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3DS Hot Wheels: World's Best Driver
 
 
Hot Wheels: World's Best Driver - 3DS
Matthias Engert (06.02.2014)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Firebrand
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Ja (Hot Seat)
SCHWIERIGKEIT: 4-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.25 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Vieles das wir heutzutage thematisch selbst als ältere Spieler immer mal wieder in die Hände bekommen, hat uns schon in Kindertagen die Zeit vertrieben. Im Falle der Hot Wheels reden wir hier über real existierende Flitzer, denen sich vor allem die Jungs nur schwer entziehen konnten. Dabei sind die kleinen Racer schon immer mal gerne als Vorlage für ein Videospiel benutzt worden. Gab glaube ich keine Plattform, auf denen die Hot Wheels nicht schon für Action gesorgt haben. Seit Ende letzten Jahres machen sie nun auch die aktuellen Nintendo Plattformen unsicher. Erhältlich für die Wii U und den 3DS, schauen wir uns hier zunächst die Version für unterwegs etwas genauer an. Ungewöhnlich dabei, dass es die Spiele exklusiv nur über Amazon zu kaufen gibt. Ein gewagtes Unterfangen auf der Wii U und dem 3DS wie ich finde. Nun gut, das soll nicht unser Problem sein. Wir wollen schauen ob uns die kleinen speziellen Flitzer einmal mehr in ihren Bann ziehen können.

Menus und die Story....

Kümmert sich Warner Bros. hierzulande um den Vertrieb, ist der eigentliche Entwickler kein Unbekannter. Mit Firebrand Games hat man für die Handheld Version einen recht erfahrenen Entwickler damit beauftragt. Gerade Rennspiele sind für die Entwicklerschmiede alles andere als Neuland. Denke da gerade an den sehr guten DTM Titel vor einigen Jahren. Die Vorzeichen für die 3DS Version stehen zumindest auf dem Papier gut. Das technische Drumherum und die Möglichkeiten bieten Licht und Schatten. Zunächst erwartet euch ein komplett deutsches Spiel, das neben den Texten auch eine komplett lokalisierte Sprachausgabe mitbringt. Das übernimmt hier ein Sprecher, der auch gleichzeitig euren Teamchef abdeckt. Mal abgesehen vom 3D Effekt, werden aber weitere Möglichkeiten des 3DS nicht genutzt. Weder findet man im Spiel die Möglichkeit per StreetPass mit anderen Spielern zu kommunizieren, noch wartet ein richtiger Mehrspieler auf euch. Einzig eine simple Hot Seat Variante wartet im Spiel, die aber nicht der Rede wert sein sollte. Für ein Hot Wheels Spiel schon eher ungewöhnlich. Was bleibt ist also inhaltlich ein Titel, der ganz auf einen Spieler zugeschnitten ist. So überrascht es dann eigentlich auch nicht mehr, dass man eine Story in dem Sinne nicht vorfindet. Hier dreht sich alles um 4 Hot Wheels Teams, die alle in ebenso vielen verschiedenen Kategorien nach Erfolgen streben. Dabei seid ihr derjenige, der den fahrerischen Teil übernimmt und im Spiel für Erfolge sorgen soll, ohne das es dafür einen geschichtlichen Hintergrund gibt. Wie sich zeigen sollte, auf recht ungewöhnliche Weise. Auch beim Start in das Spiel ist der Titel recht simpel gemacht. Denn einen einführenden Trailer gibt es genauso wenig, wie ein Hauptmenu. Denn man landet hier nach dem Spielstart schnell auf dem Team Menu und kann sich sofort in die eigentliche Action stürzen. Also reden wir nicht lange um den heißen Brei, sondern schwingen uns auf und in die Hot Wheels Vehicle in World’s Best Driver auf dem 3DS.

Technik und Game Play....

Ohne Hauptmenu landet der Spieler hier sofort auf dem sogenannten Team Menu. Insgesamt 4 Teams, die man farblich alle unterschieden hat, warten im Spiel auf euch. Dabei haben die Farben auch einen gewissen Hintergrund. Denn jedes Team steht für eine spielerisch andere Ausrichtung und wartet mit anderen Aufgaben auf euch. Wenn man so will, hat man so 4 kleine Spiele in einem. Wie sich zeigen sollte, wäre eine komplette Story oder Kampagne die wesentlich bessere Variante gewesen. So decken die einzelnen Teams gewisse Genres und spielerische Aufgaben ab. Gute Beispiele sind das grüne Team, bei dem sich die Inhalte um das Thema Geschwindigkeit drehen, während das blaue Team die technische Seite abdeckt und Drifts und Timing Aufgaben als spielerischen Inhalt bietet. Wie es sich für ein Hot Wheels Spiel eigentlich gehört, beginne ich mal mit der Geschwindigkeitsvariante und damit dem grünen Team. Der Start danach ist zunächst identisch mit den anderen 3 Teams und man landet als Spieler in einem Vehicle Auswahlbildschirm und wählt zunächst sein Startfahrzeug. Jeweils 6 Hot Wheels bietet jedes Team, von denen zu Beginn aber nicht alle verfügbar sind. Freischalten kann man die über Erfolge im Spiel. Was auch ein wenig überrascht, dass die Fahrzeuge weder irgendwie Klassifiziert sind, oder sonst irgendwelche Stats und Eigenschaften bieten. Macht den Bezug zu den einzelnen Hot Wheels auf Dauer sehr gering. Beginnen tut danach alles auf einer Heimatbasis der Teams und man kann hier ein wenig herumfahren. Die eigentlichen Aufgaben erreicht man über ein aufrufbares Menü, oder kann direkt live in entsprechende Symbole fahren.

So findet man nicht nur die eigentlichen Events, sondern kann sich auch einen Statistikteil gönnen, oder die einzelnen Erfolge in Textform nachlesen. Kern der Zentrale ist aber der Zugang zu den Events. Über ein entsprechendes Menu bietet jedes Team 6 sogenannte Etappen. Könnte man am ehesten mit Kapiteln umschreiben. Jedes Kapitel besteht aus 3 Events, die man jeweils mit Bronze, Silber oder Gold abschließen kann und auch muss. Zumindest Bronze muss man holen, um den Event als gelöst zu bekommen. Dabei ist jeweils nur die erste Etappe anwählbar und eine entsprechende Anzahl an Medaillen schaltet euch alle weiteren Kapitel Stück für Stück frei. Im grünen Team dreht sich nun alles um das Thema Speed. Das beginnt bei Time Trial Wettbewerben, reicht über Verfolgungsrennen und endet in Ausscheidungsrennen gegen andere Fahrer. Die fahrerischen Rahmenbedingungen sind dabei ebenfalls bei allen Teams gleich. Ihr fahrt aus einem Viewpoint, der an sich keinen Anlass zur Kritik gibt und seht das Fahrzeug aus einer typischen Third Person Perspektive. Gas und Bremse werden über R und L abgedeckt, während der Stick oder das Schiebepad zum Lenken genommen werden können. Was in Sachen Events nach viel Action klingt, relativiert sich schnell wieder. Denn alle Events haben ihre Schwächen. Die Time Trial Wettbewerbe sind zumeist lange Geraden, die mit der Zeit durch Hindernisse immer schwieriger werden. Die Ausscheidungsrennen gehen gegen 3 andere CPU Gegner auf sehr einfach gestalteten Strecken, die man zudem noch als Ghosts dargestellt hat, während die Verfolgungsrennen einfach nur darin bestehen, einen vor euch herfahrenden Gegner einzuholen und zu berühren. Je nach dem wie schnell ihr diese Aufgaben löst, bekommt ihr die entsprechenden Medaillen. Es gibt also weder Meisterschaften, mehr als 3 Gegner, noch sonst irgendwelche länger umgesetzten Events. Dadurch wirkt alles sehr kurz und simpel.

Dazu kommt das Grundproblem in allen Teams beim Thema Steuerung. Die Fahrzeuge lassen sich zwar alle recht direkt lenken, schlingern dabei aber zu gerne nach und man ist ständig am Gegenlenken, um die Burschen auf der Bahn zu halten. Je schneller logischerweise, umso schlimmer. Da ist es vollkommen wurscht, welches Fahrzeug man nimmt. Insgesamt geben sie dem Spieler ein eher schwammiges Gefühl beim Lenken und man wird eigentlich das gesamte Spiel über nicht so richtig warm mit der Steuerung. Von daher fällt der Speed Modus im grünen Team fast komplett durch. Mehr Spaß machen da schon die anderen Varianten, wobei auch diese stark an den kurzen Events leiden, die irgendwie nur selten Atmosphäre oder Motivation aufbauen. Aber zumindest spielerisch sind die anderen Teams etwas besser. Beim blauen Team geht es meist darum, bestimmte Parcoure driftend zu schaffen. Beim Fahren muss man versuchen die Driftkette lange zu halten und Multiplikatoren zu erspielen. Nur so kommt man auf die benötigten Punkte. Hier kommt die schwammige Steuerung dem Spielprinzip sogar noch entgegen. Beim gelben Team ist blanke Zerstörung angesagt, da man hier in den Events ein eher typisches Monster Truck Gameplay erlebt. Objekte zerstören nach Zeit, oder die etwas abgedrehte Variante das Deck eines Flugzeugträgers zu reinigen, indem man die Objekte ins Wasser schiebt. Ihr seht schon, umfangreich oder tiefgehende Events sehen anders aus. Beim roten Team zu guter Letzt kommt die Trick Fraktion zu ihrem Recht. Hier geht es mit z.B. Schneemobilen Schluchten und Berghänge hinunter, auf denen man Schanzen und ähnliche Objekte platziert hat. Mit dem richtigen Sprungtiming geht es dann darum, in der Luft möglichst viele Tricks zu vollführen und sauber zu landen.

Problem bei allen Inhalten bleibt die unsaubere Steuerung, die viel zu kurzen Events und oft auch nicht besonders tiefgehenden Aufgaben. Was auf der Strecke bleibt ist die Motivation und der Spaß. Hier hätte man auch Pseudo Fahrzeuge nehmen können, es würde gar nicht auffallen das es sich nicht um Hot Wheels handelt. Zum Abschluss gibt es dann auch noch Kritik am Schwierigkeitsgrad. Denn selbst mit der unsauberen Steuerung hat man mit den wenigsten Aufgaben ein dauerhaftes Problem und es reichen gut 3 Stunden um alles gesehen zu haben. Wirklich schade und gerade von Firebrand Games als Entwickler hätte ich viel mehr erwartet.

Grafik & Sound....

Der leider eher schwache Eindruck setzt sich auch bei der Grafik fort. Selbst als First Generation Titel auf dem 3DS wäre er nicht der Burner gewesen. Dazu braucht man eigentlich nur mal Asphalt 3D oder Ridge Racer einlegen, um die Schwächen zu erkennen. Die Umgebungen sind äußerst steril und nur wenig Background Grafik ist zu sehen. Dazu kommen auch recht grob gestaltete Fahrzeuge, die nur selten höheren Ansprüchen genügen. Auch dies erhöht nicht gerade den Bezug zu den Hot Wheels, die ja immer noch Namensgeber sind.Der 3D Effekt ist hier zwar sichtbar, aber ebenfalls nichts, was einen hinter dem Ofen hervorlockt. Auch das hat man von den oben genannten Spielen schon vor Jahren wesentlich besser gesehen. Effekte sind nur wenige zu sehen und bei hohen Geschwindigkeiten kann das Spiel auch mal Ruckeln. Kann irgendwie nicht glauben, dass dies die gleichen Jungs bei Firebrand sind, wie damals zu goldigen DTM Zeiten.

Wo das Spiel punkten kann sind die Musiken. Diese finde ich richtig gut und passen eigentlich perfekt zu einem Spiel wie diesem. Sehr schnelle Rhythmen, die auch mal an Techno erinnern, wissen hier zu gefallen und unterhalten den Spieler oft mehr, als die Action auf dem Bildschirm. Dazu kommen ordentliche Effektklänge und die recht gelungene deutsche Sprachausgabe.

Fazit....

Gemessen an der Erwartungshaltung und vor allem der Tatsache mit Firebrand Games einen eigentlich guten Entwickler rangelassen zu haben, bin ich vom Endergebnis doch sehr enttäuscht. In so ziemlich allen Teilen des Spiels lässt man federn. Das Spiel ist zwar nun nicht grottig oder meilenweit am Thema vorbei, aber die Art und Weise wie man alles eingebaut hat, ist doch sehr unglücklich in meinen Augen. Das fängt schon bei der Abgrenzung durch das Team Feature an. Warum man das hier nicht in eine große Kampagne gepackt hat? Dazu die recht blasse Atmosphäre die man durch die viel zu kurzen und wenig tiefgehenden Events erreicht, kommt gleich nach der etwas schwammigen Steuerung. Selbst Hot Wheels Fans tun sich mit dem Titel wirklich keinen Gefallen. Die kurze Spielzeit tut dann ihren Teil dazu. Schade denn hier wäre viel mehr drin gewesen und ich bin echt gespannt, was für ein Kaliber uns mit der Wii U Version erwartet. In Kürze werden ihr es wissen.

 

+ 24 bekannte Hot Wheels
+ 4 Aufgabenbereiche
+ Gamespeed gelungen
+ Stylische Musik
+ Komplett Deutsch
- Team Aufteilung unglücklich
- Keine Meisterschaften
- Steuerung teilweise schwammig
- Keine richtigen Rennen
- Mehrspieler nur als Hot Seat
- Grafisch recht einfach
- Geringe Spielzeit

GRAFIK: 58%

SOUND/EFFEKTE: 80%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 56%

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