konsolenkost.de

 
3DS - Harvest Moon 3D: Geschichten zweier Städte
 
 
Harvest Moon 3D: Geschichten zweiter Städte - 3DS
Matthias Engert (02.09.2012)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Marvelous
GENRE: Simulation
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-6
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Ja/Nein

   
Einleitung....

Auch im zweiten Jahr seit dem Erscheinen des 3DS, gibt es noch genug Spieleserien, die erst so nach und nach den Weg in die dreidimensionale Umgebung gefunden haben. Darunter auch eine der bekanntesten Konsolen Serien, die gerade für Gameplay unterwegs immer schon eine riesige Fangemeinde hatte. Die Rede ist von der Farmersimulation Harvest Moon. Bewaffnet mit Sichel, Gießkanne & Co, hat uns das Farmerleben schon seit einigen Konsolen Generationen unterhalten. Allerdings seit ein paar Jahren mit der Einschränkung, nicht mehr allein im Farmer Universum zu sein. Denn mit der Rune Factory Serie gibt es Konkurrenz vom gleichen Entwickler, wo man vieles besser machte und auch die ältere Zielgruppe angesprochen hat. Spürbar auf dem DS, wo die letzten Harvest Moon Spiele gefühlt oberflächlicher und eher für die jüngere Klientel geeignet waren. Dennoch freut sich auch der ältere Gamer und Fan der Serie, zu denen ich mich ja auch zähle, immer wieder auf jeden neuen Titel der Serie. Schließlich ist man damit ja doch irgendwie "groß geworden". Dazu eben hier mit dem Umstand, dass man die Serie auf dem 3DS das erste Mal erlebt. Wollen also genauer hinschauen, was die Entwickler der Fangemeinde so spendiert haben.

Menus und die Story....

Wie schon erwähnt steckt auch hier wieder der gleiche Entwickler dahinter, wie bei den Vorgängern und der Rune Factory Serie. Damit ist Marvelous ja fast schon ein Dino unter den Entwicklern. Aber auch mal ein kleiner Nachteil, wenn man in einem Gameplay Korsett eingeschnürt ist und Änderungen nicht konsequent oder gar unterhaltsam sind. Auch das haben die letzten DS Titel leider hier und da gezeigt. Ausnahme war in meinen Augen da noch der Wii-Teil Baum der Stille, der zwar technisch sehr schwach war, aber spielerisch der bisher umfangreichste Teil mit dem meisten Tiefgang. Für unterwegs ist mir da noch der erste Teil auf dem Nintendo DS in positiver Erinnerung. Auf dem 3DS findet man aber nun neben einigen Neuheiten, auch wieder alte Schwächen und Macken vor. Das beginnt wie immer beim Thema Sprache. Zwar komplett lokalisiert und wie immer ohne Sprachausgabe, gibt es doch wieder einige Übersetzungsfehler. Beim Rest punktet das Spiel aber zunächst. 2 Speicherplätze stehen zur Verfügung und ein Mehrspieler samt Online Variante, steht für bis zu 4 Spieler bereit. In Sachen Story ist man ja mittlerweile jedes Mal gespannt, was sich die Entwickler haben einfallen lassen. Zumindest in Sachen Umfang klingt die neueste Geschichte theoretisch nach viel Unterhaltung. Hintergrund hier sind 2 Dörfer, deren Bürgermeister sich seit Jahren nicht mehr grün sind. Auf der einen Seite das Viehzucht Dorf Bluebell und auf der andere Seite Konohana, wo man sich seit jeher auf den Ackerbau konzentriert.

Getrennt durch einen großen Berg, ist zudem die direkte Verbindung durch einen Tunnel des Berges nicht mehr begehbar. Beide Seiten machen so ein wenig ihr eigenes Ding und es scheint keinen Weg zu geben, beide Dörfer wieder harmonisch zusammenzubringen. Genau an diesem Punkt kommt ihr ins Spiel. Nach einem kleinen Unfall, finden euch beide Bürgermeister und geben euch die Wahl, wo ihr euch niederlassen möchtet. Von da an liegt es nun in eurem spielerischen Vermögen, erfolgreich zu agieren und dadurch auch die beiden Dörfer wieder zusammen zu bringen. Denn das stellt schon so ein bisschen das übergeordnete Spielziel dar, auch wenn es bis dahin ein weiter Weg ist. Nach dem Einschalten landet ihr relativ fix auf dem eigentlichen Hauptmenu, das euch mit der Zeit mehrere Möglichkeiten der Betätigung anbietet. Neben dem reinen Spielstart, bekommt ihr hier bei fortlaufendem Spielfortschritt die Möglichkeit ein gespeichertes Spiel zu laden, die Mehrspieler Option zu nutzen und den StreetPass Modus zu aktivieren. Auch diesen bietet der 3DS-Teil und deckt damit auch das Thema Kontaktmöglichkeiten nach außen ab. Zu Beginn steht euch aber erst einmal nur das "Neue Spiel" zur Verfügung und ihr entscheidet euch für einen der beiden angesprochenen Speicherplätze. Wie immer zeigt euch dieses Savegame das Jahr, die Jahreszeit und diverse Namensbezeichnungen an. Doch nun genug der Vorrede und wir wollen mal genauer in die 3DS Umsetzung zur Geschichte zweier Städte schauen.

Technik und Game Play....

Sobald das eigentliche Spiel beginnt, verfolgt ihr nun die angesprochene Einführungssequenz, an dessen Ende ihr euch für einen Wohnort entscheiden müsst. Vorher geben beide Bürgermeister das Beste, um ihre jeweiligen Dörfer anzupreisen. Für euch als Spieler bietet das Spiel damit aber eine zunächst durchaus gelungene Sache. Denn wer früher z.B. viel mehr Spaß mit dem Thema Viehzucht hatte, bekommt hier die Gelegenheit, sofort aus dem Vollen zu schöpfen. Früher war dieses Thema ja erst nach und nach möglich. Entscheidet ihr euch hier für Bluebell, bekommt ihr sofort Tiere und die entsprechenden Werkzeuge. Für Konohana gilt das gleich für den Ackerbau. Allerdings und das muss man natürlich erwähnen, stehen euch dann jeweils auch die anderen Möglichkeiten zur Verfügung. Man kann zwar später auch direkt in das jeweils andere Dorf umziehen, aber z.B. auch in Konohana mit der Zeit Viehzucht betreiben. Wer dort beginnt, erlebt so ein wenig vom Spielverlauf her das bisher gewohnte Harvest Moon Gameplay. Von daher habe auch ich es so gehalten und meinen Spielstart in Konohana getätigt. Dort dann angekommen, unterstützt euch nun die Bürgermeisterin in den ersten 31 Tagen mit Rat und Tat. Was auch hier wieder zu reichlich Gesprächssequenzen führt, ohne die kein Harvest Moon Spiel auskommt. Und wie schon erwähnt mit ab und an lesbaren Übersetzungsfehlern. So führt euch die Bürgermeisterin zunächst durch die Örtlichkeiten auf der rechten Seite des Berges. Dabei gleichen sich aber die Locations auf beiden Seiten. Denn es gibt neben dem eigenen Hof, dem man auch hier wieder einen Namen gibt, das angrenzende Dorf mit den Shops, dem Tunneleingang, der noch ohne Nutzen ist und zu guter Letzt den Berg selber. Dabei ist der Berg komplett begehbar und bietet mehrere Bereiche, in denen der Spieler Blumen, Früchte, Steine, Holz, Käfer, Fische und weitere sammelbare Objekte findet.

Relativ schnell macht der Spieler zudem Bekanntschaft mit der Erntekönigin, die auch hier mit dabei ist und den Spieler zum einen immer wieder bewertet und auch befördert. Auch wenn über das Level-System noch geredet werden muss. Auch ist die Erntekönigin für das übergeordnete Ziel zuständig. Denn über eine spezielle 10teilige Herzleiste wird die Harmonie zwischen den beiden Dörfern dargestellt, die ihr durch verschiedene Aktionsmöglichkeiten füllen sollt. Denn erst wenn diese Leiste gefüllt ist, wird auch der Tunnel wieder begehbar. Aber auch hier muss man erwähnen, dass beide Dörfer für euch als Spieler sofort erreichbar sind. Dazu muss man jedes Mal komplett alle Bereiche des Berges durchqueren. Denn das neue Auftragsgameplay und auch die überall verfügbaren Shops erfordern dies auch. Zudem sind bestimmte Dinge nur im jeweils anderen Dorf vorhanden und machbar. Das hat natürlich seinen Vorteil in der Anzahl der Locations, führt aber mit der Zeit auch zu reichlich langatmigen Wegen. Von daher überrascht es nicht, dass man sofort im Spiel ein Pferd bekommt, das zum einen der Fortbewegung dient, aber auch das neue Wagen Feature abdeckt, den man damit ziehen und zur Aufbewahrung und Transport von Waren genutzt werden kann. Der eigentliche Einstieg wird zunächst begleitet von vielen bekannten Harvest Moon Features. Allem voran das Jahreszeiten System, das auch hier wieder komplett greift. Inklusive Produkten, die nur zu bestimmten Zeiten verfügbar und nutzbar sind. Dazu gibt es wieder das Tag/Nacht System, das in einigen Bereichen auch Auswirkungen auf das Gameplay hat. Ebenso mit von der Partie ist wieder die früher oft leidige Energieleiste des Charakters. Wobei ihr natürlich wieder entscheiden könnt, ob ihr als Junge oder Mädchen spielt. Glücklicherweise ist das Thema hier aber entspannter. Sprich Erschöpfung gibt es zwar, aber es dauert eine ganze Weile. Fielen die Burschen früher gerne mal nach gefühlten 3 Spatenstichen in Ohnmacht, kann man hier schon eine ganze Weile agieren. Das passt schon ganz gut.

Eingebettet in dieses Korsett, zeigt sich auch die Menüführung und Screenaufteilung. Klar dass die eigentliche Action dabei auf dem 3D-Screen dargestellt wird, während die Menus und Infoanzeigen über den Touchscreen abgedeckt werden. So findet man als Einblendung im 3D-Screen dann nur die Energieleiste und das gewählte Werkzeug oder Objekt. Gut genutzt ist diesmal der Touchscreen in Sachen Handling. Die wichtigsten Dinge sind neben Tastenaction auch per Symbol erreichbar, wobei man den Rucksack des Charakters gleich in 3 Teile aufgeteilt hat. Zum einen finden viele Objekte darin Platz, zum anderen sind Dinge wie Fische und Käfer davon getrennt, was den verfügbaren Platz nochmals erweitert. Positiv spürbar bei der wieder enthaltenen Versandkiste in beiden Dörfern, in die man die Objekte easy per Touch Screen legen kann. Dazu kommen 2 Buttons für die Punkte Aufträge und Info. Letztgenannter deckt die Statistik ab, die vergleichbar mit den letzten DS Titeln umgesetzt ist. Über das Thema Aufträge lasse ich mich gleich noch weiter aus. Weiterhin findet man auf dem Touchscreen eine Charakter Abbildung, da man hier verschiedene Outfits erspielen kann. Dazu die Karte, die je nach Ort wo man sich befindet, auch gezoomt werden kann. Abgerundet werden die Anzeigen durch die Jahreszeit, den Tag, die Uhrzeit, das aktuell verfügbare Geld und das momentane Wetter. In Sachen Zeit vergeht diese wieder nicht in Echtzeit, sondern im mittlerweile bekannten Sekundentakt. Dabei läuft diese auch wieder innerhalb von Gebäuden, so dass man zum Pausieren des Spiels in eines der Menus wechseln muss. Wie schon erwähnt startet das Spiel je nach Wohnort mit dem sofort möglichen Loslegen der jeweiligen Bereiche. In Konohana bekommt ihr somit sofort die Sichel, die Gießkanne und die Hacke, sowie erstes Saatgut. Alles andere muss erspielt oder erkauft werden. Teils aber auf ungewöhnliche Weise.

Auch das Anlegen von Feldern wurde verändert. Zum einen rein durch die Anwendung der Werkzeuge, aber auch durch Neuheiten wie dem Wasserkanal, der die Bewässerung der Felder übernehmen kann. Dazu kommt ein verändertes Nutzungsverhalten. Werkzeug Leveln in dem Sinne wie früher gibt es hier nicht, so dass auch diese Bedienung ein wenig umständlicher geworden ist. Man kann sie zwar verbessern, was aber in der 3DS-Version umständlich gemacht ist und dauert. In meinen Augen zu viel in Sachen Zeitaufwand. Auch hat man nicht den Platz für Felder wie früher. Zu Beginn schon gleich gar nicht, verbessert sich das auch durch den möglichen Ausbau der Farm nur bedingt. Auch gibt es in dem Sinne kein Feld, das zu Beginn voller Geröll und Unkraut daherkommt, sondern einfach nur Wiese auf eurem Hof, wo ihr Felder anlegen könnt. So ist später Baumaterial nur in den Bergregionen zu finden und nicht in riesigen Mengen. Aber dazu gleich mehr. Saatgut muss für jedes einzelne Feld gekauft werden und deckt nicht mehr die typischen 9er Felder ab, die man hier eh nicht mehr anlegt wie früher. Ist aber leider nicht der einzige Punkt, warum man den Ackerbau weit weniger beachtet als früher. Die anfangs wenigen möglichen Felder, werden begleitet von relativ wenig Saatgut. 2 verschiedene kann man zunächst immer nur pro Jahreszeit kaufen, wobei die Angebote in den Shops zudem auch wechseln. Dazu spielt hier mit rein, dass zum einen durch das Sammeln von allen möglichen Objekten genug Geld erspielt werden kann, um den Ackerbau nicht als Hauptgeldquelle zu nutzen. Größter Unterschied zu früher ist aber das neuartige Auftragsgameplay. An diesem Feature werden sich in meinen Augen viele Geister scheiden. Vieles in Sachen Werkzeuge, Produkte und Geld wird in diesem Spiel über 2 schwarze Bretter abgedeckt, die sich in den jeweiligen Dörfern befinden. Darauf bieten die Bewohner der Dörfer stetig Aufträge an, deren Belohnung einen Großteil der Produkte im Spiel ausmacht.

Einfaches Beispiel für Harvest Moon Veteranen sind die Axt oder der Hammer, oder auch Dinge wie Saatgut und Objekte für die Viehhaltung. Zu einem bestimmten Zeitpunkt heftet im genannten Fall der Schmied einen Auftrag an das schwarze Brett von Konohana, in dem für die Beschaffung von Holzscheiten in bestimmter Qualität eine Axt als Belohnung winkt. Wer in diesem Fall z.B. in Bluebell wohnt, muss also dafür immer wieder den kompletten Bergpass überwinden, um in das andere Dorf zu kommen. Will man z.B. die eigene Farm erweitern und wohnt in Konohana, gilt es dafür in das andere Dorf zu reisen, da dort der Zimmermann in Form eines weiblichen Charakters zu finden ist. Allein dadurch zieht sich mancher Tag arg in die Länge und das Spiel bietet viele, dieser doch recht langatmigen Momente. Sprich man hat manchmal nicht unbedingt die Lust ständig hin und her zu reiten. Einzig das Pferd entschärft das ein wenig. Die Aufträge gibt es nun für alles Mögliche und in verschiedenen Wertigkeiten, den sogenannten Rängen. Je höher der Rang des Auftrags, umso höher ist meist die geforderte Anzahl an Objekten, aber auch die mögliche Belohnung. Positiv hier das man so viele Aufträge gleichzeitig annehmen kann wie man will. Man hat jeweils ein paar Tage dafür Zeit, um diese zu Lösen. Man sieht immer welcher Bewohner dahintersteckt, dem man die erspielten oder gefundenen Objekte immer wieder bringen muss. Auch hier sorgt das Feature in jedem Dorf ein solches Brett zu haben, für stetiges Wechseln der Locations. Kleiner Pluspunkt dabei, dass man neben dem eigenen Haus auch in den jeweiligen Rathäusern speichern kann. Höhepunkt der durchaus mal nervigen Momente ist vor allem zu Beginn das Thema Öffnungszeiten. Ist man früher oft in die jeweilige Stadt, um alles in einem Rutsch zu erledigen, so geht das hier nur noch bedingt. Denn die Läden haben gerne mal zu verschiedenen Zeiten geöffnet, die man sich zu Beginn schnell merken oder gar aufschreiben sollte.

Was mich persönlich aber doch am meisten stört ist die Tatsache, dass man etwas zu weit vom eigentlichen Gameplay der Harvest Moon weggeht. Zumindest im ersten Jahr ist man mehr damit beschäftigt, dauernd nach allen möglichen Objekten, Fischen oder Käfern in den Bergregionen zu suchen, als sich um die eigene Farm zu kümmern. Denn unter anderem gibt es auch Saatgut nur als Belohnung über die Aufträge, sowie die angesprochenen Werkzeuge. Dazu spielt für mich das Koch- und Haustierfeature eine zu große Rolle. Gerade die Küche und das Thema Rezepte sind extrem reichhaltig enthalten. Auch nicht ohne Grund. Denn es gibt pro Jahreszeit gleiche mehrere Kochwettbewerbe, in denen jeweils 3 Charaktere pro Dorf gegeneinander antreten. Nur über diese Events, füllt man die Harmonieleiste der Erntekönigin, so dass die anderen Eckpfeiler der Serie ein wenig zu sehr in den Hintergrund treten. Natürlich sind sie wichtig und allein die Zutaten für die Gerichte müssen selber angebaut oder über Aufträge erspielt werden. Dennoch ist das Feeling beim Spielen dadurch ein anderes und entwickelt in meinen Augen nicht die Motivationskurve und den Kick, den man von früheren Spielen her kennt. Selbst das Leveln der Inhalte oder des Charakters sind da eher am Rande erwähnenswert. Stichwort Charakter selber, der in allen wichtigen Bereichen Leveln kann. Das ist ja an sich schön, nur wirkt sich das eher kosmetisch aus. Sammelt man z.B. eine bestimmte Anzahl Käfer, fängt so und so viel Fische, oder Reitet eine bestimmte Strecke, erscheint die Erntekönigin und ihr bekommt ein Level Up in diesem Bereich. Außer einer entsprechenden Bezeichnung in den Inforubriken, verändert sich aber so gut wie gar nichts. Das empfinde ich als nicht sonderlich stimmig umgesetzt.

Was man somit immer wieder mal verspürt, ist fehlende Motivation weiterzuspielen. Natürlich entwickelt sich das Spielsystem mit der Zeit, aber doch um einiges zäher als in früheren Teilen. Da hilft auch das wieder enthaltene Familien System nur bedingt. Es dauert einfach zu lange, ehe der Spieler hier Erfolge einfährt, weil man zu oft und zu lange mit den Aufträgen beschäftigt ist, die oft in ständigem Herumsuchen der benötigten Objekte münden. Es fehlen irgendwie der kurzfristige Erfolg und auch das Spielen auf ein eigenes Ziel im Ablauf der Geschichte. Wem so etwas eher zusagt, wird hier sicherlich auf lange Sicht schon Spaß haben. Da muss man sich dann auch über die Spielzeit keinerlei Sorgen machen. Aber für den eingefleischten Harvest Moon Fan empfinde ich die Mischung und Gewichtung der Inhalte in der 3DS-Version als ungünstig verteilt. Dazu geben dann auch die Locations zu wenig her. Trotz 2er Dörfer und dem Bergpass fehlen hier auch einfach die Überraschungen.

Grafik & Sound....

Auch grafisch wäre in meinen Augen mehr drin gewesen auf dem 3DS. Zwar gefällt das Spiel durch seine Farbpower und viele kleine Animationen. Aber alles auf einem normalen Niveau, das sich vom DS nicht allzu sehr unterscheidet. Hier spielt dann auch der 3D-Effekt mit hinein, der durchaus vorhanden und sichtbar ist, aber insgesamt doch zu dezent. Die Dörfer und einzelnen Locations sind schon recht liebevoll gestaltet, bieten aber wenig wirkliche Aha Effekte. Was auffällig ist, sind hier und da kleinere Ruckler, wenn man sich zu Pferde fortbewegt. Beim Laufen oder Rennen ist dies kein Thema. Auch beim Drumherum hätte man mehr investieren können. Richtige 3D-Sequenzen sucht man mit der Lupe und selbst im Spiel wird vieles, über die schon vom DS her bekannten Gesprächssequenzen mit Charakterskins und Sprechblasen abgedeckt. Ein ordentliches Spiel in Sachen Grafik, dass aber die 3DS Hardware nur bedingt ausnutzt.

Beim Sound kommt das Spiel in Sachen Musik so daher, wie man das auch erwartet hat. Jede Jahreszeit bietet für sich verschiedene Musikstücke, die fröhlich vor sich hin dudeln und das Spiel passend unterstützen. Sprachausgabe gibt es wie schon erwähnt keine, dafür aber ordentlich umgesetzte Effekte. Egal ob man in der Küche werkelt, auf dem Pferd reitet, oder sich um seine Tiere kümmert. Einzig die Quantität der Effekte könnte höher sein.

Multiplayer/Online....

Der Mehrspieler in der 3DS-Version bringt schon einige gute Ansätze mit, beschränkt sich aber lokal wie im Online Gameplay auf das Freunde Feature. Vielleicht der größte Knackpunkt. Dazu existiert für den Mehrspieler ein separater Modus, den man nutzen kann und miteinander spezielle Felder bearbeitet. Egal ob lokal oder Online, muss man dazu aber Freunde registriert haben und wählt beim Start über das Hauptmenu eben aus, welche Variante man spielen will. Klar dass sowohl Online, aber auch lokal jeder Spieler ein Game besitzen muss. Denn neben Einladungen für eingetragene Freunde, kann man ja auch selber auf die speziellen Felder anderer Spieler wechseln. Dieser Modus wird im Sommer des ersten Jahres verfügbar und bietet im Spiel ein sogenanntes Mehrspielerfeld, dass euch die Erntekönigin zur Verfügung stellt. Hier kann man zum einen die Jahreszeit selber bestimmen und sich bis zu 3 Freunde einladen, die alle zusammen auf diesem Feld arbeiten können. Erinnert ein wenig an Animal Crossing, bei dem Gäste die Früchte der eigenen Location mitnehmen konnten. Das geht auch hier, ohne dass aber die reine Spielumgebung einbezogen wird. Passend empfinde ich die StreetPass Einbindung, die es euch ermöglicht spezielle Produkte zu verpacken und mit auf Reisen zu nehmen. Auch hier extra über das Hauptmenu umgesetzt, erinnert das an das Waffenfeature in Kid Icarus. Man packt z.B. ein paar Früchte in diese Sendung, speichert das Ganze und überträgt dies bei einem Treffen via StreetPass auf den 3DS des anderen Spielers.

Fazit....

Wie bei jedem Harvest Moon Titel der Vergangenheit, war auch hier die Vorfreude sehr groß. Vor allem auch deshalb, weil es eben eine System Premiere darstellt. Zudem darf man froh sein dass durch Koch Media der Titel, nach der Insolvenz von dtp, überhaupt noch in Deutschland erschienen ist. Aber eine gewisse Ernüchterung kann ich dann doch nicht verschweigen. Insgesamt hätte ich mir mehr vom Spiel versprochen. In meinen Augen gehen die Änderungen und vor allem die Gewichtungen der Inhalte in die falsche Richtung. Was durch 2 Dörfer samt Bergpass nach vielen Örtlichkeiten und Abwechslungen klingt, entpuppt als Spiel mit wenigen Überraschungen und teils vielen langatmigen Momenten, in denen auch die Motivation gerne mal ein wenig flöten geht. Das Auftragsgameplay ist sicher nicht jedermanns Geschmack und der Koch- und Haustierbereich hat einen meinen Augen zu viel Raum im Spiel bekommen. Das reine Viehzucht und Ackerbau Feature, dass die Serie nun mal auszeichnet, tritt da ein wenig in den Hintergrund. Man hat zwar viel zu tun, erlebt aber zu viele Momente des Suchens von Objekten, ohne sich um die Dinge zu kümmern, welche die Serie ausmachen. Meine Hoffnung inhaltlich einen Titel wie "Baum der Stille", samt dessen Tiefgang auch für unterwegs mal zu bekommen, werden hier leider nicht erfüllt.

 

+ Steuerung/Menu-Bedienung
+ Wohnortwahl
+ Viele Dinge schnell verfügbar
+ Inhalt für Rezept/Kochfans
+ Baustoff Feature
+ Tag/Nacht Modus
+ Passende Energieleiste
+ Komplett Deutsch
- Einige Langatmige Momente
- Viele nervige Lauf/Reitwege
- Im Verhältnis wenig Saatgut
- Felderdesign Geschmackssache
- Undurchsichtiges Leveln
- Ruckelt gerne mal zu Pferde

GRAFIK: 73%

SOUND/EFFEKTE: 72%

MULTIPLAYER/Online: 63%

GESAMTWERTUNG: 65%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de