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3DS Navy Commander
 
 
Navy Commander - 3DS
Matthias Engert (07.04.2015)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Sanuk Games
GENRE: Simulation
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: 17.04.
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Erzählt man heutzutage den Kids, dass man in der eigenen Kindheit Spiele mit Zettel und Bleistift gespielt hat, dann erntet man nicht selten ungläubige Blicke. Heutzutage kommt bei vielen das große Schwitzen ja schon, wenn man das eigene Smartphone mal 1 Tag nicht genutzt werden kann. ;-) Früher ging es da doch etwas anders zur Sache. Gerade ältere Spieler kennen das berühmte "Schiffe versenken" Spielchen mit Zettel und Stift noch sehr gut. So nach und nach hat man ja heutzutage alles irgendwie in digitalen und virtuellen Varianten umgesetzt. So aktuell auch dieses "uralte" Vergnügen. Ich muss sagen, persönlich war ich doch sehr gespannt, wie man dieses Thema umgesetzt hat. Denn wie schon erwähnt gehöre ich mit meinen knapp 44 Jahren zur Generation, die noch mit Zettel und Stift versucht haben die eigenen Kumpels zu versenken. ;-) Mit Navy Commander kommt nun also die virtuelle Variante auf den Markt, die wir uns natürlich genauer anschauen wollen.

Menus und die Story....

Neben Flap Flap der zweite Titel, der aktuell über Bigben als Publisher hierzulande erscheint. Dabei war mit der Firma Sanuk Games auch hier der gleiche Entwickler verantwortlich, der im Casual Bereich zuhause ist. Bedeutet auch hier, dass die Rahmenbedingungen etwas arg spartanisch daher kommen. Zumindest für 3DS Verhältnisse, und auch hier denkt man eher es mit einem DS Titel zu tun zu haben. Der ganz schwache 3D Effekte ist eigentlich das einzige, was auf den 3DS hindeutet. Alle anderen speziellen Möglichkeiten des 3DS werden nicht genutzt. Dafür bekommt der geneigte Fan hier mal einen Mehrspieler geboten, der hier sogar sehr passend, neben der billigen Singlecard Variante, auch den Hot Seat Modus mal wieder zum Vorschein bringt. Gibt ja wenige Spiele, wo der auch mal Sinn macht. Hier auf jeden Fall und ein positiver Aspekt des Spiels. Texte sind komplett in Deutsch gehalten, während man auf eine Speicher Möglichkeit komplett verzichtet hat. Leider nicht der einzige Punkt, wo man Chancen vergibt, mit diesem Spielprinzip zu punkten… Dementsprechend gibt es keinen Spielfortschritt zu speichern, was auch ein Kampagne und damit Story aus dem Spiel nimmt. Beides gibt es nicht, die sich hier durchaus angeboten hätten.

So landet der geneigte Flotten-Admiral ganz schnell auf dem Hauptmenu und findet hier die 3 spielerischen Möglichkeiten und die Optionen, die aber einzig die Soundeinstellungen abdecken. Ihr könnt hier wählen, ob ihr euch alleine dem Einzelspieler-Modus widmen wollt, könnt den Hot Seat Modus für 2 Spieler an einem Gerät wählen und dazu eben die Download Variante, für die nur der Host über das Spiel verfügen muss. Doch bevor wir uns damit befassen wollen, schauen wir uns den Einzelspieler-Modus zunächst mal intensiver an.

Technik und Game Play....

Wählt ihr den Einzelspieler an, so landet man auf einem weiteren Auswahlmenü. Wie schon erwähnt gibt es leider keine Kampagne oder ähnliche inhaltliche Variante. Die einzige Wahlmöglichkeit besteht im Schwierigkeitsgrad für ein bevorstehendes Match gegen einen CPU Gegner. Gleich 5 davon stehen euch zur Verfügung, wobei die ersten 4 gleich im ersten Durchgang machbar sind. Wirklich erst der 5.Grad "Teuflisch" fordert euch und bringt auch mal den Niederlagen Bildschirm auf den Screen. Ist auch der einzige Grad, wo der CPU Gegner nachvollziehbar agiert, während die anderen 4 Grade manch nicht nachvollziehbare Aktionen des Gegners zeigen. Aber eins nach dem anderen. Zunächst geht es also wirklich immer nur in einer Schlacht zur Sache, die man nach dem Ende simpel nochmal spielen könnte, oder eben wieder zum Schwierigkeitsgrad Bildschirm wechselt. Hat man sich entschieden, landet man als Erstes auf dem Vorbereitungsbildschirm, den sogenannten Einstellungen. Hier kann man das reine Schlachtfeld, die Anzahl der Einheiten und weitere Dinge einstellen. Diese sind zunächst sehr gut gemacht und bringen später teils lange Schlachten zutage. Wären da leider nicht andere Dinge… Als erstes kann man die Größe der Schlachtfelder wählen. Von 10x10, über 15x15 stehen euch sogar Kartengrößen von 20x20 Kästchen zur Verfügung. Dementsprechend kann man die Flottengröße anpassen und angefangen bei 5, bis zu 40 Einheiten mit in die Schlacht nehmen. Eingeteilt in 5 verschiedene Einheitentypen reicht die Auswahl vom U-Boot über Kreuzer und Schnellboote, bis hin zu Schlachtschiffen und Flugzeugträgern. Unterschiede sind in diesem Spiel aber natürlich nicht die Feuerkraft, sondern die Ausmaße.

Deckt ein Schnellboot 2 Kästchen ab, braucht man für ein Schlachtschiff schon derer 5. Hier hält man sich also sehr genau an die Zettel Variante von früher. ;-) Des Weiteren kann man einstellen ob man unendlich Zeit für einen Zug haben kann, oder ob einem die Sekunden im Nacken sitzen. Dazu kann man eine Animation aktivieren oder nicht und die Bonus Items aktivieren, die das Spiel als virtuelle Variante natürlich bietet. Sollte man ruhig tun, da sie das Spielgeschehen natürlich auflockern. Sind diese Einstellungen getätigt, entscheidet man sich für eine Farbe der eigenen Einheiten und darf danach die von der CPU willkürlich platzierten eigenen Schiffe selber platzieren wie man möchte. Erst danach beginnt die eigentliche Schlacht und damit das Spiel. Von nun an geht es immer Rundenbasiert zur Sache. Festgelegt ist nun zunächst die Nutzung der Screens. Dieses Mal spielt sich alles in Sachen Aktionen auf dem Touch Screen ab, während der 3D-Screen im gesamten Spiel für statische Bildschirme und eine simple Animation genutzt wird. Ist also nicht der Rede wert. Die wirkliche Action spielt auf dem Touch Screen. Hier bekommt man die Karten oder deren Ausschnitte. Denn die großen Karten passen nicht auf einen Bildschirm und man muss per Schiebepad durch die Gegend scrollen. Alles kein Problem und geht schnell von der Hand. Die Aufteilung zeigt nun neben der Karte 4 Symbole für die Bonus Items, sowie ein Art "Enter" Button um seine gewählte Aktion auszuführen. Die Karte die man selber sieht, ist natürlich leer und man muss nun versuchen die gegnerischen Schiffe zu finden. Erster Schritt ist ein beliebiges Kästchen anzutippen und "Enter" zu drücken. Schießt man ins Leere, erscheint ein rotes Kreuz, trifft man den Teil eines Schiffes gibt es nur einen grünen Ring.

Mindestens einen weiteren Treffer muss man landen, um zumindest die kleinste Schiffseinheit zu versenken. Auch beim Gameplay richtet man sich zunächst nach dem Original. Sprich auch wenn man einen Treffer gelandet hat, ist der Gegner erst einmal dran. So würde das Spielchen nun gehen, bis alle Schiffe eines Gegners versenkt sind. Erstes Problem das ich sehe, ist ein Fehlen einer entsprechenden Anzeige. Bei 10 U-Booten sieht man nicht wie viele man davon erledigt. Man muss schon über die Karten scrollen und selber nachzählen. Finde ich nicht so toll. Hier wäre schon mehr drin gewesen. Gut gefallen hat mir da schon eher das Thema Bonus Items, die den Spielverlauf auffrischen. Wie schon erwähnt habt ihr links und rechts der Karte 4 Items, die man auch mehrfach haben kann. Nachschub findet man, sobald man eine Kiste erwischt, die anstatt eines gegnerischen Schiffes auf den Gegnerkarten verteilt sind. Hier gibt es zum einen das Radar Item, das man nutzen kann, um ein 9x9 großes Feld freizulegen und kurz zu sehen, was sich dort befindet. Des Weiteren gibt es einen Spionage Roboter, der 4 Felder aufdeckt, auf denen auf keinen Fall ein gegnerisches Schiff liegt. Weiter geht's mit dem Doppelangriff, bei dem man gleich 2x angreifen kann und endet in der Raketenbatterie, die in einem Kreuzförmigen Muster alles zerstört, was sich dort befindet. Diese Items lockern das Geschehen durchaus auf und sind eine sehr sinnvolle Erweiterung des Spielgeschehens. Und dennoch will sich auf Dauer nicht der Spielspaß einstellen, den man sich wünscht und das Spiel entwickelt sich sehr schnell zum Game der vergebenen Chancen.

Ich muss viele Seufzer gestehen, während der Spielzeit, warum man nicht einige Dinge anders gemacht hat. Das Spielprinzip schreit förmlich nach taktischen Aspekten, die es einfach nicht gibt. So wie man es hier spielt, hätte man es auch Klassik Modus nennen können, der mit der Zeit aber auch etwas zäh wird. Da wir aber nun einmal in der virtuellen Welt sind, warum hat man das Spielprinzip nicht erweitert? Warum kann nicht der Spieler der gerade getroffen hat, einfach solange weiter agieren, bis er ins Leere schießt? Allein das hätte der Dynamik durchaus gut getan und eine ganz andere Herangehensweise mit sich gebracht. Warum hat man keinerlei Punkte und Scores eingebaut, die wenigstens Ranglisten sinnvoll gemacht hätten und der Motivation zuträglich gewesen wären? Warum nicht einen Kampagnen Modus, bei dem man Einheiten vielleicht auch verbessern kann, oder in die kommende Schlacht mitnimmt. All dies hätte auch komplett in das altbewährte Spielprinzip gepasst. Man verschenkt hier einfach so viele Möglichkeiten und man sprüht ja selbst als Spieler vor Ideen, was man hier hätte alles einbauen können. So ist es einfach das Original, dass man relativ trocken präsentiert, nicht personalisiert und entsprechend erweitert hat. Schade schade wie ich finde. Selbst Tower Defense Einflüsse würden hier reinpassen, ohne dass man das Grundprinzip zu sehr verbiegt. Hätte, wäre, wenn…, selten das auf ein Spiel diese Worte so sehr passen.

Grafik & Sound....

Grafisch müssen wir hier eigentlich keine großen Worte verlieren. Egal ob das Spiel nun der Hit wäre, oder eine Gurke. Sie ist und bleibt natürlich zweckmäßig. Was man an Anzeigen für das Spielprinzip braucht ist dabei und wird nur sehr selten aufgelockert. Simple Animationen auf dem Kartenscreen und die immer gleiche und einzige Animation beim Abschuss auf dem 3D-Screen, die man glücklicherweise auch abschalten kann. Die Schiffsanzeigen sind sehr einfach gehalten und der 3D-Effekt nicht der Rede wert. Hätte hier aber nur bei intensiven Animationen Sinn gemacht. In diesem Bereich nichts Besonderes, dass man aber auch nicht erwartet hat. Für die Wertung ist der Grafikteil also nicht verantwortlich. ;-)

Beim Sound verhält es sich ähnlich. Unter oft etwas martialisch und orchestral angehauchter Musik gehen die Schlachten vonstatten. Passend, aber eben irgendwie immer in der gleichen Endlosschleife. Effekte gibt es nur wenige, die ebenfalls immer die gleichen sind, aber mit der Zeit kaum noch wahrgenommen werden. Auch hier kommt alles nur Zweckmäßig daher.

Mehrspieler....

Der Mehrspieler kann zumindest durch 2 Dinge punkten. Zum einen ist ein menschlicher Gegenspieler immer ein ganz anderes Kaliber, als wenn man gegen einen CPU Dödel antritt. Das man zudem noch an einem Gerät spielen kann, ist eine sehr billige Variante und hier auch sehr passend. Wer zumindest 2 Geräte hat, braucht auch nur 1 Spiel, das man als Download Variante ebenfalls zu zweit agieren kann. Wäre aber auch hier nicht das Problem mit den vergebenen spielerischen Möglichkeiten. Zwar hat man mehr Spaß als im Single Player, aber wirklich Spaß auf Dauer bringt das Ganze nicht. Da holt euch lieber Advance Wars und ihr könnt damit eher Nächte füllen.

Fazit....

Lasst euch nicht von der reinen Wertung blenden. Denn wie nur bei wenigen Spielen, verschenkt man derart viele Punkte, dass es fast schon wieder traurig ist, eine solche Wertung vergeben zu müssen. Denn einfach nur das Ur-Prinzip auf den 3DS zu bringen und hier und da ein paar Gimmicks einzubauen reicht nicht aus, um auf Dauer zu überzeugen. Dabei besitzt der Titel in meinen Augen ein klares Hit- und Suchtpotential. Nur hätte man dazu das vorhandene Potential dieses Spielprinzip ganz anders ausnutzen müssen. Was man hier durchaus an taktischen und spielerischen Finessen und Tiefgang hätte einbauen können, ist immens und wird nicht genutzt. Ich will da gar nicht nochmal alle Punkte aufführen, die ich weiter oben angesprochen habe. Ein Spiel der vergebenen Chancen, das so kein Ersatz für Zettel und Stift darstellt.

 

+ Idee an sich sehr gut
+ Anspassbare Spielfelder
+ Bonus Items passend
+ Hot Seat und SC-MP
+ Komplett Deutsch
- Potential leider nicht genutzt
- Was hier möglich wäre...
- Keine Kampagne o.ä.
- Schwankende CPU-KI

GRAFIK: 50%

SOUND/EFFEKTE: 55%

MULTIPLAYER: 58%

GESAMTWERTUNG: 55%

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