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3DS My Exotic Farm
 
 
My Exotic Farm - 3DS
Matthias Engert (12.01.2014)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: BIP Media
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-6
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.25 Euro
SD-Card NUTZUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Der Bereich der Landwirtschafts- und Farmspiele, ist auf den Handhelden eigentlich klar aufgeteilt. Es gibt einige wenige Titel, wie z.B. die Harvest Moon oder Rune Factory Reihen, die besonders erfolgreich und bekannt sind. Dahinter tummeln sich aber mittlerweile viele Spiele mit dem gleichen Thema, denen es aber meist am Tiefgang oder den spielerischen Möglichkeiten mangelt. Viele dieser Titel hat der französische Publisher Bigben unter seinen Fittichen. My Exotic Farm ist da auf den ersten Blick ein weiterer dieser Vertreter, der den deutschen Markt erreicht. Wieder mal ein etwas anderes Thema gewählt, versucht man erneut die Tierpfleger unter den Spielern zu erreichen. Garniert mit einer Prise Feldanbau, soll der Titel in bleibender Erinnerung bleiben. Ob das gelungen ist und wo sich der Titel auf dem 3DS einordnet, soll euch der folgende Test näherbringen.

Menus und die Story....

Entwickelt wurde der Titel von der Firma BIP Media, die schon für einige ähnliche Titel verantwortlich waren. Auch hier sorgen sie zumindest für grundlegende Rahmenbedingungen. So wird euch das Spiel komplett in Deutsch präsentiert, verzichtet aber einmal mehr komplett auf irgendeine Sprachausgabe. Gespeichert wird natürlich intern und man gibt euch 3 verschiedene Speicherplätze an die Hand. Positiv wenn mehrere Farmer in der Familie unabhängig voneinander loslegen wollen. Dazu gibt es eine Möglichkeit Kontakt nach Außen aufzunehmen. Kein Mehrspieler in dem Sinne, sondern die Möglichkeit mit einem anderen Farm Spieler Items zu tauschen. Ansonsten sucht man Möglichkeiten, den eigenen 3DS speziell zu nutzen vergebens. Ohne 3D-Effekt fast schon eher ein typischer DS Titel. Eine Hintergrundgeschichte bringt der Titel ebenfalls mit. Wenn auch eine wenig personalisierte. Es verschlägt euch in diesem Spiel, wie der Titel schon sagt, auf eine exotische Farm in der afrikanischen Savanne. Von daher sucht man hier Katzen, Hunde oder Hasen vergeblich im Tierbestand. ;-) Die Hauptrollen hier spielen eher Nilpferde, Krokodile oder Elefanten. Ihr als Spieler übernehmt eine heruntergekommene Farm und dürft versuchen diese wieder aufzupeppeln und natürlich gleichzeitig den Tierbestand erhöhen.

Außer einem Berater, der sich ab und an mal bei euch meldet war es das dann auch mit menschlichen Kontakten im Spiel. Der reine Spielstart ist schnell erzählt und ihr als Spieler landet zunächst auf dem Speicherplatzmenü. Alle auch jederzeit löschbar, wird euch hier der aktuelle Rang angezeigt und ihr könnt in den Einstellungen nach dem Rechten sehen. Hier könnt ihr die Tipps aktivieren, die Musikeinstellungen verändern und die Sprache wählen. Mehr ist es auch nicht und ihr könnt euch gleich in die eigentliche Entwicklung der Farm stürzen.

Technik und Game Play....

Atmosphärisch sehr schade, dass die Entwickler im Spiel komplett auf Sequenzen verzichten. Alles wird dadurch im Verlauf relativ trocken erzählt und kommt oft auch so beim Spieler an. Wie schon erwähnt ist die einzige Auflockerung in diesem Bereich der Berater, der euch immer wieder diverse Hinweise gibt, wenn Tiere Krank oder Hungrig sind. Ansonsten seid ihr hier wirklich auf euch allein gestellt. Beginnt man das Spiel, landet man auf der Farm und hat als einziges Tier einen Vogel Strauß auf seiner noch viel zu großen Farm. Ziel muss es sein, den Tierbestand stark zu erhöhen und im Verlauf die Farm an sich auch aufzuwerten. Denn nicht nur grafisch herrscht zu Beginn auf der Farm fast nur gelber Sand vor. ;-) Damit euch das gelingt gibt es im Spiel einige Regularien, die sich zunächst auch recht positiv auf die Unterhaltung und Spielzeit auswirken. Zeitlich spielt sich hier nämlich ein kompletter Tag/Nacht Rhythmus ab, den man in verschiedenen Stufen beschleunigen kann. Maximal 64 Mal schneller kann man die Zeit verfliegen lassen, wo die Tage natürlich nur so an einem vorbeiziehen. Allerdings gibt es hier z.B. keine Kalenderfunktion, so dass schon hier schnell Vergleiche zu einem Harvest Moon fehl am Platze sind. Innerhalb des Tages müsst ihr nun dafür sorgen, dass eure Tiere genug zu Fressen bekommen, Sauber sind und nicht krank werden. Habt ihr Zeit übrig, kann man sich dem Feldanbau widmen, oder in den örtlichen Shops neue Tiere, Objekte und Ställe kaufen. Es existiert daher also auch ein Geldfeature im Spiel. Zu guter Letzt ist das Spielsystem in ein Rangsystem eingebettet, den ihr als Spieler erreicht.

Dazu läuft im 3D-Screen ein Balken mit, der sich bei allen Aktionen, sei es füttern, pflegen oder säubern füllt und euch so mit der Zeit einen Rang Aufstieg ermöglicht. Allerdings hätte man den Rang wesentlich mehr Bedeutung beimessen können. Die Spielziele schafft man auch ohne einen hohen Rang und direkte Abhängigkeiten gibt es so gut wie gar nicht. Ein weiterer Punkt, der den Tiefgang im Spiel eher negativ beschreibt. Klar ist auch die Aufteilung der Screens. Während ihr im 3D-Screen auf jedes Tier und die Farm schwenken und ihnen beim herumtollen zusehen könnt, deckt der Touch Screen alle Anzeigen und vor allem die Menüs ab. Zentrum dort ist das jeweilige Tier an sich, das man so auch streicheln und säubern kann. 2 Balken pro Tier geben euch die Laune und den Hungerfaktor wieder. Direkt neben den Tieren hat man dazu 2 Futtersymbole. Eines für normales Futter, der zweite deckt die Medizin Variante ab, falls ein Tier krank wird. Beides kann man kaufen, im Falle des normalen Futters aber auch anbauen und selber ernten. Dazu muss man im örtlichen Shop Samen kaufen, das Feld vorbereiten, per Gießkanne täglich wässern und kann schlussendlich die Ernte einfahren. Auf lange Sicht für normales Futter die wesentlich bessere Variante. Denn das Geld Feature im Spiel ist so eine Sache. Geld verdienen könnt ihr eigentlich nur durch Produkte, welche euch die Tiere hinterlassen. Egal ob z.B. Eier oder Federn, die man täglich im örtlichen Shop verkaufen kann. Man merkt so schnell, dass anfänglich gleich 4 oder 5 Tiere so eine Sache sind. Denn der Verdienst steht noch in keinem Verhältnis zu den Dingen wie Futter und Medizin, die man teuer kaufen muss. Das passt aber das gesamte Spiel über nicht so richtig.

Nächster wichtiger Punkt ist auch die reine Organisation. Vor allem wenn man mit der Uhr spielt, muss man sich nicht wundern wenn man hungrige oder kranke Tiere mal übersieht. Denn man muss jedes Tier direkt anwählen, um dessen Zustand zu sehen. Nicht immer meldet sich euer Begleiter zur richtigen Zeit. Bei 5 Tieren wird das auch zu gerne mal hektisch, da man nichts im Spiel automatisieren kann und alles praktisch live im Spiel tut. Man tippt ein Tier an, säubert es und schiebt Futter vom entsprechenden Symbol auf das Tierbild, um diesen Balken zu füllen. Je mehr Tiere man hat, umso hektischer kann das Ganze werden. Zumindest wird das Spiel lange nicht Langweilig. Allerdings auch mit dem Haken, das sich dennoch mit der Zeit einfach eine gewisse Eintönigkeit einstellt. Man macht immer das Gleiche, wartet auf einen entsprechend verdienten Geldbetrag und kauft sich etwas Neues. Dann geht das Spielchen immer wieder von vorne los. Da es weder Wettbewerbe, angrenzende Städte und ähnliches gibt, erlebt man auch so gut wie keine Überraschungen. Wenn dann sind es hier Nachrichten, dass ein Tier die Farm verlassen hat, weil ihr vergessen habt zu füttern. Zwischendrin muss auch die Farm selber mal gereinigt werden, was per Wischen über den Boden an entsprechenden Stellen getätigt wird. So muss man insgesamt vor allem den fehlenden Tiefgang kritisieren, der auf längere Sicht viel Spielspaß kostet. Anfangs denkt man, es gäbe viel zu tun, erlebt mit der Zeit aber halt die immer wiederkehrenden Aktionen, ohne das man auf besondere Art gefordert wird. Für jüngere Farmer mag das bei 18 möglichen Tierarten noch passend sein. Jeder ältere Spieler, mit Hang zum Harvest Moon oder Rune Factory Gameplay wird hier unterfordert.

Grafik & Sound....

Leider ist auch der grafische Teil im Spiel recht einfach gestrickt. Der nur schwache 3D-Effekt im Spiel, wird hier begleitet von einer recht eintönigen und detailarmen Umgebungsgrafik. Die groben Bodentexturen gefallen ebenso wenig, wie die wenig detailliert gestalteten Tiere. 3DS Standard ist das leider nicht und nimmt dem Spiel auch dadurch einiges an Atmosphäre. Und da man wirklich nur per Iso Sicht auf die Farm oder die Tiere schwenken kann, fehlt hier auch klar die Abwechslung. Das ändert sich zwar mit der Zeit etwas, wenn man auf der Farm Ställe, Wasserbereiche oder Gehege baut. Das Grundproblem der schwachen grafischen Präsentation bleibt leider erhalten. Technisch passt soweit alles, wobei das beim Gebotenen aber auch nicht weiter überrascht.

Der Sound ist an sich recht ordentlich und unterhält den Spieler. Allerdings kann man die Musikstücke zählen und euch dudelt meist der immer gleiche Sound um die Ohren. Schade auch dass man den Tieren nicht sonderlich viele Effekte verpasst hat. Hier und da geben sie mal ein paar typische Laute von sich. Aber viel ist das insgesamt leider nicht.

Fazit....

Leider ist My Exotic Farm ein recht typischer Vertreter seines Genres. Eher auf schnelle Erfolge ausgelegt, leidet hier klar der Tiefgang im Spiel. Hören sich 18 Tierarten zu Beginn viel an, bekommt man die Probleme des Systems schnell mit. Es gibt zwar viel zu tun und man hat eigentlich nie Langeweile im Spiel. Nur erkauft wird das mit einer gewissen Eintönigkeit. Denn örtlich gibt es nur die Farm und die Tiere. Dinge die den Spieler drum herum vielleicht überraschen, gibt es so gut wie gar nicht. Dazu grafisch wie atmosphärisch leider nicht besonders gelungen, kann man den Titel wirklich nur den jüngsten Spielern ans Herz legen. Ist sicher auch die klare Zielgruppe im Spiel, dennoch hätte man mit und in vielen Dingen den Tiefgang erhöhen müssen. So bleibt hier ein weiterer Farmtitel, der leider in der Masse untergeht.

 

+ Gelungen für junge Farmer
+ Viele Tierarten
+ Farm Entwicklung möglich
+ Eigener Feldanbau
+ Komplett Deutsch
- Kein MP oder StreetPass
- Abläufe oft zu gleich
- Nichts für ältere Gamer
- Grafisch recht bieder

GRAFIK: 55%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 58%

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