konsolenkost.de

 
3DS Pokemon MD: Portale in die Unendlichkeit
 
 
Pokemon MD: Portale in die Unendlichkeit - 3DS
Matthias Engert (01.07.2013)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Spike Chunsoft
GENRE: RPG Adventure
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.35 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Ja/Ja

   
Einleitung....

Redet man im Jahr 2013 über das Thema Pokemon, so rücken schnell die beiden reinrassigen Editionen im Herbst in den Mittelpunkt. Aber wie so oft, ist das noch längst nicht alles zum Thema Pokemon. Aktuell sorgen die Racker mal wieder in einer Mystery Dungeon Variante für spielerische Unterhaltung. Das erste Mal auf dem 3DS, durfte man also durchaus gespannt sein, wie sich der Sprung vom DS in das 3D-Zeitalter so anfühlt. Ein gutes Gefühl kann man zunächst schon haben, überzeugten doch die DS Vertreter seinerzeit und brachten auch frischen Wind in die Pokemon Welt. Ein etwas anderes Spielprinzip, ohne jedoch auf die Grundlagen des Pokemon Universums zu verzichten. Wie immer auch hier durchaus mit viel Vorfreude gesegnet, schauen wir uns natürlich auch diesen Vertreter der Serie etwas genauer an.

Menus und die Story....

Wie immer natürlich unter dem Dach von Nintendo erschienen, war für die Entwicklung einmal mehr Spike Chunsoft verantwortlich. Zumindest sind dadurch radikale Gameplay Änderungen eigentlich erst einmal nicht zu erwarten. Auch bei den Rahmenbedingungen gibt sich das Spiel bis auf eine Ausnahme von der sehr gelungenen Sorte. Ihr bekommt ein komplett deutsches Spiel geboten, das wie immer auf Sprachausgabe verzichtet. Speichertechnisch wird sowohl die Cartridge, aber auch die SD-Karte genutzt und man bietet dem Spieler einen Speicherplatz an. Das Spiel unterstützt sowohl StreetPass und SpotPass und gibt euch die Möglichkeit zu viert das Hauptspiel zu erleben. Leider und das ist durchaus schade, gibt es den spielerischen Mehrspieler nur in der lokalen Offline Variante. Online Inhalte gibt es aber auch, die hier ähnlich wie ein Fire Emblem immer wieder neue Dungeons bereithält. Allerdings und auch das sei erwähnt, fast ausschließlich in vielen kostenpflichtigen Varianten. Aber zu diesem Punkt lasse ich mich im Mehrspieler und Online Abschnitt weiter unten noch etwas aus. Wie immer bringt auch diese Mystery Dungeon Variante eine eigene Story mit. Wieder etwas anders gemacht, werdet ihr als Spieler in die Welt der Pokemon gebeamt. Als Mensch erlebt ihr eines Nachts einen mysteriösen Traum, in dem euch jemand um Hilfe ruft und ihr kleine Fetzen der Verfolgung eines verängstigten Pokemons erlebt. Die Verwunderung wird nicht kleiner, als ihr plötzlich in die Welt der Pokemon gebeamt werdet und dort praktisch als eins von 5 verschiedenen und zur Auswahl stehenden Pokemon "wiedergeboren" werdet.

Von nun an gefangen in dieser Welt, müsst und sollt ihr das Geheimnis des Hilferufs lüften. Denn dieser Traum und immer wieder neue Fetzen der Geschichte erlebt ihr auch im eigentlichen Spielverlauf. Die Welt der Pokemon wird durchzogen von mysteriösen und plötzlich auftauchenden Dungeons. Eine treibende böse Kraft steckt dahinter, der ihr auf die Spur kommen sollt und ihr nicht weniger zu tun habt, als einmal mehr die Welt der Pokemon von bösen Einflüssen zu befreien. Bevor ihr die Geschichte erlebt, dürft ihr euch dem Spielstart widmen. Nach einem kleinen Vorspann landet ihr auf dem zu Beginn noch unvollständigen Hauptmenu. 6 Menüpunkte gilt es freizuschalten. Neben der Spielstart und Fortsetzen Option, könnt ihr euren Spielstand löschen, oder die alternativen Punkte teils sofort, aber auch teilweise erst später anwählen. So gibt es den Inhalt "Entdecke ein Magnaportal", den Punkt "Wunderpost", sowie die "Zusätzlichen Inhalte" und abschließend den Punkt "Team-Name ändern". Alles Dinge, auf die ich gleich noch etwas näher eingehe. Optionen in dem Sinne gibt es dann erst im eigentlichen Spiel über das Pausenmenu. Von daher wollen wir uns hier nicht weiter aufhalten und starten in ein weiteres Abenteuer aus der Mystery Dungeon Reihe.

Technik und Game Play....

Der eigentliche Spielstart, oder sagen wir besser die ersten knapp 6 Stunden Spielzeit, sind wohl mit die zähesten die ich je erlebt habe. Wie nur selten, fordert dieser Titel die Geduld des interessierten Spielers. Vor allem Spieler, die für einen ersten Blick eigentlich nur mal kurz reinschauen wollen, werden das Spiel schnell wieder in die Ecke legen. Das sei und muss hier wirklich vor dem eigentlichen Test angemerkt werden. Denn wirklich über Stunden gibt einem das Spiel das Gefühl, es mit einem seichten Kindertitel zu tun zu haben, dessen Tiefgang wenig mit der Serie bisher gemein hat. Glücklicherweise ändert sich das, aber eben erst nach einigen Stunden. Zunächst beginnt die Geschichte mit dem Traum des Menschen, der sich danach wie schon erwähnt inmitten der Pokemon Welt wiederfindet. "Wiedergeboren" als ein Pokemon, dürft ihr als Spieler nun aus 5 vorgegeben Pokemon euren gesteuerten Helden wählen. Fast schon Pflicht war es auch dieses Mal bei mir wieder eine Feuer Pokemon, in dem Falle mal wieder Floink. Habt ihr euch entschieden, stößt einmal mehr Ottaro zu euch, mit dem ihr nun das Doppel übernehmt, um das sich spielerisch alles dreht. Auch wenn später die Teamstärke wieder auf 4 gesteigert wird. Aber mit Ottaro zusammen bildet ihr den Kern der Rettungstruppe im Spiel. Vom Start bringt das Spiel mehr oder weniger intensiv, Anleihen aus anderen Spielen mit, an die man sich so oft erinnert fühlt. Vor allem Monster Hunter und Harvest Moon Anleihen erlebt man doch sehr oft. Ihr findet euch zu Spielbeginn in der Nähe der Stadtlocation Raststadt im Spieler wieder und trefft auf Morlord, der von nun so ein wenig euren Mentor darstellt und immer wieder helfend zur Seite steht.

Er klärt euch ein wenig über die aktuellen Gegebenheiten der Geschichte auf und das die Welt der Pokemon nicht nur von mysteriösen Portalen heimgesucht wird, sondern auch das Leben untereinander voller Neid, Missgunst und giftiger Atmosphäre unter den Pokemon geprägt ist. Das bringt recht fix unsere beiden Helden auf eine Idee, aus der Welt der Pokemon wieder ein Paradies zu machen. Damit ihr dieses Vorhaben, als eines von mehreren übergeordneten Spielzielen erfüllen zu können, gibt euch Morlord ein Stück Land an die Hand, aus dem man Harvest Moon like das Zentrum des neuen Pokemon Paradieses entwickeln soll. Bedeutet hier in Sachen Fakten, das ihr im Spielverlauf 8 große Parzellen nutzbar und fruchtbar machen könnt, und dort auch diverse Einrichtungen bauen lassen könnt. Doch bis soweit ist, dürft ihr euch erst einmal durch die quälend langatmige Anfangszeit des Spiels bewegen. Das beginnt schon sehr schnell mit dem Fakt Textgeschwindigkeit, die langsam daherkommt, und leider überhaupt nicht beschleunigt werden kann. Das kostet nicht nur Zeit, sondern fordert auch müde Spieler immens. ;-) Denn ein zweiter Fakt, der leider das gesamte Spiel über mehr oder weniger zu sehen ist, betrifft den Small Talk selber. Auf einem oft sehr seichten und zu kindlichen Niveau werden Fakten und Inhalte immer und immer wieder wiederholt. Man fühlt sich ein wenig wie ein Kind, dem man alles dreimal sagen muss. Das ist in meinen Augen gerade für die auch angesprochene ältere Zielgruppe zu viel des Guten. Dazu sehr viel belangloses Geschwätz, das durch die elend langsame Textgeschwindigkeit besonders auffällig ist. Kein Wunder das von den ersten Spielstunden ein sehr beträchtlicher Teil nur für Dialoge draufgeht und man kaum zum Spielen kommt. Und das will man schon, speziell Spieler die einen der Vorgänger gespielt haben.

Spielerisch gibt es 2 große Bereiche, die hier auch durchaus positiv miteinander verbunden sind. Zum einen die Dungeons und damit spielerische Action und vor allem das Mission-, Farm, & Baufeature, das sehr stark an Monster Hunter erinnert. Sprich alle kämpferischen Momente sind in sogenannte Missionen und Jobs integriert, mit denen ihr nicht nur die Charaktere verbessert, sondern vor allem Baumaterialien heranschaffen sollt. Diese wiederum dienen dazu, um die eigene Farm zu entwickeln. Denn nur so kommt man im Spiel voran, schaltet neue Bereiche und Dungeons frei und damit auch neue Pokemon, die man in sein Team holen kann. Denn auch das zeichnet die Serie aus. Anfangs mit den angesprochenen 2 Helden unterwegs, stecken im Spiel knapp 150 Pokemon, die man zumindest zum größten Teil auch in das eigene Team holen kann. Bedeutet schlussendlich dass bis zu 4 Team Mitglieder gleichzeitig hier unterwegs sein können. Und da auch wieder das berühmte RPG Feature enthalten ist, kann und muss man diese auch entwickeln, um wirklich alle Dungeons und Aufgaben lösen zu können. Wie das gesamte Spiel, entwickelt sich glücklicherweise auch die direkte Umgebung. Neben der Stadtlocation mit diversen Shops, bietet mit der Zeit auch die eigene Farm reichliche Möglichkeiten sich zu betätigen. Neben den Parzellen auf denen man Samen pflanzen, oder diverse Trainingsgebäude für Attacken errichten kann, gibt es auch hier Shops und vor allem die wichtige persönliche Truhe. Items und das auch hier wieder enthaltene Geld kann man dort deponieren, oder eben auch herausholen und mitnehmen. Gerade durch die neuen Baumöglichkeiten hat man das Thema Geld im Spiel aufgewertet. Denn die meisten Items muss man nicht kaufen, sondern findet sie in den Dungeons, die man ja immer und immer wieder besuchen kann.

Das Herzstück ist aber der sogenannte Job Schalter. An ihm bekommt ihr in allen Wertigkeiten die so wichtigen Aufträge. Jeder Job führt euch zu den im Spiel enthaltenen mehr als 40 Dungeons, wovon natürlich zu Beginn nur sehr wenige verfügbar sind. Ständige Belohnungen sind auch hier wieder wichtiger Bestandteil des Spielsystems. Die Dungeons in denen die Kampfaction abläuft sind wieder alle Zufallsgeneriert und bieten bis zu 99 Etagen, durch die man sich kämpfen muss. So ist der häufigste Ablauf im Spiel das Annehmen eines Jobs über den entsprechenden Schalter und ab geht es zum jeweiligen Dungeon. Dort löst man die Aufgabe, bekommt als Belohnung Geld und Materialien und beendet damit den Tag. Ein bisschen blöd dass man nur einen Job pro Tag annehmen kann. Virtuell versteht sich… ;-) Die Aufgaben sind sehr vielschichtig und reichen vom Finden & Retten diverser anderer Pokemon, über das Eliminieren von Schurken und natürlich das Finden spezieller Materialien. Dazu kommt dann eben das Feature, dass sich in den Dungeons besiegte Gegner euch anschließen möchten und ihr so das eigene Team nach und nach vergrößert. Da sich unter anderem auch Pokemon entwickeln, die gerade nicht im aktiven Team unterwegs sind, fördert man dieses Feature. Sobald man nun einen Dungeon betritt, was man ja auch Just for Fun machen kann, zeigt sich das durchaus bewährte und bekannte Action Spielprinzip der Mystery Dungeon Reihe. Wie schon erwähnt folgt das Spiel natürlich auch den Pokemon Gesetzmäßigkeiten. Diesmal mit Level 7 zu Beginn ausgestattet, müssen die Pokemon entwickelt werden, lernen neue Attacken und Ihr bekommt mit der Zeit auch neue Mitstreiter. Gleich ist wieder die Einteilung in die sogenannten Ebenen. Vergleichbar mit einem Turm bestehen die Dungeons aus Etagen, die man bis zum Ende durchqueren muss.

Innerhalb der Dungeons warten nun alle möglichen Pokemon als Gegner auf euch, gegen die es zu kämpfen gilt und die auch die benötigten Erfahrungspunkte bringen. Gleichzeitig sorgen die Dungeons dafür, dass herumliegende Items diesen Teil eines Pokemon Spiels abdecken. Hier also neben dem Shop eine weitere Möglichkeit um an Items zu kommen. Anfangs besitzt ihr einige wenige typische Attacken pro Pokemon und habt einen kleinen Rucksack für einige Items dabei. Auch hier wieder eines der größten Probleme zu Beginn, dass der Rucksack nie groß genug sein kann. Glücklicherweise kann man diesen zu bestimmten Zeitpunkten wieder upgraden. Ihr betretet einen Dungeon und die Sichtweise ändert sich danach nicht. Ihr lauft die Wege innerhalb einer Etage in der Iso-Sicht ab und müsst versuchen eine Treppe zu finden, um die nächste Etage zu entern. Dabei begegnen euch nun alle Arten und Klassen von Pokemon. Auch zugehörig zur Umgebung der Dungeons. Logisch das euch z.B. in Lava oder Wasser Dungeons, auch vermehrt die jeweiligen Pokemon begegnen. Die Art zu Kämpfen ist nun wie in allen Mystery Dungeon Spielen. Denn hier geht es nicht in gesonderten Bildschirmen zur Sache, sondern direkt auf dem 3D-Screen. Das heißt Ihr lauft durch die Dungeons, bis plötzlich ein Gegner Pokemon vor euch steht. Nun geht es Rundenbasiert, auch wenn es oftmals nach Echtzeit aussieht, zur Sache und man muss versuchen die HP des Gegners auf null zu bringen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Im Nahkampf kann man z.B. die A-Taste allein Drücken und vollführt einen einfachen Schlagangriff. Setzt man die L-Taste plus eine Action Taste mit ein, erscheint ein Attacken Menu und es kommen die Pokemon typischen Angriffe zu ihrem Recht. Im Fall von Floink als Beispiel die Glut oder der Tackle. Diese sind wie gewohnt nicht unendlich verfügbar, erzielen aber eine höhere Wirkung als der simple A-Knopf Angriff. Man sieht also mit der Zeit alle typischen Pokemon Attacken. Zweite Variante sind Fernattacken, so dass man Gegner auch mit Wurfgeschossen, die man aufsammelt attackieren kann.

Sind diese erledigt gibt es Erfahrungspunkte. Ein Nachrichtenfenster informiert euch darüber und Ihr habt alles im Blick. Sehr schön dass die EP nicht geteilt werden, sondern jedes beteiligte Pokemon im Team die gleiche Anzahl bekommt. Nach bestimmten Grenzen gibt es das berühmte Level Up und die Stats der Pokemon verändern sich. Was hier auf dem 3DS aber länger dauert als früher und man auch nicht auf den ersten Blick sieht, wann dies der Fall ist. Ein bisschen oberflächlicher gestaltet in meinen Augen. Erreicht Ihr bestimmte Level-Grenzen, können sie wie gewohnt neue Attacken erlernen, wobei eben eine alte vergessen werden muss. Wie immer laufen die Teammitglieder live und sichtbar mit euch herum. Sehr positiv finde ich die Möglichkeit dass sich nun auch die Attacken entwickeln können. Dreimal kann man dies erreichen. Setzt man also z.B. den Tackle oft ein, füllt sich ein entsprechender Balken. Ist dieser voll, wird auch diese Attacke stärker und erzielt mehr Wirkung. Das gilt dann für alle Pokemon und deren Attacken. Was erneut grenzwertig ist, betrifft das Continue System. Es gibt nämlich keins in dem Sinne. Man kann zwar jederzeit Speichern, nur ist dies ein temporärer Speicherpunkt und man landet auf dem Hauptmenu. Nur selten gibt es wie auf der Farm auch in den Dungeons feste Speicherpunkte, wo man Sichern und danach auch Weiterspielen kann. Ansonsten landet man nach einem plötzlichen Ableben innerhalb eines Dungeons auf dem Hauptmenu des Spiels. Gemessen am Spielprinzip manchmal ein harter Moment. Wirklich intensiv wird das Spiel nach den angesprochenen ersten 6 Stunden. Negative Kleinigkeiten bleiben zwar, aber die eigenen Möglichkeiten werden mehr.

Speziell wenn die eigene Farm mit einem Bronze-Rang bewertet wird. Dann kann man sich langwierig den eigenen Parzellen erst widmen, findet auf einmal Pokemon die sich einem anschließen und auch der Schwierigkeitsgrad in den Dungeons zieht an. Dazu schaltet man neue Feature frei, um z.B. mit einer sogenannten V-Welle auch an bestimmten Tagen, bestimmte Pokemon viel schneller entwickeln kann. Man rennt dann eben nicht mehr etwas gelangweilt durch die Gegend, wie zu Beginn, sondern vertieft sich mehr in das Spielsystem. Aber es dauert eben, bis man diesen Motivationskick erlebt. Das Spiel bietet schon den erhofften Tiefgang, versteckt ihn aber lange zu gut und hat manches auch nicht optimal eingebunden. Von daher ist der Titel kein Selbstläufer und blinde Empfehlung wert. Wer viel Zeit hat und investieren möchte, kann auch hier gerne zugreifen. Ein bedenkenlos empfehlenswertes Spiel für alle Pokemon Fans, ist Portale in die Unendlichkeit aber nicht.

Grafik & Sound....

Ich muss dieses Mal sagen, grafisch bin ich bei weitem nicht so angetan wie ich das selber gedacht habe. Ausgenommen ist der erneut sehr schöne 3D-Effekt im Spiel. Auch hier hat man die Tiefenwirkung sehr schön hinbekommen. Und da man hier den 3DS nicht sonderlich hektisch bewegt, kann man diesen Effekt auch den Spielverlauf über genießen. Überrascht war ich dagegen von der nicht sonderlich detaillierten Spielgrafik an sich. Hier hätte ich mir doch durchaus mehr versprochen. Die gesamte Grafikpräsentation wirkt kindlicher und dadurch gefühlt weniger edel auf den Betrachter. Viele grobe und teils auch etwas verwaschene Texturen sind nun nichts, was den 3DS sonderlich fordert. Egal ob das die Animationen oder reine Effekthascherei angeht. Vieles ist in meinen Augen zweckmäßig gehalten und wenig detailliert. Zwar sind die Umgebungen und Dungeons teils sehr farbenfroh, aber in meinen Augen auf einem recht einfach gestalteten Niveau. Zusammen mit den ersten Spielstunden kann man dadurch durchaus einen falschen Eindruck vom Gameplay und dem Tiefgang bekommen. Technisch muss man sich dagegen keine Sorgen machen. Hier zeigt das Spiel keine Schwächen.

Auch beim Sound ist der Gesamteindruck auf überschaubarem Niveau. Das immer gleiche Geräusch bei den teils zu langen und durch die Textgeschwindigkeit auch langsamen Gesprächen macht den Spieler durchaus auch mal etwas schläfrig. Dazu ist die Musik in vielen Dungeons sehr ähnlich. Sie dudelt zwar oft belanglos vor sich hin und unterhält den Spieler auch mit melodischen Klängen. Aber so ein wenig das packende und fordernde Etwas fehlt mir in der Sounduntermalung. Auch bei den Effekten wäre meiner Meinung nach mehr drin gewesen. Nicht was man jetzt konkret kritisieren muss, aber eben auf seichtem und oft recht einfachem Soundniveau.

Multiplayer/Online....

Wie vieles im Spiel, zeigt sich auch der wahre Mehrspieler erst zu einer bestimmten Zeit. Klar dass man hier das Team Feature im Hauptspiel erst einmal freispielen muss. Später danach gibt man euch die Möglichkeit auch mit Freunden das Spiel zu erleben und man kann maximal mit 4 Spielern die Dungeons unsicher machen. Nachteil ist die Tatsache, dass jeder Spieler eine Cartridge haben muss und man dadurch nur die teure Variante nutzen kann. Vorteil das erreichte Level und Items behalten werden und sie diese mit in das eigene Solo Spiel nehmen. Extra ein Spiel dazukaufen würde ich aber nicht und man sollte sich Freunde mit gleichen Interessen und damit dem Spiel suchen. Von daher eben schade, dass man dies nicht auch Online machen kann. Muss ja nicht mal das Hauptspiel selber sein. Externe Dungeons zu viert hätten es auch getan. So bleibt der Online Modus für den Download Content vorbehalten. Dieser ist lohnenswert gemacht, bietet aber ähnlich einem Fire Emblem auch einen Haken. Man will auch hier mal wieder nur euer Bestes, und wie immer ist das euer Geld. Über den Hauptmenu Punkt "Zusätzliche Inhalte" landet ihr kurz darauf in einem Online Download Bereich.

Zum Testzeitpunkt konnte man zwar 12 Dungeons herunterladen, nur 1 davon ist aber Kostenlos. Für alle anderen verlangt Nintendo im Einzelfall von 1,50 bis 3,00 Euro. Im Falle des Bonus Dungeon "Ultimative Wildnis" aber durchaus lohnenswert, da euch dort sagenhaft 99 Ebenen erwarten. Da geht das sonst durchaus zähle Leveln der Helden um einiges schneller. Einmal bezahlt, werden die Dungeons heruntergeladen und ihr könnt diese danach über die große Dungeon Karte im Hauptspiel beliebig oft anwählen. Wem der finanzielle Aspekt egal ist, findet zu den knapp über 40 enthaltenen Standard Dungeons hier also gelungene Alternativen, die auch für alle Ansprüche etwas bieten.

Fazit....

Der aktuelle Mystery Dungeon Titel ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man die Spiele wirklich lange anschauen sollte. Denn hätte ich meinen Test nach gespielten 6 Stunden verfasst, die Wertung wäre äußerst mäßig gewesen. Die zahlreichen und langatmigen Gespräche zu Beginn, wo man euch vieles mehrmals vom Urschleim immer wieder vorbetet und die dabei nicht veränderbare Textgeschwindigkeit erlebt, zehren schon ein wenig an den Nerven. Dazu ist alles zu Beginn sehr leicht und spielt sich einfach wenig aufregend. Man denkt wirklich, man hätte bei der Zielgruppe nur die ganz junge Pokemon Gemeinde im Auge gehabt. Glücklicherweise ändert sich das nach 6 Stunden und ab dem Zeitpunkt, wenn man für sein Pokemon Paradies den Bronze Rang erhält. Denn dann zieht auch der Spielspaß merklich an. Im Team mit 4 Pokemon, der Möglichkeit endlich die Felder um euch herum zu bewirtschaften und die vielen anderen kleinen und jetzt erst möglichen Aufgaben unterhalten den Spieler. Das Baumaterial- und auch Missionsfeature gefällt und erinnert oft an das Monster Hunter Gameplay. Zwar nerven einige Dinge bis zum Schluss, das langsame Textscrolling steht hier ganz oben, aber die Möglichkeiten werden einfach zahlreicher. Wirklich umgehauen hat mich der erste 3DS Auftritt aber trotz dieser positiven Aspekte nicht. Ein gutes Spiel, das wie die Vorgänger eine spezielle Pokemon Zielgruppe anspricht. Was man auf jeden Fall mitbringen sollte, ist aber Sitzfleisch und Ausdauer, um die ersten Spielstunden zu überstehen. ;-)

 

+ Sehr hohe Spielzeit
+ Über 40 Dungeons
+ Aufgaben abseits der Story
+ Download Content (Pay & Play)
+ Speichern Jederzeit
+ Attacken Entwicklung
+ Missions-Gameplay
+ Komplett Deutsch
- Die ersten 6 Stunden...
- Teils etwas langatmig
- Textgeschwindigkeit
- Viel zäher Small Talk
- Mehrspieler nur Offline
- Diesmal nur knapp 150 Pokemon

GRAFIK: 73%

SOUND/EFFEKTE: 73%

MULTIPLAYER: 72%

GESAMTWERTUNG: 74%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de