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3DS Pac-Man und die Geisterabenteuer 2
 
 
Pac-Man und die Geisterabenteuer 2 - 3DS
Matthias Engert (11.04.2015)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Monkey Bar Games
GENRE: Jump'n Run
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Einer der ältesten Videospiel Charaktere, oder besser gesagt der seinen Ursprung auf den Automaten hatte, ist sicherlich Pac-Man. Neben Mario einer der absoluten Oldies der Szene, den wohl jeder Gamer kennt und sicherlich in irgendeiner Form schon einmal erlebt oder gesteuert hat. Dabei sind die Zeiten seines Ur-Gameplays aber schon lange vorbei und nur noch selten sieht man den kleinen gelben Racker in 2D-Labyrinthen nach Punkten "schnappen". Wie bei vielen anderen Helden der Szene ist auch an ihm die Entwicklung nicht spurlos vorüber gegangen. Denn schaut man sich die letzten Jahre so an, konnte man Pacster in vielen Rollen und vor allem abseits von einfachem 2D erleben. Daher ist er ja nicht nur ein Dauerläufer im spielerischen Sinne, sondern hat seit einiger Zeit ja auch seine eigene TV-Serie mit dem vielsagenden Titel "Pac-Man und die Geisterabenteuer". Willkommen Zuhause könnte man meinen und wir erleben hier eine weitere spielerische Umsetzung genau dieses Themas. Denn schon in der zweiten Ausgabe darf der geneigte Pacster Fan die Geschehnisse der Serie auch auf seiner Konsole erleben. Stellvertretend schauen wir uns hier die 3DS-Version des zweiten Abenteuers etwas genauer an.

Menus und die Story....

Nicht weiter überraschend das auch der aktuelle Teil der Geisterabenteuer unter dem Dach der Firma Bandai Namco Games erscheint. Entwickelt wurde auch der zweite Teil der Serienumsetzung vom amerikanischen Entwickler Monkey Bar Games. Nicht unbedingt der bekannteste Entwickler hierzulande, begleitet man uns Nintendo Spieler dennoch nun schon seit GameCube Zeiten. Ganz so unerfahren sind sie also dann doch nicht. Zunächst positiv das man der angepeilten Zielgruppe eine komplett deutsches Spiel präsentiert was die Texte angeht. Sprachausgabe gibt es ebenfalls reichlich im Spiel, die man aber im englischen Original belassen hat. Alle Inhalte werden auf einem Spielstand gesichert, was hier nicht weiter schlimm ist. Denn spielbar ist der Titel nur allein und Mehrspieler Action bietet der Titel nicht. Schade dass man außer dem 3D-Effekt keine weiteren typischen 3DS Features abdeckt. Auch die Themen amiibo und New 3DS spielen hier keine Rolle. Hätte man ja denken können, beim baldigen Erscheinen der Figur und Ace Combat +. Von daher darf sich ein Spieler ganz dem Vergnügen widmen, dass natürlich auch wieder eine Geschichte mitbringt. Angelehnt an die gleichnamige TV-Serie "Pac-Man und die Geisterabenteuer", geht es im zweiten Teil des Videospiels wieder einmal drunter und drüber in der Pac-Welt. Ein weiteres Mal müssen Pacster, Spiral und Cylindria Ihr ruhiges Schulleben aufgeben, um PacWorld von der Geisterarmee zu befreien. Der üble Anführer "Lord Betrayus" will wieder einmal die Herrschaft von PacWorld an sich reißen. Hier kommt ihr ins Spiel und dürft gegenüber dem eigenen Vorgänger einiges mehr an Aktionen und Charakteren dazu nutzen.

Der reine Spielstart in relativ simpel. Ohne großartigen Vorspann geht es zunächst zum eigentlichen Hauptmenu. Einzig wenn ihr den Title Screen mal eine Weile stehen lässt, könnt ihr euch an ein paar Ingame Szenen ausgewählter Bereiche des Spiels erfreuen und seht schnell, das hier ein waschechter 2D/3D Jumper im Stil von Mario, Rayman & Co auf euch wartet. Das Hauptmenu selber bietet euch verschiedene Möglichkeiten. Neben dem Beginn eines Neuen Spiels, dürft ihr ein gespeichertes Fortsetzen, die Credits begutachten, die sogenannten Auszeichnungen einsehen und die Optionen besuchen. Sind die Auszeichnungen typische Dinge, die man im Spielverlauf automatisch und ohne großen Nutzeffekt freischalten kann, dienen die Optionen neben dem Soundbereich, für das Einstellen der Y-Achse. Da wie schon erwähnt mehr Charaktere als Pac-Man verfügbar und steuerbar sind, deckt man damit die dortigen fliegenden Fortbewegungsmittel ab. Immer positiv wenn man die Y-Achse seiner eigenen Vorliebe anpassen kann. Zu guter Letzt kann man sich das Steuerungssetup und die Tastenbelegung anschauen, ohne diese aber verstellen zu können. Mehr ist es hier zunächst nicht und wir können uns ganz dem eigentlichen Abenteuer widmen und beginnen dazu einfach ein Neues Spiel.

Technik und Game Play....

Beginnt ihr ein neues Spiel, startet auch die Geschichte. Immer schön wenn man den Spielern die Geschichte auch anhand von Sequenzen etwas näher bringt. Das ist hier der Fall und punktet dadurch atmosphärisch. Ebenfalls gelungen ist die Sprachausgabe, die diesen Eindruck unterstützt. Schnell werden so die wichtigsten Protagonisten vorgestellt. Neben den Bösewichtern um Lord Betrayus, stellen sich auch die 4 Hauptpersonen auf der guten Seite vor. Neben dem stetigen Begleiter und guten Geist der Truppe - Herrn M., warten mit Spiral, Cylindra und dem Haupthelden Pac-Man 3 steuerbare Charaktere im Spiel auf euch. Wobei wie schon erwähnt der Großteil mit Pacster erledigt wird. Er ist ja schließlich auch der Namensgeber des Ganzen. ;-) Ist die einführende Sequenz vorbei, landet ihr im Zentrum von Pac-World auf dem großen Hauptplatz im Park von Pacopolis. Dieser ist von nun an immer der Ausgangspunkt für eure Abenteuer und dient ebenso als organisatorische Zentrale. Wichtigste Stelle hier ist ein überdimensionaler Bildschirm, der euch zu den Welten und Levels im Spiel führt. Daneben warten unter anderem eine ausladende Statistikabteilung auf euch, sowie der Bereich "Pac-O-Pedia". In diesem kleinen virtuellen Nachschlagewerk könnt ihr euch über Gegner und Freunde informieren, sowie erreichte spielerische Dinge abfragen. Seien es die verschiedenen Fahrzeuge und natürlich Pacsters Verwandlungen, die er im Spiel annehmen kann und das Gameplay erweitern. Aber dazu später mehr.

Des Weiteren findet man kleine Minispielbereiche im Park, sowie das Labor von Herrn M., in dem der Spieler immer wieder die neuen erspielten Gestalten und Verwandlungen ausprobieren kann. Aber all das sind Bereiche, die man erst durch den Spielfortschritt erweitert. Also gilt es im Spiel erst einmal etwas voranzukommen. Also nichts wie hin zum überdimensionalen Bildschirm und ihr erreicht hier den Welten-Bildschirm. Hier werden alle 5 enthaltenen Welten als Art Planeten dargestellt, die euch von Pacopolis unter anderem auch nach Paclantis führen. Wie bei Mario & Co greift auch hier das Fortschrittsprinzip. Denn natürlich ist zu Beginn des Spiels nur die Welt in Pacopolis anwählbar. Man muss eine Welt nach der anderen komplett abschließen, um die jeweils nächste zu erreichen. Sobald man eine Welt anwählt, landet man ähnlich wie bei der Konkurrenz auf dem Level Bildschirm. Durch Wege verbundene Punkte, die jeweils für ein Level stehen. Auch hier gilt es ein Level nach dem anderen zu lösen, was im Verlauf zum einen der Spielzeit zuträglich ist, aber auch viel spielerische Abwechslung bietet. Finde ich gut und passend gemacht. Am Ende jeder Welt wartet zudem ein Boss Gegner, die auch alle namentlich zum Schmunzeln einladen. So wartet am Ende einer Welt ein Boss-Kampf als Paczilla. Der Name ist Programm und man fühlt sich hier in der Tat an alte Godzilla Spiele erinnert, da der Kampf mit überdimensionalen Charakteren ausgetragen wird. Zwischen 10 und 15 Levels warten pro Welt auf euch, so dass auch hier der Umfang punkten kann. Neben reinen Action Levels, warten immer wieder zwischendurch alternative Levels, in denen die Charaktere gemischt werden und vor allem deren Fortbewegungsmittel.

Gestartet wird mit Pac-Man, der auch den Hauptteil der Levels gesteuert wird. Dabei deckt Pac-Man vor allem die Jumper Levels ab, denen wir uns zunächst widmen wollen. Einmal ein Level gestartet, beginnt alles an einem Startpunkt und ihr als Spieler müsst einen Endpunkt erreichen. Dabei ist die Sichtweise ähnlich einem Mario Jumper in 3D-Umgebungen gehalten. Zwar meist sehr linear im reinen Weg zum Ziel, kann man sich dennoch in diesen Bereichen angenehm weiter nach den Seiten bewegen. Hier spielt sich Pac-Man auch wie ein gewöhnlicher Jumper dieser Art. Ihr schaut per Third Person Sicht auf das Geschehen und könnt den Charakter per Schiebepad bewegen. Natürlich spielt sich das Geschehen auf dem 3D-Screen ab, während der Touch Screen informatorische Dinge abdeckt. In Sachen Anzeigen werden auf dem 3D-Screen nur die Highscores angezeigt, während auf dem Touch Screen die Lebensleiste, die Anzahl der Leben und allerlei sammelbare Objekte dargestellt werden. Unter anderem kleine Kugeln, die vergleichbar mit Münzen gesammelt werden können und neben Punkten auch die Lebensanzeige stetig füttern. Hier muss man sich keine Gedanken machen und 50-70 Leben hat man eigentlich ständig zur Verfügung. Die Lebensleiste besteht aus 3 Herzen, die man bei Fehltritten und Gegnerkontakten verlieren kann. Sind einmal alle weg, startet man am Level-Anfang, oder an einem der zahlreichen Rücksetzpunkte, die man in den Levels platziert hat. Frust kommt hier also selten auf. Es sei denn man steht wirklich mit einer Stelle auf Kriegsfuß. Die Grundaktionen des Helden bestehen im Sprung per B-Taste, die man auch Doppel Variante eingebaut hat. Auch dadurch spielt sich der Titel sehr flüssig, da man in Sachen Steuerung viel Spielraum für Bewegungen hat. Die Y-Taste übernimmt Pacsters Angriffsmove, mit dem er Gegner fressen kann.

Das System hat man sogar noch erweitert. Agieren mehrere Gegner um Pacster herum, so kann man mittels Richtung und der Angriffstaste auch mehrere Gegner hintereinander fressen und eine Kombo erzeugen. Diese gibt mehr Punkte und ist auch in das Level-Design mit eingebaut. Denn viele Wege in die Tiefe oder nach oben, schafft man nur, wenn man hängende Objekte per Angriffsmove einen nach dem anderen in einer Kombo erwischt und so die Distanz zurücklegt. Ungewöhnlich ist die Umsetzung der Kamera, die hier als starre Variante agiert. Man kann sie also nicht selber beeinflussen, muss sich deshalb aber keine Sorgen machen. Für die Variante ist vor allem der recht weite Zoomfaktor sehr gut gelöst, so dass die Übersicht wirklich nur sehr selten mal leidet. Ausgestattet mit diesen Rahmenbedingungen geht es zügig durch die Level-Bauten, die recht ausladend nach allen Seiten gestaltet sind. Man killt Gegner, zerstört diverse Objekte um sammelbare Objekte zu sammeln und bringt viele einfache bis mittelschwere Geschicklichkeitspassagen hinter sich. An sich typische Jumperkost, ohne jetzt außergewöhnliches zu bieten. Den großen Reiz bietet das Spiel durch einen ganz anderen Teil. Denn je weiter Pacster im Spiel vorankommt, umso mehr Verwandlungen schaltet man frei. Mit diesen Verwandlungen erweitert man vor allem die Aktionsmöglichkeiten des Helden. Immerhin 9 dieser Verwandlungen bietet das Spiel, die allesamt eine andere spielerische Ausrichtung hervorbringen und sich die Abwechslung stark erweitern lässt. Ein paar Beispiele sollen euch das mal verdeutlichen. Mittels der Eispac Verwandlung kann der Held Wasser gefrieren und somit die Umgebung beeinflussen. Springbrunnen oder Gegner kann man so einfrieren und als starre und bewegliche Eisblöcke nutzen. Metallpac erlaubt es euch unter anderem per Magnetfunktion an entsprechenden Orten entlanglaufen zu können.

So kommt man auch an metallischen Wänden oder Decken voran. Granitkugelpac erinnert sehr an den Morphball aus den Metroid Spielen und hier erlebt der Spieler oft kleine Abschnitte, in denen man vor Gegnern in die Tiefe des Screens oder euch zugewandt agiert. Flummipac spielt sich wie es klingt. Per Tastenaction kann man hier viel höher agieren und auch Trampoline und ähnliche Vorrichtungen nutzen. Paczilla fördert wie schon angesprochen den bildschirmfüllenden Pacster zutage und steuert sich entsprechend träge, aber eben auch mächtig. Dazu gibt es mit der Chamäleonpac Verwandlung die Möglichkeit unter Wasser agieren zu können, was ebenfalls die spielerische Action erweitert. Hier steuert sich Pac auch anders. Das Schöne an diesem System ist vor allem, dass innerhalb eines Levels auch mehrere genutzt werden können. Per R-Taste kann man zwischen den Verfügbaren durchschalten und sie entsprechend nutzen. Da spricht dann auch nichts dagegen mit diesem Fähigkeiten ältere Level nochmal zu spielen. Alle diese Bereiche tragen zum guten Gesamteindruck bei, der dennoch insgesamt ruhig ein wenig schwerer hätte sein können. Denn auch die alternativen Levels mit Spiral und Cylindria sind relativ leicht machbar. Wobei über allem auch die zahlreich verfügbaren Leben stehen, die zusammen mit den Rücksetzpunkten vieles flüssig spielbar macht. In diesen Levels wird zumeist geflogen, so dass hier ein gewisses Flugshooter Feeling aufkommt. 4 verschiedene Vehicle stehen zur Verfügung, wobei im späteren Verlauf auch Pac-Man damit agieren kann. Ansonsten fliegt man hier durch relativ kurze und überschaubare Areale und ballert mit Einzel und Suchgeschossen alles vom Himmel was Punkte bringt. Das Erreichen des Highscores ist neben dem reinen Spielfortschritt das große Spielziel in den Levels. Dabei spielt man locker 10-12 Stunden und wird dabei gut unterhalten. Langeweile oder gar Frust kommt hier nicht auf.

Grafik & Sound....

Grafisch ist das Spiel eher etwas schwach auf der Brust und nutzt keineswegs die Möglichkeiten des 3DS. Positiv ist die Abwechslung, die man auch durch die zahlreichen Welten und Verwandlungen erreicht. Allerdings ist reine Gestaltung oft etwas einfach und eintönig gehalten. Die Detailfreude leidet da schon etwas und manche Umgebungen wirken recht grob. Hier schließt sich gleich der 3D-Effekt mit an, der auch nicht besonders intensiv daherkommt. Da gibt es auch im Jumper Bereich mittlerweile ganz andere Kaliber auf dem 3DS. Auch die Lebendigkeit fehlt etwas, da abgesehen von den Gegnern nicht so vieles animiert dargestellt wird. Technisch gibt es nichts zu meckern. Alles läuft flüssig und auch die Kollisionsabfrage passt. Einzig beim Metallpac gibt es mal so die störrischen Momente, wo er einfach nicht an der Metalloberfläche hängen bleiben will. Ist aber nicht allzu oft der Fall.

Beim Sound dudelt euch sehr typische Musik für einen Jumper entgegen. Alles sehr melodisch und fröhlich angehaucht und durchzogen Pac-Man typischen Klängen. Das gilt auch für die Effekte, die doch recht zahlreich und prägnant eingebaut wurden. Abgerundet von der Sprachausgabe, die zwar in Englisch daherkommt, aber sich durch eine gute Betonung auszeichnet.

Fazit....

Pac-Mans zweites Abenteuer ist ein gelungener Titel für die jüngere Zielgruppe. Vor allem für jüngere Jumper Fans, die spielerische Abwechslung mögen und auch nicht nach einer halben Stunde den Abspann sehen wollen. Der Umfang ist überraschend hoch und das Spiel bietet vor allem durch das Verwandlungsfeature ein klares Highlight, von dem sich auch andere Spiele etwas abschauen könnten. Dadurch erweitert man das reine Jumper Spielprinzip doch sehr, auch wenn es insgesamt ruhig hätte schwerer sein können. In meinen Augen auch der Grund, warum ältere Spieler eher weniger Spaß mit dem Titel haben werden. Ein Mario oder Rayman Kaliber ist das Spiel nicht. Was bleibt ist ein unterhaltsamer und guter Jumper, der sich auf dem 3DS im oberen Mittelfeld ansiedelt.

 

+ Gelungen für junge Gamer
+ Ansprechender Umfang
+ Spielerische Abwechslung
+ Guter Wiederspielwert
+ Gelungene Steuerung
+ Pacs Verwandlungen
+ Komplett Deutsch
- Kein Mehrspieler
- Meist sehr linear
- Für älter Spieler oft einfach
- Grafisch etwas bieder/3D-Effekt

GRAFIK: 63%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 69%

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