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3DS Disney Magical World
 
 
Disney Magical World - 3DS
Matthias Engert (14.12.2014)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: h.a.n.d.
GENRE: Adventure
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.35 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Ja/Ja

   
Einleitung....

Spiele heutzutage für eine gewisse Altersgruppe zu empfehlen, ist oft genug ein Ding für sich. Spiele für ältere machen auch oft den jungen Spielern Spaß und andersherum. Gute Beispiele sind gerade auf dem 3DS viele der erst kürzlich erschienenen Spiele. Ob das ein Animal Crossing ist, ein Tomodachi oder Fantasy Life. Sehr gute Beispiele für Spiele, die eigentlich für die junge Zielgruppe gemacht sind und dennoch auch ältere Spieler in ihren Bann ziehen können. Und Nintendo sorgt einmal mehr für Nachschub gerade in diesem Bereich. Disney Magical World wollen wir euch hier etwas näher vorstellen. Ein Titel, der wie Fantasy Life viele Genres miteinander zu verbinden sucht und dazu die geballte Power des Disney Universums mitbringt. Gerade nach dem positiv sehr überraschenden Fantasy Life war auch ich mehr als gespannt, ob wir es hier erneut mit einem klaren Überraschungstitel für die ganze Familie zu tun haben. Der folgende Test soll euch aufklären.

Menus und die Story....

Nintendo selber spielt hier aber nur eine Publisher Rolle. Eigentlich unter dem Dach von Disney und NamcoBandai Games erschienen, war die Softwareschmiede h.a.n.d. für die Entwicklung verantwortlich. Keine Unbekannten auf den Nintendo Systemen, was sich auch in den Rahmenbedingungen zeigt. Denn der Titel deckt zunächst mal rein faktisch sehr viele 3DS-Features ab. Neben der Lokalisierung in Sachen Texten und einer dazugehörigen englischen Sprachausgabe, unterstützt der Titel die StreetPass und SpotPass Funktion und erlaubt es den Spielern einen verkappten Mehrspieler Offline wie Online zu nutzen. Erinnert sehr an Animal Crossing und Fantasy Life was die Machart angeht. Aber dazu unten noch ein paar Worte. Wie es sich für ein Spiel mit Disney Thema gehört, kommt die Geschichte natürlich sehr schmalzig und familientauglich daher. Warum auch nicht und passt hier sehr gut hinein. Ihr als Spieler erlebt hier eine magische Reise in verschiedene thematische Welten des Disney Universums. Über eine spezielle Einladung dürft ihr hier das magische Disney Reich besuchen und durch ein mit Aufgaben gespicktes Game agieren. Neben der Fülle an Disney Charakteren sind auch die Umgebungen komplett auf die Welt von Micky & Co zugeschnitten.

Der Spielstart selber zeigt schnell wohin die Reise geht. Und das meine ich nicht nur örtlich. ;-) Nach einem zuckersüßen Vorspann, landet der Spieler hier auf einem speziellen Hauptmenu, das euch verschiedene Auswahlmöglichkeiten an die Hand gibt. Neben dem Spielstart und der später verfügbaren Fortsetzen Option, könnt ihr mittels AR-Karten einen speziellen Bereich betreten, die SpotPass Funktion aktivieren und über den Punkt Geschenke auf den Online Content zugreifen. Neben vielen kleinen kostenlosen Geschenken, gehört auch Magical World mittlerweile zu den zahlreichen Spielen, die euch für ein paar Euro neue Inhalte anbieten. In diesem Spiel bekommt man dadurch eine komplett neue Spielwelt zum Thema Fluch der Karibik. Muss man aber nicht annehmen, um mit dem Spiel seinen Spaß zu haben. Denn hier reicht auch der normale Inhalt für eine überraschend lange Spielzeit. Danach wählt man seinen Speicherplatz, von dem es hier leider nur einen gibt. Von daher kann nur ein Familienmitglied seinen Spaß mit dem Spiel haben. Als letztes kann man die Optionen besuchen, die euch neben einem Mii-Charakterwechsel, auch den Spielstand zurücksetzen lassen. Soweit die Vorbereitungen im Spiel. Nun aber hinein in die Disney Magical World.

Technik und Game Play....

Sobald ihr das Spiel startet, dürft ihr zunächst einmal euren Avatar erstellen, den ihr von nun an durch das Spiel steuern werdet. Grundlage dafür ist der Mii-Charakter eures 3DS, der hier dafür vorgesehen ist. Mittels eines recht ausladenden Editors, könnt ihr euren Helden oder die Heldin reichlich personalisieren. Was die Kleidung angeht, sollte man sich aber nicht gleich festlegen. Selten ein Spiel gespielt, bei dem man die Klamotten so oft wechselt wie hier, oder es zumindest machen könnte. Hat man dies erledigt, erlebt ihr die Ankunft in der magischen Disney Welt vor den Toren des Schlosses. Hier werdet ihr zünftig von Micky und Minnie begrüßt, die euch in die Grundlagen einweihen. Hier muss ich sagen, zeigt sich das Spiel zunächst mal für eine gewisse Zeit von einer recht zähen Seite. Wie so oft werden viele Dinge auch hier in einem Art Tutorial umgesetzt, das aber oft beim "Urschleim" beginnt und vieles zig Mal durchkaut. Sprich die ersten 1-2 Stunden mit dem Spiel wirken auf einen, wie ein Spiel für 6-jährige, bei dem man ständig an die Hand genommen wird. Glücklicherweise bleibt das nicht so. Wer sich hier zu Beginn durch das sehr seichte Gameplay schlängelt, bekommt mit der Zeit dann endlich einiges zu tun. Das Spielprinzip hier ist ganz auf ein Aufgabensystem zugeschnitten, bei dem ihr als Spieler neben der Hauptwelt um das Schloss herum, 4 weitere Themenwelten freischalten und besuchen könnt. Überall gibt es etwas zu tun, was sich hier in spielerische und gestalterische Dinge aufteilt. Von daher sind Vergleiche mit einem Animal Crossing nicht weit hergeholt und das Spiel richtet sich auch speziell an Fans dieser Thematik. Ein simpler Klon ist es aber nicht, wie sich im weiteren Verlauf zeigen sollte.

Zunächst nicht ganz unwichtig ist die grafische Umsetzung und die damit einhergehende Sichtweise auf das Geschehen. Ihr als Spieler agiert hier in der Third Person Sichtweise und werden dabei von einer komplett automatischen Kamera unterstützt. Diese gibt keinerlei Anlass zur Kritik und zoomt zudem ständig dynamisch mit euch mit. Je nach Ort und gerade getätigter Aufgabe. Wird euch die Action natürlich auf dem 3D-Screen gezeigt, deckt der Touch Screen alle möglichen Menüs ab und viele spielerische Momente. Speziell die X-Taste ruft das Inventory Menü auf, das sich mit der Zeit zu einem sehr mächtigen Werkzeug und Organisationszentrale mausert. Das sollte man nicht unterschätzen. Überhaupt ist das Spiel gespickt mit eine hohen Anzahl an Überraschungen und Belohnungen für den Spieler, die über den gesamten Spielverlauf den Spieler bei Laune halten. Weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass man sich spielerisch an die reale Zeit hält. So vergeht die Zeit hier also in Echtzeit, was ebenfalls für manche spielerischen Momente wichtig ist. Das Herzstück im Spiel sind die sogenannten Sticker. Diese Sticker definieren eines der ganz wichtigen Spielziele und sind mit etwas mehr als 60 im Spiel zu finden. Ein erstes Umherlaufen rund um das Schloss erinnert einen sehr an alte Adventure Jumper im Stile eines Banjo oder Donkey Kong. Denn überall gibt es Orte an denen man Zahlen zu sehen bekommt. Diese stehen für eine bestimmte Anzahl an Stickern, die man braucht um einen bestimmten Ort, ein bestimmtes Haus oder gar eine neue Welt besuchen zu dürfen. Zu Beginn geht man dabei noch sehr linear vor und ihr müsst die Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge lösen. Sobald man aber mit der Zeit die 4 Themenwelten freigeschaltet hat, lässt man euch auch oft freie Hand, um welche Aufgabe ihr euch kümmern möchtet. Auch dies ist auf lange Sicht durchaus eine Stärke des Spiels.

Ungefähr die gleiche Anzahl kann man in Form der Disney Helden treffen, so dass man beim Aufgabensystem ganz klar auf eine Verbindung setzt. Was man euch zu tun gibt, hat fast immer mit einem speziellen Disney Charakter zu tun. Um das Spielprinzip zu erklären, schauen wir uns mal ein paar der ersten Aufgaben an. Um z.B. einen Sticker zu bekommen, muss man gewisse Vorgaben zu einer Aufgabe erfüllen. So trifft man Micky zu Beginn, der von euch verlangt, dass ihr euch einfach mal bei jedem herumlaufenden Charakter meldet. Tut man dies, gilt die Aufgabe als gelöst und man bekommt einen Sticker. Mit diesem kann man nun den nächsten Charakter ansprechen und bekommt von Daisy als Beispiel die Aufgabe ein Kleidungsstück in ihrer Näherei anzuprobieren. Hier zeigt sich schon ein kleiner Bereich, des mit der Zeit immer umfangreicheren Teil des Spiels. Denn wie bei anderen Spielen auch, nutzt auch Magical World ein komplett integriertes Materialfeature im Spiel. Sprich für viele Aufgaben muss man als Spieler eine bestimmte Anzahl eines oder mehrerer Materialen besorgen. Diese liegen mal simpel herum und können aufgesammelt werden. Andere muss man kaufen, so dass also auch Geld und viele Shops eine Rolle spielen. Wieder andere findet man nur nach Betreten einer völlig neuen Themenwelt, oder muss sich weitere in Actionabschnitten wie in einem Rollenspiel erkämpfen. Unterschätzt man gerade zu Beginn sehr, zeigt aber mit der Zeit seinen recht gewaltigen Umfang. Dazu kommen Aufgaben, die spielerisch unter anderem auch Anleihen aus weiteren bekannten Spieleserien nehmen. Beispiel Themenwelt mit Winnie Puuh, bei dem man unter anderem auch als Farmer antritt und Harvest Moon klar Pate stand. Logisch das man dadurch vor allem Produkte und Materialien aus der Landwirtschaft und dem Nahrungsmittelthema bekommt.

Die Welt von Cinderella bietet für kampfeslustige Spieler einen RPG Actionteil, bei dem man mit magischen Stäben durch kleine Dungeons fegt, Monster erledigt und Belohnungen einstreicht. Alles tut man um Aufgaben zu lösen. Nur selten geht man wirklich mal Just für Fun zur Sache. Spätestens nach 4-5 Stunden erlebt der Spieler die ganze Bandbreite des Aufgabensystems. Dann werdet ihr zum König gerufen, der euch mit der Aufgabe betraut ein Cafe zu leiten. Von jetzt an dürft ihr euch auch noch um die Geschicke des eigenen Unternehmens kümmern. Hier kommt Animal Crossing nun komplett zu seinem Recht. Denn damit das Cafe auch wirklich läuft und ihr auch Geld verdienen könnt, müsst ihr euch um das Essen und die Getränke kümmern, die Kleidung der Angestellten und natürlich um das Ambiente und Aussehen des Cafes. Sprich für alles braucht man Materialien, Zutaten und auch spezielle Läden, wo man all das herstellen kann. Und genau das beschreibt den fortlaufenden Modus des Spiels. Man ist eigentlich nie mit irgendwas richtig fertig. Da eröffnet ein neuer Laden oder vorhandene erweitern bei bestimmten Sticker Grenzen neue Abteilungen. Irgendwann kann man Klamotten und andere Sachen in großer Vielfalt herstellen. So wird das Spiel dann zum kurzweiligen Zeitvertreib und bietet nach den ersten Stunden keine langatmigen Momente mehr. Und immer setzen die Aufgaben auf das Materialfeature und man muss diese auf verschiedene spielerische Weise bekommen.

Allerdings hat all das auch eine kleine negative Seite. Oder sagen wir besser Magical World ist nicht für jedermann geeignet. Denn so unterhaltsam die Aufgaben auch sind und die Dinge um die man sich hier kümmern kann. Sie haben eigentlich alle einen recht seichten Schwierigkeitsgrad. Das unterscheidet den Titel dann insgesamt doch recht stark z.B. von einem Fantasy Life. So kann man Magical World ganz klar für die junge Zielgruppe empfehlen, die mit der Welt schon verzaubert werden und sich mit den Inhalten köstlich amüsieren werden. Aber gerade ältere Spieler werden hier nur bedingt fündig. Diese sollten sich dann wirklich lieber einem Fantasy Life widmen, das trotz knuffigem Aussehen auch einen sehr gelungenen Schwierigkeitsgrad bietet.

Grafik & Sound....

Grafisch ist Magical World ein recht gelungenes Spiel, das vor allem durch die Disney Atmosphäre punktet. Neben den grafisch sehr passenden Welten, die wirklich die einzelnen Themen sehr gut wiedergeben, wissen vor allem die Helden und Charaktere zu gefallen. Diese hat man sehr schön in Szene gesetzt und jeder junge Disney Fan wird hier alles und jeden Wiedererkennen. Seien es die reinen Gestaltungen, aber auch Bewegungen und Laute. Euer Mii Charakter wird ebenfalls ordentlich in Szene gesetzt und jedes Kleidungsstück und jeder Schuh wurde auch visuell verschieden umgesetzt. Die Liebe zum Detail sieht man hier allerorts. Den gelungenen Background erreicht man auch durch viele kleine animierte Objekte und vor allem kleine Glitzereinflüsse, die einfach atmosphärisch das Ganze sehr auflockern. Hier und da gibt es zwar ein paar verwaschen wirkende Texturen. Bedingt durch die gelungene Farbpower kommt die grafische Gestaltung dennoch recht edel rüber. Das gilt auch für den 3D-Effekt, der speziell bei den Effekten eine sehr gute Tiefenwirkung erzielt. Nicht weiter überraschend, das man technisch hier nichts zu meckern hat.

Auch beim Sound muss man sich keine Sorgen machen. Auch hier wird vor allem die Atmosphäre sehr gut unterstützt. Die oft eingesetzten typischen Orchester-Klänge passen ideal zum Thema und stammen oft aus den den Filmen. Dabei unterscheiden sich diese auch je nach Themenwelt voneinander, so das auch die Abwechslung nicht zu kurz kommt. Effekte gibt es genug, wobei man damit auch die Charaktere abdeckt. Denn Sprachausgabe in dem Sinne gibt es nur sehr wenig. Die meisten Charakterklänge sind dann wirklich typische Laute, die man von den Filmen und Serien her kennt.

Multiplayer....

Der Mehrspieler, sofern man ihn so bezeichnen will, ist eher gemacht wie in einem Animal Crossing oder Fantasy Life. Sprich man spielt eigentlich nicht wirklich mit- oder gegeneinander, sondern kann sich hier im Spiel Geschenke machen und die Welt eines anderen Spielers besuchen. Dazu muss man entweder seine Welt nach außen öffnen, oder sucht nach einer geöffneten fremden Welt. Dazu kann man via StreetPass ebenfalls Geschenke verteilen und sich mit einer Grußkarte auf anderen Systemen verewigen. Ein Killer Feature ist das Ganze aber nicht. Dazu fehlt dann doch der spielerische Teil mit seinem Gegenüber, so dass dies hier eher ein kleiner Bonus ist.

Fazit....

Wer für Weihnachten ein spezielles Geschenk für einen jungen Disney Fan sucht, der wird hier mehr als fündig. Denn genau für diese Zielgruppe ist der Titel gemacht. Gerade die sehr liebenswert und Zielgruppenorientierte Umsetzung mit dem Disney Thema, kann hier für junge Spieler auf der ganzen Linie punkten. Es gibt mehr als genug zu tun und 15 Stunden und mehr kann man locker mit dem Spiel verbringen. Nach den anfänglich ersten 1-2 doch recht zähen Spielstunden, wird der junge Spieler unterhalten bis zum Ende und ständig mit Belohnungen und Überraschungen erfreut. Mit Micky & Co, Donald, oder den Welten von Cinderella, Aladdin, Die Schöne und das Biest oder Winnie Puuh macht man hier nichts verkehrt. Ältere Spieler, die vielleicht ein Fantasy Life Kaliber erwarten, sollten sich eher nach Alternativen umschauen. Gerade für die Zielgruppe ist einfach der Schwierigkeitsgrad insgesamt zu gering.

 

+ Klasse Spiel für junge Gamer
+ Disney Orte/Charaktere satt
+ Ständig Belohnungen/Quests
+ Mit guter Motivationskurve
+ Kleine RPG/Action Anteil
+ Animal Crossing "Light"
+ Komplett Deutsch
- Nicht allzu schwer
- Älter Spieler werden unterfordert
- "Welten" könnten größer sein

GRAFIK: 76%

SOUND/EFFEKTE: 80%

MULTIPLAYER: 67%

GESAMTWERTUNG: 79%

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