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3DS Final Fantasy Explorers
 
 
Final Fantasy Explorers - 3DS
Matthias Engert (19.05.216)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: SquareEnix
GENRE: Action RPG
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Gering
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK12
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Ja/Nein

   
Einleitung....

Wenn es mittlerweile ein Genre auf dem 3DS gibt, dass wirklich mehr als genug Software bietet, so ist das ganz klar die Abteilung der Rollenspiele. Wie mittlerweile schon oft angemerkt, sticht hier vor allem die Zahl an hochwertigen Titeln heraus, die den Fans so manches graue Haar beschert haben. Und nicht weil sie schlecht waren, sondern die Spielzeit hoch. ;-)) Was sich dagegen etwas geändert hat im Laufe der Handheld-Generationen, sind die "Lieferanten". Denn neben Nintendo selber war früher oft SquareEnix ganz vorn mit dabei, wenn es um geniale RPG Kost geht. Mittlerweile haben ihnen aber die Mannen von NIS America und speziell die Firma Atlus den Rang abgelaufen. Seit Jahren fast schon der Platzhirsch mit Spielen zu Etrian Odyssey, einem Legend of Legacy, Stella Glow, oder der Shin Megami Reihe. Spiele mit denen man auf Monate beschäftigt war. Wir können ein Lied davon singen. ;-) Nach langer Zeit hat nun aber auch mal wieder ein alter Bekannter seinen Auftritt auf dem 3DS - SquareEnix, die mit Final Fantasy Explorers wieder mal ihr Zugpferd ins Rennen schicken. Konnte man die Teile früher blind kaufen, ist das aber bei den letzten Ausgaben plattformübergreifend nicht mehr ganz so. Nicht nur deshalb Grund genug, genauer hinzuschauen. Der Test soll euch zeigen, wo sich Explorers in der Hierarchie der Rollenspiele auf dem 3DS einreiht.

Menus und die Story....

Wie viele Firmen versteht es auch SquareEnix hier und da noch ein paar Euro extra zu generieren. Die aktuell immer beliebter werdenden Special und Limited Editions machen auch vor Final Fantasy nicht Halt und auch diesen Titel gibt es in einer speziellen Sammleredition mit kleineren Beigaben. Zurück zum Spiel und man kann schon bei den Rahmenbedingungen ein paar Kritikpunkte ausmachen. Zunächst kommt das Spiel nur in Englisch und Französisch daher. Jüngere Spieler, die man ja auch ansprechen will, schließt man dadurch etwas aus. Ebenso Freunde des 3D-Effekts, den es hier schlichtweg nicht gibt. Allerdings werden beide Punkte auf der Verpackung angegeben, so dass also keiner sagen kann, die Katze im Sack gekauft zu haben. Wie sich später zeigen sollte, nicht die einzigen Punkte über die man im Verlauf reden muss. Passend dagegen der Rest der reinen Faktenlage. Euch stehen 2 separat nutzbare Spielstände zur Verfügung und das Spiel bietet eine New3DS Unterstützung. So kommt hier der rechte Stick zum Einsatz, den man als Ersatz des Schiebepad Pro nutzen kann. Das Spiel erkennt eure genutzte 3DS Hardware und bindet den Stick hier speziell in die Kamerasteuerung mit ein. Ebenso positiv auf dem Papier sind die Kontaktmöglichkeiten des Spiels. Neben einer Streetpass Option kann das Spiel mit 4 Leuten Offline wie Online gespielt werden. Aber dazu weiter unten ein paar Anmerkungen. Zunächst steht wie immer der Singleplayer im Fokus dieser Zeilen. Ein weiterer Kritikpunkt zum Spiel betrifft leider die Story hinter dem Ganzen. Diese kommt für FF Verhältnisse sehr dünn daher und ist alles andere als episch. Auch setzt sie leider kaum auf bekannten Geschichten auf, sondern bringt wirklich nur das oberflächlichste Grundgerüst der Serie mit.

Euch als Spieler verschlägt es im Spiel auf die Insel Amostra. Ein Merkmal der Insel sind die reichhaltigen Vorkommen an Kristallen, die der Grund für das ständige Eintreffen von neuen Entdeckern verantwortlich ist. Nun wäre es ein wenig simpel, sich nur auf die Suche nach Kristallen zu machen. Damit dass natürlich einen FF Touch erhält, ist das Sammeln der Kristalle nicht ganz so einfach wie gedacht. Denn hier stehen euch dabei die sogenannten Esper im Wege. Waren sie in früheren Spielen auf der Seite des Helden und konnten dort gerufen und eingesetzt werden, stehen euch hier die Monster wie Ifrit, Ramuh oder Bahamut als Gegner gegenüber. Im Spiel als Boss Gegner eingebaut sind sie der große Gegenspieler der Entdecker, denen sie besonders feindlich gesinnt sind. Was soll ich sagen. Das war es dann auch schon mit der Geschichte. Schon ein wenig ernüchternd wie ich finde und in meinen Augen eben nicht die typisch epische und tiefgehende FF Story. Nicht nur hier sollte man als Spieler merken, dass die Entwickler mit dem Spiel einen anderen Weg beschreiten wollen und Explorers alles andere als ein typischer FF-Titel ist. Der Start in das Spiel selber ist relativ simpel gehalten. Unter wie immer sehr gut gemachter orchestraler Musik erwartet man euch und gibt auf dem Hauptmenu 3 Punkte zur Auswahl. Neben dem Spielstart und der Fortsetzen Option, kann man einzig die Sprache ändern. Auch einen epischen Vorspann sollte man nicht erwarten. So ist der Einstieg schnell abgehakt und wir können uns relativ fix dem eigentlichen Spiel zuwenden.

Technik und Game Play....

Beginnt ihr ein neues Spiel, so dürft ihr zunächst einen einführenden Trailer genießen. Gefällt an sich recht gut, fehlt doch irgendwie das 3D-Feeling. Gerade bei den gut gemachten Render-Sequenzen bietet sich diese Darstellung ja immer sehr an. Na gut, es gibt wichtigeres als den 3D-Effekt. Schauen wir also weiter. Positiv für den Bezug zum Hauptcharakter ist die Möglichkeit, den Helden in einem Editor persönlichen Vorlieben anzupassen. Zunächst gibt man sich einen Namen, der später auch Online zu sehen sein wird. Dazu kann man seinen Racker in vielen Rubriken wie z.B. dem Gesicht, der Frisur und der Stimme anpassen. Der größte grafische Effekt beim eigenen Spieler erreicht man aber erst später mit dem Anlegen diverser Rüstungen, wo man jedes neue Stück auch visuell begutachten darf. Damit man gleich mal weiß wo Bartel hier seinen Most holt, oder besser gesagt das die Esper nicht mehr der Freund des Spielers sind, geht es in einem schnellen Tutorial Kampf gegen Bahamut. Dient eher dazu das Rennen in Sachen Steuerung zu erlernen. Denn mehr gibt es hier nicht zu tun. Nur weglaufen und einen Fluchtpunkt erreichen. Danach werdet ihr in der Spielwelt willkommen geheißen und im Zentrum des Spiels begrüßt. Mag die Action in den Weiten der Insel spielen. Das spielerische Zentrum in Sachen Organisation und Vorbereitung ist eine kleine Stadt namens Libertas. Hier erwartet euch der Bürgermeister mit allerlei Neuigkeiten. Zu Beginn gilt es natürlich eine Art Zulassung zu bekommen, die es aber nicht geschenkt gibt. Also gibt man euch eine erste Aufgabe, ehe man die Entdeckerlizenz schließlich in den Händen halten darf. Was tun wir als Spieler? Klar wie laufen erst einmal ein bisschen herum, lernen ein paar Grundlagen der Steuerung kennen und schauen, was der Ort so für uns bietet. Der erste Blick in Sachen Screeneinteilung ist sehr eindeutig und zeigt durchaus auch an, worauf der Fokus im Spiel liegt, nämlich dem Mehrspieler.

Nicht umsonst dient der Touch Screen neben der Kartenfunktion, auch als Button-Ansammlung für diverse Möglichkeiten den Mehrspieler zu nutzen. Aber dazu im Mehrspieler Abschnitt noch ein paar ausführliche Worte. Wir wollen ja erst einmal allein ein paar Erfolge erzielen, ohne die man sich auch hier natürlich nicht in die Prärie wagen sollte. Mit anderen menschlichen Spielern schon gleich gar nicht. ;-) Wie sich zeigen sollte unterscheiden sich die Kartenbildschirme in der Stadt und später in den Aktionsbereichen stark voneinander. Einfach gesagt gilt es hier alles vorzubereiten und man entscheidet sich eben alles allein oder mit anderen Spielern zu tun. Erst danach geht man nach draußen und stellt sich den Aufgaben. Von daher sollte die Stadt also alles bieten, was dafür notwendig ist. Auf den ersten Blick ist das auch durchaus der Fall. Neben einem Quest-Schalter gibt es einen Shop, einen Wahrsager für eine bestimmte Aufgabe, ein paar spezielle Charaktere samt derer Aufgaben und einen Monsterhort, der erst später interessant wird. Dafür hat er es durchaus in sich wie sich zeigen sollte. Des Weiteren findet man einen Anlegepunkt für das typische Luftschiff, dass natürlich zu Beginn noch nicht genutzt werden kann. Das ändert sich erst nach dem Lösen diverser Quests und man kann es praktisch als Schnellreisefeature nutzen. Wichtigster Punkt zu Beginn ist der Quest-Schalter, der in keinem Rollenspiel fehlen darf. Hier habt ihr die Möglichkeit die sogenannten Main Quests anzugehen, die natürlich die Story vorantreiben, sowie die sogenannten Subquests. Diese dienen eher "nebenbei" dazu über bestimmte Ziele und Aufgaben, die man eh beim Spielen der Hauptmissionen erledigen kann, Materialien, die CP (Crystal Points) und Gil zu erspielen. Wie in so vielen Spielen sollte eure Geldbörse in vielerlei Hinsicht immer gut gefüllt sein. Aber wem erzähle ich das. ;-) So stehen euch zu Beginn nur ein paar Main Quests zur Verfügung, die man zwingend lösen muss, um überhaupt die Lizenz zu bekommen. Erst dann beginnt das Spiel eigentlich erst richtig.

Aber zumindest zeigen die ersten Quests, worum es in diesem Spiel geht, wie vieles zusammengreift und wie sich das Spielsystem aufschaukeln sollte. Zumindest theoretisch. Denn leider ist nicht alles im Spiel so wie man das in einem Final Fantasy Spiel erwartet. Aber der Reihe nach. Sobald ihr eine Hauptmission angenommen habt, erscheint ein Fähnchen über eurem Kopf, das euch dies auch sichtbar macht. Nachteil dass man nur immer eine Hauptmission gleichzeitig machen kann. Glücklicherweise ist das bei den Subquests anders, von denen man mehrere gleichzeitig "laufen lassen kann". Problem schon hier das ihr Geld braucht, um diese auch annehmen zu können. Kann man drüber streiten ob das notwendig ist. Die Aufgaben in den ersten Quests drehen sich zumeist um das erledigen einer bestimmten Menge an Gegnern. Perfekt um euch das Kampfsystem und den RPG-Teil des Spiels etwas näher zu bringen. Denn wir haben es ja immer noch mit einem Final Fantasy Spiel zu tun. Also wollen wir ja gefälligst auch ein paar Gegner killen. ;-) Auch hier ist das System im Übrigen immer gleich. Mission angenommen, Fahne über dem Kopf und ab geht's zum Tor der Stadt. Später wie schon erwähnt auch über das Luftschiff möglich. Kaum draußen wartet das erste von insgesamt 15 Arealen auf euch. Klingt nicht viel für euch, ist leider auch so. Zwar gibt es auf der Insel wesentlich mehr als die 15 Hauptareale, diese dienen aber nur als Verbindungswege und sind dementsprechend simpel und sehr linear. Die 15 großen Gebiete entsprechen gefühlt einem Viertel der Fläche in Monster Hunter, den man schon mal so langsam als größten Konkurrenten ansehen kann. Ja genau ihr lest richtig. Im Verlauf werdet ihr wie ich feststellen, dass FF Explorers eigentlich eher ein Monster Hunter Klon geworden ist, als jetzt eine eigene Geschichte oder Spielidee mitzubringen.

Kaum draußen im ersten der großen Areale kann man sich logischerweise frei bewegen, sieht Gegner vor sich herumlaufen und muss nun als Beispiel eine bestimmte Anzahl davon erledigen. Wie auch in Monster Hunter ist die Sichtweise identisch. In der Third Person Perspektive bewegt ihr den Helden per Schiebepad und könnt Dank Schiebepad Pro oder dem New 3DS mit dem rechten Stick die Kamera bewegen. Das entschärft die sonst willenlose Kamera doch sehr. Denn im Normalfall geht sie nicht mit euch mit und muss händisch mit der L-Taste hinter den Charakter geholt werden. Positiv das man Gegner per R-Taste fest als Ziel einstellen kann, wo die Kamera dann passend mitgeht. Für eine Quest hat man in der Regel 60 Minuten Zeit, was euch auch auf dem 3D-Screen angezeigt wird. Dazu gibt es Anzeigen für die sogenannte Resonance des Spielers, dessen Lebensleiste und die wichtige AP (Action Points) Leiste als Balkenanzeige. Wie schon erwähnt ändert sich die Darstellung der Karte auf dem Touch Screen im Gegensatz zur Stadt und wird hier als Draufsicht dargestellt. Dazu gibt es Infos über einen anvisierten Gegner und eigene Mitstreiter. Damit meine ich nicht eine Mehrspieler Session, sondern man bekommt später maximal 3 Monster als Mitstreiter. Dragon Quest Freunde sollten durchaus weiterlesen. Für die gibt es noch ein paar Sachen zu erwähnen, die allein sogar einen Großteil des Spielspaßes ausmachen sollten. Fürs Erste sucht man sich also die geforderten Gegner und kann nun per Action Tasten seine Waffen nutzen. Die Art der Waffe ergibt sich aus dem Final Fantasy typischen Jobsystem, das es auch hier gibt. 20 unterschiedliche Jobs gibt es, die wie immer vom Nahkämpfer über diverse Magier, bis hin zu Fernwaffen Künstlern reichen. Gelungen finde ich die Möglichkeit, die Jobs und damit alles was damit zusammenhängt jederzeit ändern zu können. Natürlich müssen alle erst nach und nach freigespielt, aber danach sind sie jederzeit nutzbar. Macht sich auf manchen Quests durchaus gut.

Auch das man sogenannte Ausrüstungssets speichern kann, spielt hier mit hinein. Macht sich beim Rüsten sehr gut, da man eine komplette Ausrüstung beim Jobwechsel nicht jedes Mal komplett neu zusammenstellen und anlegen muss. Ich für meinen Teil bin ja immer ein Freund des Nahkampfes gewesen, also war auch meine erste Wahl ein Schwertkämpfer mit den entsprechenden schlagenden Argumenten. Mit Schwert und Schild ausgestattet, waren schnell die ersten Gegner fällig. Das Kampfsystem in Sachen Grundlagen ist äußerst simpel. Per Actiontaste schlagt ihr auf alles was sich bewegt. Dabei gilt es kein Timing zu beachten, was die reine Kampfaction durchaus flüssiger macht, als mit bestimmten Waffen in einem Monster Hunter. Dafür bekommt man schnell eine andere Parallele zu sehen. Stichwort Materialien, die man nach dem erledigen von Gegnern bekommt, oder per finden und auflesen in der Weiten der Areale. Diese Materialien dienen später dazu in der Stadt an einem bestimmten Schalter neue Waffen herstellen zu können, oder vorhandene zu veredeln. Machen viele Spiele von Gebrauch, Final Fantasy Explorers leider nur beschränkt. Denn neue Waffen sind im Vergleich relativ selten und man legt den Fokus mit der Zeit darauf, aller paar Stunden was Neues zu kaufen und diese dann lange Zeit zu veredeln. Das ständige Waffenwechseln und verbessern auf diesem Wege funktioniert hier leider nicht so gut. Auch weil der Fokus auf der Nutzung von Specials liegt, von denen es zig verschiedene gibt. Per gedrückt gehaltener und R-Taste kann man jeweils 4 Slots aufrufen und live im Kampf nutzen. Zumindest solange die AP-Leiste gefüllt ist. Das reicht von simplen Klassenaktionen wie Angriffe mit Feuer oder Eis, über Statusaktionen wie Gift, bis hin zu mehrfach aufgelevelten Specials. Auch hier gibt es Kritik. Zwar ist die reine Masse immens. Die Gefahr dabei ist aber das man sich dennoch für wenige entscheidet und irgendwann das Thema durchaus vernachlässigt. Denn eine Belohnung nach gelösten Quests sind die Crystal Points, mit denen man in der Stadt an einem großen Kristall ständig neue Attacken kaufen und verbessern kann. Auch hier habe ich mit der Zeit eher vorhandene verbessert, als nun ständig was Neues ausprobiert.

Kommen wir mal zum Thema aufleveln. Auch hier hält sich das Spiel eher an ein Monster Hunter als an eigene Gesetze. Denn den Hauptcharakter selber könnt ihr nicht in der typischen Form leveln. Es gibt zwar ein sogenanntes Explorer Level. Nur greift das nicht in die Entwicklung des Helden ein. Es gibt im Spiel auch keine Erfahrungspunkte, so dass die Verbesserung des Helden einzig über neue Waffen und Ausrüstungen umgesetzt ist. Hier muss jeder Spieler selber wissen, ob ihm also eher das Monster Hunter Prinzip zusagt. Für Rollenspiel Cracks ist Explorers in dieser Hinsicht also nur bedingt tauglich. Das man dann eben lange auf einer Spielerstärke festhängt ist so eine Sache was die Motivation angeht. Wäre das von Anfang bis Ende so, ich hätte wohl nicht mal die Hälfte des Spiels gesehen. Denn leider ist auch die Aufgaben Vielfalt nicht sonderlich hoch. Ist man über das anfängliche Entdecken mal hinweg, erwarten euch immer wieder die gleichen Quests. Nur eben in anderen Gebieten. Ausnahme sind die Esper, die jedes Mal ein Highlight sind und alle auf ihre Art & Weise zu besiegen sind. Hier zeigt dann auch das Specialsystem was es kann. Dennoch nutzt sich das System ab. Da hilft dann auch kein Schnellreisefeature, das aber leider nur in einer Richtung greift. Man kann schon von jedem Ort im Spiel zurück zur Stadt, nur bricht man dann jedes Mal seine Quest ab. Vor allem dann ärgerlich wenn Quests geteilt sind und man von einem Ende des Spiels zum anderen latschen muss. Das nervt dann sogar regelrecht. Aber keine Sorge, es gibt auch gelungene Sachen im Spiel. Ganz so schlecht will ich den Titel ja nun nicht machen. Hat man allein die Stärken und Schwächen des Systems kennengelernt, schaltet man als Spieler eher nebenbei den Monsterhort frei. Hier wartet ein richtig feines Feature.

Gegner hinterlassen neben Materialien oft auch kleine Lebenskristalle, die man einsammeln kann und im Monsterhort zum Leben erweckt. Einfach gesagt hat man irgendwo einen Drachen umgelegt, dessen Kristall bekommen, so darf man diesen zum Leben erwecken und an seine Seite holen. Sprich er kämpft selbstständig an eurer Seite und geht immer sofort zum Angriff über. Das geniale daran das ihr maximal 3 davon gleichzeitig mitnehmen können. Und zu meiner Überraschung sind die die Jungs entwickelbar über ein Level. Beginnen mit Lv1, bekommen Erfahrungspunkte und steigen somit wie in jedem anderen Rollenspiel. Sie werden logischerweise stärker und machen sich mit der Zeit richtig gut. Dazu kommt das Feature, dass sie immer wieder zum Leben erweckt werden, sofern sie im Kampf mal draufgehen. Sprich richtig sterben tun sie nicht. Nach ein paar Minuten stehen sie wieder neben euch und agieren, als gäbe es nichts anderes. Mit der Zeit war kurioserweise genau dieses Feature das was mich hier am Spiel verbleiben ließ. Auch weil man 2 Monster zu einem neuen vereinen kann. Dragon Quest lässt grüßen. Die knapp 200 Quests im normalen Hauptspiel sind zwar schon interessant was die Esper angeht, aber beim Rest mit der Zeit relativ langatmig, da sich die Grundaufgaben nicht mehr ändern. Hier fehlt dann eindeutig die Geschichte, die das ganze Geschehen atmosphärisch und in Sachen Motivation vorantreibt. Daran hapert es einfach im Spiel. Was dem Spiel gefühlt einfach fehlt ist in meinen Augen schon der Charme der Serie. Man könnte die Charaktere auch austauschen, den Namen Final Fantasy aus dem Titel nehmen und es würde sich kaum etwas ändern. Dazu sind hier und da schon einfach zu viele negative Dinge im Spiel. Kein wirklich schlechtes Spiel für einen Gamer, aber auch nicht das was man sich erwartet hat. Ein ordentlicher Titel für Monster Hunter Fans, mehr aber nicht.

Grafik & Sound....

Grafisch bietet das Spiel durchaus Licht, aber auch viel Schatten. Unabhängig vom fehlenden 3D-Effekt. Man merkt auch hier, dass Monster Hunter mit seinem Stil durchaus als Vorbild gedient hat. Denn der gesamte Grafikstil hat auch in Explorers diesen gewollten leuchtenden und weichen Touch wie die Capcom Konkurrenz. Nur ist das Ganze dort um einiges schöner, detaillierter und atmosphärischer geworden. Das liegt hier speziell auch am atmosphärischen Teil. So abwechslungsreich die Themen der Locations auch gemacht sind. Sie sind in meinen Augen zu klein, zu wenig bevölkert und auch mit zu wenigen Bauten und Objekten ausgestattet. Zwar bewegen sich Gräser und Bäume durchaus im Wind, dennoch wirkt das Ganze steril und teilweise langweilig. Selten das man mal ein etwas verwinkeltes oder verbautes Areal hat, wo auch mal simple Höhenunterschiede eine Rolle spielen. Das Freiheitsgefühl eines Monster Hunter findet man hier nicht vor. Gerade die Verbindungsareale zwischen den etwas größeren Bereichen sind sehr linear und eben überschaubar groß. Das nimmt manchen Ecken einfach den Kick. Dazu dann eben die bei weitem nicht so gelungenen grafischen Aspekte an sich und oftmals einfache Texturen. Was mir dagegen gut gefallen hat, ist der Held selber, bei dem man einen Wechsel der Ausrüstungen sofort auch sieht und vor allem die Esper als Gegner. Groß und imposant, sind auch diese angenehm detailverliebt umgesetzt. Hier haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben. Effekte sind auf einem ordentlichen Niveau. Vor allem in Sachen Quantität gibt es viel zu sehen, auch wenn sie nicht immer bombastisch aussehen. Ebenfalls auf die Haben Seite gehören eure 3 Mitstreiter. Das Dragon Quest Feeling wird schon rein optisch unterstützt, wenn ihr immer zu dritt unterwegs seid. Technisch gibt es Kritik für den Mehrspieler, der zu gerne ruckelt. Ist extrem viel los auf dem Bildschirm, was speziell bei den Esper oder als Beispiel bei Drachenansammlungen der Fall ist, so geht die Framerate gerne mal spürbar runter. Im Solo-Modus ist das eher die Ausnahme.

Die Musik ist noch ehesten ein typischer FF Vertreter. Vor allem die vielen orchestralen Stücke gefallen wieder und passen auch zu einem Spiel wie diesem. Nicht umsonst liegt der Limited Edition eine extra Sound CD bei. Was ein wenig besser sein könnte sind die Effekte. Auch hier gilt das gleiche wie bei der Grafik. Es gibt sehr viele davon, aber von der reinen Qualität und vor allem was imposante Bässe angeht, wäre echt mehr drin gewesen. Sprachausgabe gibt es, die sich aber leider nur auf einfache und kurze Samples beschränkt. In diesem Punkt könnte man auch ein Nintendo Spiel in den Händen halten. ;-)

Mehrspieler/Online....

Der Mehrspieler ist theoretisch eine feine Sache und erinnert auch sehr, welch Überraschung…, an Monster Hunter. ;-) Auch hier können sich 4 Spieler miteinander verbinden und sowohl Offline auf der heimischen Couch, aber auch Online auf Entdeckertour gehen. Highlight natürlich das man das Hauptspiel dazu nutzen und allerlei Dinge anpassen kann. Das gilt vor allem für das mögliche Quest-Gameplay, so dass man auch einen großen Nutzeffekt erhalten kann. Besonders dadurch das man eben gerade die Esper Quests zusammen angehen kann. Oder auch Quests, die durchaus das eine oder andere nervige Gelatsche entschärfen, weil man sich hier durchaus auch mal in Gruppen aufteilen kann. Logisch das für die Offline Version jeder Spieler ein Spiel besitzen muss. Dabei kann man jederzeit im Solo-Spiel Live auf den Mehrspieler umschalten und einen eigenen Raum eröffnen. Stoßen andere Spieler dazu, entscheidet der Host über die Quest. Schön das man dazu ein Chatsystem nutzen kann. Leider kein freies System, sondern bestehend aus 40 fertigen Texten und Kommandos, die aber frei editierbar sind. Wer keine ungebetenen Gäste haben möchte, kann seine Partys auch via Passwort schützen, um in Ruhe mit Freunden loszuziehen. Größtes Ärgernis bleibt im Mehrspieler allgemein die Spielersuche und vor allem die technische Seite. Leider erlebt man sehr oft eine stockende Engine, Ruckler und Slowdowns. Und wie immer in den Momenten, wo man sie am wenigsten braucht. Nämlich wenn viel los ist und der Boss Gegner Fight ansteht. Auch hier zeigt die Konkurrenz, wie man es besser machen kann.

Fazit....

Man muss bei Final Fantasy Explorers einen anderen Maßstab anlegen und auch in Sachen Vergleichsspiele umdenken. Wer den Titel mit den eigenen Vorgängern vergleicht, wird schnell wieder ausmachen. Keine epische Welt, Tiefgang oder hohe Spielzeit zeichnen den Titel aus, sondern man orientiert sich viel mehr an einem Monster Hunter. Meint man es böse mit SE, könnte man von einem schwächeren Klon sprechen. Denn vieles hat man versucht zu übernehmen und eben auf eigene Weise zu implementieren. Leider klappt das nur selten im guten Sinne. Das für mich demotivierende Levelsystem des Hauptcharakters, wenn man es überhaupt so nennen will, nimmt dem Spiel durchaus die Langzeitmotivation. Die holt man sich überraschenderweise durch das mögliche Leveln, Entwickeln und vor allem Kreuzen der 3 Monster als Mitstreiter. Die Dragon Quest Parallelen haben mir gefallen und teilweise habe ich mehr Energie und Zeit in die 3 Mitstreiter investiert, als in den Helden an sich. Und das will dann doch schon was heißen. Aber auch beim Drumherum lässt der Titel Punkte liegen. Die 10-12 Stunden Spielzeit für die Geschichte sind ebenso mäßig, wie das mit der Zeit eintönig werdende Quest System. Es ist dann doch immer irgendwie dasselbe. Hier fehlt dann wieder die Story, die mit Tiefgang und speziellen Spielzielen die Motivation hochhalten sollte. Das macht sie hier eben nur begrenzt. Selten das mal zu sagen, aber in diesem Final Fantasy Spiel fällt die Spielspaßkurve immer weiter ab, je länger man spielt. Es ist kein grottenschlechtes Spiel, aber auch weit weg von einem Titel, an dem man Monate sitzt. Final Fantasy Cracks verpassen hier nichts und Monster Hunter Liebhaber warten lieber auf Generations.

 

+ Klassen und Job-System
+ Leveln der 3 Monster-Begleiter
+ Materialsystem gelungen
+ Upgradebare Ausrüstung
+ Musiken sehr passend
+ Große Attacken-Vielfalt
+ Online mit 4 Leuten...
- ...das dabei gern Ruckelt
- Story äußerst dünn
- Kein Leveln des Helden
- Komplett Englisch
- Keinerlei 3D-Effekt
- Auf Dauer durchaus eintönig

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 77%

MULTIPLAYER/ONLINE: 69%

GESAMTWERTUNG:
69%

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