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3DS Paper Mario: Sticker Star
 
 
Paper Mario: Sticker Star - 3DS
Matthias Engert (20.01.2013)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Nintendo
GENRE: Act.Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.40 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein/Nein

   
Einleitung....

Nach einigen Jumper Titeln in der letzten Zeit, in denen Mario hüpfend mal in 3D und auch in 2D die Welten unsicher gemacht hatte, wurde es dann doch mal wieder Zeit für einen anderen Titel aus dem Mario Universum. Überraschend das es mal keine Spaßumsetzung irgendeiner Sportart war, sondern Nintendo einen noch nicht so oft genutzten Ableger neu aufgelegt hat - die Paper Mario Serie. Bisher immer auf den TV-Konsolen zuhause, stellt die 3DS Version von Sticker Star den ersten Handheld Titel der beliebten Serie dar. Warum auch nicht, zeigten doch nicht zuletzt die Mario & Luigi Teile auf den Handheld Systemen, dass man auch mit einem solchen Spielprinzip sehr viel Spaß unterwegs haben kann. Und Liebhabern der Serie ist es eh egal, auf welchem System sie einen solchen Titel spielen. Auch ich zähle mich zu den Fans der Paper Mario Reihe und war selber gespannt, was uns Nintendo für unterwegs so auf den 3DS gezaubert hat. Auch allein deshalb, weil schon im Vorfeld viel Ungewöhnliches über das Spielprinzip zu hören war. Oder besser gesagt die Tatsache, dass wohl nicht mehr alles so sein sollte wie früher. Aber reden wir nicht lange um den heißen Brei herum und schauen uns den Titel mal etwas genauer an.

Menus und die Story....

Sticker Star ist wieder ein Titel, für den sich einmal mehr Nintendo und Intelligent Systems verantwortlich zeigen. Von daher durfte man also sicher sein, dass man technisch keine bösen Überraschungen erleben würde. Bei den Rahmenbedingungen ist der Titel allerdings ein eher ungewöhnlicher Titel. Zumindest für Nintendo Verhältnisse. Denn mal abgesehen vom 3D-Effekt nutzt der Titel so gut wie keine anderen Features des 3DS. Für einen Spieler gemacht, gibt es weder einen Mehrspielerteil, geschweige denn eine andere Kontaktmöglichkeit nach außen. Auch Street- oder SpotPass Inhalte sucht man hier vergebens. Hier ist man wirklich allein in seiner Paper Mario Welt "eingeschlossen", um es mal etwas überspitzt auszudrücken. Nichts negatives, aber eben etwas ungewohnt für einen Nintendo Titel. Der Rest kommt wie gewohnt daher und man bietet euch natürlich ein komplett deutsches Spiel ohne Sprachausgabe und erlaubt euch das Anlegen mehrerer Spielstände. Die Geschichte zum Spiel ist im groben einmal mehr das altbekannte Strickmuster, das man hier nur ein wenig ausgeschmückt hat um den Faktor der Sticker. Das Abenteuer beginnt am Vorabend des Stickerfestes in Stickershoven. Oberschurke Bowser droht das Fest zu ruinieren, indem er den Sticker-Kometen in die Luft jagt, der jeden Wunsch erfüllt. Jetzt sind die sechs Royalsticker über das ganze Pilzkönigreich verstreut, und Mario begibt sich auf eine abenteuerliche Mission, um sie wieder herbeizuschaffen. Unterstützt wird er dabei von einer alten Bekannten, der Sticker-Fee Kersti.

In meinen Augen eher ein Geschichte als Mittel zum Zweck, ohne dass man dabei nun epische Hintergründe oder sonstige neue Geschichten erfährt. Für ein Spiel wie dieses ist die Geschichte passend, mehr aber dann auch nicht. Unter einer sehr passenden Hintergrundmusik startet das Spiel ohne großes Geplänkel und man landet sehr schnell auf dem Speicherplatzbildschirm. Ein richtiges Hauptmenu in dem Sinne gibt es hier nicht. Muss es auch nicht, da man dies für das gebotene Spielsystem auch nicht braucht. Man legt hier also seinen Spielstand an und startet danach sofort in das eigentliche Spiel.

Technik und Game Play....

Das Spiel selber beginnt dann mit einem recht langen und einführenden Vorspann am Vorabend das angesprochenen Stickerfestes. Alles verläuft friedlich und alle erfreuen sich auf dem großen Festplatz am großen Sticker-Kometen, bis Bowser mal wieder Bühne betritt. Allen stockt der Atem beim Versuch Bowsers, sich des Sticker-Kometen zu bemächtigen. Die Folge ist eine mächtige Explosion und neben zig Kometensplittern fliegen 6 sogenannte Royalsticker in den verschiedenen Ecken des Pilzkönigreichs. Ein Moment, wo man mal kurz die Welten des Spiels zu sehen bekommt. Zu guter Letzt versucht Mario Bowser Einhalt zu gebieten. Das geht gründlich schief und das Bild wird dunkel... Alles beginnt nun Tags darauf, als Mario auf dem völlig verwüsteten Festplatz erwacht und der Spieler das erste Mal die Paper Grafik und typische Darstellung zu sehen bekommt. Wie schon erwähnt ist Mario in dem Sinne nicht lange allein und macht schnell die Bekanntschaft der kleinen Kersti die er, wie jetzt vieles im Spiel, einfach von Wänden abziehen kann. Ebenso lernt der Spieler schnell ein weiteres Merkmal des Spiels kennen, den typischen Humor der auch hier wieder in vielen Dialogen gefallen sollte. Kersti bringt Mario erst einmal auf den neuesten Stand und das sie unbedingt die 6 Royalsticker wiederfinden muss, die über das Pilzkönigreich verstreut sind. Wie Mario nun einmal ist, bietet er Kersti seine Hilfe an und ihr als Spieler dürft kurz darauf endlich loslegen. Wer jetzt denkt Kersti und Mario spielen zusammen ein aktives spielerisches Doppel, der irrt gewaltig. Kersti ist zwar bis auf eine Ausnahme immer an Mario's Seite, deckt aber eher den Hinweis und passiven Hilfepart ab. Ansonsten steuert ihr nur Mario und agiert im gesamten Spiel immer mit ihm als Hauptcharakter.

Dabei ist das Spiel nun eingeteilt in das Dorf, samt eines Hafenbereichs als spielerisches Zentrum und angrenzend 6 verschiedene Welten. Wobei die letzte Welt sich fast mehr dem reinen Bösewicht und seiner Location widmet. Im Vergleich zu den anderen Welten davor nicht ganz so umfangreich. Keine Sorge ein Selbstläufer ist der Ort deshalb nicht. ;-) Das Ziel auf Marios und Kerstis Reise ist es nun die angesprochenen Royalsticker zu finden und beschaffen. Dabei bedient man sich des altbekannten Prinzips, dass man die Welten besucht, am Ende einen Boss erreicht und möglichst besiegt, um danach an den begehrten Sticker zu gelangen. Dabei ist die Art und Weise wie man die Welten besucht aber anders umgesetzt, als man das bisher in den Paper Mario Spielen gewohnt war. Auf dem 3DS erinnert das Wegesystem zunächst stark an die reinen Jumper mit dem rotbemützten Klempner und man läuft auf einer Weltenkarte von einem Level zum anderen und startet danach das eigentliche Level. Zu Beginn kann man als Spieler dabei in 3 der Welten reinschnuppern, während für die anderen einige Vorbedingungen erfüllt sein müssen. Stichwort Rätsel und Auftragsgameplay, dem in Sticker Star eine weitaus höhere Bedeutung zukommt, als man das anfänglich glaubt. In den normalen Levels ist es das Ziel, am Ende einen Kometensplitter zu erreichen. In vielen Levels gibt es davon mehrere, so dass viele Orte auch mehrere Ausgänge beherbergen, die auf der Karte auch zu mehreren Wegen von einem Level zu einem weiteren führen. Gefällt mir gut und macht viele Levels auch nicht so linear, wie man es anfangs ebenfalls erst einmal erwartet.

So hat man einfach gesagt 3 spielerische Bereiche, die einen in Sticker Star erwarten. Neben der Kartensicht für das Erreichen der Levels, wartet als nächstes der spielerische Adventure Teil, bei dem man Mario wie gewohnt von der Seite in den Levels agieren sieht. Der dritte Teil ist ebenfalls alles andere als unbekannt und deckt die reinen Kämpfe ab. Auch dieser Teil läuft auf den ersten Blick so ab, wie man das früher gewohnt war. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn die markanten Unterschiede zu früher zeigen sich sehr schnell. Während Mario anfangs noch im Dorf durch die Gegend läuft, kann man als Spieler die sogenannten Sticker erkennen und per A-Taste von den Wänden oder dem Boden abziehen. Danach landen sie im Album, das sich in mehrere Bereiche und mehrere Seiten aufteilt. Denn auch die Sticker Vielfalt ist in dem Sinne hoch und es sollte im Spiel viele Varianten geben. Die häufigsten sind die reinen Kampfsticker, die man eigentlich im gesamten Spiel aller paar virtuellen Meter finden kann. Das Album wird dabei auf dem Touch Screen dargestellt, während natürlich die reine Action auf dem 3D Screen abläuft. Alternativ gibt es im Spiel mehrere Shops, in denen man alle bis dahin gefundenen Sticker Varianten für die Kämpfe auch gegen Münzen kaufen kann. Mit ein paar ersten Stickern ausgestattet, gilt es seine ersten Erfahrungen mit dem Spielsystem zu machen. Man betritt eines der Levels und bekommt die nächsten Eigenheiten zu sehen. Bewegt wird Mario mit dem Schiebepad, während man per A-Taste springen kann. Dazu kommt mittels B-Taste der Einsatz des Hammers, den Mario hier als Grundlage vieler Aktionen immer dabei hat.

Damit kann man z.B. Bäume und Umgebungsdetails anschlagen, aber viel wichtiger auch Gegner in den Bereichen mit dem sogenannten "Erstschlag" erwischen, was im danach folgenden Kampf einen ersten Treffer auf den oder die Gegner bedeutet. Bedeutet auch dass man Gegner in den Levels sehen kann und nicht nach dem Zufallsprinzip agiert wird. Man kann vor Gegnern versuchen wegzulaufen, um einem Kampf aus dem Weg zu gehen, oder um sie von einer anderen Seite als Erster zu erwischen. Das man vor Gegnern davonläuft hat hier durchaus einen Grund und erklärt einen großen Unterschied zu den anderen Paper Mario Spielen. Auf dem 3DS gibt es kein RPG System mehr, was den spielenden Charakter angeht. Das heißt Mario besitzt kein Level in dem Sinne und man kann demnach auch seine Attacken nicht entwickeln. Das einzige was man hier im Spiel wirklich entwickelt, ist seine KP-Leiste für die eigenen Lebenspunkte. Dazu gilt es KP-Plus Items zu finden, die gut versteckt die Anzeige um jeweils 5 erhöhen. Zu Beginn hat man einen Wert von 20 zur Verfügung. Dadurch spielen sich auch die Kämpfe teilweise etwas anders, weil man nicht wie gewohnt über das Charakterlevel stärkere Attacken an den Gegner bringen kann. Startet ein Kampf, ist zunächst vieles wie gewohnt. Die Kontrahenten stehen sich gegenüber, wobei nun auf eurer Seite nur noch ein Charakter auftritt. Als frühes Beispiel habt ihr nun vielleicht einen Gegner mit dem KP Wert 8 als Kontrahenten. Um ihn zu besiegen, bedient man sich nun der einfachen Kampfsticker, die unterhalb im Album dargestellt werden. Es gibt reichlich verschiedene Varianten, die sich natürlich erst im Verlauf des Spiels freischalten und benutzen lassen. Ganz simpel gesagt gibt es bei den Kampfstickern 3 Rubriken. Schlagsticker wie der Hammer in verschiedenen Varianten, Sprungvariantenr wie verschiedene Schuhsticker und Geschosse, die man hier in Form von Ninja Sternen, einem Bumerang oder auch den berühmten Feuer oder Eisblumen finden.

Zu Beginn des Spiels hat man dabei nur die Möglichkeit 1 Sticker auszuwählen und mit dem richtigen Timing auf den Gegner zu bewegen. Auch hier ist das System bekannt und je nachdem wie gut man das Timing bei einer Benutzung hinbekommt, trifft man den Gegner mit verschiedenen Werten. Die sichere Variante trifft immer, zieht aber eben nicht so viele KP beim Gegner ab. Im Verlauf des Spiels gibt euch dann Kersti mittels einer Slot Maschine die Möglichkeit mehrere Kampfsticker pro Runde einzusetzen, was dann auch den taktischen Aspekt unterstützt. Hier spielen dann auch die Arten der Gegner eine große Rolle. Neben Kampfitems gibt es aber auch wieder die Pilze, die während des Kampfes die eventuell zur Neige gehende eigene KP Leiste auffrischen. Benutzte Sticker sind zunächst verloren und man muss diese also stetig sammeln oder kaufen. Ist aber in der Regel kein Problem, da wirklich genügend davon in den Levels platziert sind. Weiterer wichtiger Punkt sind die Wertigkeiten der Sticker. Auch hier gibt es Abstufungen, so dass man von einem Typ Sticker immer mehrere Stufen finden kann. Einfache farbige Varianten, gibt es die silbern glitzernde Variante und zu guter Letzt die Mega Color Varianten. Wird auch im Album mit einem schönen grafischen Effekt dargestellt und ziehen beim Gegner je nach Wertigkeit wesentlich mehr KP ab. Gewinnt man einen Kampf, gibt es hier nun keine Erfahrungspunkte, sondern in meisten Fällen Geld und auch Gegner lassen ihrerseits Sticker fallen. Anfangs hat man mit dem Prinzip keinerlei Probleme, erlebt aber im späteren Verlauf durchaus viele Momente, wo man Gegnern auch mal aus dem Weg geht. Denn ohne RPG System halten sie eigentlich dann oft auch auf. Grund liegt in einem weiteren wirklich neuen Punkt im Spiel. Wie schon erwähnt gibt es neben den Kampfstickern auch noch weitere Varianten. Einen Teil decken dabei die im Spiel sehr zahlreichen Rätsel ab, die Sticker Star schon das gewisse etwas geben. Denn leicht in dem Sinne sind diese Rätsel nicht. Auch wenn man anfangs gut vorankommt, ist die Art der Umsetzung im Verlauf durchaus ein knackiges Unterfangen.

Denn um alle Orte im Spiel und den Levels zu erreichen, haben sich die Entwickler ein kniffliges System ausgedacht. Die Rätselsticker haben im Album einen eigenen Bereich, den man hier mit dem Wort "Dingse" beschreibt. Ich bleibe lieber beim Begriff Rätselsticker. ;-) Diese Sticker findet man im Spiel in verschiedenen Größen wieder und definieren zumeist einen real existierenden Gegenstand. Nehmen wir als Beispiel mal einen Ventilator, mit dem man das System recht gut beschreiben kann. In einem der frühen Levels kommt Mario an einen Punkt, an dem er selber aufgrund starken Gegenwindes nicht weiter vorankommt. Über einen alternativen Weg kommt er auf der Rückseite eines im Level herumstehenden Ventilators wieder heraus. Man stellt sich davor, drückt die A-Taste um ihn zunächst mal auszuschalten und sammelt den Ventilator als Objekt erst einmal ein. Zum einen kann man nun den Weg durch das Level fortsetzen, zum anderen könnte man nun den Ventilator auch für eigene Zwecke gebrauchen. Und das muss man ja auch. An verschiedenen Orten innerhalb des Spiels gibt es nun die Möglichkeit aus dem realen Ventilator einen Rätselsticker zu machen. Diese wandern dann in das Album neben die Kampfsticker und können unter anderem auch im Kampf eingesetzt werden. Gerade für die Boss Gegner sind sie teilweise auch fast schon zwingend notwendig. Der eigentliche Zweck sind aber die Rätsel. Hat man nun als Beispiel diesen Ventilatorsticker in seinem Album, kann man eine weitere Neuheit im System nutzen - das sogenannte Paperisieren der Umgebung. Bleiben wir bei unserem Beispiel, bei dem Mario an einem anderen Ort plötzlich vor einer Windmühle steht, die aber nicht arbeitet. Drückt man jetzt die Y-Taste, so wechselt die Sichtweise mittels Kersti in den Paperisierungsmodus. Die Umgebung wird Flach wie ein Blatt Papier dargestellt und man sieht an entsprechenden Orten ein leeres Kästchen innerhalb des Bildschirms. Im Falle unseres Beispiels nimmt man nun den Ventilatorsticker aus dem Album und platziert ihn genau innerhalb dieses Kästchens.

Als Folge ertönt eine bestimmte Melodie und beim Wechsel zurück in die Spielgrafik bringt nun der Ventilator die Windmühle zum Arbeiten und man kann diese z.B. betreten. Nach genau diesem Strickmuster laufen das gesamte Spiel über die meisten Rätsel ab. Das schwierige an diesem Teil sind aber die seltenen und oft gut versteckten Hinweise auf die Nutzung und Fundort eines solchen Rätselstickers. Man kommt immer wieder an Stellen im Spiel, wo man Kästchen sieht und einen solchen Sticker einsetzen muss. Nur den richtigen zu finden und auch noch dabei zu haben sind dann wieder zwei andere paar Schuhe und ergeben im Spielverlauf durchaus auch viele langatmige Laufwege. Auch das darf man nicht unterschlagen. Da man oft nicht weiter kommt in solchen Momenten, muss man sich erst einmal auf die Suche machen nach dem richtigen Objekt. Hat man es gefunden, muss es erst zum Sticker umgewandelt werden, ehe man bis zu dem Ort erneut laufen muss, wo man den Rätselsticker einsetzt. Nervig wird es dann, wenn man eher durch Zufall einen benötigten Rätselsticker bekommt. Denn ab und zu sind diese bei weitem nicht in der Nähe versteckt und man findet viele passende in völlig anderen Welten. Der weitaus bessere Weg und auch so nachvollziehbar ist der Fakt, dass man erst Objekte findet, bei denen man noch gar nicht weiß, wo man sie später mal nutzen könnte. Aber allein für die Bossgegner kann man nie genug davon finden und umwandeln. Als Krönung gibt es dann auch Rätselsticker, die man direkt schon in den Levels findet, abzieht und an einer anderen Stelle benutzen kann. Bei diesen ist dann die Zuordnung auch einfacher, weil an diesen Orten eine freie und speziell dargestellte Fläche zu sehen ist, wo man sofort sieht, dass man hier etwas finden und einsetzen muss.

Keine Sorge, dass bedeutet nun nicht aller Meter in einem Level solche Rätselsticker benutzen zu müssen. So extrem ist es nun auch nicht. Aber in regelmäßigen Abständen gibt es diese Momente, die richtig schöne logische Rätsel bieten, aber eben auch die Gegenstücke, bei denen auch mal Gevatter Zufall helfen muss und die eigene Geduld auf die Probe gestellt wird. Von daher ist Sticker Star eines der wenigen Spiele, bei dem der Spieler eben mal nicht überall an die Hand genommen wird. Finde ich gut und hebt sich trotz der Bedenken bei manchen Rätseln klar aus der Masse heraus. Ansonsten erwartet euch in den Levels das Agieren Richtung Ende, um einen der Splitter zu finden. Ständig darf man sich mit Gegnern auseinandersetzen und trifft auf seinen Reisen auf der Freund und Feindseite so gut wie alles, was das Mario Universum so hergibt. Erzeugt dadurch wieder die typische Nintendo Atmosphäre und das Mario Flair wird euch also auch hier reichlich geboten. Lustig fand ich neben dem passenden Humor in vielen Dialogen auch kleine Dinge, wie z.B. die Platzierung von Luigi an einem bestimmten Ort. Auf diese Kleinigkeiten hat Nintendo einmal mehr geachtet. Motiviert wird man als Spieler auf dem Weg durch die Welten durch viele Dinge. Neben dem erfolgreichen Lösen der vielen Rätsel, ist man zudem bei jedem neuen Sticker gespannt was er leistet, oder aber freut sich über Boni die man findet. Allem voran die KP-Plus Items, wo man mehr als einmal versteckte Wege sehen kann, um daran zu gelangen. Nur hat man meist zunächst nicht den passenden Rätselsticker dabei, um sich vielleicht den Weg dorthin bahnen zu können.

Auch die Momente, wo man sich echt über Stunden nebenbei Gedanken machen kann, wie man eine bestimmte Stelle löst und was dort vielleicht die Lösung darstellt, sind im Spiel reichlich vorhanden. Hat man gerade in diesen langatmigen Momenten das Sitzfleisch und die Geduld, wird man auch mit einer hohen Spielzeit belohnt. Wobei natürlich ewiges Suchen nach einer Lösung bei jedem Spieler zu einer anderen Spielzeit führt. Hatte auch so meine Momente und gehöre mit meinen knapp 25 Stunden wohl eher zu den langwierigen Spielern. Aber wie immer will man doch alles auskosten und entdecken. Unterstützt wird das auch durch die Gebiete und thematischen Umgebungen. Je nachdem ob man nun im grünen agiert, schneebedeckte Gebiete absucht, oder die Wüstenlevel unsicher macht, nur lineare Wege zum Ziel gibt es hier bei weitem nicht. Auch dies motiviert, wobei es im Spiel so einen bestimmten Moment gibt, bei dem das durchaus auch noch zunimmt. Denn gleich nach dem Beginn des Spiels, sieht man über einen langen Zeitraum in vielen Levels Türen, die man nicht benutzen kann. Auch dazu muss man einen entsprechenden Rätselsticker haben, den man immer wieder neu kaufen muss. Kommt dann dieser Moment, wo man über einen bestimmten Shop genau diese Sticker kaufen kann, fängt man an viele Levels noch einmal anzugehen. Nur um zu sehen, was sich dahinter verbirgt. Und siehe da, speziell hinter diesen Türen findet man reichliche Objekte, die man im Anschluss zu Rätselstickern machen kann. Oftmals fallen einem sofort Orte ein, wo diese passen könnten und versucht sein Glück, auch wenn wie schon erwähnt das ewige Gelatsche, auch mal etwas langatmig und nervig sein kann.

Gerade dann fragt man sich eben doch, warum man das RPG Feature komplett rausgenommen hat. Genau in diesen Momenten hätte es sich dann eben doch angeboten und hätte das Spielsystem noch einmal erweitert. So ist zwar das Sticker System erfrischendes Neuland in der Serie, aber wäre zusammen mit dem gewohnten RPG System auch nichts Schlechtes gewesen. Dass man nur noch alleine agiert, sehe ich da gar nicht mal als Kritikpunkt. Man hat genug mit seinen Rätseln und Stickern zu tun, als sich auch noch um 2 Helden kümmern zu müssen. Dennoch sollten sich Fans der Serie und durchaus auch ältere Spieler das Spiel genauer anschauen. Der Anspruch mit all seinem "Wenn und Aber" macht schon Spaß und unterhält dann auch für eine recht lange Zeit. Ungeduldige Spieler könnten aber auf der anderen Seite auch mal die Lust am Spielen verlieren. Diesen schmalen Grat bietet das Spiel eben auch.

Grafik & Sound....

Auch grafisch hebt sich der Titel aus der Masse ab. Was auch nicht verwunderlich ist, da man auch hier konsequent den Paper Stil umgesetzt hat, der auch in 3D seinen Reiz ausspielen kann. Von daher gibt es genügend Momente, wo auch mit vollem 3D-Effekt eine gelungene Tiefenwirkung erzielt wird. Gerade was die Kämpfe angeht und Momente, wo man auch spielerisch extrem in die Tiefe des Bildschirms agiert. Dazu punktet der Titel durch die Gestaltung der einzelnen Welten, die zwar thematisch nichts Neues darstellen, aber konsequent kunterbunt gestaltet wurden. Gefüllt mit eigentlich so ziemlich allen Gegnern und Helden des Nintendo Universums, erzeugt man allein dadurch einen sehr gelungenen Mario Charme, den auch Sticker Star klar mitbringt. Egal ob das die Wüstenlevel betrifft, die Winterumgebungen und Lava Gegenstücke, oder auch die stimmige Villa Location im Spiel. Dazu kommen viele kleine Effekte, die durchaus eine gewisse Liebe zum Detail zeigen. Die Sticker, die je nach Wertigkeit verschiedene Glitzereffekte mitbringen, viele kleine Mimiken diverser Charakter und nicht zuletzt der Endkampf, der aus dem Spieler eher einen Glitzer Star statt Sticker Star macht. ;-) Was aber so eigentlich für alle der schweren, aber gut gemachten Bosskämpfe gilt. HiRes und hunderte Charakteranimationen sollte man hier nicht erwarten. Dafür ist ein Spiel wie Paper Mario nicht gemacht. Technisch ohne Fehl und Tadel darf sich der geneigte Mario und Nintendo Fan auf ein Widersehen mit reichlich alten Bekannten freuen. Selbst Luigi spielt hier eine Rolle. Zumindest an einem bestimmten Platz. ;-)

Der Sound ist passend und das was man hier erwartet. Oft könnte man zwar denken die Stücke stammen aus der Mario Party Reihe, waren aber eigentlich schon immer so angelegt in der Paper Mario Serie. Unterhaltsame und fast ausnahmslos lustige und schnelle Rhythmen erfreuen das Ohr und passen genauso zur Atmosphäre des Spiels wie der grafische Teil. Effekte sind ebenfalls reichlich enthalten, aber bis auf die typischen neuen Sticker Geräusche in diesem Spiel aber insgesamt nichts Neues.

Fazit....

Eine abschließende Bewertung ist bei Paper Mario: Sticker Star gar nicht so einfach. Denn das Spiel bietet schon reichliche Facetten, über die man trefflich diskutieren kann. Und wie sich in den Weiten des Internets zeigt, erzeugt Paper Mario viele Schwarz/Weiß Meinungen. Was mir sehr gefallen hat, waren die Spielzeit und die recht konsequente Umsetzung des Paper Themas. Sei es beim grafischen Teil, den Kämpfen und vor allem den vielen Rätseln, die wohl am meisten die Gemüter der Spieler erregen. Denn hier findet man schon einen recht hohen Anspruch vor, der viele Rätsel alles andere als leicht macht. Etwas das mir sehr gefällt und man endlich mal wieder einen Titel bekommt, wo nicht nach 5 Minuten irgendein goldener Mario einen an die Hand nimmt. Gerade ältere Spieler dürfen sich hier über die eine oder andere knackige Rätselnuss freuen. Aber und das darf man auch nicht verschweigen, ist auch Gevatter Zufall ab und an mit von der Partie und nicht immer sind die schweren Rätsel in meinen Augen logisch. Besonders dann ärgerlich, wenn man den passenden Rätselsticker nicht dabei hat und sich auch mal dumm und dämlich sucht. Von daher erlebt man auch viele etwas langatmige Momente. Hier balanciert das Spiel ab und an schon auf einem schmalen Grat. Kenne da selber ein paar Momente, wo nach Stunden die Lösung eher mal zufällig sichtbar wird. Glücklicherweise nicht die Masse, sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Geduld ist hier schon vonnöten. Gerade in diesen Momenten ist es dann schon schade, dass man auf das RPG Feature komplett verzichtet hat und man sich bei der Sucherei dabei ertappt, wie man allen Kämpfen versucht aus dem Weg zu gehen. Warum eigentlich und auch ich habe mich oft gefragt, was gegen den Einsatz der Sticker und des RPG Features spricht. Insgesamt aber dennoch ein gelungenes Spiel, bei dem der hohe Schwierigkeitsgrad nicht abschrecken sollte. In der Hinsicht bekommt man endlich mal wieder einige Kopfnüsse für sein Geld. Ein gewisses Frust- und Geduldsfell sollte man aber mitbringen. ;-)

 

+ Recht hohe Spielzeit
+ Bietet typischen Mario Charme
+ Sticker Idee erfrischend
+ 3D Effekt mit Paper Grafik
+ Viele anspruchsvolle Rätsel
+ Stetig neue Gegner & Sticker
+ Typisch gutes Kampfsystem
+ Komplett Deutsch
- Öfters langatmige Laufwege
- Zufall spielt ab und an mit
- Kein Charakter RPG Feature

GRAFIK: 80%

SOUND/EFFEKTE: 78%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 81%

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