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3DS Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan
 
 
Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan - 3DS
Matthias Engert (22.09.2013)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Atlus
GENRE: Rollenspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-10+++
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Gering
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Wenn es früher zu den DS Zeiten eines reichlich gab, dann waren es Rollenspiele. Man wurde ja zeitweise förmlich bombardiert mit entsprechender Software. Auf dem 3DS ist das Bild in letzter Zeit etwas anders, zumindest sucht man die wirklich fetten Rollenspiele fast schon vergeblich. Daran möchte nun NIS America etwas ändern und bringt die Etrian Odyssey Serie auch in Deutschland auf den aktuellen Stand mit dem 4.Teil. Gebe zu das ich mich persönlich schon im Vorfeld auf den Titel gefreut habe. Grund ist eigentlich nur ein Name - Atlus, die hier als Verantwortliche für das Spiel auftreten und Dir bei mir seit einem Ogre Battle 64 einen ganz speziellen Platz in meinem Rollenspielherzen haben. Schwärme noch heute für dieses damals seltene Stück Software auf dem N64. Aber ich schweife ab. Zwar sind seit damals einige Jahre ins Land gegangen, aber der Name steht einfach für geniale und tiefgehende Rollenspiele. An meinen 3DS prügeln musste man mich also nicht und ich war sehr gespannt, was die Jungs uns hier für einen Titel spendiert haben. Der Test soll euch darüber etwas aufklären.

Menus und die Story....

Eines bringt ein Spiel aus dem Hause Atlus allerdings auch wieder mit, was sicherlich für jüngere Spieler einen Negativpunkt darstellt. Lokalisiert ist der Titel nicht und bietet komplett englische Texte, die auch oft viel Slang beinhalten. Der Rest zeigt sich Rollenspieltypisch für einen Titel dieser Art. Für einen Spieler gemacht, gibt es dementsprechend auch nur einen Speicherstand. Abgesehen vom 3D-Effekt bietet der Titel zumindest 2 weitere Features an, die speziell auf den 3DS zugeschnitten sind. Zum einen kann man im Spiel StreetPass aktivieren, um seine Gruppe samt einige Items auch für andere Spieler sichtbar zu machen und man kann über den QR-Scanner Bonusinhalte bekommen. Ansonsten war es das mit den eigentlichen Rahmenbedingungen und wir können uns der Story widmen. Auch hier kommt diese recht typisch daher, sprich etwas sehr Textlastig und oft nur in Form diverser Standbilder präsentiert. Auch im Hinblick auf das, was vor dem Spieler liegen sollte, hätte man hier das Ganze um einiges epischer und mit Sequenzen umsetzen können. Der Inhalt der Geschichte bringt einen alten Bekannten ans Tageslicht. Der Baum Iggdrasil ist ja nun schon für einige Serien ein Inhalt gewesen und spielt auch hier die Hauptrolle, wenn es um das Ziel des Spiels geht. Der sagenumwobene Baum ist der Grund warum ihr als Spieler hier aktiv werdet. Die Stadt und das Volk von Tharsis lebt mit dem Baum schon seit ewigen Zeiten in seiner entfernten Nachbarschaft, ohne dass man um die Geheimnisse von Yggdrasil weiß.

Das soll sich nun ändern und der Count von Tharsis entsendet sogenannte Entdecker-Gilden in Richtung des Baumes, um zu erkunden was um ihn herum zu finden ist und welche Geheimnisse er behütet. Eines Tages kommt ihr in Tharsis an und hört von diesem Aufruf. Gesagt getan und ihr stellt eine eigene Gilde zusammen und macht euch auf den Weg als Erstes die Geheimnisse des Baumes Yggdrasil zu lüften. Der Spielstart ist kurz, aber passend gemacht. Ein erster grafischer Blick auf den Baum, untermalt von seichter Musik und einigen Texten, schiebt sich am Ende die Stadt Tharsis ins Bild und ihr landet am Ende auf dem Hauptmenu des Spiels. Hier gibt es die Möglichkeit ein Neues Spiel zu beginnen, das gespeicherte Fortzusetzen, oder in den Optionen nach dem Rechten zu sehen. Positiv für Spieler der Demo Version, dass man seine erspielten Daten hier mitnehmen kann. Wertet die Demo klar auf. Dazu kommen abschließend die Optionen. Neben Sound und Texteinstellungen könnt ihr die Kamera beeinflussen und wie schnell Kämpfe im Spiel von statten gehen sollen. Selbst die Textgeschwindigkeit könnt ihr anpassen, so dass in diesem Bereich eigentlich alles passt. Ebenso könnt ihr hier den internen Speicher löschen. Wollen tut das aber niemand, der sich mit dem Spiel anfreundet. ;-) Aber schauen wir nun etwas genauer nach Tharsis und was euch dort erwartet.

Technik und Game Play....

Inhaltlich und spielerisch bietet Etrian Odyssey eine Mischung aus bekannten RPG-Features, bringt aber auch durchaus neue und teilweise ungewöhnliche Dinge mit. Wichtiger Bestandteil des Spiels ist dabei die Stadt Tharsis, die von nun an immer der Ausgangspunkt eurer Abenteuer sein wird. Denn das Spiel ist nicht so angelegt, das man von einem Startort im Spiel durch unzählige Gegenden bis zum Ziel agiert, sondern ausgehend von Tharsis immer wieder in die umliegenden Gebiete aufbricht und dabei ständig zurückkehrt um sich zu erholen und zu organisieren. Zeigt unter anderem das man so beim Thema Ausrüstungen oder Waffen ein anderes System benutzt, als wenn man ständig neue Gegenden durchstreift dort z.B. immer wieder neue Shops findet. Einer der vielen Pluspunkte im Spiel. Ungewöhnlich ist die Navigation durch die Stadt Tharsis. Hier läuft man nicht in einer First oder Third Person Sicht durch die Gegend, sondern hat einzig ein Stadtmenu zur Verfügung, wo man alle Orte der Stadt sofort anwählen kann. Ein simples Menu, das seinen Zweck erfüllt und im Spielverlauf genau richtig dimensioniert ist. 7 Orte bietet Tharsis, um sich und seine Gilde zu entwickeln und um wichtige Infos einzuholen. Dazu die Stadttore, über die man später in die Weiten um Tharsis aufbrechen kann. Doch eines nach dem anderen. Begleitet werdet ihr im Spiel von einer Tages und Uhrzeit Angabe, so dass ihr hier sowohl am Tage, aber auch in der Nacht agieren könnt. Und typisch für das Genre, ändert sich dadurch auch einiges.

Der erste Anlaufpunkt im Spiel ist der Schalter für die Entdecker-Gilde, die ihr ja schließlich anführen wollt. Hier habt ihr die Möglichkeit eure Truppe zusammenzustellen. Zu Beginn stehen euch 7 von insgesamt 10 Klassen zur Verfügung, die sich in bekannte Varianten wie Schwertkämpfer, Magier oder Heiler einteilen. Im Verlauf des Spiels habt ihr zudem die Möglichkeit spezielle Subklassen freizuschalten, die dann oft die markanten Fähigkeiten normaler Klassen vermischen und wesentlich effizienter sind. Zu Beginn sollte man natürlich eine gute Mischung aus Nahkampf, Fernkampf, Magier und Heiler Charakteren finden. Alle beginnen bei Level 1, so dass auch hier klar alles auf RPG ausgelegt ist. Da muss sich selbst der geneigte Crack keine Sorgen machen. Im Verlauf zieht dieser Teil des Spiels ungemein an. 30 Charaktere kann man registrieren, die sich dann in einem Art Camp aufhalten und zwischen denen man ständig durchwechseln könnte. Da aber nur die auch Erfahrungspunkte bekommen und leveln, die sich in der aktiven Gruppe befinden, legt man sich schnell auf seine Truppe fest. Denn aktiv können 5 Charaktere agieren, die zusammen die Truppe bilden, mit der ihr später auch die Gegenden um Tharsis unsicher macht. Auch hier dürfen sich alle RPG Fans die Hände reiben, die auf stark personalisierte Charaktere stehen und nicht ständig die Truppen durchwechseln wollen oder gar müssen. Der Bezug den man zu seinen 5 Helden entwickelt ist extrem hoch in diesem Spiel. Wieder ein klarer Pluspunkt in Etrian Odyssey IV.

Wer will kann sich nun einen ersten Blick auf das Charaktermenü gönnen und sieht schnell, dass neben der Levelanzeige, diversen persönlichen Stats auch Ausrüstungen eine große Rolle spielen. Im Verlauf wollen 4 Charakterslots gefüllt werden. Jeweils mit einer Waffe, oder eben Rüstungsteilen und speziellen Items wie Ringen, die diverse Fähigkeiten pushen können. Auch hier hat man mit der Zeit die Qual der Wahl. Zusätzlich könnt ihr hier die Formation bestimmen, die aus 2 Reihen besteht. Logisch das man die Nahkämpfer in die vordere Reihe stellt und Magier, Bogenschützen oder Heiler nach hinten. Alles hat hier sein System und funktioniert auch hervorragend. Habt ihre eure Gruppe beisammen, könnt ihr euch im örtlichen Shop das erste Mal umschauen. Ihr könnt hier Dinge verkaufen, die ihr auf euren Touren erbeutet habt, aber natürlich auch Waffen, Ausrüstungen und Items kaufen. Anfangs habt ihr natürlich kaum Geld, so dass man wirklich nur mal kurz über die Verhältnisse informiert wird. Außerdem fällt schnell auf, dass neben Geld noch andere Dinge benötigt werden. Auch dazu gleich mehr. Weiterer wichtiger Punkt, der in keinem Rollenspiel fehlen darf, ist die örtliche Herberge. Hier könnt ihr nach einer Tour die Charaktere schlafen lassen, damit sie sich erholen können, oder auch gefallene Gruppenmitglieder wieder in das Reich der Lebenden zu holen. Etwas das vor allem in den ersten Stunden ein häufiger Moment sein wird. ;-) Fühlt man sich gewappnet die ersten Gegenden unsicher zu machen, gibt es 2 weitere Orte in der Stadt, deren Inhalt auch in anderen Spielen schon zum Einsatz kam.

Zum einen könnt ihr das Oberhaupt in Tharsis besuchen, der wenn man so will in regelmäßigen Abständen eine übergeordnete Quest für euch auf Lager hat. Erfüllt man diese, gibt es neben reichlich Bonus EP auch markante neue Momente im Spiel, die zumeist im Erweitern der Gebiete um Tharsis herum münden. Für die tagtäglichen Aufgaben gibt es aber auch einen normalen Quest Schalter. Monster Hunter oder Final Fantasy Tactics lassen grüßen und ihr könnt hier wesentlich häufiger kleinere Aufträge der normalen Bewohner annehmen und ebenfalls spezielle Items und EP verdienen. Positiv dass man alle Aufträge gleichzeitig annehmen kann, ohne dass man Zeitdruck hat. So kann es vorkommen, dass man Quests gleich zu Beginn annimmt, aber vielleicht erst Stunden später eher durch Zufall lösen kann. Auch das nimmt dem Spielsystem einen gewissen Krampf, etwas tun zu müssen. Soweit so gut und wir machen uns nun auf die Reise in die ersten Gebiete rund um Tharsis. Spieler der vorangegangenen Teile werden hier etwas komplett Neues erleben. Wählt man in der Stadt die Tore an, so landet man am Hafen für das eigene Luftschiff. Visuell eher ein Heißluftballon, dient dieser zum freien durchqueren der angrenzenden Gebiete. Simpel gesagt bewegt man in der Third Person Sicht sein Luftschiff und navigiert durch die Gegend. Das Luftschiff ist dabei nicht nur Transportmittel, sondern kann im Verlauf des Spiels verbessert werden. Einmal unterwegs kommen nun auch die Screens das erste Mal zum richtigen Einsatz. Geht die Action natürlich im 3D Screen vonstatten, dient der Touch Screen als Karte und zeigt das jeweilige Gebiet und später die Dungeons als Karte an, die man über viele kleine Quadrate gestaltet. Dazu reichlich Symbole, die spezielle Orte, Gegner oder sammelbare Items anzeigen.

Selbst kämpfen kann man in der Oberwelt mit dem Luftschiff. Laufen zwar ab wie später auch in den Dungeons zu Fuß, sollten aber gerade zu Beginn erst einmal gemieden werden. Denn die Gegner selbst um Tharsis herum sind zu Beginn noch viel zu stark. Ziel sind die Dungeons in der jeweiligen Oberweilt, von denen es so um die 3-5 in den verschiedenen Gebieten gibt, die ihr auf dem Weg zu Iggdrasil erforschen könnt. Man fliegt praktisch bis vor den Dungeon und wird gefragt, ob man hier landen und ihn untersuchen will. Einmal den Dungeon erreicht, zeigt sich dann das Core Game Play wenn es um das Kämpfen und weitere Inhalte geht. Dabei sollte man das Wort Dungeon nicht wörtlich nehmen. Innerhalb von Höhlen geht es nur zum Teil zu. Meist agiert man in Wäldern oder verseuchten und schneebedeckten Gebieten, die mit der Zeit verschiedene Ebenen besitzen. Auch von den Wegen her immer gleich, gilt es manche Dungeons einfach nur zu erkunden, andere wiederum besitzen einen oder mehrere Endgegner, die auch für die Story relevant sind und besiegt werden müssen. Im Stil eines alten D&D ist auch das Laufsystem gehalten. Einmal im Dungeon angekommen, lauft ihr nun per First Person Perspektive durch die Gegend. Per Steuerkreuz wird im 4-Way System gelaufen, während das Schiebepad den Blickwinkel beeinflusst, aber selten mal gebraucht wird. Wie in der Oberwelt komplettiert man nach und nach die Karte, die dann immer sichtbar bleibt und man so weiß wo man noch nicht war. Dazu werden wichtige und mächtige Gegner, sowie die Bosse als bewegliche Symbole dargestellt, so dass man weiß wo man anfangs noch einen kleinen Bogen herum machen sollte. Die normalen Gegner tauchen unvermittelt auf und nur eine kleine Anzeige informiert euch per Farbe, dass gleich ein Kampf auf euch wartet. Ist die Anzeige rot, kann man die Uhr danach stellen.

Sobald ein Kampf startet sieht man nur die Gegner. Die eigenen Charaktere agieren ohne dass man sie sieht. Die Kämpfe selber gehen im Spiel rundenbasiert vonstatten, wobei man aber auch eine Auto-Funktion zur Verfügung hat. Gerade bei leichteren Gegnern drückt man die L-Taste und die eigenen 5 Racker kämpfen ohne euer zutun. Bei härteren Burschen empfiehlt sich natürlich die "Handarbeit". Hier kann man nun jede einzelne Aktion detailliert auswählen. Sämtliche Attacken, Magie oder die Nutzung der Heil- und Statusitems. Man hat hier nichts vergessen und das Kämpfen macht eine Menge Spaß. Wichtige Anzeigen betreffen nun die eigene Lebensanzeige HP und die TP für alternative Attacken. Die gegnerische Lebensleiste sieht man nur dann, wenn man auf die manuelle Variante zurückgreift. Hat man alle Gegner besiegt, die übrigens auch in 2 Reihen auftreten, bekommt man Erfahrungsunkte für alle aktiven Helden und vor allem Materialien. Wieder lässt Monster Hunter grüßen. Denn nur diese Materialien erweitert Stück für Stück die käuflichen Objekte im Shop in Tharsis. Verlasst ihr also einen Dungeon per Luftschiff oder nutzt einen der seltenen Teleporter Punkte, geht man zum Shop und verkauft seine erbeuteten Materialien. Danach tauchen im Shop neue und je nach Material natürlich bessere Ausrüstung auf. Etwas das sich mit der Zeit extrem aufschaukelt. Aber es wird noch intensiver. Benötigt man z.B. für eine starke Waffe von 2 Materialien jeweils ein Stück, so ist die Waffe zwar verfügbar. Aber eben nur einmal. Sprich für jede Waffe müssen immer die Materialien vorhanden sein. Nur ein Punkt warum ihr unzählige Male die verschiedenen Dungeons besuchen werdet.

Auch das ist ein extremes Feature im Spiel. Ihr erlebt nicht ständig neue Gebiete, sondern tastet euch nach und nach in den vorhandenen Dungeons voran. Denn sofort einen Dungeon lösen, sprich ihn von vorne bis hinten durchlaufen werdet ihr kaum einen. Teilweise über mehrere Etagen, ist man oft froh schadlos mal 10%, dann 20% und immer weiter den Dungeon zu erkunden. Denn man stirbt gerade zu Beginn öfters als es einem lieb ist oder die TP gehen einem aus. Später wird sogar der 60 Slots große Rucksack mal voll, wobei es aber dafür z.B. eine Nebenquest gibt um ihn zu erweitern. Dieses stetige Geduldsspiel in der Tagesordnung im Spiel und man macht stundenlang nichts anderes, als in ein und demselben Dungeon Stück für Stück voranzukommen. Mag langweilig klingen, macht aber einen riesen Spaß. Man merkt selber wie man von Level zu Level stärker wird und jede neue Waffe will sofort ausprobiert werden, ob man nun den oder den Gegner endlich auch eliminieren kann. Man macht so keine Riesenschritte im Spielfortschritt, sondern muss sich hier wirklich alles erarbeiten. Motiviert wird man von versteckten Wegen, Bonusgegnern die glänzen und massig EP bringen, oder auch von Bodenschätzen, Truhen und magischen Orten, die Materialien oder direkt Ausrüstung beherbergen. Das ist in der Form eines der extremsten Spiele und peitscht den Spieler förmlich dazu 100% eines Dungeons zu erkunden. Auf der anderen Seite steht der Schwierigkeitsgrad, der nichts für ungeduldige Spieler ist. Zumal man das Spiel auch in verschiedenen Wertigkeiten spielen kann. Wer auf Normal spielt und das sollte schon der bevorzugte Grad sein, erlebt so beim Ableben aller Gruppenmitglieder ein hartes Game Over und landet auf dem Titelbildschirm. Alles was man bis dahin erspielt hat ist weg und beginnt am letzten Speicherpunkt in der Herberge. Und diese Momente gibt es trotz größter Vorsicht immer wieder.

Nicht der einzige Punkt warum die 50 Stunden Marke in Sachen Spielzeit locker geknackt wird. Auch ich hätte das Spiel noch länger gespielt, aber muss nun mal leider irgendwann doch ein Ende finden. Aber um das Gesehene einzuschätzen reicht die Zeit natürlich locker aus. Und selbst nach zig Stunden bleibt vor allem die Motivation extrem weit oben. Dafür sorgen viele Momente. Man erreicht nach langer Zeit endlich einen Dungeon der ewig unerreicht schien, besiegt einen Gegner, der euch Zugriff auf einen neuen Bereich innerhalb des Dungeons eröffnet, oder löst eine der Hauptquests und erweitert das Gebiet der Oberwelt. Speziell diese Momente sind jede Spielminute wert. Gerade wenn eine neue Oberwelt erreicht und die Dungeons dort, geht eigentlich alles wieder von vorne los. Man ist in der gerade fertigen Oberwelt vielleicht der Chef im Ring. Kaum im neuen Gebiet angekommen und man merkt schnell, dass man hier noch ein kleines Licht ist. Und sofort ist man wieder angestachelt. Das gefällt mir sehr gut. Aber auch spielerisch entwickelt sich das Spiel immer weiter. Stichwort spezielle Attacken. Mit jedem Level Up erhalten die Charaktere einen speziellen Upgrade Punkt. Im Charaktermenü gibt es dafür eine extra Rubrik, in der man die Skills erweitern kann. Eine kleine Zahl soll euch das verdeutlichen. Um z.B. meinen Hauptcharakter in der Gruppe, einen Schwertkämpfer hier voll zu entwickeln brauche ich 159 Upgrade Punkte, sprich ich müsste 159 Level Ups erleben!! Mehr muss ich eigentlich nicht sagen. Die Möglichkeiten reichen hier vom entwickeln bestimmter Schwertechniken in zig Stufen, über komplett neue Attacken, bis hin zu alternativen Aktionen wie z.B. dem Power Break. Oft genutzt und immens hilfreich, da man damit den Willen vieler Gegner signifikant brechen kann und dessen Attacken reduziert. Man könnte allein über diese Rubrik eine komplette Abhandlung verfassen, soll aber hier nur angerissen werden.

Dazu das Thema Ausrüstungen, die mit jedem neuen Gegner und den daraus resultierenden Materialien immer vielfältiger werden und sich ebenfalls harmonisch in das System einfügen. Es gibt vieles das dieses Spiel in Sachen Dauermotivation ausmacht und so spielerisch ein Top Game hervorbringt. Wenn man hier wirklich maulen will dann sind es andere Dinge. Neben der fehlenden Lokalisierung sicherlich die Story Präsentation. Hier hätte dem Spiel wesentlich mehr Emotionalität nicht geschadet. Nur immer simple Standbilder und Textfetzen ermüden mit der Zeit. Auch sollte man den Schwierigkeitsgrad nicht unterschätzen. All die genialen Features sind nichts wert, wenn man eher der ungeduldige Spieler ist, der schnelle Erfolge braucht um hier motiviert zu bleiben. Für den ist der Titel nicht unbedingt die Erfüllung. Wer aber in ein solches Spiel eintauchen will und sich von der Negativpunkten nicht abschrecken lässt, wird auf lange Sicht kein anderes Spiel brauchen. ;-)

Grafik & Sound....

Grafisch kann der Titel nicht ganz so überzeugen, wie es der spielerische Inhalt tut. Das kann man an vielen Punkten festmachen. Die fehlenden Sequenzen und einfachen Standbilder sind der Atmosphäre abträglich und hätten bei entsprechender Umsetzung dem Spiel in diesem Bereich stark auf die Sprünge geholfen. So muss die Spielgrafik vieles rausholen, was sie aber leider nur bedingt tut. Speziell die Oberwelten sind kein 3DS Standard und sind grafisch eher auf mittlerem DS Niveau. Recht grob und detailarm gestaltet. Auch die Dungeons sind oft sehr gleich gestaltet und bieten keinerlei Animationen der Umgebung. Hier wäre ebenfalls wesentlich mehr drin gewesen. Was dann schon eher passt sind die Gegnergestaltungen und der überraschend gute 3D-Effekt, was beim Texturen Einerlei unerwartet ist. Insgesamt aber dennoch eher eine zweckmäßige Gestaltung, die aber für den Spielspaß kaum relevant ist. Denn den erlebt man durch den spielerischen Inhalt, nicht durch die Grafik.

Der Sound gefällt dagegen sehr gut und ist immer sehr passend auf das jeweilige Umfeld und Situation zugeschnitten. Ruhige Stücke in der Oberwelt und den Dungeons, wenn man keinen Gegner in der Nähe hat. Aber auch heftig und anspannend, sobald die eigentliche Action beginnt. Viele verschiedene Stücke machen das Thema Abwechslungsreich und begleiten den Spieler in gelungenem Maße durch das Abenteuer. Da fällt die teils extrem fröhliche Musik in der Stadt fast schon heraus, ist aber ebenfalls nichts, was einen stört. Aber auch hier wäre Sprachausgabe etwas Feines. Aber wie bei den fehlenden Sequenzen gibt es eben auch diese emotionale Unterstützung leider nicht.

Fazit....

Etrian Odyssey IV ist aktuell auf dem 3DS eine äußerst positive Überraschung und kann jedem Hardcore RPG Fan nur wärmstens empfohlen werden. Zwar grafisch alles andere als ein Meilenstein, überzeugt der spielerische Inhalt dafür auf ganzer Linie. Ein extremer Tiefgang, immens hohe Spielzeit und viele Bonus Facetten für ein Rollenspiel machen diesen Titel aus. Ein Spiel das einen extrem hohen Motivations- und teilweise Suchtcharakter besitzt, den man dem Spiel anfangs nicht zutraut. Denn gerade die ersten Stunden muss man viel Sitzfleisch und ein gutes Frustfell haben. Denn leicht oder gar ein seichter Selbstläufer ist der Titel nicht. Mal schnell durchrennen könnt ihr hier vergessen. Das Spiel ist "harte Arbeit", zieht aber genau dadurch seinen Reiz. Alles Spielerische ist durchdacht und man will einfach alles sehen in diesem Spiel. Schon allein durch den Schwierigkeitsgrad werden hier ältere Spieler angesprochen, die endlich mal wieder in ein Rollenspiel mit vielen Basics eintauchen wollen. Von meiner Seite her gibt es daher eine klare Empfehlung. Der Titel ist es definitiv wert und zeigt einmal mehr, .."wo Atlus draufsteht, ist auch Atlus drin"..

 

+ Sehr hohe Spielzeit
+ Tiefgehende RPG Features
+ Richtig knackig schwer :-)
+ Sehr gute Steuerung
+ Klassensystem durchdacht
+ 3D Effekt gelungen
+ Viele Ausrüstungen
+ Gegner Vielfalt
+ Man will nicht aufhören :-)
- Komplett Englisch
- Umgebungsgrafik etwas mau
- Frustfell sollte da sein ;-)
- Story Präsentation

GRAFIK: 72%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 85%

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