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3DS Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia
 
 
Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia - 3DS
Matthias Engert (20.06.2017)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Nintendo/Intelligent
GENRE: Rollenspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-10+
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK12
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.40 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: DLC/Ja

   
Einleitung....

Die etwas ernüchternde E3 ist mittlerweile Geschichte und es zeigt sich wie immer die alte Gesetzmäßigkeit - halte Dich an die greifbaren Dinge. ;-) Das wollen wir natürlich tun und kümmern uns einmal mehr um eine absolutes Schwergewicht der Szene - Fire Emblem mit der Ausgabe Echoes: Shadows of Valentia. Lagen früher Jahre zwischen 2 Fire Emblem Umsetzungen, hat Nintendo auch hier das Dollarzeichen erkannt und verkürzt die Abstände äußert stark. Ist der Vorgänger Fates noch in einigermaßen frischer Erinnerung, ist ja auch Echoes dieses Jahr noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Auch wenn vielerorts gesagt wird, Echoes wäre der letzte 3DS Teil. Aber zumindest auf der Switch wird es ja weitergehen. Schaun'mer mal… Hat Fates die Messlatte durch verschiedene Features durchaus hoch gelegt, darf sich nun zeigen, was man mit Echoes auf den Spieler loslässt. Eines kann man dem Test durchaus vorweg nehmen. Auch Echoes macht wieder vieles richtig und durchaus auch anders. Oder besser gesagt man holt längst angestaubte Features wieder hervor. Denn inspiriert ist der Titel vom Fire Emblem Titel Gaiden aus dem Jahre 1992, der seinerzeit nur in Fernost erschien. Viele Elemente hat man bewusst aus diesem Teil übernommen und zu neuem Leben erweckt. Wie gut das alles so harmoniert, erfahrt ihr im Test zum Spiel.

Menus und die Story....

Wie immer muss man sich über die Verantwortlichkeiten keinerlei Gedanken machen. Unter dem Dach Nintendos erschienen, waren die Jungs von Intelligent Systems die geistigen Väter des Titels. Auch hier muss man sich also nicht auf Experimente einstellen, sondern bekommt in vielen Bereichen bekannte Kost geboten. Das beginnt schon bei den Rahmenbedingungen, auch wenn der Titel dieses Mal nur für einen Spieler konzipiert wurde. Den Austausch von speziellen "Visitenkarten" via Streetpass zähle ich nicht zu einem Mehrspieler Erlebnis. Wie immer gibt es deutsche Texte und eine ungewöhnlich stimmige Sprachausgabe, die mir hier besser gefällt als in Fates. Mehrere Spielstände unterstützen euch und der verfügbare 3D-Effekt kann erneut punkten. Aber das konnte er auch schon im Vorgänger. Etwas übertrieben hat es Nintendo dieses Mal mit dem DLC. Zwar sehr umfangreich verfügbar und durchaus auch sehr sinnvoll. Aber nur für Leute die viel Geld ausgeben wollen. Nicht umsonst bietet Nintendo einen Season Pass für ein Spiel an. Nicht gerade alltäglich und mit 45 Euro auch alles andere als günstig. Zwar gibt es alle Pakete auch einzeln ohne Season Pass, aber in Sachen Kosten grenzwertig. Wie immer wird keiner gezwungen und man kann das Spiel auch ohne die DLC Inhalte beenden. Dennoch hoffe ich nicht, das Nintendo den DLC Weg einschlägt, wie andere Publisher. Später im Test auch noch ein paar Worte zum amiibo Feature, das zwar umfangreicher daherkommt als in Fates, aber in meinen Augen nicht ganz so genial eingebunden wurde.

Eine Geschichte bietet natürlich auch dieser Fire Emblem Teil. Mittlerweile hat ja jede Ausgabe so sein Helden Duo. Dieses Mal mit den beiden Hauptcharakteren Celica und Alm, denen man hier im Spiel als Kinder das erste Mal begegnet und deren Wege man gleich in doppelter Weise begleitet. Das Spiel bringt uns in das Zeitalter zweier großer Reiche auf dem Kontinent Valentia. Dabei fechten die dort lebenden Bewohner den Krieg zweier Götter namens Duma und Mila aus, die unsere beiden Helden auf völlig unterschiedliche Weise mit der Geschichte verbindet. Allen voran Alm. Er wuchs in einem kleinen Dorf mit seinem Großvater auf und ist mit Celica gut befreundet. Inzwischen ist er eine wichtige Figur im Widerstand gegen die einfallende Armee des Königreichs von Rigel. Alm ist entschlossen, seine Heimat zu verteidigen. Celica ist wesentlich geheimnisumworbener. Sie ist seit ihrer Kindheit gut mit Alm befreundet und ist entschlossen, die Göttin Mila zu finden und den Krieg zu beenden, bevor noch mehr Blut vergossen wird. Innerhalb des Spiels voneinander getrennt, finden sie am Ende natürlich wieder zusammen. Happy End gibt es nicht nur in Hollywood. ;-) Der reine Start in das Spiel ist recht knackig, aber durchaus stimmig. Denn ihr werdet zu Beginn mit einem sehr schönen Vorspann begrüßt, der euch die Geschichte sehr gut rüberbringt und welche martialische Action hier auf euch wartet. Inklusive herrlicher Orchestermusik, welche die Serie ja mittlerweile extremst auszeichnet.

Danach landet ihr auch schon auf dem Hauptmenü, das euch neben einem Neuen Spiel, ein gespeichertes fortsetzen lässt. Dazu gibt es die Möglichkeit in den Optionen die Sprache einzustellen, Untertitel zu aktivieren und zu guter Letzt auch den Spielstand komplett zurückzusetzen. Dazu kommt der angesprochene DLC Bereich, der euch marginale kostenlose Inhalte preisgibt und dazu eben die in meinen Augen zu teuren kostenpflichtigen Pakete. Mehr ist es hier zunächst nicht und wir können uns auf den Weg nach Valentia machen.

Technik und Game Play....

Parallelen zu anderen Fire Emblem Spielen findet man auch hier wieder vor. Das geht gleich am Anfang los mit der Wahl eines Schwierigkeitsgrads, die natürlich auch Echoes wieder mitbringt. Vom Vorgänger her schon bekannt, steht vor dem eigentlichen Beginn eine Abfrage, die sich unter anderem an Neulinge der Serie wendet. Denn spielen kann man Fire Emblem Echoes in verschiedenen Varianten, einer klassischen Ausrichtung und dem Anfänger Gegenstück. Hintergrund ist hier der Fakt, dass in der klassischen Variante einmal gefallene Einheiten auch wirklich nicht mehr zur Verfügung stehen. Spielt man mit der Anfänger Variante, so werden gefallene Einheiten in einer Schlacht wiederbelebt und stehen euch erneut zur Verfügung. Klar dass man dadurch schon den Schwierigkeitsgrad definiert. Allerdings gibt es diese Wahl auch direkt und man kann zu Beginn aus 2 verschiedenen wählen, den man dann auch nicht mehr ändern kann. Zumindest nicht nach oben. Man sollte also schon wissen was man tut. ;-) Und ein Spiel für Weicheier ist Echoes selbst auf dem Anfängergrad keineswegs. Was hier fehlt ist der typische Klasseneinstieg. Sprich es gibt keinen Editor in dem Sinne wie früher und kann den Helden zunächst auch keine Klasse zuweise. Das entwickelt sich in diesem Spiel erst später und auf andere Weise, als das früher der Fall war. So lernt man wie schon erwähnt die beiden Helden in ihrer Kindheit im Heimatdorf kennen, ehe die Geschichte so ein wenig ihren Lauf nimmt. Denn noch umsorgt und behütet, holt sie die Realität schnell ein, als sie einem Soldaten begegnen und so langsam erfahren was auf dem Kontinent so abgeht. Draufgänger Alm ist nun derjenige, der sofort losziehen und kämpfen will und ein paar seiner Freunde aus dem Heimatdorf um sich schart.

Celica ist damit alles andere als einverstanden und es kommt, wie es kommen muss. Sie streiten sich und gehen mit der Geschichte auf verschiedene Arten um und vor allem trennen sich für lange Zeit ihre Wege. Relativ schnell im Spiel zeigt sich ein sehr markantes Feature. Ihr spielt von da an 2 Story Wege und führt in der typischen Fire Emblem Machart 2 Armeen durch das Spiel. Einmal die Alm geführten Truppen und die Celica Gegenstücke. Eingeteilt ist das Spiel dabei in verschiedene Kapitel, die man auf eine sehr interessante Art und Weise spielt. Denn zunächst ist auch der Weg zum Ziel anders gemacht als früher. Über eine große Weltkarte wandert ihr über Linien zu zahlreichen Locations, die sich in Form von Schlachtfeldern, Dörfern und vor allem auch Dungeons zeigen. Hier drinnen kann man sich nun wie in einem waschechten Action Adventure bewegen und die Gegend in den frei begehbaren Bereichen erkunden. Dritter Teil des großen Gameplay Gesamtwerkes sind dann natürlich Kämpfe und die Schlachtfelder an sich, die in der sehr typischen Fire Emblem Machart umgesetzt sind. Dabei steht es euch frei, welche Armee ihr führen möchtet. Nur bedingt durch die Geschichte an sich und bestimmte Orte, wo ihr mal wechseln müsst, könnt ihr euch lange um eine Armee kümmern, oder auch nach jeder Schlacht wechseln. Auf der großen Weltkarte, könnt ihr so jederzeit von einer Armee zur anderen wechseln. Das Ziel sind alle Gegner in unzähligen Schlachten zu besiegen, die von Massenware und Allerweltsgegnern, bis hin zu mächtigen und teils sehr knackigen Boss-Gegnern reichen. Zu Beginn sind nur ein Handvoll Charaktere in einer Armee unterwegs. Bis zum Ende agieren bis zu 12 Helden pro Armee, so dass man sich mit der Zeit um 24 spezielle Helden kümmern muss, um im Spiel voranzukommen.

Dazu kommt nun das Feature auch kleinere Dörfer besuchen zu können und dort verschiedene Locations mit einem Besuch zu beehren. Das reicht dort von Small Talk Momenten, bis hin zu verschiedenen Schmieden, in denen man später die Ausrüstung verbessern kann. Aber auch hier wird vieles erst mit der Zeit möglich. Vor allem das Klassenfeature ist hier etwas anders angelegt als früher. So ist das Grundgameplay zunächst wie immer. Ihr bewegt euren Charakter auf der Karte zu einer Location und seht dort Gegner stehen, gegen die es nun in einer großen Schlacht zur Sache geht. Dabei hat man das System so angelegt, das Gegner nie ausgehen. Auf der Weltkarte tauchen zumindest am Ende immer wieder Gegner auf, innerhalb der vielen begehbaren Dungeons zwischendurch gibt es Gegner immer wieder neu. Besser gelöst als in Fates finde ich das 12er System in Sachen Armeestärke. Denn man ist hier nicht gezwungen vor den Schlachten zu entscheiden wen man mitnimmt und wen man "zuhause" lässt. Eine limitierte Anzahl gibt es nur in den Dungeons, wo man maximal 10 Helden in seiner Armee haben kann. Hier parkt man also die beiden schwächsten und zieht los. Zu Beginn schauen wir uns erst einmal das reine Kampfsystem auf den Schlachtfeldern an. Je nach Wichtigkeit erwarten euch wahlweise die angesprochene Textsequenzen, oder die sehr schönen Story-Sequenzen. Danach landet man in der aktuellen Schlacht und schaut in der Iso Sicht auf das Kampfareal. Das Spielfeld ist dabei in viele kleine Vierecke eingeteilt, die wenn man so will die Lauffelder definieren. Auch in Fire Emblem Echoes spielt sich alles Rundenbasiert ab. Man markiert hier also eine eigene Einheit und bekommt danach die Möglichkeiten angezeigt. Farblich unterlegt wie weit man Laufen könnte, oder wenn man in entsprechender Nähe zu einer Einheit steht, den Angriffsbefehl. Des Weiteren kann man mit den entsprechenden Einheiten auch Heilen, Fernattacken starten, sowie Items nutzen und diese mit benachbarten Einheiten auch tauschen.

Die Ziele in den Schlachten sind relativ einfach gehalten und decken fast ausschließlich das Besiegen des gegnerischen Anführers ab, oder man muss zwingend alle Einheiten auf dem Schlachtfeld besiegen. Man kann nun taktisch agieren und sich wahlweise auf das schnelle Vorrücken, oder aber auch Warten auf Gegner beschränken. Diese KI Eigenschaft bietet das Spiel, so dass euch die Gegner fast immer auf Gedeih und Verderb Suchen und Angreifen. Auch das ist ein kleiner Unterschied zu Fates. Denn viele Schlachten bieten feste Bauten wie Burgen oder Schlösser, in denen die Gegner und vor allem Bosse, samt einiger Beschützer auf euch warten. Das hebt in manchen Schlachten durchaus den Anspruch, da man viel überlegter vorgehen muss, um vor allem heftigen Magie- und Fernattacken zu entgehen. Schafft man das geforderte Ziel in einer Schlacht, werden alle Helden dieses Mal mit Extra EP belohnt und man landet wieder auf dem Kartenbildschirm. In der Schlacht gibt es natürlich ebenfalls EP, die sich nach dem Erfolg richtet. Zieht ihr dem Gegner ein paar Lebenspunkte ab, gibt es auch nur ein paar EP. Tötet ihr ihn, dementsprechend mehr. Denn um die Ziele zu erfüllen, muss man seine Einheiten zwingend entwickeln und leveln. Hier kommt ein gewohntes Rollenspielprinzip zum Einsatz. Alle Einheiten bieten ein eigenes Charakter-Level, an dem sich verschiedene Eigenschaften des Charakters orientieren. Und da es wie schon erwähnt auch hier mehr als genug verschiedene Klassen im Spiel gibt, sind diese auch höchst unterschiedlich. Grob eingeteilt sind diese in Nahkämpfer mit entsprechenden Waffen wie Schwertern, Äxten oder Speeren, Fernwaffen Klassen, die wahlweise mit Stäben oder Bögen arbeiten und die Bestien Einheiten, die spezielle Kristalle benutzen um ihre Attacken auszulösen. Das Schöne am Spielsystem ist die Tatsache, dass man nun im Verlauf des Spiels diese Klassen mehr als man denkt vermischen kann.

Zwar nicht ganz so wild in den Möglichkeiten wie in Fates, aber mehr als ausreichend. Und wer die höchsten Stufen der Klassen haben will, kauft sie sich. Oder eben auch nicht. Denn anders kommt man nicht an diese Boni heran. Erreicht man bestimmte Level-Grenzen mit einem Charakter, so muss man die Mila Statue suchen. Davon gibt es viele in den verschiedenen Dungeons. An denen kann man die Klasse eines Charakters händisch wechseln. Einfach gesagt kann man aus einem zunächst laufenden Ritter mit Schwert im Verlauf auch einen fliegenden Dunkelmagier machen. Das geniale daran ist die Tatsache, dass einmal erlernte Fähigkeiten fast immer erhalten bleiben und man aber die Möglichkeiten jeder Einheit so stark erweitern kann. Ungewohnt ist dabei der Fakt, dass man bis auf wenige Ausnahmen jede Einheit nur bis zum Level 20 entwickeln kann und dann erst einmal Schluss ist. Will man weiter leveln, muss man die Klasse wechseln. Man behält dann alle Statuswerte, beginnt aber in der neuen Klasse wieder bei Level 1. Einhergehend mit der Entwicklung der Einheiten geht auch deren reine Ausrüstung. Auch wenn ich das System wieder nicht so ganz überzeugend finde. Denn direkte Slots für verschiedene Sachen gibt es nicht. Pro Charakter gibt es einen davon, in den man bevorzugt eine Waffe packt. Helme oder Rüstungen gibt es hier gleich gar nicht und die Entwicklung geht fast ausschließlich über das Level des Charakters. Ansonsten entwickeln sich Werte wie Angriff, Verteidigung oder Magie nur über ein Level Up. So fehlen auch ein paar Features der Vorgänger. Es gibt keine Klasseneinteilungen der Waffen selber mehr, so dass man viel wenig davon findet, da alle Helden passende Sache sofort nutzen können. Dafür hat man Aufrüstfeature besser gelöst. Gegen virtuelles Bares kann man die jeweilige Waffe des Helden aufwerten. In mehreren Stufen und oft mit der Möglichkeit am Ende eine völlig neue Waffe zu bekommen. Sprich man benutzt eine angelegte Waffe hier wesentlich länger als in den Vorgängern.

Genial ist dagegen das Aktionsfeature, das an viele andere Spiele dieser Art erinnert. Je öfters man seine Waffe einsetzt und dabei gleichzeitig levelt, bekommt man Aktionsboni und Statusboni. Sprich nutzbare neue Attacken z.B. für sein Schwert, oder als Beispiel die Fähigkeit Erholung. Dazu muss man nicht anlegen, sondern erhält diesen Bonus als festen Charakterwert. In dem Fall, gibt es nach jeder Runde einer Schlacht automatisch Lebenspunkte dazu, sofern man welche verloren hat. Erst auf ganz hohen Klassen kann ein Charakter auch 2 Waffen nutzen. Mitgeben kann man dennoch nur eines davon. Er benutzt zwar das andere Teil, aber ohne Verstärkung. Beispiel Alm, der am Ende als Held Bogen und Schwert benutzen kann. Er hat beides imaginär in der Waffentasche und kann diese auch im Kampf benutzen, dennoch kann man mit dem Extraslot eben zumindest eine Attacke speziell verstärken. Auch im Kampf selber gibt es Änderungen. Weggefallen ist zunächst das Team Feature aus Fates, bei dem sich 2 Einheiten unterstützen, wenn sie nebeneinander stehen. Das gibt es in Echoes nicht mehr in der Form. In Sachen Kampfaction gibt es dazu natürlich wieder die üblichen Fakten. Simpelste Variante ist es auf ebenem Boden sich neben eine gegnerische Einheit zu stellen. Dann erhält man über das Menu die Möglichkeit anzugreifen und zugleich die Info, wie sich der Kampf gestalten könnte. Sprich wie oft man angreifen kann, was dem Gegner an HP abgezogen wird und wie hoch die eigenen HP Verluste sein könnten. Hat man mehrere Waffen im Rucksack kann man auch wählen welche man benutzen will und sieht ebenfalls sofort welche lohnenswerter ist. Dazu kommt nun die Möglichkeit durch die Klasse der Waffe allein schon mehr Schaden abzuziehen. Sehr komplex kann ich euch sagen. Allerdings sind dies nur theoretische Werte.

Dazu kommen eben die angesprochenen neuen Aktionen. Diese verbrauchen LP des Helden, erlauben aber je nach Klasse und Entfernung des Gegners viel mächtigere Attacken. Des Weiteren beeinflusst der Untergrund und die Beschaffenheit einen Kampfausgang. Steht man höher als der Gegner, im Wald oder einem Turm und wie gut ist die eigene Waffe für eine bestimmte Klasse geeignet. Alles Dinge die man hier mit in seine Schlachtpläne einbeziehen muss. Aufgelockert wird das Kampfgeschehen nun durch richtige Kampfsequenzen, sobald man einen Angriffsbefehl auf der taktischen Karte gibt. Dann wechselt alles in komplett gestaltete 3D Kampfsequenzen. Per gedrückter A-Taste kann man diese auch beschleunigen oder über die Optionen im Pausenmenu auch deaktivieren. Sind aber etwas fürs Auge und schaut man sich gerne an. Was man nun im ersten Drittel des Spiels sehr oft erlebt, ist das Retten zunächst neutraler Charaktere auf den Schlachtfeldern. Rettet man diese, erhält man diese Einheit zu den eigenen dazu. Man lernt das Spielsystem also sehr schnell kennen und schätzen und passt logischerweise seine Spielweise auch daran an. Zudem lernt man mit der Zeit die einzelnen Einheiten kennen und was sie können. Denn mit jedem einzelnen Schlag in den Schlachten füllt man einen EP Balken, der bei 100 jeweils ein Level Up mit sich bringt. Tötet man mit einem Angriff eine gegnerische Einheit, sind dies natürlich oft wesentlich mehr EP. Da bei einem Level Up die HP Leisten nicht automatisch aufgefrischt werden, muss man diese Leisten bei seinen Helden tunlichst im Auge behalten. Speziell wenn man in der klassischen Variante spielt, in der gefallen Einheiten wirklich auch aus dem Spiel genommen werden. Entschärfen kann man das mit einem Speichern vor jeder Schlacht. Dann kann man zumindest das Spiel komplett beenden und das Savegame erneut laden. Jeder wie er gern möchte.

Neu in Echoes ist das sogenannte Zeitenrad. Über das kann man innerhalb einer Schlacht "Zurückspulen". Je nach Erfolg bekommt man davon mehrere "Stufen". Also nicht das man jederzeit einfach die gesamte Schlacht wiederholen kann. So einfach geht's dann auch nicht. ;-) Der Anspruch kommt mit der Zeit natürlich auch durch die Gegner und man schaut sich viele Klassen und entwickelte Einheiten beim Gegner genauer an. Je nach eigener Auswahl kann man eine Schlacht beherrschen, oder einfach auf verlorenem Posten stehen. Macht Laune und auch das hier stark erlebbare Feeling durch die "Kraft des Stärkeren" zieht den Spieler schon in seinen Bann. Was mir hier ein wenig fehlt ist das geniale Schloss-Feature aus Fates. Die Basis ausbauen und die ab und zu spielbaren legendären Tower Defense Schlachten hatten schon was. Das gibt es hier in dem Sinne nicht. Was hier Laune macht sind aber dafür die Dungeons, die man besuchen kann und immer Gegner findet um zu leveln. Frei bewegen ist möglich und man sieht Gegner herumlaufen. Berührt man sie, beginnt eine der gewohnten Schlachten. Schlägt man in der Adventure Sicht auf den Gegner ein im 3D-Dungeon, so starten diese auch mit weniger LP. Wie gesagt macht Echoes vieles anders und auch nicht schlecht. Etwas abfallen tut in meinen Augen dieses Mal das amiibo Feature. Konnte man in Fates die Racker als feste Charaktere in seine Truppe holen und entwickeln, so dienen sie hier als temporäre Hilfe. An sich auch nichts Schlechtes, kann man pro Schlacht ein amiibo rufen, der als Geistcharakter über die Schlachtfelder zieht. Aber sie können eben getötet werden und agieren bei weitem nicht so wirkungsvoll wie die richtigen Helden. Van daher ist der Bezug bei weitem nicht so hoch, da das Prinzip einfach sehr vergänglich ist.

Grafik & Sound....

In Sachen Grafik gibt es nur marginale Verbesserungen gegenüber Fates. Denn schon dort bot man vor allem in den 3D-Kämpfen herrliche Animationen. Wenn man kleine Verbesserungen sieht, dann in den Effekten der Magie- und Bonus-Attacken der Charaktere. Der 3D-Effekt darf hier erneut zeigen was er kann. Das gilt für die Sequenzen, die reine Karten und Schlachtfeld Perspektive und natürlich für die toll gemachten Kampfanimationen. Diese glänzen neben dem 3D-Effekt auch durch eine effektreiche Gestaltung, die das Ganze äußerst edel aussehen lässt. Aber auch die Schlachtfeld Perspektive punktet wieder sehr. Sehr farbenfroh gestaltet und durchaus detailliert, kann man hier viele lobende Worte finden. Was man hier und da vielleicht noch einen Tick besser machen könnte, sind die Gestaltungen der Waffen, die sich zwar grafisch schon voneinander abheben, aber hier so den letzten Tick Detailverliebtheit vermissen lassen. Aber nichts was man dem Spiel nun negativ anrechnen kann. Auch technisch gibt es nichts zu meckern und alles was man erlebt, geht in diesem Bereich sauber über die Bühne. Die größten Veränderungen gibt es noch in Sachen Menü Design zu vermelden. Diese wirken etwas frischer, wenn auch nicht immer übersichtlicher als im Vorgänger. Das galt für Fates, aber ebenso auch für Echoes. Hier bleibt irgendwie Awakening mein Favorit. Wie oben im Gameplay Teil schon beschrieben, sind manche Dinge etwas unglücklich gelöst. Dennoch insgesamt wieder eine sehr passende grafische Gestaltung für das typische Fire Emblem Gameplay.

Einen Tick besser als in Fates ist die Musik. Die Orchesterklänge wissen noch etwas mehr zu gefallen und werden erneut von sehr guten Effekten unterstützt, die auch satt klingen. Abgerundet wird dieser Teil durch die wirklich gelungene englische Sprachausgabe, die jedem Charakter hier etwas Unverwechselbares mitgibt.

Fazit....

Alles in allem ist auch Echoes ein mehr als geniales Rollenspiel aus der Fire Emblem Serie. Wie eigentlich jeder Teil behält man auch hier seine Seele und gibt dem Spieler dennoch sinnvolle Änderungen an die Hand, die es eben doch wieder anders spielbar machen in manchen Bereichen. Das Feature 2 Armeen in verschiedenen Handlungen zu führen und dennoch frei wählen zu können, wem man zu welchem Zeitpunkt mehr Aufmerksamkeit widmet, hat was und gefällt. Auch der Anspruch und damit die verbundene Spielzeit sind über jeden Zweifel erhaben. Trotzdem kommt er für mich nicht ganz an Fates heran. Nicht weil es dort ja 3 Spiele in einem gab, sondern manche Kleinigkeit die hier fehlt, ist dafür verantwortlich. Speziell das Schloss mit seinem Baufeature hat mir in Fates schon sehr gefallen. Um nur ein Beispiel zu nennen. Das gleichen die Dungeons hier nicht ganz wieder aus. Dennoch ist Kritik hier etwas, dass man mit Vorsicht genießen sollte. Jammern auf ganz hohem Niveau nennt man das ja gerne. ;-) Einzig die recht knackigen Preise des DLC sehe ich als recht grenzwertig an. Ich hoffe dass dies keine normale Entwicklung in Nintendos Spielen sein wird. Ansonsten kann ich jedem Fire Emblem Crack auch Echoes nur wärmstens ans Herz legen.

 

+ Wieder sehr hohe Spielzeit
+ 2 Armeen separat steuerbar
+ Mögliche Klassenwechsel
+ Waffen/Ausrüstungen/Upgrades
+ Teils knackige Gegner
+ Grafik / Toller 3D-Effekt
+ Mehr taktische Einflüsse
+ Speichern jederzeit
+ Sehr viel DLC möglich...
- ...dafür aber recht teuer
- Keine richtigen Rüstungsslots
- amiibos diesmal eher temporär

GRAFIK: 85%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER/ONLINE: --

GESAMTWERTUNG:
86%

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