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3DS Garfield Kart
 
 
Garfield Kart - 3DS
Matthias Engert (19.07.2015)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: MW Games
GENRE: Funracer
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Über die Beliebtheit von Funracer Titeln muss man sich nicht lange auslassen. Sie sind ein elementarer Bestandteil der Videospielszene und eigentlich seit Anfang an vertreten. Und wie nur selten in einem Genre, ist mit Mario Kart wohl der Übervater das Ziel eines jeden Entwicklers. Oder sagen wir besser irgendwie in dessen Nähe zu kommen. Vollkommen egal ob wir über die Konsolen des TV-Bereiches reden, oder die Handhelden. Aber es gibt sie ja immer wieder, die Herausforderer in diesem Bereich. Unter anderem versucht sich nun ein weiterer Titel an diesem Unterfangen und bringt zumindest eine sehr bekannte Serie als Inhalt mit. Denn Garfield ist alles andere als unbekannt und wohl jedem Kind und Erwachsenen ein Begriff. Großartig vorstellen muss man den Lasagne Liebhaber wohl niemanden. Warum also mit dem Thema nicht einen Funracer im Mario Kart Style machen. Das dachte man sich auch im Hause Anuman, unter deren Label die Kids Mania Reihe erschienen ist. 4 Titel für die jüngere Generation, unter denen sich auch Garfield Kart befindet. Wollen wir also schauen, wo sich der Titel in der Reihe der Mario Kart Herausforderer einsortiert.

Menus und die Story....

Gleichzeitig machen wir mal wieder Bekanntschaft mit einer neuen Softwareschmiede. MW Games aus Ungarn waren für den Titel verantwortlich, die also zeigen konnten, ob sie mit dem 3DS umzugehen wissen. Schaut man sich so die Rahmenbedingungen an, zeigt sich schon Nachholbedarf. Zwar positiv, dass man den Titel komplett lokalisiert hat was die Texte angeht. Sprachausgabe in dem Sinne gibt es leider nicht. Mag man das noch locker verschmerzen können, ist das absolute Fehlen von Verbindungs- und Kontaktmöglichkeiten nach außen nicht zu entschuldigen. Gerade in einem Rennspiel dieser Art. Sprich es gibt leider weder einen Mehrspieler, noch die Möglichkeit irgendwas per Streetpass auszutauschen. Die einzigen 3DS Features, die das Spiel bietet, sind eine Bewegungsteuerung und der 3D-Effekt, über den aber auch noch zu reden sein wird. Da hilft es auch nicht, dass man 3 separat nutzbare Profile nutzen kann. Was bleibt ist somit Mario Kart Gameplay für einen Spieler. Hier muss also schon was kommen, um auch anspruchsvolle Spieler zufrieden zu stellen. Nicht weiter wichtig ist das Fehlen eine Hintergrundgeschichte. Die gibt es eigentlich in so gut wie keinem Racer dieser Art. Da macht auch Garfield Kart keine Ausnahme. Hier geht es einzig allein darum, mit den Charakteren der Serie auf passenden Umgebungen nach Pokalen und Meisterschaften zu streben.

Leider arg trocken ist die Präsentation des Spiels. Sehr simpel und teilweise arg steril zeigt man euch die Inhalte, was im späteren Verlauf auch den Bezug zu den Charakteren stark dezimiert. Ohne großartigen Vorspann landet man auf dem Hauptmenu des Spiels. Hier kann man zum einen die 3 besagten Profile nutzen und sich den einzelnen Menüpunkten widmen. Neben dem Start der reinen spielerischen Inhalte, findet man neben den Credits die Optionen, ein kleines Tutorial und den Shop. Diesen Bereich bietet das Spiel auch später immer wieder an und man kann auch später innerhalb der Meisterschaften in diesem sein Kart aufmotzen, oder spezielle Items zur Unterstützung kaufen. Ein durchaus interessantes System in seiner Umsetzung. Die Optionen lassen euch neben der Sprachwahl und den Soundeinstellungen, die Art der Steuerung wählen. Sprich ob ihr via Schiebepad lenken, oder eben die Bewegungssteuerung des 3DS nutzen wollt. Da wir uns dem Shop innerhalb des Gameplays widmen, können wir uns vom Hauptmenu aus direkt auf die Rennstrecken wagen.

Technik und Game Play....

Einmal auf dem Einzelspielermenü gelandet, stehen euch hier ebenfalls mehrere Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Neben dem simplen Einzelrennen, dürft ihr euch im Zeitfahren bewähren, oder zum heiligsten jedes Racers vorrücken - dem Grand Prix Modus. Den gibt es natürlich auch hier und man hat gar nicht erst versucht das Rad neu zu erfinden. Denn sobald man diesen Bereich anwählt, warten insgesamt drei verschiedene Klassen, die auch hier den Schwierigkeitsgrad definieren. Es gibt eine 50cc, 100cc und 150cc Klasse. Woher kennen wir das doch gleich. ;-) Pro Meisterschaft gibt es 4 Cups mit jeweils 4 Strecken, so dass wir auf die ebenfalls überraschende Gesamtzahl von 16 Strecken im Spiel kommen. Mittlerweile wohl die Grundausstattung jedes Funracers. Zu Beginn des Spiels kann man zwar alle Klassen anwählen, allerdings stehen euch meist nur 1-2 Cups zur Verfügung. Die jeweils anderen muss der Spieler erst durch eingefahrene Erfolge freifahren. Ganz wichtig zu erwähnen, dass man hier die Unterschiede nicht durch den Speed definiert. Alle Klassen fahren sich vom Speed her sehr ähnlich. Unterschied ist die KI der Gegner in den Rennen, die sich schon markant voneinander unterscheiden. Habt ihr es in der 50er Klasse mit 1 Gegner zu tun, der halbwegs mit euch mithalten kann, fahren sie in der 150er Klasse komplett auf eurem Niveau. Leider macht man dieses gute Feature später durch andere Dinge wieder zunichte.

Habt ihr euch für einen Cup entschieden, werden euch zunächst die 4 vor euch liegenden Strecken per Bild vorgestellt, so dass man den thematischen Background zu sehen bekommt. Auch hier gibt es keine Überraschungen und es finden sich auch hier so ziemlich alle bekannten Umgebungen wie in einem Mario Kart. Mal abgesehen von den Regenbogenstrecken. An so etwas hat man sich hier wohl nicht herangetraut. Oder wollte es vielleicht auch nicht. Auf der anderen Seite bietet man dafür aber viele Umgebungen, die man auch aus der Serie kennt und erhöht so zunächst durchaus den Bezug zur Serie. Der nächste Bereich ist der angesprochene Shop, den man an sich recht gelungen umgesetzt hat. Denn hier kann man vor jedem Cup seinen Boliden aufmotzen, den Fahrer wechseln und allerlei Tuning Maßnahmen vornehmen. Stehen euch anfangs 2 Charaktere zur Verfügung, so warten insgesamt 8 Fahrer im Spieler. Auch hier passend mit Bezug zur Serie, so dass neben Garfield auch Odie, Jon oder auch Squeak zur Auswahl stehen. Und alle unterscheiden sich auch in ihren Eigenschaften. Insgesamt 3 Einteilungen gibt es mit Geschwindigkeit, Beschleunigung und Handling. Zusätzlich kann man mit freischaltbaren Hüten bis zu 3 Slots freischalten, in die man sogenannte Unterstützungsitems packen kann. Aber dazu gleich mehr. Rein für die Stats stehen euch mit der Zeit neuere Boliden und bessere Spoiler zur Verfügung. Gut gemacht, sorgen sie durchaus für markante Verschiebungen des Fahrgefühls. Dennoch findet man mit der Zeit so seine Favoritenausstattung. Von daher entwickelt das Spiel schon den typischen Probiermechanismus eines Mario Kart. Wenn auch klar in einer stark abgeschwächten Variante. Hier trägt leider auch die sterile Präsentation dazu bei.

Kümmern wir uns kurz um die Slots, die hier einen interessanten Ansatz bieten. Denn dafür kann man spezielle Items kauf und dort verstauen. Später kann man sie für ein Rennen aktivieren. So kann man unter anderem immer von Platz 1 starten, oder die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Item auf den Strecken stark anheben. Geld dafür verdient man ebenfalls über eingefahrene Erfolge. Ist mal eine interessante Idee und etwas andere Umsetzung. Habt ihr hier alles eingestellt, geht es endlich auf die Rennstrecken dieser Welt. Vor jedem Rennen bekommt ihr einen Kameraflug geboten, der euch die Strecke komplett vorstellt. Danach beginnt der Start und weitere Rahmenbedingungen zeigen sich. Gefahren wird auch hier aus der Third Person Perspektive mit nur einem Viewpoint. Gerade auf Strecken, wo es auch mal bergauf geht etwas nachteilig, da durch die tiefe Kamera die Sicht nach vorn stark eingeschränkt wird. Streckenkenntnis macht sich hier von Vorteil. Diese wird übrigens per Querschnitt, samt Position der Fahrer auf dem Touch Screen dargestellt. Schade dass man hier nur 5 Gegenspieler hat. Im Zeitalter des 12er Fahrerfeldes sind 6 Charaktere schon grenzwertig. Dabei werden wie immer 3 Runden absolviert, ehe man im Ziel ist und die Position die entsprechenden Punkte ergeben. Am Ende der 4 Strecken wird logischerweise zusammengezählt und ergibt den Gesamtsieger. Die Steuerung ist relativ simpel und auch nicht unbedingt neu. Gelenkt wird wie schon erwähnt mit dem Schiebepad, während die Actiontasten Gas und Bremse abdecken. Per L-Taste kann man auf der Strecke liegende Items einsammeln und aktivieren, während die R-Taste den Sprung abdeckt. Auch hier identisch mit dem Mario Kart System.

Denn nach dem Sprung kann man den typischen MK Drift auch hier nutzen und in 2 Stufen beschleunigen. Was passend klingt wird durch eine mäßige Steuerungsumsetzung wieder etwas zunichte gemacht. Die Fahrzeuge lenken sehr direkt ein und man muss eigentlich gleich ein wenig gegensteuern, wenn man in den Drift geht. Kein Vergleich mit dem Mario Kart Feeling und vor allem zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit kommt man damit zwar schon klar, aber ideal ist das nicht. Auch sonst gibt's technisch viel Schatten. Mit komplettem 3D-Effekt geht die Framerate leider stark nach unten. Halbwegs fehlerfrei läuft die Engine mit deaktiviertem 3D. Eigentlich schade, da die Strecken an sich durchaus gelungen sind. Mal von den üblichen Ausnahmen abgesehen, fahren sich diese sehr flüssig und bieten auch viele Abkürzungen. Hier greift auch das Item System mit ein. Es gibt in der Menge weniger aus bei der Konkurrenz. Was man erhält sind Items zum Schießen, zum Legen oder um Zustandsveränderungen herbeizurufen. So kann man z.B. alle Gegner einschlafen lassen, was eine coole Idee ist und auch die entsprechende Wirkung zeigt. Gelungen ist auch das Feder Item. Diese Feder kann man legen, um Gegner zu ärgern. Diese schleudern in die Luft, wenn sie über das Teil fahren. Aber auch selber kann man es nutzen. Denn drückt man nur den Itemknopf, katapultiert man sich weit in die Luft und erreicht so die meisten Abkürzungen auf vielen Strecken. Beim Rest ist vieles auch mehr als bekannt. Beschleuniger auf den Rennstrecken und eben die Bonbons aller paar Meter, um sich ein neues Item zu schnappen.

Kleinere Macken gibt es bei der Kollisionsabfrage. Denn das Fahren abseits der Rennstrecke fördert die unterschiedlichsten Ergebnisse zutage. Mal fährt man ohne Tempo zu verlieren, um auf vergleichbarem Terrain auf einer anderen Strecke fast stehenzubleiben. Ist eher ein Glücksspiel. Vom reinen Speed her spielen hier Münzen eine große Rolle. Ebenfalls nicht neu und bei Mario Kart auch schon genutzt. Nur das man hier theoretisch unendlich viele Münzen aufsammeln kann. Und jede Münze macht den Boliden etwas schneller. Das Spiel kann schon recht zügig werden. Problem ist dann aber auch ohne 3D die Framerate, mit der das Spiel dann immer wieder zu kämpfen hat. Technisch und spielerisch leider nicht Weisheit letzter Schluss.

Grafik & Sound....

Grafisch zeigt das Spiel zwar durchaus gute Ansätze, macht aber vieles durch die reine Technik wieder zunichte. Zunächst bietet man euch alles an, was das Genre hergibt. Ob Asphalt, Wüste, Schnee oder zerklüftete Abschnitte. Hier ist alles dabei was man erwarten darf. Auch viele Höhenunterschiede und kurvenreiche Abschnitte, die sich sehr flüssig fahren lassen. Auch den Drift kann man sehr oft einsetzen, sofern man mit der Steuerung einigermaßen warm geworden ist. Was hier vieles nach unten zieht ist einfach die Technik. Mit aktivierten 3D-Effekt macht es einfach keinen Spaß und geht auf die Augen. Da ist die Framerate alles andere als sauber. Aber selbst ohne 3D-Effekt erlebt man diese Einbrüche das eine oder andere Mal. Oder eben die verschiedenen Untergründe, die einem zufällig mal langsamer machen oder auch nicht. Streckenbegrenzungen lassen einen gerne mal abrupt stehenbleiben, oder man dreht sich bei Gegnerkontakten, während diese gemütlich weiter fährt. Alles nicht durchgängig, aber oft genug um es nicht unerwähnt zu lassen. Hier hätte es schon wesentlich mehr Feintuning gebraucht, um in der Oberliga mitzuspielen.

Das gilt auch für den Sound. Selten einen solchen Dudelsound in einem Funracer gehört, der sich zwar pro Strecke unterscheidet, aber manchmal regelrecht nervt. Beispiel ist die Wüstenstrecke, wo die Musik wie in einer Endlosschleife läuft und dazu noch sehr aufdringlich wirkt und genau das Gegenteil erzeugt von entspanntem Fahren. Auch sonst viel belangloses, das den Faktor Funracer nur bedingt unterstützt. Das gleiche gilt für die Soundeffekte. Sehr schwach, relativ wenig in der Menge und auch sehr blass im Klang. Auch hier hätte viel mehr geboten werden müssen.

Fazit....

Leider ist Garfield Kart alles andere als eine Mario Kart Herausforderer. Die wenigen zarten guten Ansätze, die man hier und da mit dem Shopsystem, den gelungenen Strecken oder manchen Items hinbekommen hat, werden durch viel wichtigere Dinge wieder nach unten gezogen, die eben nicht gelungen. Nur 5 Gegner, kein Mehrspieler, die gewöhnungsbedürftige Steuerung, eine alles andere als saubere Framerate und mäßige Kollisionsabfrage lassen nur selten einmal Spaß aufkommen. Da helfen auch die Charaktere und der Bezug zur Serie nichts, wenn die spielerische Umsetzung leider zu viele Wünsche offen lässt. Von daher kann man für diesen Titel leider keine Empfehlung aussprechen.

 

+ Gelungene Strecken
+ Umsetzung Shop/Tuning
+ Feder Item für Abkürzungen
+ Komplett Deutsch
- Steuerung gewöhnungsbedürftig
- Frameraten Probleme bei 3D
- Mäßige Kollisionsabfrage
- Nur 5 Gegner
- Keinerlei Mehrspieler

GRAFIK: 55%

SOUND/EFFEKTE: 45%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 51%

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