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3DS Heroes of Ruin
 
 
Heroes of Ruin - 3DS
Matthias Engert (01.07.2012)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: n-Space
GENRE: Action RPG
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK12
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.35 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Ja

   
Einleitung....

Nach etwas mehr als einem Jahr 3DS, kann man zumindest von einer Normalisierung des Software Angebotes reden. Die meisten Genres sind mehr oder weniger gut bedient, auch wenn das jeder Spieler immer etwas anders sieht. Aber zumindest ist die spielerische Auswahl in den meisten Bereichen ausreichend. Auch im Bereich der Rollenspiele kommt nun etwas Bewegung hinein. Steht Kingdom Hearts in den Startlöchern, so war das Erscheinen von Heroes of Ruins von vielen RPG-Fans lange erwartet worden. Einmal mehr sorgt hier Square-Enix für Nachschub. Im Vorfeld ein Spiel, das anhand seiner Fakten viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Komplett Offline und auch Online möglich, wurden schnell Parallelen zu Genre-Größen gezogen. Auch meine Wenigkeit mit einer starken Vorliebe für solche Titel, konnte das Erscheinen dann ebenfalls nicht mehr erwarten. Grund genug sich den Titel sehr genau anzusehen. Denn seit einigen Tagen dürfen wir in die Welten des Spiels eintauchen und es kam wie es kommen musste. Auch ich bin mal wieder darin versumpft. ;-)) Wie lange und was drin steckt im neuen Square-Enix Titel, zeigt euch der folgende Test.

Menus und die Story....

Wie so oft ist auch hier wieder neben dem Publisher Square-Enix die Firma Nintendo ins Boot geholt worden, um hierzulande als Distributor des Spiels aufzutreten. Wie immer kein schlechtes Zeichen. Entwickler des Titels sind mittlerweile alte Bekannte. Die Firma n-Space kennt sich mit vielen Plattformen aus und ist speziell auf dem Nintendo Sektor alles andere als unerfahren. Von Hanna Montana, über alle möglichen CoD und Goldeneye Umsetzungen, sind sie unter anderem auch für den neuen Skylanders Titel für den 3DS verantwortlich. Wie sich zeigen sollte, spürt man diese Erfahrung in vielen Bereichen. Bei den Rahmenbedingungen nutzt das Spiel bis auf das Gyro-Feature eigentlich alle Hardware Eigenschaften und Möglichkeiten des 3DS aus. Neben einem komplett deutschen Spiel in Sachen Texten und Sprachausgabe, spendiert man dem Titel den kompletten spielerischen Inhalt als Einzelspieler und Mehrspieler Variante, ohne das es dabei inhaltliche Unterschiede gibt. Der Mehrspieler geht dann auch soweit, dass man zu viert sowohl lokal, aber auch komplett Online agieren kann. Des Weiteren werden sowohl SpotPass und StreetPass unterstützt, die sich dabei auch von der gelungenen Seite zeigen und dem Spieler auch wirklich etwas bringen. Abgerundet wird die Feature Liste vom unterstützten Sprach-Chat, sofern der Spieler dies möchte. Gezwungen wird man dazu nicht. Die Story des Spiels bietet zwar viel Stoff, hat aber nach dem Testzeitraum auch gemischte Gefühle hinterlassen. Speziell was die Präsentation angeht. Etwas auf das ich später noch einmal eingehe. Die Geschichte selber bringt uns mal wieder in die Thematik Mythen und Legenden. Mehr als hundert Jahre lang wütete der Krieg, bis aus den Kämpfen mächtige Lords hervorgingen, um dem Land einen zerbrechlichen Frieden zu bringen. Dieser Frieden droht zu scheitern, als einer der Lords, Ataraxis, Herrscher der Stadt Nexus, von einem tödlichen Fluch befallen wird. Ein Aufruf verspricht jenem, der es schafft, eine Heilung zu finden, unermesslichen Belohnungen.

Hier greift ihr als Spieler ein und steuert einen der möglichen Helden und dürft danach nach dem Heilmittel suchen. Der reine Spielstart bringt euch nach einer etwas längeren Ladezeit zunächst zum Profilbildschirm. Hier dürft ihr eines von 4 Profilen anlegen, was auch Sinn macht. Denn im Spiel entscheidet ihr euch für eine von vier möglichen Charakterklassen, die man so jeweils einmal spielen könnte. Später bei jedem Neustart zeigt euch der Profilbildschirm auch die aktuelle Spielzeit und das momentane Level des Spielers an. Weiter geht es dann zum Hauptmenu des Spiels, das euch verschiedene Punkte anbietet. Ihr findet hier die Punkte "Spiel starten" und "Spiel beitreten", wobei das nicht die einzige Möglichkeit ist in Sachen Mehrspieler. Dazu kommt der Punkt "Deine Allianz", sowie abschließend die Optionen und Kontoeinstellungen. Letztgenannter Punkt bietet z.B. die Möglichkeit die Spot- und StreetPass Features zu nutzen, die Online Herausforderungen zu aktivieren, oder auch Konten zu verknüpfen. Hier erhält man die Möglichkeit über die Website ein Konto zu eröffnen, um es mit dem Spieler-Profil auf dem 3DS zu verknüpfen. Die Optionen bieten neben den Soundeinstellungen auch die Möglichkeit den Sprach-Chat zu aktivieren und den Kamerazoom anzupassen. Der Punkt "Deine Allianz" reißt schon einmal einen wichtigen Teil des Spiels mit an - die Mehrspieler Möglichkeiten. Denn hier könnt ihr im Spiel und System registrierte Spieler fest an euch binden, was euch später beim Spielen zusammen Vorteile bringt. Aber bis dahin steht erst einmal der Einzelspieler an. Wobei dies eben der Spieler entscheidet. Ihr könnt vom Start weg allein und Lokal oder auch gleich das komplette Hauptspiel nur Online spielen. Schauen wir uns das System mal etwas genauer an.

Technik und Game Play....

Wie schon angesprochen gibt man euch vor dem Start die Möglichkeit, sich für einen von 4 Charakteren zu entscheiden. Zunächst gibt es den Verteidiger, der im übertragenen Sinne den Schwertkämpfer oder Ritter abdeckt. Dazu kommen der Revolverheld, der mit Fernwaffen agiert, sowie die Architektin, welche wiederum auf Stäbe und Magie setzt. Abschließend wartet der Barbar, der ähnlich wie der Verteidiger auf brutale Nahkampfaction setzt. Alle bieten verschiedene Grundwerte und natürlich eine Klassenausrichtung, die sich auch auf alle RPG-typischen Werte auswirkt. Aber dazu später mehr. Bevor man sich spielerisch betätigt, folgt zunächst eine weitere wichtige Abfrage an den Spieler. Denn ihr dürft nun den Spieltyp und die Gruppengröße wählen. Neben der angesprochenen Möglichkeit alles allein und Offline zu spielen, habt ihr nun 3 weitere Möglichkeiten. Ihr könnt in der Gruppe einstellbar mit bis zu 3 Mitspielern lokal auf der heimischen Couch spielen, oder Online nur mit Freunden oder eben völlig Fremden agieren. Das hat natürlich einen ganz großen Reiz und ist auch spielerisch sehr passend umgesetzt. Aber dazu im Mehrspielerteil noch einiges Ausführungen. Wir kümmern uns hier um den Einzelspieler, anhand dessen ich euch das Spiel und seine Inhalte vorstellen will. Der eigentliche Start bringt euch zunächst mal die erste von vielen Story-Sequenzen im Spiel. Anfangs ist man noch recht fasziniert von der mit deutscher Sprachausgabe unterlegten Geschichte. Leider zeigt sich mit zunehmendem Spielverlauf auch die Schattenseite. Denn die Story wird mit der Zeit immer dünner und man vermisst die eigentlich typisch epischen Züge. So verlieren auch die Sequenzen mit der Zeit ihren Reiz, zumal viele dann doch nur in leicht animierten Standbildern umgesetzt sind, bei denen man sich durch die Antwortmöglichkeiten klickt.

Hier hätte man durchaus mehr daraus machen können. Zentrum des Spiels ist wie schon angesprochen die Stadt Nexus, in der ihr den Lord Ataraxis kennenlernt und sich das Aufgabensystem und Gameplay langsam dem Spieler präsentiert. Die Stadt Nexus ist auch immer der Ausgangspunkt aller Abenteuer, da man von hier aus alle 4 Bereiche abseits von Nexus erreichen kann. Lobenswert das diese nicht sofort möglich sind. Hier geht das Spiel nach bekannten Regularien vor und je nach Spielfortschritt, werden die Gebiete nutzbar. Keine Sorge über mangelnde Gebietsauswahl. Alle 4 angrenzenden Bereiche sind in sich nochmals in die Actionlevels unterteilt. Positiver Nebeneffekt des Aufgabensystems im Spiel sollte sein, das man die Gebiete mehr als nur einmal besucht. Entweder um Story-Aufgaben zu lösen, aber auch wenn man selber ein schon durchstreiftes Gebiet noch einmal besuchen will oder auch muss. Ebenso bietet Nexus die Shops im Spiel, wobei es neben Händlern für Tränke auch für jede Charakterklasse einen eigenen gibt. Dazu kommen Charaktere, die sich um das Handeln mit anderen Spielern kümmern und ein weiterer, der spezielle und legendäre Waffen anbietet, die man nur über spezielle Tapferkeitspunkte bezahlen kann. Erspielen kann man diese über das Lösen von Aufgaben, die nur Online bereitgestellt werden. Geld das man in den gewöhnlichen Levels erspielt, nützt einem hier nichts. Ansonsten ist die Stadt gefüllt mit vielen weiteren Charakteren, die man ansprechen kann und ebenfalls bestimmte Aufträge anbieten. Sollte man auch tunlichst annehmen, dass sie sehr viele Erfahrungspunkte einbringen. Etwas das lange Zeit den Spieler sehr stark motiviert. Aber schauen wir uns das System erst mal etwas genauer an.

Kommen wir als erstes zum Thema Screen-Aufteilung. Klar dass der 3D-Screen die eigentliche Action zeigt. Dazu werden euch hier über 2 Balken und Zahlenanzeigen die Vorräte an Tränken für die Lebens- und Specialleiste angezeigt. Maximal jeweils 20 kann man bei sich tragen, die aber in den Actionlevels reichlich oft einsammelbar sind. Mittels Kreuz links und rechts kann man diese live im Spiel auch nutzen. Gespielt wird das Ganze in der Iso-Sichtweise, in der man typisch für dieses Genre den Charakter in der Third Person Sicht steuert. Der Touch Screen wiederum deckt die Thematiken Karte und die Charaktermenus ab. Recht übersichtlich gemacht, bietet man euch hier Zugriff auf alle relevanten Menus und komplettiert alles durch Anzeigen für das aktuelle Level des Spielers, seinen aktuellen Geldbetrag und die Short-Cuts für die Special-Moves des Spielers. Links neben der Karte gibt es 3 Buttons, die euch zum Ausrüstungsbereich bringen, den mitgeführten Items, sowie den aktuell angenommenen Aufgaben und dem Talent-Baum. Etwas das in einem Spiel wie diesem nicht fehlend darf. Aber dazu gleich noch etwas mehr. Zunächst steht der spielerische Aspekt im Vordergrund. Der Ablauf ist dabei fast immer gleich. Ihr müsst in Nexus meist einen bestimmten Story-Charakter finden. Über die Karte und entsprechende Symbole über dem Kopf findet man diesen recht fix. Hier erlebt man eine der angesprochenen Sequenzen, an deren Ende meist eine Aufgabe wartet und man euch in ein bestimmtes Gebiet schickt. Soweit verfügbar kann man nun auch mit anderen NPC's in Nexus reden, die euch für die aktuelle Location auch gleich noch um das Lösen einer Nebenaufgabe bitten. Dabei kann man mehrere davon gleichzeitig annehmen und ist auch nicht gezwungen, diese sofort zu lösen.

Tut man dies bekommt man später entweder sofort die Belohnung, oder muss erneut zu diesem Charakter gehen, um sich die EP und Gegenstände abzuholen. Motivierend gemacht und vor allem lohnenswert. Danach verlässt man Nexus und nach etwas längeren Ladezeiten landet man am Anfang der jeweiligen Location. Nun heißt es sich durch die Action Gebiete zu metzeln. Mittels Schiebepad wird der Charakter gesteuert, wobei er immer nur 1 Lauftempo zur Verfügung hat. Was aber nicht weiter stört. Denn Geschicklichkeit oder ähnliches spielen hier keine Rolle. Die wichtigen Aktionen im Spiel sind natürlich die Attacken. Denn nur darum geht es eigentlich in einem Spiel wie diesem. Mit der B-Taste benutzt ihr eure Waffe und im Falle des Verteidigers schwingt ihr damit das Schwert. Mit der R-Taste kann man Blocken, wobei man damit den Hauptteil der Steuerung abdeckt. Die L-Taste dient eigentlich nur um mit Charakteren zu reden oder z.B. um Kisten zu öffnen. Dazu kommen nun die 3 gleichzeitig nutzbaren Specials. Einmal über entsprechende Buttons auf dem Touch Screen, oder eben über die Tasten A, X und Y. So deckt man gut die Vorlieben der Spieler ab. Man läuft durch die Gegend, komplettiert die Karte und trifft natürlich überall auf Gegner, die man nun Genre-typisch niedermetzelt. Meist mit der B-Taste, sieht man deren Energieleiste und füllt nach deren Ableben die eigene EP-Leiste, die natürlich bei komplett gefülltem Zustand ein Level-Up des Charakters mit sich bringt. Jetzt kann der Spieler das erste Mal Hand an die Entwicklung des Charakters legen. Denn mit jedem Level-Up kann man eine der 3 übergeordneten Einteilungen verbessern. Stichwort Stärke und damit Angriff oder z.B. Gesundheit und Ausdauer. Ebenso meldet sich das erste Mal der Talentbaum, der 3 verschiedene Rubriken anbietet.

So gibt es Talentbäume die nur für aktive Attacken da sind und solche die eher begleitende Fähigkeiten abdecken. Allen gemein ist die Tatsache, dass man dafür Energie aus der Specialleiste benötigt, die sich immer selber regeneriert oder eben durch sammelbare Flaschen per Hand sofort füllen lässt. Mit diesen Specialmoves kann man nun wesentlich stärkere und länger anhaltende Attacken ausführen, oder diverse Schutz- und Heilmechanismen auslösen. Später werden diese auch im Mehrspieler wichtig, da sie sich auch auf eure Mitstreiter auswirken. Allerdings dauert es schon etwas, ehe man alle Talentbäume komplett offengelegt und nutzbar gemacht hat. Außerdem muss man sich ja zwischen 15 möglichen Specialmoves entscheiden, welche 3 davon man aktiv im Spiel benutzen will. Aber wie immer gibt es dabei Favoriten, auf die man sich konzentriert. Denn einmal freigeschaltet, kann man diese auch noch 3x verstärken und so die Wirkung nochmals verbessern. Dazu muss man aber ein bestimmtes Level erreicht haben und natürlich die durch ein Level-Up erspielten Talentpunkte besitzen. Ist aber hier ein recht ausgewogenes System. Weiterer sehr wichtiger Fakt ist natürlich das Thema Ausrüstung und Waffen. Denn sowohl Gegner hinterlassen reichlich davon, diverse Kisten sind damit gefüllt und auch die Belohnungen sind oft mit Ausrüstung gekoppelt. Auch hier passt zunächst alles und der Spieler wird sehr stark motiviert. Denn satte 9 Rubriken kann man mit Ausrüstungen füllen. Angefangen bei der Waffe reicht das über Körperregionen, Gürtel, Ringe oder auch Schuhe. Jedes Ausrüstungsteil beeinflusst wiederum die Werte in insgesamt 12 Charakterstats.

Angefangen bei der reinen Waffenstärke und einem Extrawert für die Angriffskraft, reicht das über Verteidigungswerte bis hin zu Dingen, welche die Gesundheit und Regeneration des Spielers beeinflussen. Hier hat man mit der Zeit gut zu tun, immer das Richtige anzulegen, spürt aber auch einen Nachteil des Systems. Denn es gibt im Spiel kein Lager oder ähnliches. Und da man vor allem auch viel Ausrüstung für die anderen Klassen findet, muss das Zeug irgendwohin. Also verkauft man es, was einem sehr schnell viel Geld in die Kassen spült. Lange Zeit gibt man es auch aus, was ebenfalls motiviert und man jedem Gegenstand etwas abgewinnt. Aber und das ist auch ein Knackpunkt. Bei 99999 Münzen ist Schluss im Spiel. Dann kann man Dinge nicht mehr verkaufen und muss sie wegschmeißen!! Egal wie gut diese Dinge sind. Man kann zwar Online über den Tauschhändler anderen Spielern was Gutes tun, muss das Zeug aber mit sich führen, da es kein Lagersystem gibt. Und diesen Punkt erreicht man schon um das Spielerlevel 20-22 herum. Das ärgert doch sehr. Ist aber leider nicht der größte Kritikpunkt. Den erlebt man beim Erreichen des Level 30. Bis dahin voll motiviert durch die Gebiete gemetzelt, ist dann nämlich abrupt Schluss mit der Charakter Entwicklung! Es geht dann nicht weiter. EP nützen einem schlicht nichts mehr und das ist leider für ein Rollenspiel kein besonders erquickendes Feature. Man kann natürlich weiter spielen, hat aber abseits des durchaus unterstützenden Online Spiels keine Veranlassung allein zu agieren. War selber etwas geplättet und auch überrascht.

Finde es sehr schade, dass man hier als Spieler zumindest im Solo-Spiel nach 12 Stunden eigentlich fertig ist. Klar dass einen das auch wenig motiviert weiterzuspielen. Sehr schade, da einen bis dahin das Spiel sehr gut unterhält. Auch wenn es insgesamt noch etwas schwerer hätte sein können. Wer stetig die Stärke entwickelt, ist den CPU Gegnern ab Lv20 doch immer überlegen und hat selbst mit Bossen wenige Probleme. Stört einen da nur eben nicht so, weil es noch genug zu tun gibt. Erst bei Lv30 wird man dann doch etwas arg unerwartet aus der Heroes of Ruin Welt geholt. Von daher muss es irgendwie einen Nachfolger geben. Denn man will schon noch viel mehr mit dem Spiel erleben, da der Inhalt und das Gameplay an sich jede Menge Spaß machen. Vielleicht kann man ja irgendwie die Daten des ersten Teils in einem möglichen Nachfolger nutzen. Aber das ist natürlich Zukunftsmusik. Bis dahin sollte man genau wissen, ob man ein zeitloses Spielprinzip erleben will, das aber an einem bestimmten und in meinen Augen viel zu frühen Zeitpunkt einfach gewollt zu Ende ist…

Grafik & Sound....

In Sachen Spielgrafik ist Heroes of Ruin mal wieder ein durchaus gelungener Titel, der vor allem durch einen guten 3D-Effekt glänzen kann. Was aufgrund der Darstellungsweise nicht unbedingt zu erwarten war. Je nach Zoomfaktor bekommt man hier ein recht plastisch wirkendes Ambiente zu sehen. Unterstützt wird das Ganze natürlich auch durch die reinen Locations selber. Egal ob das jetzt die Stadt Nexus als Zentrum betrifft, oder viele der reinen Action Umgebungen. Speziell die etwas helleren Orte und die Wintergebiete können hier punkten. Dementsprechend ist auch thematische Abwechslung genau richtig für ein Spiel wie dieses. Es gibt zwar die eine oder andere etwas verwaschen wirkende Umgebung, wie beispielsweise die Sumpfgebiete und dunkel gehaltenen Höhlen. Ist aber die Minderheit und auch sonst nichts was das Spiel irgendwie nach unten zieht. Lob gibt es für die Effekte. Anfangs fast noch etwas zurückhaltend, ändert sich dies mit den immer mächtigeren Waffen und vor allem der Entwicklung des Talentbaums. Neben den reinen Charakterklassen, die natürlich schon für sich verschiedene Attacken bieten, betrifft dies aber auch die Elemente. Speziell Magieattacken oder das Thema Feuer hat man recht liebevoll in Szene gesetzt. Ebenso die Gegner, die zahlreich und im Falle vieler Boss Gegner auch imposant in Szene gesetzt wurden. Schade dass man diese oft nur einmal im Spiel zu sehen bekommt. Alles in allem ein sehr stimmiger Titel in diesem Bereich, der auch technisch ohne Fehler daherkommt.

Der Sound gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Die Mischung aus mystischen und ruhigen Stücken in den Actionbereichen und schnellen Rhythmen bei diversen Gegner-Kontakten unterhält den Spieler gut und unterstützt damit das actionlastige Game Play. Im Falle der Effekte könnten vielleicht die Varianten der Revolverhelden etwas satter klingen. Alle anderen Varianten und speziell die Schwerter & Co klingen auch so, wie man das von ihnen erwartet. Die Sprachausgabe ist so eine Sache. Schön das man sie in Deutsch präsentiert, könnte die Betonung manchmal etwas professioneller klingen. Gerade viele kurze Samples wirken etwas billig. Wenn die Sprachausgabe punktet, dann eher in den wichtigen Story-Sequenzen.

Multiplayer/Online....

Wie schon erwähnt, ist der Mehrspieler eine äußerst umfangreiche Angelegenheit und bietet dabei für 3DS Verhältnisse auch einmalige Features. Über allem thront dabei natürlich die Möglichkeit, das gesamte Hauptspiel eigentlich von Anfang an zu viert spielen zu können. Dabei stehen euch gleich mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Wahlweise lokal auf der heimischen Couch, nur mit registrierten Freunden Online, oder eben zu guter Letzt auch immer mit 3 völlig fremden Spielern. All dies kann man eben direkt vor dem eigentlichen Spielstart auswählen. Hinzu kommt dann einzig als letzter Punkt das reine Einzelspiel im Offline Modus. Aber selbst das ist noch nicht alles. Denn will man Online oder lokal spielen, kann man zudem noch einstellen, wie viele Mitglieder die Gruppe maximal haben kann. Sprich man kann im Extremfall Online auch allein auf Pirsch gehen. Der Lohn sind teils andere Items die man finden kann und natürlich die täglichen und wöchentlichen Herausforderungen. Auch hier ist Heroes of Ruin ein Vorreiter. Dabei spielt man Online mit Spielern weltweit und ist nicht auf regionale Gebiete beschränkt. Das bringt das vor allem bei der Spielersuche eine Menge. Wirklich allein ist man hier nicht. Das wird sogar noch besser, wenn man einem Spiel beitreten will.

Denn man kann auch nach aktiven Spielen suchen und findet so viele andere Spieler, die in Einer bis Vierergruppen unterwegs sind. Man sieht wo sie gerade sind, welches Level sie haben und ob noch Platz in der Gruppe ist. Danach kann man sich live in das Geschehen einklinken, was andersherum genauso gut funktioniert. Seid ihr allein unterwegs, so erlebt man oft Momente, wo andere Spieler sich bei euch einklinken und plötzlich neben euch stehen, oder auf der Karte nachverfolgend zu euch laufen. Der Clou ist dabei auch das Verlassen der Szene, die so natürlich auch keinen Absturz mit sich bringt. Habe selber Gefährten gehen sehen und mich auch aus vielen Sessions ausgeklinkt, ohne dass dies Nachteile bringt. Ein sehr schönes System. Was man so oft erlebt ist die Tatsache, dass man selber als Lv30 Charakter schwächeren Spieler mal unter die Arme greift. Aber es gibt auch einen kleinen Nachteil des sehr offenen Systems. Denn was Belohnungen angeht, die Bosse hinterlassen oder in Kisten zu finden sind, kann ein Spieler alles einsacken. Egal welcher Klasse er angehört. Der Schnellere bekommt alles. Hier muss man auch auf die Kulanz der Mitspieler schauen. Man sollte also schon Belohnungen liegenlassen, die nicht für die eigene Klasse gemacht sind. Erlebt man aber oft, dass einer sofort alles einsackt, egal ob der es braucht oder eben nicht.

Zweiter großer Teil der Online Geschichte sind die ständig aktualisierten Herausforderungen, die man vom Hersteller herunterladen kann, oder besser gesagt selbstständig bei euch aktualisiert werden. Über den Mission-Bildschirm kann man sich die aktuellen Herausforderungen jederzeit anschauen und was dafür zu tun ist Es gibt dabei Aufgaben die täglich verfügbar sind und solche die wöchentlich bereitgestellt abgearbeitet werden können. Nur mit ihnen erspielt man die speziellen "Tapferkeitspunkte", die man in Nexus bei einem bestimmten Charakter in legendäre Waffen eintauschen kann. Normale Münzen die man in den anderen Shops einsetzt, nutzen einem hier nichts. Und da die Waffen hier durchaus extrem bessere Werte haben, eine lohnenswerte Geschichte.

Fazit....

Die Bewertung zu Heroes of Ruin ist eine ganz verzwickte Geschichte. Nach den ersten Stunden dachte ich selber noch oft, was spricht hier gegen eine 90er Wertung. Nach dem Ende des Spiels ist das dann aber doch einiges. Zunächst muss man den Entwicklern aber ein großes Lob aussprechen. Wer Spiele mit einem Diablo oder Baldurs Gate Gameplay sehr gerne spielt, bekommt auf dem 3DS endlich auch einen würdigen Vertreter. Das gute Charaktersystem, motivierende Leveln und Rüsten des Charakters und reichlich Action machen schnell Lust auf mehr und man kommt lange nicht mehr von los. Speziell dann wenn man merkt, wie gut der Online Modus auch technisch umgesetzt ist. Grafisch gelungen, geht die Metzelaction gut von der Hand und wird lange Zeit auch nicht langweilig. Aber es zeigen sich mit der Zeit auch ein paar entscheidende Schwächen. Wer stetig und gut rüstet, hat mit den Gegnern keine Probleme. Wer dazu seinen Talentbaum ausbaut und den Charakter vor allem in Sachen Stärke entwickelt, ist schnell den Gegnern im Spiel überlegen. Dem zuträglich ist auch der hohe Anteil an findbaren Flaschen mit Lebensenergie.

Es kommt dann so ein Punkt, wo man zu viel Geld, mit keinem Gegner Probleme und aufgrund des fehlenden Lagersystem viel zu viel ungenutzte Ausrüstung hat. Knackpunkt für mich und mal wieder ein klares Argument für das Durchspielen eines Titels, ist das maximale Entwickeln des Charakters bis Level 30. Danach ist einfach Schluss. Man könnte noch 100 Stunden mit dem Spiel zu bringen, ohne das es einem was bringt. Das finde ich sehr schade und macht aus dem Spiel nur einen "12 Stunden Knaller". Denn solange braucht man ungefähr, um Level 30 zu erreichen. Ein geiles Spiel bis Level 30, das dennoch schwerer sein könnte und danach leider abrupt seinen Reiz verliert. Einzig mit allen 4 Klassen das Spiel durchzuspielen, erzeugt einen gewissen Wiederspielwert. Hier muss zwingend ein umfangreicherer Nachfolger her! Denn spielerisch passt ansonsten so ziemlich alles.

 

+ Gute Steuerung
+ Tolles Action Gameplay
+ Motivierende Chara-Entwicklung
+ Aufgabensystem
+ Hauptspiel komplett Online
+ Effektreich/Helle Umgebungen
+ Gelungener 3D-Effekt
+ Talentbaum Einbindung
+ Komplett Deutsch
- Chara-Entwicklung nur bis Lv30!
- Könnte schwerer sein
- Kein Lagersystem
- Story und deren Präsentation

GRAFIK: 81%

SOUND/EFFEKTE: 77%

MULTIPLAYER: 78%

GESAMTWERTUNG: 78%

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