Reichts
 
 
Ralph Reichts - 3DS
Matthias Engert (17.12.2012)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Pipeworks
GENRE: Jump'n Run
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Das Ende eines Jahres ist für viele Menschen Kinozeit. Kommen doch gerade zu dieser Zeit diverse Blockbuster in die heimischen Kinos. Darunter passend zur Vorweihnachtszeit immer wieder diverse Animationsfilme. Disney ist da ja immer vorne mit dabei. So auch in diesem Jahr, in dem sie mit "Ralph Reichts" an den Start gehen. Zugegebenermaßen ein Titelname, der schon etwas schräg anmutet. Am Thron von "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" sägt er aber noch nicht. ;-)) Der bleibt da für mich der Spitzenreiter mit etwas abartigen Filmtiteln. Aber zurück zum Thema. Wie eigentlich immer kann man hier wieder locker sein Vermögen darauf verwetten, dass die Spiele zum Film nicht lange auf sich warten lassen. Wobei sich hier die Nintendo Gamer mal wieder besonders gut versorgt wissen. Wobei es fast schon überraschend ist, dass die Wii U nicht bedacht wurde. Aber es gibt ja noch genug andere Nintendo Systeme, so dass wir uns hier zunächst mit der 3DS Version auseinandersetzen.

Menus und die Story....

Diesmal unter dem Dach der Firma Activision erschienen, war in Sachen Programmierung die Firma Pipeworks dafür verantwortlich. Pipeworks gehört zu einer Reihe von unabhängigen Entwicklern der Foundation 9 Studios. Dort ist z.B. auch Sumo Digital zuhause, die aktuell mit Sonic & All-Stars Racing auf sich aufmerksam machen. Ein typisches Studio, das sich um Auftragsarbeiten großer Firmen kümmert und nicht selber mit eigenen Projekten glänzt. Hier übernahmen sie also die Arbeiten an der aktuellen Disney Filmumsetzung auf dem 3DS. Bei den Rahmenbedingungen spendiert man dem 3DS Spieler wenig erquickendes. Ihr bekommt ein komplett deutsches Spiel an die Hand, was Texte und auch die enthaltene Sprachausgabe angeht. Auch wenn wir darüber noch ein paar Worte verlieren müssen. Speichertechnisch bietet man euch 3 verschiedene Speicherplätze an, um die eigenen Fortschritte zu sichern. Leider war es das dann aber auch schon mit den technischen Eckdaten und der Feature Nutzung des 3DS. Denn weder einen Mehrspieler hat man implementiert, noch gibt es Support für StreetPass, SpotPass oder sonst eine der vielen Möglichkeiten des 3DS. Man merkt schnell, dass es abseits des 3D-Effekts im Spiel, eigentlich ein typischer DS Titel ist. In Sachen Story erleben die Kenner des Films Neuland. Denn die Geschichte des Spiels, setzt nach den Ereignissen des Films an. Die Geschichte an sich ist ja für Spiele eigentlich perfekt. Im Film dreht es sich ja um die Ära der 8-Bit Spiele und einem Bösewicht mit Ralph, der zeigen will, dass er auch der gute Videospielcharakter sein kann.

Im Spiel jedoch sind wir schon einen Schritt weiter. War "Randale Ralph" im Film für reichlich Zerstörung verantwortlich, die der Charakter Fix-it-Felix immer wieder reparieren musste, so schließen sich hier die beiden Haupthelden zusammen, um der drohenden Invasion der Cy-Bugs entgegenzutreten und unter anderem auch die kleine Heldin des Spiels - Vanellope zu retten. Von daher verwundert es unter anderem auch, dass es im Spiel keinen Mehrspieler gibt. Hätte sich allein durch dieses Feature sehr angeboten. Dass im Film die 8-Bit Ära der Videospiele eine Rolle spielt, merkt man an allen Ecken auch im Spiel selber. Allein die Grafik und Soundgestaltung ist voll darauf ausgerichtet. Schon nach dem Einschalten hallen einem hier keine sanften Melodien entgegen, sondern eher simple Laute und Effekte der alten 8-Bit Zeit, inklusive gewollter pixeliger Menügrafik. Zunächst könnt ihr nach der Sprachwahl eines der 3 möglichen Profile anlegen. Danach landet ihr auf dem eigentlichen Hauptmenu, das euch neben den Credits den Story-Modus anbietet, das Cheat Menu für diverse Codes und die abschließenden Optionen. Hier kann man allerdings nur Soundeinstellungen tätigen, so dass wir uns sofort in den Story-Modus schwingen können.

Technik und Game Play....

Wählt man den Story-Modus an, kann man das Spiel Starten, ein gespeichertes Weiterspielen, oder in den Sammelobjekten und Statistiken erreichte Erfolge nachlesen. Beginnt ihr ein Neues Spiel, landet der Spieler gleich in der Weltenübersicht, die man hier über Türen an einem Gebäude umgesetzt hat. 3 Türen stehen zur Auswahl, in denen man auch die Hauptschauplätze des Films umgesetzt hat. Der Spieler darf so Action in den Film Schauplätzen "Fix-It-Felix Jr." erleben, im anschließenden Bereich "Hero's Duty" und zu guter Letzt in den bunten Bereichen von "Sugar Rush". Alle 3 Welten bieten in sich 4 Action Levels und einen jeweiligen Boss-Abschnitt. Sollte aber bei somit gerademal 12 Actionlevels und 3 Boss-Bereichen nicht der einzige Punkt sein, warum man recht fix mit dem Spiel fertig ist. Etwas ungewöhnlich ist die Levelanwahl selber. Denn in allen 3 Welten könnt ihr sofort loslegen. Überall immer nur mit Level 1 und müsst dann jeweils immer ein Level abschließen, um zum nächsten vorgelassen zu werden. Die Boss-Bereiche sind aber kurioserweise erst dann möglich, wenn alle 12 Action Levels abgeschlossen sind. Wer denkt nach dem Spielen aller 4 Action Levels in einer Welt den jeweiligen Boss angehen zu können, der erlebt hier also eine etwas andere Umsetzung.

Spielerisch erwartet euch in diesem Spiel fast ausschließlich 2D-Ambiente. In dieser Hinsicht also nichts anderes, als man das in einem NSMB2 erleben konnte. Plattform Action von links nach rechts, sowie in verschiedenen Etagen nach oben und unten. Auch hier bleibt man dem Filminhalt und dem dortigen 8-Bit System also treu. Man merkt auch schnell, dass auch der spielerische Anspruch an diese Zeit angelehnt ist. Denn was man als Spieler erlebt, ist zum Teil wenig Abwechslungsreich und nicht sonderlich schwer. Grundlage des Systems sind beide Charaktere, die man im Spiel steuern kann. Sowohl Ralph, aber eben auch Felix sind hier jederzeit steuerbar. Spielt sich dabei auf dem 3D-Screen die eigentliche Action ab, wird man auf dem Touch Screen mit einigen Infos versorgt. Neben einer Lebensleiste für beide Charaktere, gibt es eine Gesamtpunktzahl, die für das gesamte Spiel gilt, sowie die Anzahl der gesammelten Münzen und weiteren Sammelobjekte. Leider alles nichts, was sich spielerisch großartig auswirkt. Oft sind es einfache Zeichnungen, die man in den Sammelobjekten anschauen kann. Zu guter Letzt werden euch die aktuelle Anzahl eurer Leben angezeigt und ihr bekommt ein Charakterbild des gerade nicht gesteuerten Helden zu sehen. Tippt man ihn an, wechselt man Live im Spiel den Charakter. Ist aber über die L-Taste auch alternativ möglich.

In Sachen Steuerung ähneln sich beide Helden, bieten aber in der Art der Ausführung große Unterschiede. Beide können mittels B-Taste springen, aber nur Felix mit einem Doppelsprung große Höhen überwinden. Die Y-Taste deckt die Attacke ab, die bei Felix eher ein Streicheln bewirkt und erst bei Ralph zur mächtigen Attacke wird. Andererseits ist nur Felix in der Lage bestimmte Mechaniken mit der A-Taste zu beeinflussen, während nur Ralph an Leitern emporklettern und per Stampfattacke auch Ziele nach unten bearbeiten kann. Das führt nun dazu, dass ihr als Spieler in den Levels ständig die Helden tauscht. Kommen ein paar Gegner, wechselt man auf Ralph, um wenige Momente danach z.B. mit Felix einen Schalter zu bedienen, um eine Tür zu öffnen. Nach diesem Strickmuster laufen eigentlich so gut wie alle spielerischen Abschnitte im Spiel ab. Klingt nach Abwechslung, nutzt sich hier aber sehr schnell ab. Leben verliert man so bei Gegnerkontakten eigentlich nie, da Ralph selbst die größten Bugs mit seinen Händen zerbröselt. Die Plattformaction ist bis auf einige unfairen Stellen recht einfach gehalten und mit Felix locker machbar. Blöd ist hier nur, dass die Charaktere bei Treffern zwar kurz unverwundbar werden wie ein Mario. Aber in diesem Moment jeweils nach links oder rechts versetzt werden. Passiert so etwas auf einer engen Plattform, fällt man ohne dass man etwas dagegen tun kann unweigerlich nach unten.

Damit man die Lust in solchen Momenten nicht verliert sind die Levels mit vielen Rücksetzpunkten durchzogen. Auf der einen Seite eben eigentlich unnütz, weil das Spiel wenige Herausforderungen bei der Action und Geschicklichkeit bietet, auf der anderen Seite gut wenn man einen solchen etwas unfairen Moment erreicht. So verwundert es nicht, dass man in gut 2-3 Stunden das komplette Spiel erlebt hat, ohne das es auch nur einen Grund gibt, sich noch mal mit alten Levels auseinanderzusetzen. Für mich persönlich punktet dann eben auch der gewollte Effekt mit dem 8-Bit Charme nicht, den man ja schon versucht hat rüberzubringen. Der erzeugt dann nämlich in meinen Augen genau das Gegenteil, nämlich das man als Spieler den Eindruck hat, ein ganz billiges Spiel vor sich zu haben. Von daher ist die 3DS Version vieles, nur kein gutes und lohnenswertes Spiel.

Grafik & Sound....

Grafisch haben die Entwickler versucht, den Charme der guten alten 8-Bit Zeit auch visuell einzubinden. Auf den ersten Blick funktioniert das auch recht gut und das Spiel wirkt zwar antiquiert, aber dennoch zunächst dem Hintergrund angemessen. Einfache Grafiken, viel gewollte Klötzchen-Umgebungen und viele harte Farbübergänge. Das Problem hier ist aber, dass man dem Spiel und den Entwicklern das Ganze mit der Zeit negativ auslegt, weil einfach der Spaß ausbleibt. Zudem hat man auch wenig Abwechslung in Sachen Animationen und Gegner Design walten lassen. Alles Dinge die dann den negativen Gesamteindruck unterstützen. Technisch bis auf die angesprochenen unfairen Stellen solide, auch wenn alles andere schon sehr verwunderlich gewesen wäre. Der 3D-Effekt ist für einen 2D Plattform Jumper in Ordnung, ohne aber zu Jubelstürmen zu führen. Wie schon erwähnt eigentlich kein Titel für den 3D-Handhelden.

Beim Thema Sound gibt es ebenfalls Schatten, aber auch ein wenig Licht. Die Musiken empfinde ich als gelungen und lehnen sich natürlich an der Filmvorlage an. Unterhaltsam vor sich hin dudelnd, passen sie zu den einzelnen Welten. Auf der Schattenseiten finden sich schnell die Sprach Samples, die man den Helden verpasst hat. Äußerst dünn in der Quantität, wiederholen sie sich viel zu oft, was dem Spieler schnell etwas auf die Nerven geht. Lässt man die Charaktere immer mal einen Moment in der Gegend herum stehen, kommen zwar auch mal gebundene Sätze aus den Lautsprechern, die aber von der Aussagekraft und dem Niveau her äußerst überschaubar ausgefallen sind. Selten dass ich das mal sagen muss. Aber hier hat man einem Spiel mit der enthaltenen Sprachausgabe keinen Gefallen getan.

Fazit....

Ob man sich bei Disney einen Gefallen getan hat, den Titel von einem Auftragsentwickler machen zu lassen, sei mal dahingestellt. Herausgekommen ist leider ein Spiel auf dem 3DS, das dort eigentlich fehl am Platz ist. Der gewollte Charme der 8-Bit Zeit in ein Videospiel zu implementieren, ist ja an sich lobenswert und würde sich von anderen Spielen auch durchaus mal abheben. Nur macht man bei vielen Handwerklichen Dingen einiges falsch, was man am Ende dem Spiel und den Entwicklern einfach negativ auslegt. Eine sehr kurze Spielzeit, kaum spielerischer Anspruch, samt fehlender Abwechslung und die komplette Ablehnung der 3DS Möglichkeiten. Denn nur ein bisschen 3D-Effekt einzubauen, macht noch lange keinen 3DS Titel aus. Hier sollte man in meinen Augen leider die Finger von lassen. Es gibt sie also leider immer noch, die typischen "Guter Kinofilm - Billiges Spiel" Titel. Ralph Reichts ist zumindest auf dem 3DS einer davon.

 

+ 2 Helden steuerbar
+ Locations an den Film angelehnt
+ Viele Rücksetzpunkte
+ Komplett Deutsch
- Leider viel zu kurz
- Wenig Anspruch
- Grafisch kein 3DS Spiel
- Etwas nervige Sprachausgabe
- Warum kein Mehrspieler?

GRAFIK: 45%

SOUND/EFFEKTE: 52%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 35%

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