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3DS Need for Speed: The Run
 
 
Need for Speed: The Run - 3DS
Matthias Engert (26.12.2011)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Firebrand
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-8 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK12
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.35 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE/SPOTPASS: Ja/Nein

   
Einleitung....

Das Thema Need for Speed und Nintendo Plattformen, ist seit einigen Jahren fast schon eine Geschichte voller Missverständnisse, um mal einen alten Werbeslogan zu benutzen. Irgendwie gab es vor Jahren mal einen Bruch und vorbei waren die Open World, Explore und Tuning Zeiten, wie viele es noch von Underground 2 oder auch einem Most Wanted her kennen. Seit Jahren sind vor allem die Wii Versionen immer mehr zu simplen Arcade Racern geworden, die in meinen Augen nur noch wenig mit dem Need for Speed Flair gemein haben. Egal ob wir über Nitro reden, oder auch Hot Pursuit. Zwar boten auch diese Titel durchaus Spaß, aber auf einem ganz anderen Level und vor allem bei einer anderen Zielgruppe. Neben den Wii Versionen gab es auch immer die Handheld Gegenstücke, die ab und zu mal das Eisen aus dem Feuer holen mussten, aber auch hier konnte kein Titel wirklich überzeugen. Neues Jahr - Neues Glück, so könnte die Devise lauten und EA schickt seinen Vorzeige Racer einmal mehr auf die einzelnen Plattformen. In diesem Jahr gab es zudem das Debut auf dem 3DS. Klar dass wir euch neben der Wii Version auch diese Umsetzung ausführlich vorstellen wollen. Vorfreude auf neues Need for Speed Futter gibt es bei mir immer noch mehr als genug. Daran wird es auch nie scheitern. Wohin das Fan Pegel nun auf dem 3DS in diesem Jahr ausschlägt, zeigt euch der Test zu The Run für unterwegs.

Menus und die Story....

Lange ist es dabei her, dass ein Need for Speed Titel für unterwegs mal nicht von einem internen EA Studio kommt. Verantwortlich für The Run ist die Softwareschmiede Firebrand, der wir ja in Sachen Rennaction für unterwegs unter anderem den DTM Race Driver seinerzeit verdanken. Also allemal keine Unbekannten und Unerfahrenen auf diesem Gebiet. Was die Rahmenbedingungen angeht, bringen sie auch einiges mit und präsentieren auch ein bisher noch nicht erlebbares Feature auf dem 3DS. Zunächst wird euch ein komplett deutsches Spiel präsentiert, das neben deutschen Texten auch mit einer ebensolchen Sprachausgabe glänzt. Nicht ganz unwichtig, da The Run auch mal wieder eine Story mitbringt. Gespeichert wird sowohl intern, wie auch auf der SD Karte. Erklärbar hier durch ein gut genutztes StreetPass System. Dazu kommen lizenzierte Inhalte, was die Fahrzeuge angeht und ein recht ausladender Mehrspieler. Zwar auch mit Kritik behaftet, bietet er Rennaction gegen 7 Gegner. Lokal mit möglichen 8 menschlichen Fahrern, geht es Online mit 4 Rennfahrern zur Sache. Aber mit einem ganz feinen Feature, dass ich im Mehrspieler Teil noch genauer anspreche. Wie schon kurz erwähnt gibt es in The Run mal wieder eine Story. Hauptakteur ist der ehemalige Rennfahrer Matt, der so ziemlich ganz unten angekommen ist. Er soll Schuld am Tod der Tochter eines ehemaligen Rennfahrer Kollegen sein, steckt in Schulden und wird auch sonst von einigen zwielichtigen Figuren verfolgt. Sein letzter Ausweg scheint ein illegales Rennen zu sein - The Run, dass von der Westküste der USA bis nach New York gehen soll. Als die Hoffnung auf eine Teilnahme zu schwinden scheint, betritt eine mysteriöse junge Frau die Bühne und gibt ihm die Möglichkeit das Rennen zu starten, ohne das Matt weiß welche Ziele die Frau verfolgt. Eine nette, wenn auch insgesamt recht banale Story.

Der erste Spielstart gestaltet sich trocken und führt euch schnell zu den eigentlichen Inhalten. Was man bisher eher von der Konkurrenz her kannte, erlebt der Spieler hier sofort nach dem Einschalten. Seid ihr mit euren 3DS Onlinefähig, dürft ihr als erstes entscheiden, ob ihr im Hintergrund jederzeit Online sein wollt. Über das Autolog Feature werden euch Herausforderungen und Ergebnisse jederzeit übermittelt, sofern ihr diesem Feature zustimmt und Freunde registriert. Spielerisch geht es aber erst mal lokal zur Sache. Das Hauptmenu des Spiels offeriert euch anhand eines seitlich scrollenden Menus die verfügbaren Punkte. Über allem thront hier natürlich der Modus The Run. Dazu kommen die Punkte Challenge und eben der Autolog, der auch den Mehrspieler Teil beinhaltet. Dazu die Statistik für euer Online und Offline Spiel und die erspielten Meilensteine, die hier eine besondere Bedeutung bei der eigenen Bewertung haben sollten. Zu guter Letzt warten die Optionen auf einen Besuch. Hier könnt ihr neben Soundeinstellungen auch verschiedene Steuersetups nutzen. Dazu die Credits einsehen oder den Schwierigkeitsgrad und die Kamera Position ändern. Wobei man letztgenanntes auch im Spiel jederzeit ändern kann. Alles nicht besonders spektakulär, also schwingen wir uns gleich hinter das Steuer und versuchen erfolgreich in einer Jagd von San Francisco nach New York zu gelangen.

Technik und Game Play....

Die Machart des Modus The Run ist zunächst auf dem Papier eine ganz feine Sache und macht sehr schnell Lust auf mehr. Denn hier ist es eure Aufgabe innerhalb des Spiels von der Westküste beginnend, in insgesamt 26 Rennen verschiedenster Rahmenbedingungen von Platz 150 einer internen Rangliste, möglichst mit der Ankunft in New York auf Rang 1 zu stehen. Klingt zunächst für all die Rennfans interessant, die es mögen sich als Underdog nach ganz oben zu arbeiten. Fällt auch bei mir durchaus auf fruchtbaren Boden. ;-) Präsentiert und begleitet wird der Spieler dabei von der Geschichte, die hier in Form von teils animierten Comic Zeichnungen umgesetzt sind. Diese erlebt der Spieler nach jedem einzelnen Rennen, die hier als Episoden bezeichnet werden. Eingeteilt in 5 übergeordnete Akte, erlebt der Spieler auch genau diese Anzahl an Fahrzeugen im Modus The Run. Das Spiel bietet zwar insgesamt 38 lizenzierte Fahrzeuge in 5 verschiedene Klassen, wirklich alle nutzen kann man nur im gelungenen Challenge Modus und natürlich in allen Mehrspieler Modi. Dabei sollte die Auswahl von einfachen Golf I, über aktuelle Sport und Muscle Cars, bis hin zu Edelflitzern wie dem Pagani oder auch einem bulligen Streifenwagen. Hier werden euch die Fahrzeuge in den Episoden gestellt. Sprich Tuning und ähnliche Anpassungen spielen im Modus The Run überhaupt keine Rolle. Kann man natürlich so und so sehen. Bringt aber zumindest eine theoretische Chancengleichheit, die aber an ein paar Macken kranken sollte. Bevor nun eine Episode beginnt, die man auch jederzeit wiederholen kann, bekommt man im Auswahlbildschirm einige Infos zum Rennen.

Neben dem simplen Namen und der Rennlänge, die aktuelle Bestzeit bei einer Wiederholung und welchen Platz man gerade belegt. Zu Beginn natürlich ist man Letzter und 150. in der internen Wertung von The Run. Die erste angesprochene Sequenz beginnt und ihr als Spieler findet euch wenig später hinter dem Steuer des ersten Wagens wieder. Immer an eurer Seite die mysteriöse junge Frau, die aber spielerisch keinen Einfluss auf das Geschehen hat. Wichtiger Punkt im Spielsystem ist die Tatsache, dass euch im Hauptmodus nur sogenannte Sprintrennen erwarten. Sprich ihr startet an einem Punkt A und die Jagd nach Punkten, Zeiten und Platzierungen endet an einem Punkt B. Rundenrennen gibt es hier nicht. Ebenso umstellen muss man sich, wenn man hier nur Wettrennen erwartet. Etwas das Need for Speed durchaus auszeichnet und nichts Schlechtes ist. Man muss Gegner und Polizei ausschalten, nach Zeit bestimmte Abschnitte beenden und etwas diskussionswürdig - Geschicklichkeitsmomente meistern. Alles Dinge auf die ich gleich noch etwas näher eingehe. Neben der eigenen Platzierung wird man als Spieler mit einem Rang eingeteilt, der später auch Online sichtbar ist. Hier vermischt man die Inhalte recht gut und vor allem das Freispielen von Fahrzeugen kann man auf diesem Wege erledigen. Auch wenn es in The Run selber keine Auswirkung hat. Neben Zeiten spielen hier also auch Punkte eine ganz große Rolle. Hier auch dargestellt als Geld. Fast schon eher Burnout Feeling kommt dann zum Zuge und Dinge wie Beinahe Unfälle, oder das Eliminieren anderer Gegner und Polizeifahrzeuge in bestimmten Episoden vervielfachen euren Score. Auch dies hat alles seinen guten Grund. Den wichtigen dabei um eben im Rang zu steigen.

Wie in einem RPG füllen erfahrene Punkte nach einer Episode eine Balkenanzeige, die am Ende einen Rangaufstieg Bedeuten. Sie schalten neben Fahrzeugen neue Schwierigkeitsgrade im Challenge Modus frei, über den man wieder Zugriff auf neue Inhalte hat, die wiederum Dinge freischalten. Soweit mitgekommen mit meinen Ausführungen. ;-)) Aber zumindest haben die Mannen von Firebrand das System recht gut und motivierend umgesetzt. Zweiter wichtiger Punkt des Score Features in den Rennen ist der Umstand damit Bonus Leben zu erspielen. Ja ihr lest richtig. Denn hier hat man vor dem Rennstart immer 3 Leben. Erreicht man ein gefordertes Ziel im Rennen nicht und alle Leben sind drauf gegangen, das kann auch 1 Meter vor dem Ziel sein, so beginnt man das komplette Rennen von vorn. Und ja, es gibt diese Momente durchaus. ;-)) Schafft man es aber durch Windschatten Fahren, Action auf der Gegenfahrbahn oder eben dem Eliminieren von Gegnern 10.000 Punkte zu erfahren gibt es ein Bonusleben. Speziell die letzten beiden Episoden 25 und 26 sind in meinen Augen nur damit zu schaffen. Aber es gilt die doch recht gute Mischung hervorzuheben. Nicht jede Episode wird zum Nervenspiel. Auch wenn ich mir im Nachhinein hier mehr Rennen gewünscht habe. Anhand eines solchen Rennens will ich euch mal das Grund Game Play etwas genauer erklären.

Der Start in ein Rennen beginnt nach einem Countdown. Danach folgt das Spiel natürlich klaren Screen Regeln. Während der Top Screen die Fahraction samt Anzeigen für Tacho; Leben und Zeiten bereithält, dient der Touch Screen als Karte, die alle Fahrzeuge in Reichweite auf Kartenausschnitten darstellt. Dazu kommt das erspielte Geld, also die Punkte und wie weit es in Sachen Entfernung noch bis zum Ziel ist. Gefahren werden kann das Spiel aus 3 Perspektiven, die einige Geschmäcker abdecken. Ich für meinen Teil bin hier mit der entfernten Kamera hinter dem Fahrzeug am besten klargekommen. Die Steuerung selber ist einfach und schnell beherrschbar. Was auch gut ist, da es ein Schadensmodell gibt, dass auch gut funktioniert. Im Tacho habt ihr neben dem Nitro auch eine Anzeige für den Zustand eures Wagens. Ist diese leer, fliegt ihr unter einer mächtigen Explosion von der Strecke, werdet aber gleich wieder abgesetzt. Nur eben mit einem Leben weniger. ;-) In der gebräuchlichen Variante der Steuerung gibt man mit A Gas und kann mit B Bremsen. Dazu kommt die Handbremse per Y-Taste, die man hier wesentlich öfters einsetzt als die Bremse selber. Was vor allem an den meist geradlinig gehenden Strecken liegt. Eher schnelle und langgezogene Kurven erwarten euch hier. Enge und verwinkelte Strecken gibt es eher selten. Gelenkt wird ausschließlich mit dem Schiebepad, was hier aber eine recht gute und weiche Kontrolle hergibt. Kleiner Nachteil ist das Driftverhalten, dass sehr auf Arcade getrimmt ist. Zwar nicht so schlimm wie im Vorgänger oder gar bei Nitro, kann man den Wagen aber über eine feste Aktionsfolge mit Gas und Einlenken in einen kontrollierten Drift bringen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit geht aber auch das gut von der Hand, auch wenn ich es persönlich etwas realer gemocht hätte. Aber wie immer eine persönliche Anmerkung.

Es gibt per L-Taste einen Rückspiegel und man kann über die R-Taste einen Nitro zuschalten, der so lange anhält wie die Anzeige dafür gefüllt ist. Dies tut man über Aktionen in den Rennen. Sobald die Rennaction nun losgegangen ist, sieht man in den reinen Wettrennen die Gegner vor sich, da man immer als Letzter startet. Ziel ist es diese zu überholen. Motivierend gemacht, weil man bei allen die Platzierung auf dem Dach sieht und wie bei allen anderen auch eine "Lebensanzeige" in Form eines grünen Balkens. Was hier wie in allen Modi aber nicht so sehr gefällt ist dabei die Gegner KI. Sehr unausgewogen und künstlich gehalten kommt man als Letzter zwar gut an die Gegner heran. Denkt man danach aber spielend an ihnen vorbei zu sein, kleben sie danach erst mal an euch. Mit der Zeit aus dem Fokus verschwunden, fahren sie kurz darauf wieder hinter euch. Selbst wenn man fährt wie ein junger Rennfahrer Gott. Die Würze liegt hier in anderen Dingen, die aus The Run zwar wieder einen Arcade Racer machen, aber doch auf einem höheren Niveau als in den Vorgängern. Denn Polizei und vor allem Gangster gibt es mehr als genug. Und die bearbeiten euch auf den Strecken ohne Ende. Dabei muss man versuchen diese zu killen, und gleichzeitig möglichst den Gegenverkehr zu vermeiden. Das macht Laune, vor allem wenn man selber der aktive ist. Gegnerische Fahrzeuge in die Leitplanken zu schicken, oder effektreich in einen entgegenkommenden Laster zu drängen hat was. Und nicht nur aufgrund der dann einsetzenden Action Kamera, die das ganze aus einer völlig anderen Position aus zeigt. Erst wenn man mit seinem letzten Leben agiert wird man vorsichtiger und versucht durch gutes Fahren den Angreifern zu entkommen. Auch wenn das aufgrund der schwankenden KI ein fast aussichtsloses Unterfangen ist.

Nach dem Rennen werden die Position angezeigt und wohin ihr es geschafft habt. Dazwischen warten wie schon erwähnt neben reinen Polizei Episoden auch 1-1 Boss Gegner Rennen oder auch Zeitfahr-Duelle. Hier gefällt mir der konsequente Polizeieinsatz recht gut. Was mir nicht so gefällt sind die Geschicklichkeitsmomente und gescripteten Abschnitte. Mal wird mit einem MG, aus dem Heli oder gar mit einem Raketenwerfer auf euch geschossen. Diesen Sachen muss man ausweichen. Alles schön nach einem festgelegten Rhythmus, was diese Abschnitte erlernbar und langweilig macht. Nervig sind dann die Ausweichmanöver. Hier wechselt in manchen Rennen zu bestimmten Momenten die Perspektive immer ins Cockpit und ihr seid nur noch Passagier. Es gilt einzig nach links oder rechts auszuweichen, um z.B. Geröll von oben auszuweichen. Hier ist auch die Kollisionsabfrage nicht so genau, so dass man manches Mal eine Game Over erlebt, ohne zu wissen warum. Glücklicherweise nicht sehr oft, wenn dann aber durchaus nervig. Spaß macht der Modus The Run dennoch. Fängt zwar eher langweilig und simpel an. Bietet aber ab der Hälfte schon auch anspruchsvolle und unterhaltsame Kost. Lange dran sitzen tut man dennoch nicht. Meine reine Rennzeit war 2:53. Natürlich muss man schon noch Zeit dazu addieren für die obligatorischen Fehlversuche, ewig lang ist das aber dennoch nicht. Um weitere Zeit mit dem Spiel zu verbringen bietet sich der Challenge Modus an. 40 Missionen, die man auch noch erst freischalten muss, erwarten euch hier.

Ständig mit neuen Vorgaben, warten hier nun alle Eventmöglichkeiten aus The Run in Einzelrennen. Da man diesen Modus auch für das Freischalten von Fahrzeugen nutzen kann, kann der Modus punkten. Das gleich gilt für das Autolog, wo man zumindest für sich erst mal alle gebotenen Events fahren kann. Danach auch mit Freunden teilbar und über StreetPass auch mit unbekannten Spielern. Wer eher auf den Mann gegen Mann Fight steht, darf sich im Guten, wenn auch noch wenig besuchten Online Modus versuchen.

Grafik & Sound....

Grafisch ist The Run ein Spiel, das sich erst mit der Zeit von seiner schönsten Seite zeigt. Speziell die Wald und Wiesenstrecken in der Mitte des Spielverlaufs haben ein sehr edles Flair und heben das Spiel aus dem Mittelfeld. Zu Beginn und auch bei den Schneestrecken bleibt das Geschehen dagegen auf überschaubarem Niveau. Pluspunkt ist die 3D Darstellung, die Firebrand recht gut gelungen ist. Hier ist es dann fast schon ein wenig schade, das durch das Arcade Feeling und vor allem dem guten Game Speed über einen Verwisch-effekt dem Ganzen ein wenig die Wirkung genommen wird. Dafür hat man dann halt ein wirklich sehr schnelles Game vor sich. Hier gibt es auch weder Ruckler, noch sonstige technische Einbußen. Hier wissen die Entwickler die 3DS Hardware gut einzusetzen. Über die Strecken Designs kann man streiten, da es doch zumeist auf langgezogenen Abschnitten zur Sache geht. Wirklich anspruchsvolle fahrerische Strecken gibt es kaum. Reaktionsvermögen und Geschick beim Kampf gegen die Gegner zählen hier mehr, als das Beherrschen der Steuerung. Auch wenn es schon wichtig ist. Aber die Strecken geben zumindest kaum die Möglichkeit fahrerisch Vorsprung heraus zu fahren. Wobei hier auch die mäßige KI der Gegner eine Rolle spielt. Was auch für manche Fahrzeugmodelle gilt, die etwas gestaucht wirken. Dennoch technisch und grafisch ein gelungener Einstand auf dem 3DS.

Beim Sound ist es eigentlich ähnlich. In Sachen Effekten und Fahrzeugsounds gefällt das Gebotene, ohne jetzt Bäume auszureißen. Aber die Wagen klingen verschieden und bieten nicht nur Einheitsbrei in dieser Hinsicht. Gefallen haben die Musikstücke. Zwar sind nicht ewig viele im Spiel vorhanden, gefallen sie aber durch den Stil, der einfach auch mal was anderes bietet. Schnelle Rhythmen der gelungenen Art sind es aber allemal.

Multiplayer....

Der Multiplayer hätte durchaus das Zeug gehabt, zu einem der Besten auf dem 3DS zu gehören. Denn er bietet ein bisher nicht gespieltes und erlebbares Feature in diesem Rennspiel Genre.Einzig Mario Kart bringt es zumindest Lokal mit. Firebrand hat sowohl bei lokalen Rennen, wie auch bei Online Matches CPU Gegner eingebaut. Das bringt durchaus eine ungewohnte Dynamik in die Rennen. Hat man auf der Couch nur einen Freund dabei, werden die fehlenden durch CPU Gegner ersetzt. Schade nur, dass jeder menschliche Mitspieler ein eigenes Spiel braucht, hier also nur die teure Multicard Variante geboten wird. Online es das ähnlich. Treffen sich nur 2 Spieler zu einem Rennen, kommen 6 CPU Dödel dazu, was wesentlich mehr Spaß macht. Größter Nachteil im Moment ist die noch große Leere auf den Servern. Geht man Online, kann man neben Freunden auch gegen Fahrer aus der ganzen Welt fahren. Dabei gibt es zusätzlich ein recht gutes Ranglisten System, das motivierend gemacht ist. Seit Mario Kart auf dem DS traut sich glücklicherweise keiner mehr ohne ein solches System auf einen Handhelden. ;-) So auch hier. Neben dem Einrichten eines Spiels gegen Freunde, kann man eben auch weltweit gegen 7 andere Fahrer antreten. Wahlweise im Rennmodus oder auch bei Cops gegen Racer. Nur findet man die noch nicht. Ich habe bestimmt 20 Rennen hinter mir und maximal waren 4 menschliche Spieler dabei. Meist sogar nur einer. Das ist schade und nimmt auch dem Punktesystem ein wenig den Reiz. Erst wenn hier mehr los ist, kann man diesen Modus uneingeschränkt empfehlen.

Fazit....

Alles in allem ist das Debut der Need for Speed Serie ordentlich bis gelungen. Das liegt vor allem am interessanten Spielsystem, den zahlreichen Challenges und dem möglichen Potential der Mehrspieler Inhalte, ganz speziell dem Online Modus. Hier denke ich wird sich in Sachen Gegner Findung hoffentlich noch einiges tun. Auch technisch bietet The Run gute Kost, krankt in meinen Augen an anderer Stelle. Eine eher mäßige KI, die reine Spielzeit im The Run Modus und die erneut sehr konsequente Ausrichtung auf Arcade Action. Wenn auch wie schon angesprochen auf anderem Niveau als bei den Vorgängern. Hier und da noch ein paar mehr Strecken, die vor allem fahrerisch ein wenig mehr hergeben, und wir hätten einen richtig guten Titel. So platziert sich das Spiel im Mittelfeld auf dem 3DS. Wer auf actionlastige Arcade Rennen steht, ist hier durchaus richtig. Auf lange Sicht muss Online ein bisschen mehr los sein. Erst dann kann man den Titel auch für längere Spielsessions bedenkenlos empfehlen.

 

+ Gute Arcade Steuerung
+ Lizenzierte Fahrzeuge
+ Challenge Modus ausladend
+ Viel Gegner Action
+ Online mit CPU Gegnern
+ Background Musik passend
+ Strecken Grafik / 3D Effekt
+ Komplett Deutsch
- Gegner KI unausgewogen
- Upgrades nur visuell
- Online noch kaum Gegner
- Wenig intensive Story
- Keine Runden Rennen
- Gechicklichkeits-Momente

GRAFIK: 78%

SOUND/EFFEKTE: 75%

MULTIPLAYER: 73%

GESAMTWERTUNG: 74%

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