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3DS Bravely Second: End Layer
 
 
Bravely Second: End Layer - 3DS
Matthias Engert (27.06.2016)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Silicon Studio
GENRE: Rollenspiel
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK12
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.35 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
STREETPASS/SPOTPASS: Ja/Nein

   
Einleitung....

Mehr als 2 Jahre ist es nun her, dass ein Spiel auf den Markt kam, dass einen frischen Wind in das Rollenspiel Genre brachte - Bravely Default. Seinerzeit ein fast schon stiller Release, blieb der Titel lange ein Geheimtipp, abseits großer PR Kampagnen. Dennoch wuchs die Fangemeinde ungemein und auch mir hatte es der Titel mehr als angetan. Neben der sehr hohen Spielzeit, machte man doch vieles etwas anders als die Konkurrenz und bot Features, die so bis heute einmalig geblieben sind. Zumindest was die Konkurrenz angeht. Um viele dieser genialen Features wieder zu erleben, bedurfte es dann doch des eigenen Nachfolgers, der mittlerweile erhältlich ist. Nachdem 3DS Besitzer und vor allen Rollenspielfans seit Monaten ihr Gerät eigentlich nicht mehr ausschalten brauchen, ist mit Bravely Second: End Layer der nächste Knaller verfügbar. Da nicht zu erwarten war, dass sich die Qualität im negativen Sinne verändert, war auch bei mir die Vorfreude auf den zweiten Teil der Serie sehr hoch. Vor allem auch weil der Schwierigkeitsgrad richtig hoch und teilweise knackig war, blieb der Titel in bleibender Erinnerung. Nach 2 kleineren Enttäuschungen in letzter Seit mit FF Explorers und Legend of Legacy, dürfen Interessierte gerne weiterlesen. Denn Bravely Second ist vieles, nur keine Enttäuschung. ;-))

Menus und die Story....

Wie schon beim Vorgänger war auch dieses Mal Nintendo in unseren Breiten der Publisher. An sich ein SquareEnix Titel, bleib die Verantwortung für die Entwicklung in den Händen der Firma Silicon Studio. Von daher konnte man eine Enttäuschung fast schon ausschließen. ;-) Wieder sehr interessant für alle Sammler unter euch ist die Möglichkeit aus 2 Angeboten zu wählen. Neben der normalen Retail-Version gibt es auch zum zweiten Teil eine sogenannte Deluxe Edition mit sehr gelungenen Inhalten. Auffällig durch eine große schwarze Verpackung, setzt man hier eher auf Understatement und punktet mit dem Inhalt. Sehr edel verpackt, findet man hier neben einer Sammlerfigur, den Soundtrack und ein 250-seitiges Artbook. Auch sonst bekommt man bei den Rahmenbedingungen wieder einen gewohnt gelungenen Inhalt spendiert. Positiv das man im finalen Produkt ein komplett deutsches Spiel vorfindet. Zumindest in Sachen Texten. Denn davon gibt es hier genug. Die ebenfalls stimmige Sprachausgabe kann man im Spiel wahlweise auf Englisch oder Japanisch genießen. Hat immer wieder was. Das Spiel bietet aber noch ganz andere Punkte, die es unverwechselbar machen sollte. Weniger die Möglichkeit 3 separate Savegames anzulegen, sondern viel eher die Kontaktmöglichkeiten nach außen. Was sich hier die Entwickler haben einfallen lassen ist einfach nur Klasse. Ganz speziell das Streetpass Feature, das in der Form in Sachen Nutzeffekt nur beim Vorgänger zu finden war und extrem viel bringen kann. Unter anderem der Grund warum der aktive 3DS bei mir seit Testbeginn nicht einmal ausgeschaltet war. ;-) Oder besser alle 4 Redaktionsgeräte… Aber dazu weiter unten noch einige ausführliche Zeilen. Dazu kommt die Möglichkeit einen zweiten Spieler daheim oder auch über das Internet kurzzeitig einzubeziehen, sowie die Möglichkeit Inhalte Online zu bekommen. Was die Story angeht, dürfen sich Spieler des ersten Teils sehr auf das Gebotene freuen. Denn es gibt viel Neues, dass man aber mit altbekannten Dingen verbunden hat und der Spieler dadurch so manches Deja Vu erleben wird.

Über allem steht erneut die Welt Luxendarc, in der auch der zweite Teil angesiedelt ist. Dabei spielt die Geschichte in Bravely Second einige Jahre nach dem Ende des ersten Teils, so dass die Geschichte und Charaktere weitererzählt werden und der Bezug für Spieler des ersten Teils sehr hoch ist. Der finstere Kaiser Verheer hat Agnes Oblige entführt, die Heldin aus Bravely Default. Ihr treuer Leibwächter Yew Geneolgia schwört, sie aus der Himmelsfestung des Kaisers zu befreien, einer scheinbar uneinnehmbaren Zwingburg, die hoch über der Welt Luxendarcs schwebt. Auf dem Weg dorthin muss sich Yew mit Magnolia Arch und weiteren neuen Charakteren zusammentun. Aber auch vertraute Charaktere wie Edea Lee und Tiz Arrior schließen sich ihm an. Ihr als Spieler schlüpft in die Rolle des jungen Yew und begebt euch einmal mehr auf eine epische Reise durch Luxendarc. Dabei steht nicht nur die Rettung der guten Agnes an, sondern dem Sieg über einen neuen Bösewicht und der Tatsache selber am Leben zu bleiben. Denn schnell sind Yew und seine Gruppe die Staatsfeinde Nr. 1. ;-) Aber bevor wir uns darüber Gedanken machen können, beginnen wir erst einmal das Spiel. Der reine Spielstart ist zunächst relativ simpel gehalten. Nach dem Einschalten erwartet euch unter recht mystischer Musik zunächst nur das Hauptmenü. Hier könnt ihr einen von 3 Spielständen wählen. Dazu kommt eine Sektion, über die ihr DLC herunterladen könnt. Wahlweise über spezielle Codes, oder aber per angebotener DLCs. Dazu könnt ihr hier zusätzlich die Spielstände Kopieren, aber auch Löschen. Mehr ist es hier eigentlich nicht und wir entscheiden uns für einen Speicherplatz und tauchen ein in die Welt von Luxendarc…

Technik und Gameplay....

Startet ihr ein neues Spiel, so dürft ihr zunächst die Geschichte als gezeichneten Vorspann genießen. Wieder sehr stylisch gemacht und untermalt von der wieder sehr gelungenen Sprachausgabe, macht das Ganze sehr schnell Lust auf mehr. Dabei wird vor allem der Kenner des ersten Teils nochmal auf den neuesten Stand gebracht und bekommt eine kleine Zusammenfassung, wie seinerzeit alles anfing und das jetzt eben ein neuer Sherriff in der Stadt ist. Übrigens haben die Entwickler das Ganze Sequenzen-Prozedere sehr schön hinbekommen. Selbst nach 10-20 Stunden Spielzeit gibt es sehr schöne HighRes Sequenzen, die einem wie Trailer oder Einführungssequenzen vorkommen. Finde ich Klasse und ist vor allem qualitativ sehr hochwertig gemacht und atmosphärisch ein Highlight. Ebenso kann man hier durchaus das Thema Spielzeit schon einmal ansprechen. War man mit 60 Stunden im Vorgänger schon gut dabei, darf der geneigte "ich spiele alles durch Gamer" hier gerne dreistellige Stundenzeiträume einplanen. Vor allem hinten heraus auch nicht ganz so knackig und teilweise unfair wie der Vorgänger, erlebt man so gut wie keine langatmigen Momente. Aber ich will hier nichts vorweg nehmen. Aber plant nicht viele Spiele nebenbei ein. ;-)) Sobald ihr das Spiel beginnt, könnt ihr aus einem von 3 Schwierigkeitsgraden wählen. Diesen könnt ihr auch später im Spiel in den Optionen ändern. Die Geschichte startet in der Stadt Gathelatio, in der ihr Yew das erste Mal steuern dürft und die Anfänge der Geschichte erlebt. Es dauert nicht lange und ihr trefft auf Edea, die sich euch anschließt. Insgesamt sollten es nach relativ kurzer Zeit im Spiel 4 Charaktere sein, über deren Geschicke ihr entscheidet. Sprich ihr habt hier mal wieder die klassische 4er Party in einem Rollenspiel mit all seinen Vorteilen. Vor allem natürlich dem Bezug zum Spieler, wenn man sich von Anfang bis Ende um die Gruppe kümmern muss. Ehe wir uns einen Detailblick auf das Spielsystem gönnen, schauen wir uns noch ein paar andere Rahmenbedingungen an. Die riesige Spielwelt Luxendarcs ist eingeteilt in verschiedene ganz typische Sicht- und Spielweisen und bietet ein Tag/Nachtsystem.

Sehr gelungen finde ich hier die Tatsache, dass ihr die Häufigkeit auf Allerweltsgegner zu treffen beeinflussen könnt. Von aller paar Meter bis hin zu gar keinen Gegnern könnt ihr das einstellen. Je nachdem ob ihr gerade leveln oder auch nur vorankommen wollt. Kleines aber feines Feature. Soweit die grundlegenden Rahmenbedingungen. Das Spiel ist nun so angelegt, dass ihr natürlich einem roten Faden folgt, den man hier durchaus als Strick bezeichnen könnte. ;-)) Sprich ihr trefft auf Charaktere, hört auf deren Probleme, besucht bestimmte Orte, um nach und nach ein wenig Licht in manche Geheimnisse zu bekommen. Und natürlich dreht es sich überall darum den Weg in Richtung Agnes und der Himmelsfestung zu ebnen. Nicht immer offensichtlich, holt die Geschichte selbst hier oft sehr weit aus. Aber alles muss spielerisch gelöst werden und ein wichtiger Punkt ist natürlich das stetige Entwickeln der Charaktere und Verbessern der kompletten Gruppe. Dazu kommen mit der Zeit immer mehr Nebenquests die man machen kann, aber nicht muss. Bravely Second ist wie sein Vorgänger ein äußerst schweres und knackiges Spiel, bringt aber wieder mehr das typische "Gruppe wird mit zunehmender Spieldauer überlegener" Feature mit. Klingt jetzt etwas blöd, beschreibt die Situation aber recht gut. In vielen Rollenspielen erlebt man immer wieder einen Punkt, an dem die stetig entwickelte Gruppe stark genug ist, um es auch mit Gegnern aufzunehmen, die eigentlich vom Spiel her noch ein Problem sein sollten. Das hat man im Nachfolger etwas ausgewogener gestaltet und ist dadurch etwas machbarer auch im zweiten Teil des Spiels. Ich betone aber "nur etwas". ;-) Im Vergleich mit anderen Rollenspielen ist auch Bravely Default ein beinhartes Rollenspiel.

Dafür sorgen unter anderem aber auch neue Features, auf die ich im Verlauf noch eingehe. Und glaubt mir, keines dieser Feature ist langweilig. ;-) Dabei ist vor allem auch die Gegner Vielfalt immens und das Spielsystem setzt in Kämpfen sehr stark auf Zustandsattacken und Magie. Das typische Haudrauf Rollenspiel mit dem Gesetz des Stärkeren ist Bravely Second keinesfalls. Dabei sind auch viele Gegner, wie auch Ortschaften aus dem ersten Teil auch hier wieder enthalten, so dass Kenner viele Burschen von Anfang an richtig anpacken können. Eine simple Aufgabe auf dem Weg zu einem Dungeon Boss zeigt euch das recht gut und ich kann euch auch gleich das Grundsystem der Kämpfe erklären. Auch hier bietet das Spiel wieder innovative Features. Alle Charaktere starten zunächst mit einem Level 1 Status, einer einfachen Waffe und wenig Ausrüstung. Dazu haben alle zu Beginn den Job Freiberufler. Gerade das Jobsystem ist in diesem Spiel ebenfalls extrem tiefgehend und elementar für Erfolg oder Misserfolg. Sprich irgendwie muss man sich ja verändern können. So besitzen alle Charaktere das gesamte Spiel hindurch neben der TP-Leiste für die Lebenspunkte auch ein MP Gegenstück für die Magiepunkte. Dazu besitzt jeder Charakter 5 Slots für Ausrüstung, die sich natürlich auch auf die verschiedenen RPG-Stats wie Angriff, Verteidigung oder Magie auswirken. Keine Sorge, es gibt reichlich davon. ;-) Auf dem Weg zum Dungeon trifft die Gruppe nun auf die ersten Gegner. Das Bild schwenkt um und der Kampf beginnt. Wichtig zu wissen, dass in Bravely Second alle Kämpfe Rundenbasiert von statten gehen und man nicht unter Zeitdruck geraten kann. Über ein neues Feature kann man dieses Mal sogar die Zeit komplett anhalten und ohne Gegenwehr den Gegner bearbeiten. Allerdings nur für wenige Versuche, so dass dies eher bei einem Boss angebracht ist.

Der Rest des Kampfsystems ist zunächst recht gängig gemacht. Sprich wenn ihr selber agieren könnt, dürft ihr in Ruhe für jeden Charakter eine Aktion und wahlweise einen bestimmten, oder je nach Attacke auch alle Gegner auswählen. Anfangs sind das meist recht kurze Kämpfe, die nach dem Sieg gleich mehrere Dinge offenbaren. Zunächst gibt es natürlich Erfahrungspunkte, die ganz klassisch bei bestimmten Grenzen ein Level Up bedeuten und eine Verbesserung aller Eigenschaften nach sich zieht. Ebenso gibt es Geld, das im Spiel immer zu wenig zur Verfügung steht. ;-) Aber auch das spreche ich später noch an. Dritter Punkt sind nun die sogenannten Job Punkte. Auch mit diesen füllt man eine Balkenanzeige, die ebenfalls ein Level Up nach sich ziehen. Nur eben unabhängig vom reinen Charakterlevel. Würde man nun ewig so spielen, man wäre irgendwann z.B. ein Freiberufler auf Level 20. Das ist alles andere als sinnvoll. Denn im Spiel warten jetzt mit 30 noch mehr Berufe auf euch, gefunden und erlernt zu werden. Auch hier alles andere als gewohnt gemacht. Denn um einen neuen Job zu bekommen, muss man zwingend einen bestimmten Gegner im Spiel besiegen. Logischerweise Bosse, die aber nicht immer alle auf dem Story Weg zu finden sind. Denn besiegt man diese, erhält man ein spezielles Item, die sogenannten Asterisken. Einmal freigeschaltet, kann man einen oder auch alle Charaktere "umpolen". Macht aber auch wenig Sinn, wenn man z.B. 4 Ritter in seinen Reihen macht. Hier ist das Spiel wie andere auch. Die Mischung macht's. Sprich neben Nahkämpfern sollte man natürlich auch Fernwaffen nutzen können und natürlich Magier. Aber das System wird noch komplexer. Zunächst bedeutet ein Jobwechsel, dass man danach erst einmal wieder auf Level 1 des Jobs beginnt, aber alle Fähigkeiten des vorherigen Jobs behält. Hier kommt das geniale an diesem System zum Tragen. Die Charaktere können auch aktiv verschiedene Job Aktionen ausführen.

Beispiel ist dann der Ritter, der zwar mit dem Schwert kämpft, aber dennoch Magie und entsprechende erlernte Attacken ausführen kann. Magier können dann als Schwarzmagier Attacken auf Gegner anwenden, im gleichen Zug aber eben auch Weißmagie für das Heilen der eigenen Gruppe anwenden. Das System ist sehr komplex und wird zudem nochmals erweitert durch spezielle Zusatzfähigkeiten jedes Jobs. Man ist hier also durchaus bemüht, dass jeder Charakter möglichst alles irgendwie beherrscht. Schon dadurch hält man den Anspruch äußerst hoch, weil man eben nicht von Anfang an auf einen Job und damit deren Entwicklung festgelegt ist. Man wechselt und macht die Charaktere zunächst auch mal schwächer. Der Lohn kommt dann eben erst später im Spiel. Genauso könnte man einem Schwarzmagier auch ein Schwert oder eine Axt in die Hand drücken und es ergäbe durchaus Sinn. Je nach Gegnerschaft, Gebiet und Umgebung kann der Charakter zumindest auf verschiedenen Wegen Gegnern Schaden zufügen. Aber wie alles im Spiel dauert das. Es vergehen gut 10 Stunden, ehe man zumindest mal die ersten 4 Jobs freigeschaltet hat. Das Thema Kompromisse finden ist sowieso ein ganz spezieller Punkt in diesem Spiel. Schon bei der Ausrüstung spürt man das. Denn die Gegner agieren wie schon erwähnt viel mit Magie und Klassenattacken. Gift, Stille, Stumm und wie sie nicht alle heißen werden äußerst häufig angewendet. Und da könnt ihr perfekte Schilde und Rüstungen haben wie ihr wollt. Wenn ihr andauernd vergiftet werdet, oder im Zustand Stumm keine Magie anwenden könnt, nützt einem das wenig. Aber keine Sorge, man findet schon seinen Weg durch das Spiel. Auch weil selbst im Kampfsystem das Spiel wieder ein einmaliges Feature mitbringt, das im Verbund mit anderen Features seinen Reiz und vor allem Nutzen ausspielen kann. So habt ihr im Kampf das sogenannten Brave und Default System zur Verfügung, dass es euch erlaubt 4x hintereinander anzugreifen oder zu verteidigen. Wieder ein einfaches Beispiel dazu. Drückt man 4x nacheinander die L-Taste, geht der Charakter in den Brave-Zustand und kann hintereinander 4 Aktionen ausführen, die ihr ihm zuweist.

Als Beispiel könnt ihr einen Magier 3x eine Feuer Attacke auf alle Gegner zuweisen und im 4. Versuch mittels Vitra alle eigenen Gruppenmitglieder heilen. Wenn man sich nun überlegt dass bei 4 Charakteren 16 dieser Aktionen in einem Durchgang machbar sind, verdeutlicht auch das nochmal den Anspruch im Spiel! Denn normalerweise sagt man sich, damit fällt jeder Gegner um. Aber selbst damit ist das Spiel kein Selbstläufer, auch wenn viele Allerweltskämpfe damit schon gewonnen werden können. Aber wehe die Gegner stehen auch danach noch! ;-) Denn kein Vorteil im Spiel ohne einen Nachteil. Hier ist dann der Fakt zu nennen, dass eure Charaktere für 4 Runden nicht agieren können und den gegnerischen Attacken ausgeliefert sind. Den Rest kann man sich ausmalen. Der Default Zustand auf der anderen Seite bewirkt die Verteidigungsstellung und füllt praktisch den Brave Wert auf. Man könnte hier kleine Doktorarbeiten schreiben. Aber es soll verdeutlichen wie komplex allein das Kampfsystem im Spiel ist. Und keine Sorge, Spaß macht das Spiel auch noch. ;-)) Denn natürlich ist das auch eine riesige Motivation, die auch noch durch andere Dinge verstärkt wird. Über das Feature mit dem hier enthaltenen Mond lasse ich mich unten im Streetpass Abschnitt noch aus. Aber auch die normalen Shops aller Art bieten mehr als genug. Neben Rüstungen oder Waffen aller Arten gibt es Shops die Magierollen für Attacken verkaufen, andere die sich nur um das Thema Items kümmern und solche, die euch spezielle Angriffsitems anbieten. Alles kann man natürlich im Kampf nutzen und hat zu gegebener Zeit auch seinen Zweck. Und nach jedem Wechsel oder einer Veränderung will man eigentlich nur noch raus und es den Monstern endlich zeigen.

Auch dieses Gefühl gibt einem das Spiel sehr stark. Allein diese ganze Ansammlung an Features sorgt unter anderem auch dafür, dass selbst einfach normale Kämpfe dauern können. Mehrere Minuten lang, so dass man hier wirklich selten durchfegt. Aber selbst diese vielen bekannten Features sind beileibe nicht alles und es kommen einige Neuheiten dazu, die den zweien Teil durchaus noch einen Tick genialer machen. Eher nebenbei bemerkt man eine spielerische Geschichte, die dem Gamer eine Menge graue Zellen erspart. Es gibt endlich kein "Hartes Game Over" mehr. Sprich wenn ihr drauf geht und alle 4 Helden der Gruppe verliert, müsst ihr nicht zwingend das letzte Savegame laden, sondern können einen Rücksetzpunkt nutzen. Diese sind auch sehr zahlreich und greifen eigentlich bei jedem Orts-, Raum-, oder Dungeon Wechsel. Echt nicht zu unterschätzen. Da doch mehr Bosse und Zwischengegner auf euch warten, ist man als Spieler eine Sorge los. Hier greift eine weitere Neuerung. Bei allen Kämpfen im Spiel kann man eine sogenannte Verlängerung erleben. Besiegt man alle Gegner innerhalb einer Runde, kann man einen Bonuskampf annehmen. Dann steigt der Multiplikator für Geld, EP und Job-Punkte. Natürlich werden die Gegner schwerer, aber es lohnt sich. Vor allem wenn man innerhalb des aktuellen Kampfortes vielleicht sogar noch einen Klassenvorteil hat. Auch so kann man seine Konten sehr gut füllen und levelt so im Verlauf schneller. Wobei es aber dafür auch noch andere Momente gibt. Siehe Streetpass Abteilung weiter unten. Ebenfalls aufgewertet wurden sämtliche Specials der Helden, die man nun in mehreren Stufen noch upgraden kann. Zusätzlich zu sämtlichen Magieattacken kann man über die gesamte Spielzeit hinweg imposante Attacken erlernen, egal welchen Beruf man gewählt hat. Denn das Spiel erlaubt euch neben den Berufs-Attacken eine Rubrik eines völlig fremden Berufes zu erlernen. Einmal gewählt erhält man bei bestimmten Level Ups noch imposantere Attacken, die später im Vollbild und allesamt komplett animiert von statten gehen.

Insgesamt ist es einfach der herrlich gemachte "rote Faden", der das Spiel so genial macht. Man weiß immer wohin man muss, ohne dass man sich eingeengt, gehetzt oder bevormundet fühlt. Oder geschweige denn ein zu leichtes Spiel vorfindet. ;-) Man macht nichts umsonst und lernt mit der Zeit eben auch seine Schwachstellen kennen. Man spielt dementsprechend, oder kümmert sich erstmal um höhere Levels der Charaktere und skillt alle Helden nach eigenem Gutdünken. Man probiert die Jobs eigentlich alle mal durch und lernt die Eigenheiten zu schätzen oder eben nicht. Kommt dann auch auf die eigene Spielweise an. Dann kommt ihr locker in den dreistelligen Bereich, was die Spielzeit angeht. ;-) Das einzige was hier und da ein wenig abfällt, sind die neuen Minispiele, in denen ihr mit der Produktion bestimmter Güter Geld verdienen könnt. Anfangs hilfreich, gibt es mit der Zeit andere Möglichkeiten, um reichlich Geld zu verdienen. Dazu haben sie wie schon erwähnt so einen kleinen Minispiel Touch, was eigentlich gar nicht so richtig rein passt. Aber man muss es nicht machen. Von daher nur eine Randnotiz. Der Rest passt und ist insgesamt einfach noch einen Tick besser als im Vorgänger.

Grafik & Sound....

In Sachen Grafik könnte man durchaus meinen, den Vorgänger vor sich zu haben. Hier gab es eigentlich noch die wenigsten Änderungen. Was aber auch kein wirklicher Kritikpunkt ist, da schon der Vorgänger die 3DS-Hardware sehr gut genutzt hat. Das liegt zum einen vor allem an der Detailarbeit bei den Gegnern und den eigenen Attacken. Dazu kommt ein wirklich sehr gelungener 3D-Effekt bei den Kämpfen, der genau diese Detailverliebtheit ungemein unterstreicht. Klar dass vor allem die normalen Klassenattacken wie Feuer oder Licht recht imposant umgesetzt sind und speziell die Spezialattacken grandios aussehen lassen. Aber das Lob kann man auch auf die Stadtlocations anbringen. Hier erwartet den Spieler zum einen niemals ein ähnliches Ambiente. Jede Stadt ist thematisch anders umgesetzt und auch vom Stil her verschieden. Die Mischung aus gezeichneten Hintergründen und Polygonen sieht sehr gelungen aus. Dazu durchläuft man manche Städte im gewohnten 3D Iso Blickwinkel, andere wiederum warten im 2D auf euch. Mal was anderes. Die Charaktere selber sind ebenfalls sehr detailliert gestaltet und bieten das gewohnte SquareEnix Feature, dass jedes Kleidungsstück auch im Spiel umgesetzt ist. Sprich sich dies immer wieder auch visuell nachvollziehen lässt. Auch dies ist Detailverliebtheit der gehobenen Art. Selbst technisch gibt es nichts zu meckern, so dass euch hier ein Spiel erwartet, dass auch grafisch klar in die Oberklasse der 3DS Titel gehört.

Beim Sound ist das nicht anders. Rollenspieltypische Stücke warten überall auf euch, die sehr oft variieren und viele orchestrale Stücke mit sich bringen. Je nach Umgebung und vor allem Zustand und Gegnerfülle zieht die Musik mal an, um dann auch wieder etwas Beruhigendes zu haben. Besser als im Vorgänger empfand ich die Effekte, die wesentlich satter und stimmiger klingen.Abgerundet wird das Ganze von einer guten Sprachausgabe, die atmosphärisch auch hier ihren Reiz ausspielt.

Online/StreetPass....

Schon der erste Teil war in Sachen Kontaktmöglichkeit ein echter Hammer. Das liegt aber nicht an einem spielerischen Mehrspieler Inhalt, wie man ihn gewohnt ist, sondern vor allem an einer eingebauten Location, die wie nur selten vom Streetpass Feature profitiert. Wie schon erwähnt ist ja das Spiel eigentlich für einen Spieler ausgelegt und dennoch könnte man auch zum Thema Kontakt nach Außen einen Roman schreiben. Aber einige Dinge muss man einfach ansprechen. Ganz oben für mich ist dabei wieder das Streetpass Feature zu nennen, das in diesem Spie, wie beim Vorgänger immens punkten kann. Dazu muss man ein wenig ausholen. In der Geschichte spielt der Mond und eine dort befindliche Basis eine große Rolle Sie dient zum einen als Lieferant von Waren und Fähigkeiten, sowie auch als militärischer Außenposten gegen aus dem All einfallen Monster, die sogenannten Ba'al. Eine Aufgabe im Spiel ist es diese Basis wieder aufzubauen! Ja ihr lest richtig. Man muss sich das nun so vorstellen, dass zu Beginn die Mondbasis komplett zerstört und leer ist. Um hier etwas zu bewegen braucht man neue Bewohner, welche die Stadt wieder aufbauen. Klingt noch nicht so spannend, wird es aber schnell beim Detailblick. Denn es gibt einen speziellen Menüpunkt, auf dem man komplett auf die Basis wechselt und quasi das Spiel pausiert. Wird dann per Draufsicht im Touch Screen dargestellt und zeigt euch 10 verschiedene Läden, die man wieder aufbauen kann. Die Läden unterteilen sich in Waffenshops, Zubehör- und Rüstungsgeschäfte, bis hin zu Items, Special Attacken und Magieattacken. Jeder Laden kann insgesamt 10 Mal aufgewertet werden. Man levelt quasi den Laden selber. Damit einhergehend bekommt man die Objekte der Läden fest als käufliche Items angeboten! Einer der Gründe warum man nie genug Geld haben kann in diesem Spiel. Nun kommt der markante Punkt. Nehmen wir einen einfachen Laden. Klickt man diesen an, so müsste man 1 Bewohner haben und könnte ihn diesem Laden zuweisen. Dann würde es als Beispiel sage und schreibe 99 reale Stunden dauern, ehe der Laden Level 2 erreicht hat! Sprich die höchste Bürgerpflicht ist es hier Bewohner zu generieren.

Diese kann man nun zum einen über das Internet bekommen, aber noch viel mehr über das Streetpass Feature. Bei mir hat das dazu geführt, dass ich das Spiel auf allen Redaktionsgeräten gestartet habe, um Streetpass auf allen zu aktivieren. Danach mit dem Haupt 3DS normal weiter gespielt, haben sich die Geräte immer wieder getroffen. Und jedes Mal bekam ich dann 3 neue Bewohner. Wieder beim Beispiel mit dem Laden bedeuten 2 Bewohner, dass der Laden nun in 45 realen Stunden auf Level 2 steigt. Bei 3en eben in 22 Stunden usw. Am Ende hatte ich dieses Mal knapp 120 Bewohner, die man bei 10 Shops und jedes Mal 10 Stufen gut verteilen muss. Der Lohn ist aber immens. Zum einen schaltet ihr nur so seltene und mächtige Ausrüstungen dauerhaft frei und die Händler schenken euch in relativ kurzen Zeitabständen immer wieder aufs Neue alle möglichen Sachen. Egal ob das Zustands- oder Kampfitems sind, die man sonst teuer kaufen müsste. Stichwort Äther um die Magieleisten aufzufrischen. Erst später im Spiel kann man dies auch über Magie abdecken. Lange Zeit ist Äther das einzige Item dafür. Kostet aber 1000 Münzen in den Shops. Hier schenken euch die Händler das immer wieder. Genial und derart nützlich, das wie schon erwähnt mein 3DS nicht einmal abgeschaltet war. Denn die Mond Basis wird im Standby Modus weiterhin aufgebaut. Sprich wenn man abends alle Läden so mit Bewohnern eindeckt dass vielleicht 10 Stunden nötig sind für ein Level Up, so steht man früh auf, klappt den 3DS auf und siehe da,… alle Shops haben gelevelt und es gibt Geschenke und neue Items, Waffen und Specials. Einfach nur Klasse und fast schon süchtig-machend. ;-) Da fällt fast schon hinten runter, dass man via Web auch Freunde in einen Kampf rufen kann und seinen eigenen Charakter spezielle Freunde zuweisen kann, die genau dann auch helfen. Egal ob das ein Kumpel auf der heimischen Couch ist, oder ein hoch gelevelter Japaner. Die Art der Umsetzung ist hier einfach richtig große Klasse.

Aber auch hier gibt es etwas ganz Neues. Denn in Bravely Default kommt eben nun auch noch der kämpfende Teil dazu und es bleibt nicht nur bei der Entwicklung der Basis. Einfach gesagt fallen immer wieder die Mega-Gegner, die Ba'als ein. Diese könnt ihr nun bekämpfen. Kommen immer wieder neu über das Internet und platzieren sich über der Mond-Basis. Sie haben ein eigenes Level, aktuell bis Lv80 und damit z.B. HP Werte im 6stelligen Bereich. ;-) Ihr selber bekommt mit der Zeit 3 eigene kleine Raumschiffe und könnt den Chef davon auch entwickeln. Auch das braucht natürlich wieder Bewohner. Aber und jetzt kommt's. Ihr könnt eure Raumschiffe nun dazu nutzen, die Ba'als zu beschießen, ohne gegen sie zunächst zu kämpfen. Sprich man schwächt sie nebenbei und greift sie dann an. Je mehr Bewohner, umso höher das Potential die Raumschiffe zu entwickeln. Hat man ein entsprechendes Level des Ba'al gesenkt, kann man ihn direkt angreifen und es beginnt ein ganz normaler Kampf im entsprechenden Bildschirm. Nur das man einen geschwächten Ba'al mit wenigen Hieben erledigen kann und 5-stellige Geld- und vor allem EP-Mengen erspielt. Hammerhart, auch wenn dazu wieder der 3DS nicht ausgeschaltet werden darf. Aber ein weiteres von vielen genialen Features, die auf lange Sicht so viel bringt.

Fazit....

Mit Bravely Default: End Layer haben die Entwickler das hinbekommen, was man von einem Nachfolger erwartet. Hat der Vorgänger die Messlatte einfach schon sehr hoch gelegt, so hat man es mit dem Nachfolger verstanden, es einfach noch einen Tick besser zu machen. Die Mischung aus alten bewährten und teilweise genialen Dingen, gepaart mit neuen sinnvollen Features, macht hier den Spaß aus. Eine nochmals erhöhte Spielzeit ohne Langeweile und der etwas ausgewogenere Schwierigkeitsgrad stehen dabei ganz oben auf der Haben Seite. Ein Spiel das jedem Rollenspielfan mit Hang zur festen Gruppe und stetiger Entwicklung von Anfang bis Ende Spaß macht. Das Schöne an der Sache für jeden 3DS Fan, es kommen ja noch mehr solche Kaliber. Es stehen noch einige Kandidaten im Testlabor, die allesamt das Zeug zum Hit haben. Bravely Second ist über diesen Zustand schon hinaus und eine echte Kaufempfehlung für jeden Rollenspieler unter euch.

 

+ Extrem hohe Spielzeit
+ Teils sehr innovatives RPG
+ Geniale StreetPass Einbindung
+ Sehr anspruchsvoll/Tiefgang
+ Viele Jobs/Ausrüstungen
+ Interessante Geschichte
+ Sehr hohe Attacken Vielfalt
+ Komplett Deutsch
- Minispiele eher Beiwerk

GRAFIK: 84%

SOUND/EFFEKTE: 82%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 91%

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