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3DS Petz: Tierisches Strandleben
 
 
Petz: Tierisches Strandleben - 3DS
Matthias Engert (10.11.2014)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Simulation
SPIELER: 1-3 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Nein
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Es gibt sie ja überall. Die Spiele die eigentlich seit Anfang an ein Genre geprägt haben und dort einsam auf dem Thron sitzen. Mario Kart ist da sicherlich immer noch das beste Beispiel. Schon oft kopiert, aber den Platzhirsch vom Thron gestoßen hat noch niemand. Vergleichbar ist dieses Szenario auch bei den Tiersimulationen. Seinerzeit brachte Nintendogs eine ganze Generation zum Schmelzen und führt selbst heute noch die Listen dieses Genres an. Und es gab nicht wenige Publisher, die bis heute daran etwas ändern wollten. Wirklich geschafft hat es bisher keiner. Was durchaus verwundert. Denn so toll die Nintendogs Spiele sind, sie bieten vor allem auf längere Sicht durchaus auch Schwächen. Einer der immer wieder mal versucht an der Vorherrschaft zu rütteln ist Ubisoft mit seiner Petz Reihe. Seit DS-Zeiten gibt es diese Serie nun schon, die mittlerweile viele mehr oder weniger gelungene Spiele hervorgebracht hat. Aber so der ganze große Wurf war bisher nicht dabei. Mit der aktuellen Ausgabe "Strandleben" wagt man sich auf dem 3DS einmal mehr an dieses Thema. Und die Chancen stehen dieses Mal gar nicht so schlecht wie sich zeigen sollte…

Menus und die Story....

In Sachen Entwickler macht man hier im Hause Ubisoft keine Experimente und hat sich selber um die Entwicklung gekümmert. Interessant ist da schon eher die Zusammenarbeit mit "Britannica Kids", einer Wissensdatenbank, die euch im Spiel bei allen möglichen kleinen Ladezeiten mit Infos über die enthaltenen Tiere versorgt. So erzielt man auch gleich noch einen gewissen Lerneffekt. Finde ich gut und passt hier auf jeden Fall hinein. Ansonsten gibt man euch Rahmenbedingungen an die Hand, die man in einem Spiel wie diesem auch erwarten kann. Komplett deutsch in Sachen Texten, wird die Sprachausgabe im Spiel über Laute umgesetzt. Besser als nichts, aber auch ein wenig nervig mit der Zeit. In Sachen Spielstände gibt man euch nur leider 1 an die Hand, so dass mehrere Kids im eigenen Hause nicht gleichzeitig spielen mit einem eigenen Spielstand agieren können. Dafür hat man nun die Möglichkeit eines Mehrspielers, der zumindest 3 Petz Spieler miteinander verbinden kann. Zwar nicht Online, aber dafür zumindest daheim auf der eigenen Couch. Abgerundet wird dieser Teil durch das StreetPass Feature, das den Austausch von Nachrichten und Fotos erlaubt. Das ist übrigens ein sehr gelungenes Feature für die Zielgruppe. Jederzeit im Spiel kann man vom aktuellen Bild auf dem 3D-Screen ein Foto machen und seine Tiere so verewigen und über StreetPass oder den eigenen PC jederzeit wieder anschauen. Dieses Mal gibt es in einem Petz Spiel sogar eine kleine Hintergrundgeschichte. Ihr als Spieler übernehmt hier die Rolle eines Neuankömmlings in einem speziellen Dorf, das durch seine Bewohner und deren tierischen Begleitern bekannt geworden ist. Ihr werdet hier vom Bürgermeister begrüßt und erhaltet die Aufgabe durch euren Einsatz das Dorf zu vergrößern und neue Tierfreunde anzulocken. Lasst euch aber nicht täuschen. So episch wie es vielleicht klingt, geht es hier nicht zur Sache. Aber zumindest gibt es ein Spielziel und man wird zumindest von einer kleinen Geschichte beim Spielen begleitet. Der Start in das Spiel ist sehr simpel und bringt euch keinerlei Menüs zum Vorschein. Einmal gestartet beginnt auch schon das eigentliche Spiel und ihr könnt abtauchen in das Tierische Strandleben.

Technik und Gameplay....

Sobald das Spiel startet, findet ihr euch in einem Zug wieder, erlebt den Anfang der Geschichte und eben die Ankunft im Dorf. Dabei dürft ihr nun die ersten Dinge personalisieren und dem Dorf auch einen eigenen Namen geben. Einmal angekommen begrüßt euch nun der Bürgermeister, der euch von nun an ständig begleiten wird. Bei allen neuen Features im Spiel ist er der Erste, der euch darüber aufklärt und diese Dinge vorstellt. Das Ziel im Spiel ist es nun durch euren Umgang mit den eigenen Tieren das Dorf zu erweitern, neue Bewohner anzuziehen und auch neue Örtlichkeiten und Gebäude freizuschalten. Nicht der einzige Punkt, an dem man vieles doch etwas anders angeht, als man das noch von einem Nintendogs her kennt. Man entdeckt hier schnell doch einige Unterschiede im Spielsystem. Aber der Reihe nach. Sobald ihr im Dorf angekommen seid, nimmt euch der Bürgermeister an die Hand und zeigt euch zunächst das eigene Haus. Da wir uns hier natürlich in einem tierischen Vertreter befinden, ist die erste Bürgerpflicht das Anschaffen eines Vierbeiners. Passend wie in anderen Spielen besucht man mit euch das örtliche Tierheim und ihr dürft euch zunächst einen Hund aussuchen. Allerdings ist das nur der Anfang und der Titel bietet euch ebenfalls die Möglichkeit weitere Tiere zu bekommen. Im Verlauf des Spiels schaltet man so auch Katzen und relativ exotische Tiere wie einen Delphin frei. Maximal 3 Tiere könnt ihr gleichzeitig haben und euch um diese kümmern. Wer mehr machen möchte kann Tiere auch in einer Pension "parken", um sich weiteren zu widmen. Dabei ist die Auswahl zu Beginn ähnlich einem Nintendogs was die Rassen angeht. Mal wieder fiel auch meine Wahl auf einen Beagle. Das hat sich irgendwie seit Nintendogs Zeiten nicht geändert. ;-)

Sobald ihr nun euren tierischen Begleiter erhalten habt, gibt man ihm einen Namen und darf das Spielsystem nun nach und nach kennenlernen. Hier setzt der erste große Unterschied zur Konkurrenz an. Lag der Fokus bei Nintendogs in der reinen Pflege und Entwicklung des Tieres, so ist das bei den Petz anders gestaltet. Hier geht es schon um euch und die Ziele innerhalb des Dorfes. Auch wenn man sich selber im Spiel nie zu Gesicht bekommt und praktisch aus eine First Person Sicht spielt, sorgt ihr mit euren Entscheidungen für den Spielfortschritt und das Erreichen der Ziele. Der Hund oder die anderen Tiere im Spiel sind da "nur" das Mittel zum Zweck. Kann man ganz einfach daran festmachen, dass man nur selten mal Zuhause mit seinem Tier agiert und dieses z.B. nicht täglich füttern und pflegen muss. Das Bedürfnissystem ist hier ein ganz anderes, aber natürlich komplett enthalten. Hier geht darum draußen zu agieren und dort die Aufgaben zu erledigen, die man euch stellt. Bedeutet natürlich nicht dass man sich nun gar nicht um sein Tier kümmern muss. Man hat sehr wohl die Möglichkeit das typische Streicheln, Pflegen und Füttern seines Vierbeiners auszuführen. Aber eben nicht in dem Umfang wie man das vielleicht erwartet. In Sachen Sichtweise spielt euer Begleiter aber dennoch die Hauptrolle. Sprich ihr seht den Hund im 3D-Screen in voller Action. Um die Aufgaben im Spiel zu lösen, bedarf es nun natürlich eines Lerneffektes des Hundes. Sprich beibringen muss man ihm schon etwas. Aber und auch das ist ein großer Unterschied, geschieht das nicht über langwieriges Erlernen der Kommandos per Mikro, sondern man besucht dazu innerhalb des Dorfes einen Trainer, der gegen Bares dem Tier Fähigkeiten beibringt. Geht ganz schnell und ihr könnt bei entsprechendem Kleingeld dem Hund beibringen Muscheln am Strand zu erschnüffeln, Fische zu fangen oder Käfer im Park zu erwischen. All diese Dinge bringen zum einen Geld in die Kasse und dienen der Erfüllung vieler kleiner Aufgaben. So hat man auf der einen Seite mit der Zeit doch relativ viel zu tun, bleibt jedoch in Sachen Anspruch überschaubar.

Da greift auch ein weiteres Feature mit hinein. Anders als bei Nintendogs habt ihr hier eine komplett begehbare und sichtbare Dorflocation mit Strand, einem Zentrum und einigen Gebäuden zur Auswahl. Sehr schön finde ich die Umsetzung des Gassi Gehens mit dem Hund. Ihr könnt diesen in 2 verschiedenen Viewpoints steuern. Einmal sehr nah vor einem und zum anderen in einer etwas erhöhten Sichtweise wie in einem Adventure Spiel. Sehr schön gemacht, kann man den Hund an der Leine nun per Touch Screen oder auch per Schiebepad steuern. Das hat man sehr schön umgesetzt und kann zudem mit dem Hund rennen, oder eben langsam durch den Park laufen. Innerhalb der nicht allzu großen Dorf Location laufen euch nun immer wieder Bewohner mit ihren Hunden über den Weg, die man über eine Karte auch jederzeit auf dem Touch Screen sehen kann. Spricht man diese an, geben sie euch Aufträge, die man erfüllen kann und teilweise auch muss. Einfaches Beispiel ist das Finden einer bestimmten Muschel am Strand, die man danach einem bestimmten Bewohner bringen muss. Schafft man das, geht man zurück zum Auftraggeber und bekommt als Belohnung Geld. Um all die geforderten Aufgaben lösen zu können, muss man nun dem Hund die erforderlichen Fähigkeiten beibringen, die er dann auch behält. Mit der Zeit kann man dann auch in die eigene Tasche wirtschaften und selber am Strand z.B. nach Muscheln suchen. All diese Fähigkeiten werden über Menüs im Touch Screen ausgeführt. Man tippt z.B. ein Schnüffelsymbol an, und danach den Unterpunkt Pilze. Danach steuert man den Hund durch die Wiese oder den Park, bis dieser anschlägt. Er buddelt für euch das ganze aus und ihr könnt es im eigenen Rucksack verstauen. Wahlweise gibt es nun ein Museum, wo man dies abliefern kann, oder man verkauft es im örtlichen Shop. Geld kann man nun im Spiel vielfältig verwenden. Zum einen eben um die Futter und Pflegeprodukte zu kaufen, Spielzeug für den Hund, oder auch Einrichtungsgegenstände für das eigene Heim. Auch hier ist schon alles dabei was man auch von Nintendogs her kennt. Schließlich hat der Hund schon 4 Eigenschaften auf die es zu schauen gilt. Nur eben nicht in dem Umfang wie bei der Konkurrenz.

Mit der Zeit erweitert nun der Shop seine Angebote und es ziehen neue Bewohner in die Stadt, die wiederum neue Aufgaben parat haben. Nach diesem System geht man hier im Spiel vor, so dass man selten lange zuhause agiert, sondern immer draußen umherläuft. Dieses Feeling erzeugt das Spiel allein durch seine guten Viewpoints recht gut und kommt durch die gelungene Umgebungsgrafik recht atmosphärisch rüber. Mit jedem Auftrag, oder auch Fangen und Finden diverser Spielziele, füllt man zudem ein sogenanntes Glückspunkte-Konto. Ab bestimmten Grenzen erwartet euch einmal mehr der Bürgermeister und stellt euch Neuigkeiten vor. Eben als Beispiel neue Gebäude oder Bewohner, die wiederum neue Aufgaben mitbringen. Von daher schaukelt sich das System hier ebenfalls auf, auch wenn neben der Aufgaben-Vielfalt halt der Anspruch nicht so hoch ist. Für junge Spieler ist das durchaus passend gemacht, entwickelt aber nicht das akribische Feeling eines Nintendogs. Auch nutzt sich das ständige "Hol dies, bringe das" schon mit der Zeit ab. Hier gibt es dann glücklicherweise mit der Zeit die Belohnungen in Form neuer Tiere, die eben den Reiz ausmachen. Auch in einem Spiel wie diesem, das nicht ganz so den Fokus auf dem tierischen Begleiter legt. Schade das es so eben keine Wettbewerbe oder ähnliches gibt, das dem Spielablauf durchaus noch den gewissen Kick gegeben hätte. Denn wie schon erwähnt muss sich der aktuelle Petz Titel keineswegs grafisch und atmosphärisch verstecken. Auch das Shop System ist passend und wird neben der Spielwelt und den Bewohnern ebenfalls stetig erweitert. Aber den Sprung ganz nach oben schafft man dann doch nicht.

Grafik & Sound....

Die Grafik im Spiel ist eine klare Stärke und kommt der reinen Tiergrafik in einem Nintendogs durchaus nahe. Besser macht man es aber nicht und es bleibt schon noch ein sichtbarer Unterschied zur Konkurrenz. Vor allem die Mimik könnte noch etwas detaillierter sein. Aber es erfüllt zumindest höhere Ansprüche und wird ebenso jedes Kinderherz erfreuen. Auch die Animationsfülle ist nicht ganz so hoch wie bei der Konkurrenz, reicht aber aus, um sich am gesehenen zu erfreuen. Was man in meinen Augen besser macht ist die Umgebungsgrafik. Hat mir hier besser gefallen und macht vor allem das Gassi gehen atmosphärischer. Dazu der gelungene Tag Nacht Modus, der sich hier ebenfalls harmonisch einfügt. Lob gibt es für die Viewpoints, die das Geschehen auch von einer anderen Sichtweise zeigen. Von daher stimmig, gibt es auch technisch nichts zu meckern.

Der Sound dagegen bietet Licht und Schatten. Im Fall der Hintergrundmusik leider auch das größte Ärgernis. An sich ist die Background Musik nichts Schlechtes und recht melodisch und durchaus entspannend gemacht. Nur lässt man sie in einer Endlosschleife laufen, die einem nach einiger Zeit spürbar auf die Nerven geht. Hier hätte man schon etwas mehr Abwechslung bieten können. Bei den Effekten ist das Spiel im gehobenen Mittelfeld, wobei auch hier in Sachen Quantität mehr drin gewesen wäre. Gerade die Umgebungsgeräusche lässt man zu oft weg. Schade bei der hier begehbaren Spielwelt.

Mehrspieler....

Der Mehrspieler orientiert sich an vielen, im Moment ähnlichen Varianten. Denn zumindest Offline kann man seine Welt am Bahnhof für 2 andere Spieler öffnen, oder eben auch in eine andere Spielwelt reisen. Dabei laufen dann alle Spieler mit ihren Tieren umher. Man wählt dafür dann auch einen Avatar, den man im Einzelspiel ja nie zu Gesicht bekommt. Hier wäre natürlich der eigene Mii eine lustige Sache gewesen. Leider gibt man euch nur einen NoName zur Auswahl. Machen kann man nicht so viel, da hier der Fokus auf der Begegnung der Vierbeiner liegt. Da jeder Spieler seine eigene Cartridge mitbringen muss, ein kurzes und dadurch teures Vergnügen. Es gibt in diesem Bereich lohnenswertere Varianten.

Fazit....

Insgesamt reicht es auch dieses Mal nicht, um den Platzhirsch im Genre vom Thron zu stoßen. Dennoch versucht man vieles anders zu machen, und hat hier und da auch Highlights im Programm. Das erweiterte Aufgaben System, die passende Location und die grafische Seite wissen zu gefallen. Auch atmosphärisch ist der Titel nicht so schlecht und lebt hier vor allem durch die beiden Viewpoints. Was fehlt ist der stetige Anspruch im Spiel, da die Aufgaben insgesamt doch recht leicht geworden sind. Auch das fehlende langwierige Erlernen der Kommandos wie bei Nintendogs spielt hier mit rein. Hier erlernt man alles sehr schnell und simpel, ohne das man gefordert wird. Auch das Pflege Feature ist nicht so intensiv wie bei der Konkurrenz und eben doch ein markantes Feature dieser Spiele. Für junge Spieler ein gelungener Titel, müssen sich die älteren Nintendogs Liebhaber keine Gedanken über eine Neuanschaffung machen.

 

+ Viele spiel. Möglichkeiten
+ Grafisch recht gelungen
+ Verschiede Viewpoints
+ Stetig wachsende Spielwelt
+ Foto Feature passend
+ Komplett Deutsch
- Aufgaben teils zu leicht
- Nutzt sich irgendwann ab
- Sound in der Endlosschleife

GRAFIK: 75%

SOUND/EFFEKTE: 45%

MULTIPLAYER: 55%

GESAMTWERTUNG: 68%

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