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3DS Bravely Default
 
 
Bravely Default - 3DS
Matthias Engert (28.12.2013)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Silicon Studio
GENRE: Rollenspiel
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 5-10++++
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK12
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.35 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
STREETPASS/SPOTPASS: Ja/Nein

   
Einleitung....

Mit Bravely Default, das eigentlich mal wieder recht unbemerkt auf den Markt kam, haben wir wieder ein Spiel für 2 Gefühlswelten. Für den reinen Spieler und vor allem RPG-Crack ein echtes Geschenk. Epische Spielzeit, massig Inhalt und ein Spiel, neben dem man kein anderes braucht um sich die Zeit zu vertreiben. Auf der anderen Seite das positive Grauen für einen Redakteur, der eh schon viel zu viel Software in seiner "Rezensionskiste" liegen hat. ;-)) Denn Spiele wie dieses, die man auch Jenseits der 50 Stunden Spielzeit noch nicht fertig hat, legen den kompletten Redakteursalltag lahm. War so, ist so und wird auch ewig so bleiben. Aber beschweren werde ich mich auch nicht. Wenn es so ist, dann ist es halt so. Und das gerade solche Games bei mir persönlich auf äußerst fruchtbaren Boden fallen, ist auch alles andere als Neu. Aber ich schweife ab. ;-) Um es aber auf den Punkt zu bringen. Bravely Default ist mal wieder ein Rollenspiel aus dem Hause Square Enix, das es in sich hat und den geneigten Rollenspielfan fesselt und in vielen Facetten in seinen spielerischen Bann zieht. Warum das so ist, soll euch der folgende kleine Test etwas näherbringen.

Menus und die Story....

Hierzulande war einmal mehr Nintendo als Publisher verantwortlich, während für die reine Entwicklung die Silicon Studios verantwortlich waren. Interessant dürfte der Titel auch für Sammler sein. Denn ähnlich wie zu Wind Waker gibt es auch zu Bravely Default eine Sammler Edition mit schicken Inhalten. Mittlerweile selten zu bekommen, wie es sich für eine Sammler Edition auch gehört. Auf einem Event vor einigen Wochen konnte ich den Titel schon einmal anspielen. Damals noch in englischer Sprache war ich gespannt, wie das im finalen Produkt aussieht. Positiv das man im finalen Produkt ein komplett deutsches Spiel vorfindet. Zumindest in Sachen Texten. Denn davon gibt es hier genug. Die ebenfalls stimmige Sprachausgabe kann man im Spiel wahlweise auf Englisch oder Japanisch genießen. Hat immer wieder was. Das Spiel bietet aber noch ganz andere Punkte, die es unverwechselbar machen sollte. Weniger die Möglichkeit 3 separate Savegames anzulegen, sondern viel eher die Kontaktmöglichkeiten nach Außen. Was sich hier die Entwickler haben einfallen lassen ist einfach nur Klasse. Ganz speziell das Streetpass Feature, das in der Form in Sachen Nutzen wohl seinesgleichen sucht auf dem 3DS. Unter anderem der Grund warum der aktive 3DS bei mir seit Testbeginn nicht einmal ausgeschaltet war. Aber dazu weiter unten noch einige ausführliche Zeilen. Dazu kommt die Möglichkeit einen zweiten Spieler daheim oder auch über das Internet kurzzeitig einzubeziehen, sowie die Möglichkeit Inhalte Online zu bekommen. Wenn man bedenkt das Bravely Default eigentlich nur für einen Spieler gemacht ist, wird dieser positive Eindruck später noch deutlicher.

Wie es sich für ein episches Rollenspiel aus dem Hause Square Enix gehört, ist auch die Story dahinter nicht minder interessant. Was bei Mario Spielen die ewige Peach Geschichte ist, das deckt bei Square Enix immer wieder das Kristall Feature ab. So auch hier, auch wenn natürlich das drum herum immer wieder anders ist. Hier muss man wieder etwas weiter ausholen, um zumindest ohne größere Spoiler das grobe Gerüst der Geschichte zu erzählen. Wir befinden uns hier in einem Reich namens Luxendarc. Nachdem der Große Abgrund die Welt fast entzwei gerissen hat, versinkt die Welt von Luxendarc in Finsternis. Die vier elementaren Kristalle - Feuer, Wasser, Wind und Erde, die Licht in die Welt bringen, werden von einer überwältigenden Macht verschlungen, sodass die Natur aus dem Gleichgewicht gerät. Um diese 4 Kristalle dreht sich im Spiel alles. Jetzt kommen auch die ersten Charaktere dazu. Agnes Oblige, die Vestalin des Windes wird verschont, als die Ministranten ihres Tempels ihr Leben opfern, um sie vor dem Schrecken des Windkristalls zu beschützen. Agnes begibt sich unter der Führung einer Kristallfee namens Airy auf eine Mission, um die Kristalle zu erwecken und das Licht zurück nach Luxendarc zu bringen. Allerdings ist sie nicht der Hauptcharakter im Spiel. Diese Rolle übernimmt jemand anderes, dessen Geschicke ihr natürlich auch übernehmt. Inmitten dieser Katastrophe wurde das Dorf Norende vollends vom Großen Abgrund verschluckt. Tiz Arrior, der einzige Überlebende, ist fest entschlossen seine Heimat wiederaufzubauen und die Finsternis aus Luxendarc zu vertreiben. Auf dem Weg sein Vorhaben umzusetzen, trifft er auf Agnes und zusammen beginnen sie ihre langwierige Reise. Und es sollten nicht die einzigen beiden Helden im Spiel bleiben…

Der Start in das Spiel ist relativ simpel und eigentlich auch so wie man das oft in den entsprechenden Spielen erlebt hat. Einen Vorspann oder ähnliches gibt es hier zunächst nicht und man landet schnell auf dem eigentlichen Hauptmenu. Unter anderem könnt ihr hier das AR-Feature nutzen, für das es auch einen separaten Menüpunkt gibt. Zwingend notwendig ist es nicht. Also wählt man einen der 3 angesprochenen Speicherplätze aus und beginnt seine epische Reise durch die verschiedenen Gebiete und Zeiten Luxendarcs…

Technik und Gameplay....

Eines kann man über Bravely Default aber auch sagen. Es ist ein Spiel für das man selbst nach 50 Stunden Spielzeit noch seine Wertung ändern kann. Klingt komisch, war aber so. Denn würde ich nur die ersten 30-40 Stunden bewerten, eine mittlere 90 wäre locker rausgesprungen. Aber sieh an, gerade im hinteren Teil gibt es doch etwas das man durchaus kritisieren kann. Aber dazu später mehr. Bis dahin gibt es ja auch noch ein wenig zu erzählen. ;-) Sobald ihr das Spiel beginnt, könnt ihr aus einem von 3 Schwierigkeitsgraden wählen. Diesen könnt ihr auch später im Spiel in den Optionen ändern. Eines muss man aber gleich vorweg nehmen. Je länger man spielt, umso höher sollte euer Frustfell sein. Tiefgang, Anspruch und das einhergehende Ändern der Eigenschaften seiner Party war selten so intensiv wie in Bravely Default. Schön gemacht sind die Sequenzen im Spiel. Mal in gezeichneter Form, aber auch in Spielgrafik gehalten sind sie der Atmosphäre äußerst zuträglich im Spiel. So erlebt ihr den Beginn der Geschichte und alsbald den Blick auf Tiz, den ihr zu Beginn allein steuert. Es dauert nicht lange und ihr trefft auf Agnes, die sich euch anschließt. Insgesamt sollten es nach relativ kurzer Zeit im Spiel 4 Charaktere sein, über deren Geschicke ihr entscheidet. Sprich ihr habt hier mal wieder die klassische 4er Party in einem Rollenspiel mit all seinen Vorteilen. Vor allem natürlich dem Bezug zum Spieler, wenn man sich von Anfang bis Ende um die Gruppe kümmern muss. Ehe wir uns einen Detailblick auf das Spielsystem gönnen, schauen wir uns noch ein paar andere Rahmenbedingungen an. Die riesige Spielwelt Luxendarcs ist eingeteilt in verschiedene ganz typische Sicht- und Spielweisen und bietet ein Tag/Nachtsystem. Gleich bei allen ist die Aufteilung der Screens. Während natürlich die eigentliche Action auf dem 3D-Screen spielt, bietet der Touch Screen die verschiedenen Kartenansichten, samt der Möglichkeit eines von mehreren Menüs per Steuerkreuz ins Bild zu holen.

Bedeutet hier dass man die Steuerung der Gruppe über das Schiebepad abgedeckt hat. Hier sieht man dann immer nur Tiz, während die anderen 3 aber natürlich immer dabei sind. Erste Sichtweise ist die reine Oberwelt, wie man sie aus vielen Square Enix Spielen kennt. Auf ihr bewegt ihr euch großflächig über die möglichen Wälder und Wiesen, oder könnt per Luftschiff zu Wasser und eben in der Luft vorwärts kommen. Auf der Weltkarte findet man nun wichtige Orte als markante Bauten oder eben Eingänge zu Höhlen, die sich dann als verzweigende Dungeons entpuppen. Sprich eine weitere Sichtweise sind Städte und Dörfer, in denen man nicht auf Feinde trifft, dafür aber die Story vorantreibt, mit Leuten redet und natürlich die im Spiel enthaltenen Shops zum Einkaufen und Herbergen zum Speichern und Regenerieren finden kann. Nächste Sichtweise sind alle möglichen Arten der Dungeons. Ebenfalls typisch gemacht, schaut man hier in der nahen Iso Sicht auf Tiz, während man ihn durch Gewölbe, tiefe Wälder oder auch Sümpfe navigiert. Im späteren Verlauf kommen da aber auch noch ganz andere Orte dazu. In dieser Sichtweise lauft ihr die Wege ab, öffnet Türen und Mechaniken, oder aber findet Truhen mit wichtigen Items und natürlich die markanten Zielorte in den Dungeons. Letzter Teil in dieser Aufzählung sind natürlich die reinen Kämpfe. Auch hier setzt man zunächst auf bekanntes Ambiente. Per Zufallsprinzip wie in den Pokemon Spielen trefft ihr auf Gegner und der Bildschirm wechselt dann auf den statischen Kampfbildschirm. Hier stehen die Mitglieder eurer Gruppe auf der rechten Seite, während alle Gegner links im Bildschirm zu finden sind.

Soweit die grundlegenden Rahmenbedingungen. Das Spiel ist nun so angelegt, dass ihr natürlich einem roten Faden folgt, den man hier durchaus als Strick bezeichnen könnte. ;-)) Sprich ihr trefft auf Charaktere, hört auf deren Probleme, besucht bestimmte Orte, um nach und nach ein wenig Licht in manche Geheimnisse zu bekommen. Und natürlich dreht es sich überall darum den Weg in Richtung der 4 Kristalle zu ebnen. Nicht immer offensichtlich, holt die Geschichte selbst hier oft sehr weit aus. Aber alles muss spielerisch gelöst werden und ein wichtiger Punkt ist natürlich das stetige Entwickeln der Charaktere und Verbessern der kompletten Gruppe. Dazu kommen mit der Zeit immer mehr Nebenquests die man machen kann, aber nicht muss. Kurios ist hier die Tatsache, dass bis auf die Bossgegner vieles machbar ist, man am Ende aber zunächst mal die Finger von den reichlich vorhandenen Bossen der Quests lassen sollte. Auch das ist ein ganz markanter Unterschied zu vielen anderen Rollenspielen. Bravely Default ist so schon ein äußerst schweres und knackiges Spiel, bringt aber nicht das typische "Gruppe wird mit zunehmender Spieldauer überlegener" Feature mit. Klingt jetzt etwas blöd, beschreibt die Situation aber recht gut. In vielen Rollenspielen erlebt man immer wieder einen Punkt, an dem die stetig entwickelte Gruppe stark genug ist, um es auch mit Gegnern aufzunehmen, die eigentlich vom Spiel her noch ein Problem sein sollten. Das ist hier anders und jeder neue Dungeon ist wirklich eine kleine Herausforderung. Hebt den Anspruch und macht den Titel eben auch alles andere als leicht.

Dabei ist vor allem auch die Gegner Vielfalt immens und das Spielsystem setzt in Kämpfen sehr stark auf Zustandsattacken und Magie. Das typische Haudrauf Rollenspiel mit dem Gesetz des Stärkeren ist Bravely Default keinesfalls. Eine simple Aufgabe auf dem Weg zu einem Dungeon Boss zeigt euch das recht gut und ich kann euch auch gleich das Grundsystem der Kämpfe erklären. Auch hier bietet das Spiel innovative Features. Alle Charaktere starten zunächst mit einem Level 1 Status, einer einfachen Waffe und wenig Ausrüstung. Dazu haben alle zu Beginn den Job Freiberufler. Gerade das Jobsystem ist in diesem Spiel ebenfalls extrem tiefgehend und elementar für Erfolg oder Misserfolg. Sprich irgendwie muss man sich ja verändern können. So besitzen alle Charaktere das gesamte Spiel hindurch neben der TP-Leiste für die Lebenspunkte auch ein MP Gegenstück für die Magiepunkte. Dazu besitzt jeder Charakter 5 Slots für Ausrüstung, die sich natürlich auch auf die verschiedenen RPG-Stats wie Angriff, Verteidigung oder Magie auswirken. Keine Sorge, es gibt reichlich davon. ;-) Auf dem Weg zum Dungeon trifft die Gruppe nun auf die ersten Gegner. Das Bild schwenkt um und der Kampf beginnt. Wichtig zu wissen, dass in Bravely Default alle Kämpfe Rundenbasiert vonstatten geht und man nicht unter Zeitdruck geraten kann. Den macht man sich dann schon selber. ;-) Sprich wenn ihr selber agieren könnt, dürft ihr in Ruhe für jeden Charakter eine Aktion und wahlweise einen bestimmten, oder je nach Attacke auch alle Gegner auswählen. Anfangs sind das meist recht kurze Kämpfe, die nach dem Sieg gleich mehrere Dinge offenbaren. Zunächst gibt es natürlich Erfahrungspunkte, die ganz klassisch bei bestimmten Grenzen ein Level Up bedeuten und eine Verbesserung aller Eigenschaften nach sich zieht. Ebenso gibt es Geld, das im Spiel immer zu wenig zur Verfügung steht. ;-) Aber auch das spreche ich später noch an. Dritter Punkt sind nun die sogenannten Job Punkte. Auch mit diesen füllt man eine Balkenanzeige, die ebenfalls ein Level Up nach sich ziehen. Nur eben unabhängig vom reinen Charakterlevel.

Würde man nun ewig so spielen, man wäre irgendwann z.B. ein Freiberufler auf Level 20. Das ist alles andere als sinnvoll. Denn im Spiel warten satte 24 Berufe auf euch, gefunden und erlernt zu werden. Auch hier alles andere als gewohnt gemacht. Denn um einen neuen Job zu bekommen, muss man zwingend einen bestimmten Gegner im Spiel besiegen. Logischerweise Bosse, die aber nicht immer auf dem Story Weg zu finden sind. Denn besiegt man diese, erhält man ein spezielles Emblem, das einen Job freischaltet. Einmal freigeschaltet, kann man einen oder auch alle Charaktere "umpolen". Macht aber auch wenig Sinn, wenn man z.B. 4 Ritter in seinen Reihen macht. Hier ist das Spiel wie andere auch. Die Mischung macht's. Sprich neben Nahkämpfern sollte man natürlich auch Fernwaffen nutzen können und natürlich Magier. Aber das System wird noch komplexer. Zunächst bedeutet ein Jobwechsel, dass man danach erst einmal wieder auf Level 1 des Jobs beginnt, aber alle Fähigkeiten des vorherigen Jobs behält. Hier kommt das geniale an diesem System zum Tragen. Die Charaktere können auch aktiv verschiedene Job Aktionen ausführen. Beispiel ist dann der Ritter, der zwar mit dem Schwert kämpft, aber dennoch Magie und entsprechende erlernte Attacken ausführen kann. Magier können dann als Schwarzmagier Attacken auf Gegner anwenden, im gleichen Zug aber eben auch Weißmagie für das Heilen der eigenen Gruppe anwenden. Das System ist sehr komplex und wird zudem nochmals erweitert durch spezielle Zusatzfähigkeiten jedes Jobs. Man ist hier also durchaus bemüht, dass jeder Charakter möglichst alles irgendwie beherrscht. Schon dadurch hält man den Anspruch äußerst hoch, weil man eben nicht von Anfang an auf einen Job und damit deren Entwicklung festgelegt ist. Man wechselt und macht die Charaktere zunächst auch mal schwächer. Der Lohn kommt dann eben erst später im Spiel.

Genauso könnte man einem Schwarzmagier auch ein Schwert oder eine Axt in die Hand drücken und es ergäbe durchaus Sinn. Je nach Gegnerschaft, Gebiet und Umgebung kann der Charakter zumindest auf verschiedenen Wegen Gegnern Schaden zufügen. Aber wie alles im Spiel dauert das. Es vergehen gut 10 Stunden, ehe man zumindest mal die ersten 4 Jobs freigeschaltet hat. Das Thema Kompromisse finden ist sowieso ein ganz spezieller Punkt in diesem Spiel. Schon bei der Ausrüstung spürt man das. Denn die Gegner agieren wie schon erwähnt viel mit Magie und Klassenattacken. Gift, Stille, Stumm und wie sie nicht alle heißen werden äußerst häufig angewendet. Und da könnt ihr perfekte Schilde und Rüstungen haben wie ihr wollt. Wenn ihr andauernd vergiftet werdet, oder im Zustand Stumm keine Magie anwenden könnt, nützt einem das wenig. Aber keine Sorge, man findet schon seinen Weg durch das Spiel. Auch weil selbst im Kampfsystem das Spiel etwas ganz Neues mitbringt, das im Verbund mit anderen Features seinen Reiz und vor allem Nutzen ausspielen kann. So habt ihr im Kampf das sogenannten Brave und Default System zur Verfügung, dass es euch erlaubt 4x hintereinander anzugreifen oder zu verteidigen. Wieder ein einfaches Beispiel dazu. Drückt man 4x nacheinander die L-Taste, geht der Charakter in den Brave Zustand und kann hintereinander 4 Aktionen ausführen, die ihr ihm zuweist. Als Beispiel könnt ihr einen Magier 3x eine Feuer Attacke auf alle Gegner zuweisen und im 4. Versuch mittels Vitra alle eigenen Gruppenmitglieder heilen. Wenn man sich nun überlegt dass bei 4 Charakteren 16 dieser Aktionen in einem Durchgang machbar sind, verdeutlicht auch das nochmal den Anspruch im Spiel! Denn normalerweise sagt man sich, damit fällt jeder Gegner um.

Denn selbst damit ist das Spiel aber kein Selbstläufer, auch wenn viele Allerweltskämpfe damit schon gewonnen werden können. Aber wehe die Gegner stehen auch danach noch! ;-) Denn kein Vorteil im Spiel ohne einen Nachteil. Hier ist dann der Fakt zu nennen, dass eure Charaktere für 4 Runden nicht agieren können und den gegnerischen Attacken ausgeliefert sind. Den Rest kann man sich ausmalen. Der Default Zustand auf der anderen Seite bewirkt die Verteidigungsstellung und füllt praktisch den Brave Wert auf. Man könnte hier kleine Doktorarbeiten schreiben. Aber ich möchte auch nicht zu trocken werden. Sonst schlaft ihr mir hier noch ein beim Lesen. Aber es soll verdeutlichen wie komplex allein das Kampfsystem im Spiel ist. Und keine Sorge, Spaß macht das Spiel auch noch. ;-)) Denn natürlich ist das auch eine riesige Motivation, die auch noch durch andere Dinge verstärkt wird. Über das Feature mit der Stadt Norende lasse ich mich unten im Streetpass Abschnitt noch aus. Aber auch die normalen Shops aller Art bieten mehr als genug. Neben Rüstungen oder Waffen aller Arten gibt es Shops die Magierollen für Attacken verkaufen, andere die sich nur um das Thema Items kümmern und solche, die euch spezielle Angriffsitems anbieten. Alles kann man natürlich im Kampf nutzen und hat zu gegebener Zeit auch seinen Zweck. Und nach jedem Wechsel oder einer Veränderung will man eigentlich nur noch raus und es den Monstern endlich zeigen. Auch dieses Gefühl gibt einem das Spiel sehr stark. Allein diese ganze Ansammlung an Features sorgt unter anderem auch dafür, dass selbst einfach normale Kämpfe dauern können. Mehrere Minuten lang, so dass man hier wirklich selten durchfegt.

Und wehe ihr habt einen bestimmten Punkt im Spiel erreicht, an dem die ganze Geschichte ein wenig auf den Kopf gestellt wird. Dann zeigt die Bestie sein wahres Gesicht. ;-) So will ich es mal nennen. Denn irgendwann durchlebt ihr ein "neues Gebiet" und der Schwierigkeitsgrad zieht noch mal an. Hier kommt einer der angesprochenen Kritikpunkte dazu. Das Spiel ist an sich schon eher eine der härteren Nüsse. Aber in der zweiten Hälfte des Spiels erlebt man das eine oder andere Harte Game Over und man landet auf dem Hauptmenu des Spiels. Gut das man hier zumindest auf der Hauptwelt jederzeit Speichern kann. Innerhalb der Dungeons muss man zumindest einen bestimmten Charakter treffen, bei dem man auch im Dungeon seinen Spielstand sichern kann. Dann ist auch euer Frustfell gefragt. Es gibt dann genug Kämpfe, wo man sich fragt wie man sie gewinnen soll. Das ist nicht ohne und fordert dann schon den ausdauernden RPG-Crack. Aber man bekommt eben auch Jenseits der 60 Stunden Spielzeit noch einiges geboten. Wer da Norende via Streetpass oder Internet komplett wieder aufgebaut hat, hat allerdings einen echten Faustpfand in der Hinterhand. Was so das gesamte Spiel über ein wenig nervend ist, sind die vielen Party-Gespräche. Mitten im Spiel kann man die Y-Taste drücken und alle Charaktere unterhalten sich miteinander. Teilweise sehr belanglose Dinge, die einen ab und an aus dem Spielgefühl reißen. Fand ich persönlich etwas übertrieben. Dennoch was bleibt ist ein extrem anspruchsvolles und tiefgehendes Rollenspiel für den 3DS, das man jedem interessierten Spieler wärmstens ans Herz legen muss. Geheimtipp ist da fast schon der falsche Ausdruck. Denn ein kleines Meisterwerk ist Bravely Default allemal!

Grafik & Sound....

Auch grafisch kann sich das Spiel sehen lassen. Das liegt zum einen vor allem an der Detailarbeit bei den Gegnern und den eigenen Attacken. Dazu kommt ein wirklich sehr gelungener 3D-Effekt bei den Kämpfen, der genau diese Detailverliebtheit ungemein unterstreicht. Klar dass vor allem die normalen Klassenattacken wie Feuer oder Licht recht imposant umgesetzt sind und speziell die Spezialattacken grandios aussehen lassen. Aber das Lob kann man auch auf die Stadtlocations anbringen. Hier erwartet den Spieler zum einen niemals ein ähnliches Ambiente. Jede Stadt ist thematisch anders umgesetzt und auch vom Stil her verschieden. Die Mischung aus gezeichneten Hintergründen und Polygonen sieht sehr gelungen aus. Dazu durchläuft man manche Städte im gewohnten 3D Iso Blickwinkel, andere wiederum warten im 2D auf euch. Mal was anderes. Die Charaktere selber sind ebenfalls sehr detailliert gestaltet und bieten das gewohnte Square Enix Feature, dass jedes Kleidungsstück auch im Spiel umgesetzt ist. Sprich sich dies immer wieder auch visuell nachvollziehen lässt. Auch dies ist Detailverliebtheit der gehobenen Art. Selbst technisch gibt es nichts zu meckern, so dass euch hier ein Spiel erwartet, dass auch grafisch klar in die Oberklasse der 3DS Titel gehört.

Beim Sound ist das nicht anders. Rollenspieltypische Stücke warten überall auf euch, die sehr oft variieren und viele orchestrale Stücke mit sich bringen. Je nach Umgebung und vor allem Zustand und Gegnerfülle zieht die Musik mal an, um dann auch wieder etwas Beruhigendes zu haben. Effekte sind gelungen, wenn auch ab und an etwas blass. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. ;-) Abgerundet wird das Ganze von einer guten Sprachausgabe, die atmosphärisch auch hier ihren Reiz ausspielt.

Online/StreetPass....

Wie schon erwähnt ist ja das Spiel eigentlich für einen Spieler ausgelegt und dennoch könnte man auch zum Thema Kontakt nach Außen einen Roman schreiben. Keine Sorge, das mache ich schon nicht. ;-) Aber einige Dinge muss man einfach ansprechen. Ganz oben für mich ist dabei das Streetpass Feature zu nennen, das in diesem Spiel in meinen Augen so sinnvoll wie noch nie eingebunden ist. Dazu muss man ein wenig ausholen. In der Geschichte wird die Heimatstadt Norende des Charakters Tiz komplett zerstört. Eine Aufgabe im Spiel ist es diese Stadt wieder aufzubauen! Ja ihr lest richtig. Man muss sich das nun so vorstellen, dass zu Beginn Norende komplett zerstört und leer ist. Um hier etwas zu bewegen braucht man neue Bewohner, welche die Stadt wieder aufbauen. Klingt noch nicht so spannend, wird es aber schnell beim Detailblick. Denn es gibt einen speziellen Menüpunkt, auf dem man komplett auf die Stadt wechselt und quasi das Spiel pausiert. Wird dann per Draufsicht im Touch Screen dargestellt und zeigt euch 11 verschiedene Läden, die man wieder aufbauen kann. Die Läden unterteilen sich in Waffenshops, Zubehör- und Rüstungsgeschäfte, bis hin zu Items, Special Attacken und Magieattacken. Jeder Laden kann insgesamt 11 Mal aufgewertet werden. Man levelt quasi den Laden selber. Damit einhergehend bekommt man die Objekte der Läden fest als käufliche Items angeboten! Einer der Gründe warum man nie genug Geld haben kann in diesem Spiel. Es müsste noch eine Bank geben, wo man einen Kredit aufnehmen könnte. ;-)) Nun kommt der markante Punkt. Nehmen wir einen einfachen Laden. Klickt man diesen an, so müsste man 1 Bewohner haben und könnte ihn diesem Laden zuweisen. Dann würde es sage und schreibe 99 reale Stunden dauern, ehe der Laden Level 2 erreicht hat! Sprich die höchste Bürgerpflicht ist es hier Bewohner zu generieren. Diese kann man nun zum einen über das Internet bekommen, aber noch viel mehr über das Streetpass Feature.

Bei mir hat das dazu geführt, dass ich bei 3 möglichen Spielständen auf der Cartridge das Spiel in 3DS Geräten gestartet habe um Streetpass auf allen zu aktivieren. Danach mit dem Haupt 3DS normal weiter gespielt, haben sich die Geräte immer wieder getroffen. Und jedes Mal bekam ich dann 2 neue Bewohner. Wieder beim Beispiel mit dem Laden bedeuten 2 Bewohner, dass der Laden nun in 45 realen Stunden auf Level 2 steigt. Bei 3en eben in 22 Stunden usw. Am Ende hatte ich knapp 70 Bewohner, die man bei 11 Shops und jedes Mal 11 Stufen gut verteilen muss. Der Lohn ist aber immens. Zum einen schaltet ihr nur so seltene und mächtige Ausrüstungen dauerhaft frei und die Händler schenken euch in relativ kurzen Zeitabständen immer wieder aufs Neue alle möglichen Sachen. Egal ob das Zustands- oder Kampfitems sind, die man sonst teuer kaufen müsste. Stichwort Äther um die Magieleisten aufzufrischen. Erst später im Spiel kann man dies auch über Magie abdecken. Lange Zeit ist Äther das einzige Item dafür. Kostet aber 1000 Münzen in den Shops. Hier schenken euch die Händler das immer wieder. Genial und derart nützlich, das wie schon erwähnt mein 3DS nicht einmal abgeschaltet war. Denn das Dorf Norende wird im Standby Modus weiterhin aufgebaut. Sprich wenn man abends alle Laden so mit Bewohnern eindeckt dass vielleicht 10 Stunden nötig sind für ein Level Up, so steht man früh auf, klappt den 3DS auf und siehe da,… alle Shops haben gelevelt und es gibt Geschenke und neue Items, Waffen und Specials. Einfach nur Klasse und fast schon süchtig-machend. ;-) Da fällt fast schon hinten runter, dass man via Web auch Freunde in einen Kampf rufen kann und seinen eigenen Charakter spezielle Freunde zuweisen kann, die genau dann auch helfen. Egal ob das ein Kumpel auf der heimischen Couch ist, oder ein hochgelevelter Japaner. Die Art der Umsetzung ist hier einfach richtig große Klasse.

Fazit....

Was soll man über ein Spiel wie Bravely Default noch groß schreiben? Vielleicht Kaufen Kaufen Kaufen!. ;-) Nein im Ernst. Hier haben die Entwickler wirklich ganze Arbeit geleistet und spendieren allen 3DS Rollenspiel Cracks ein episches Spiel mit sehr hohem Anspruch, extremen hohen Tiefgang und einigen schier genialen Features. Das Kampfsystem und vor allem Feature mit der zerstörten Stadt Norende im Zusammenspiel mit dem Streetpass Feature muss man da als Beispiel sogar zwingend ansprechen. Das Spiel fesselt einen sehr schnell und man kommt eigentlich nicht wieder von los. Denn immer wieder gibt es neue Facetten zu erleben und man muss sich als Spieler ständig mit dem Spiel mitentwickeln. Nichts wird hier zum Selbstläufer. Schon gar nicht der Anspruch. Selten das ein Rollenspiel einen so fordert. Vor allem Jenseits der 50 Stunden Grenze, wo man öfters denkt, wozu habe ich die 50 Stunden zuvor die Dödel eigentlich entwickelt. Der Grund warum es ein paar Punkte Abzug gibt, da man es hier und da fast schon etwas übertrieben hat. Man fühlt sich dann gerne mal fast wie in einem Resident Evil Spiel, dass man nur mit einem Messer durchspielt. ;-) Aber lasst euch davon nicht beeinflussen. Wer Rollenspiele dieser Machart auf einem Handhelden mag, der wird Bravely Default lieben!!!

 

+ Mehr als 60 Stunden Spielzeit
+ Teils sehr innovatives RPG
+ Geniale StreetPass Einbindung
+ Sehr anspruchsvoll/Tiefgang
+ Viele Jobs/Ausrüstungen
+ Interessante Geschichte
+ Sehr hohe Attacken Vielfalt
+ Komplett Deutsch
- Ab der Hälfte auch oft frustrierend!
- Teils zu viele "Party Geschpräche"
- "Hartes Game Over"

GRAFIK: 84%

SOUND/EFFEKTE: 82%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 89%

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